„Wer ist der Große im Reich der Himmel?“ Demut als Nachfolge des Maschiach

18. März 2012 geschrieben von   Freigegeben in Matitjahu
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ב"ה

Matitjahu 18,1-5

1 בָּעֵת הַהִיא בָּאוּ הַתַּלְמִידִים לִפְנֵי יֵשׁוּעַ וַיֹּאמְרוּ מִי הוּא הַגָּדוֹל בְּמַלְכוּת הַשָּׁמָיִם׃ 2 וַיִּקְרָא יֵשׁוּעַ אֶל-יֶלֶד אֶחָד וַיַּצִּיגֵהוּ בְּתוֹכָם׃ 3 וַיֹּאמַר אָמֵן אֲנִי אֹמֵר לָכֶם אִם-לֹא תָשׁוּבוּ לִהְיוֹת כַּיְלָדִים בֹּא לֹא תָבֹאוּ לְמַלְכוּת הַשָּׁמָיִם׃ 4 לָכֵן מִי אֲשֶׁר יַשְׁפִּיל אֶת-נַפְשׁוֹ כַּיֶּלֶד הַזֶּה הוּא הַגָּדוֹל בְּמַלְכוּת הַשָּׁמָיִם׃ 5 וּמִי אֲשֶׁר יְקַבֵּל יֶלֶד כָּזֶה בִּשְׁמִי אֹתִי הוּא מְקַבֵּל׃

„1 Zur derselben Zeit kamen die Talmidim vor dem Angesicht Jeschuas und sagten: Wer ist „der Große“ [HAGADOL] im Reich der Himmel? 2 Und es rief Jeschua zu dem einen Jungen [JELED] und stellte ihn [WEJAZIGEHU] in ihre Mitte zur Verkörperung [der Umkehr]. 3 Und er sagte: Amen, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt zu werden wie die Kinder, wird es euch nicht gelingen, das Reich der Himmel zu betreten. 4 Darum, wer seine Seele demütigt wie dieser Junge, dieser ist „der Große“ [HAGADOL] im Reich der Himmel. 5 Und wer einen solchen aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf.“ [1]

Die Schlüsselbegriffe zur Klärung des Pschat unserer Stelle im Evangelium sind:

  • HAGADOL – „der Große“
  • JELED - „der Junge“, bzw. „das Kind“ und
  • WEJAZIGEHU BETOCHAM – „und er stellte ihn in ihre Mitte“
  • MALKUT HASCHAMAJIM – „das Reich der Himmel“

HAGADOL הַגָּדוֹל „der Große“

ist im Zusammenhang mit dem Hohepriester bekannt, der in der Thora HAKOHEN HAGADOL הַכֹּהֵן הַגָּדוֹל genannt wird (Wajikra 21,10). Im Midrasch zu Wajikra 23,33 wird der Vers in Tehillim 16,11 betrachtet:

תוֹדִיעֵנִי אֹרַח חַיִּים שֹבַע שְֹמָחוֹת אֶת-פָּנֶיךָ נְעִמוֹת בִּימִינְךָ נֶצַח:

„Du lässt mich den Weg des Lebens erkennen, Fülle der Freuden vor Deinem Angesicht, die Wonnen in Deiner Rechten sind ewiglich.“

Die ZADIKIM – die Gerechten

Der Midrasch lehrt sinngemäß:

„Fülle der Freuden vor deinem Angesicht“ – lese statt SOWAשֹבַע  „Fülle“ oder „Sättigung“, SCHEWA שֶׁבַע „sieben“, denn beide Worte werden gleich geschrieben und beleuchten die Bedeutung des jeweils anderen Begriffs. Die Siebendheit erzählt von der vollendeten Pluralität der Möglichkeiten, das ist der Sinn der vollendeten Fülle, bzw. Sättigung. Daher sagt der Midrasch, die SCHEWA sind die sieben Lernhallen der Gerechten, die dem Ewigen, g.s.E., Freude in Fülle bereiten. Sie sind würdig das Angesicht der SCHECHINA, die Einwohnende Gegenwart G-ttes zu genießen und ihre Gesichter gleichen

a) der Sonne

b) dem Mond

c) dem Himmelsglanz

d) den Sternen

e) den Blitzen

f) den Rosen

g) der reinen Menora[2] im Heiligtum.

Und woher wissen wir, dass die Gerechten mit diesen Ehrennamen genannt werden?

a) Die Sonne – denn es heißt (Hohelied 6,10) klar wie die Sonne“.

b) Der Mond – denn es heißt (dort) „schön wie der Mond“.

c) Der Himmelsglanz - denn es heißt (Daniel 12,3) „Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz“.

d) Die Sterne – denn es heißt (dort) und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich“.

e) Die Blitze – denn es heißt (Nachum 2,5) „sie glänzen wie Fackeln und fahren einher wie die Blitze“.

f) Die Rosen – denn es heißt (Tehillim 80,1) „Dem Sieger, über die Rosen[gleichen]“.

g) Die reine Menora – denn es heißt (Sacharia 4,2) „Ich sehe, und siehe, da steht ein Leuchter, ganz aus Gold“.

„…die Wonnen in deiner Rechten sind ewiglich“ – weiter fragt der Midrasch, welche Lernhalle dem Ewigen, g.s.E., die lieblichste und die angenehmste ist? Dies ist die Frage der Talmidim an Jeschua HaMaschiach, wer „der Größte“ sei. Der Midrasch beantwortet diese Frage mit der Aussage, dass es Schriftgelehrten sind, welche die Kinder unterrichten. Dies ist auch die Meinung des Herrn in Matitjahu 5,19, die er im Zusammenhang mit seiner Stellungnahme zum Gesetz von Mosche Rabbenu kundgetan hat:

 

„17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“[3]

Es scheint, die Frage nach dem „Größten“ ist geklärt, doch wenn wir den Regeln der Auslegung unserer Lehrer folgen, dann ist es noch nicht ganz der Fall, weil die Thora sich nicht wiederholt, auch wenn der Wortlaut es nahe legt – besonders dann gilt, nach einer weiteren Botschaft zu forschen. Daher bereitet „Groß“ in Matitjahu 18 weiterhin Schwierigkeiten, denn es erscheint nicht schlüssig, dass die Talmidim dieselbe Antwort auf eine bereits beantwortete Frage erwarten, zumal Jeschua HaMaschiach auch eine andere Antwort gibt. Hier treffen wir auf ein Phänomen, dass in den meisten Übersetzungen der Heiligen Schrift leider oft vorkommt: Es stehen dem Übersetzer viele Möglichkeiten zur Verfügung und er muss eine wählen. Woher weiß er, welche die richtige ist? Ohne Kenntnis der mündlichen Thora, ist es unmöglich und ein Irrtum ist kaum zu vermeiden. Obwohl die Lutherübersetzung in Matitjahu Kapitel 5 und im Kapitel 18 den Begriff „groß“ gebraucht, sind es im Hebräischen zwei Begriffe:

Mat. 18 הַגָּדוֹל „der Große“ und

Mat. 5 נִכְבָּד NICHBAAD „der Geehrte“.

Somit ist zu erkennen, dass der angeführte Midrasch zu unserer Stelle zwar die allgemeine Lehrmeinung wiedergibt, aber die zusätzliche Lehre über den „Jungen in der Mitte der Talmidim“ nicht genügend erklärt. Auffällig ist, dass Jeschua HaMaschiach im Kapitel 18 als „groß“ nicht den Lehrer, wie im Kapitel 5, sondern eben den „Schüler“ nennt, denn „das Kind“ ist kein anderer als einer der Talmidim des Herrn. Doch damit haben wir bereits den Grund für die Frage der Talmidim, „wer der Große im Himmelreich sei.“ Sie wollten eben nicht wissen, wer „der Geehrte“ im Himmelreich ist, sondern wer „der Große“ ist.

Wir sind nun dem Verständnis des PSCHAT von Matitjahu 18,1-5 einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Midrasch und die Tradition insgesamt haben nicht das Ziel, alle Antworten auszuformulieren, sondern geben Denkanstöße und Denkrichtungen vor, und diese umfassen sehr wohl alle Antworten. Darum heißt es, wir hätten die gesamte Thora, die Schriftliche und die Mündliche am Sinai durch Mosche Rabbenu bekommen – er selbst lernte von HASCHEM zu lernen, und unterrichtet es uns bis zum heutigen Tag. Die Offenbarung am Sinai umfasste eben nicht allein die Heilige Schrift, sondern G-tt selbst war Lehrer unseres Lehrers und Er brachte Mosche Rabbenu als wichtigsten Gegenstand bei, die Schrift nach Seinem Willen auszulegen. Darum lehrt der Maschiach in Matitjahu 23,3 „3Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet usw.“

Die obige Ausführung hilft die Antwort des Herrn in Matitjahu 18 zu verstehen: „Geehrt“ ist im Himmelreich der weise Lehrer, der Chacham[4]. Das ist auch die herausragende Eigenschaft des Gesalbten G-ttes, (Jeschajahu 11,2) „Auf ihm wird ruhen der Geist des Ewigen, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Ewigen.“ Was ist das Besondere an der „Weisheit“? In ihr ist die Macht verborgen, durch welche der Ewige die Schöpfung erschuf, wie es heißt (Mischle 9,23): „Der Ewige hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe Er etwas schuf, von Anbeginn her.“ Wer diese Macht besitzt, ist G-tt gleich. Die Weisheit ist das „verborgene Licht“ OR GANUS, das der Ewige, g.s.E., für die ZADIKIM die Gerechten in der Ewigkeit aufbewahrt, wie der Midrasch Rabba Bereschit 12,6 unter Berufung auf Mischle 13,9 lehrt. [5] Eben dies ist der Grund für Jochanan HAMETABEL, den Täufer, den Maschiach in Jochanan 1,9 „das wahre Licht“ zu nennen. Jeschua HaMaschiach selbst sagt zu seinen Talmidim אַתֶּם אוֹר הָעוֹלָם „ihr seid das Licht der Welt“ (Matitjahu 5,14), eine Auszeichnung, die neben Weisheit an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist, vor allem an Nächstenliebe und Einheit[6].

BA’ALE TSCHUWA – die Umkehrenden

Einen von ihnen hebt der Maschiach hervor, um die Talmidim zu lehren, welche Eigenschaften den Menschen bei G-tt wahrhaftig „groß“ machen, „größer“ als den Zadik! Im babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin 99a lernen wir die Aussage von Rabbi Abahu im Namen von Raw, dass der Rang, den die BA’ALE TSCHUWA (die Umkehrenden) bei HASCHEM einnehmen, die ZADIKIM nicht haben. Zur Begründung wird die Stelle in Jeschajahu 57,19 angeführt: „Schalom, Schalom denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der Ewige“ – erst den Fernen, dann den Nahen, und im Traktat Brachot 34b wird hinzugefügt, dass die BA’ALE TSCHUWA ihren bösen Trieb, den JETZER HARA, überwunden haben, was die ZADIKIM in diesem Umfang nicht tun. Kompliziert ist die Stelle in Matitjahu 18,2 zusätzlich, weil der Maschiach eben einen „Jungen“ JELED als den „Großen“ nennt, was bedeutet, dass dieser wohl jung an Jahren und dennoch eine vollkommene Umkehr, die תשובה מאהבה TSCHUWA ME’AHAWA „die Umkehr aus Liebe“ vollzogen hatte. Tatsächlich nennt der berühmte Rabbi Hillel in der Tosefta (Hinzufügung) zum Traktat Sukka 4,2 die JELADIM „die Kinder“ BA’ALE TSCHUWA „Umkehrende“. Wir wenden uns daher diesem Begriff zu.

JELED – „der Junge“, bzw. „das Kind“

Wie schon oben erwähnt, „das Kind“ oder „der Junge“, ילד JELED auf Hebräisch in Matitjahu 18,2 ist einer der Talmidim. Dies können wir aus dem Midrasch Rabba BeMidbar 13,11 ableiten, wo der Vers in Daniel 1,4 „junge Leute, die keine Gebrechen hätten, sondern schön, begabt, weise, klug und verständig wären“ ausgelegt. Die „jungen Leute“ ist die Übersetzung für יְלָדִים JELADIM Plural von JELED. Diese sind laut Midrasch die drei Gefährten Daniels, die u. a. in Daniel 1,7 genannt werden: „Und der oberste Kämmerer gab ihnen andere Namen und nannte Daniel Beltschazar und Chananja Schadrach und Mischaël Meschach und Asarja Abed-Nego.“ Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie (Daniel 1,4) „begabt, weise, klug und verständig wären.“ Die außergewöhnliche Hingabe der drei ist sprichwörtlich, denn sie gingen freiwillig in den glühenden Ofen, aber den Namen G-ttes nicht entehrt (siehe Daniel 3).

Ebenso ist es bemerkenswert, dass in Jeschajahu 9,5[7] vom JELED „dem Kind“ die Rede ist, das im Midrasch Rabba Dwarim 1,20 als der Maschiach identifiziert wird.

Rabbi Salkinson, SZ“L, hatte jedoch nicht nur JELED, sondern JELED ECHAD ילד אחד, „ein Junge“ übersetzt. In vielen Sprachen liest sich „ein“ als ein unbestimmter Artikel, der zum Begriff gehört, im Hebräischen jedoch ist das Wort ECHAD ein feststehender Begriff von größter Wichtigkeit, denn dies ist der Allumfassende und der Einzige Einer, den Israel anruft – „Höre Israel, der Ewige ist unser G-tt, der Ewige ist Einer.“[8] Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, wollte ich auch nur annährend die Bedeutungsfülle von ECHAD aufzeigen[9]. Ich bitte den Leser, mir in diesem Fall zu folgen, denn die Tatsache, dass der in die Mitte der Talmidim gestellt „Junge“ ein ECHAD ist, ist von größter Bedeutung, wie wir gleich im Zusammenhang mit zwei weiteren Worten, die Rabbi Salkinson, SZ“L, hier verwendet, sehen werden.

WEJAZIGEHU BETOCHAM –

“und er stellte ihn in ihre Mitte“

Auch dieser Satz klingt in anderen Sprachen so alltäglich, dass man leicht die darin enthaltene Anspielung, den REMES, überliest. Es ist mir fern, die hingegebene und notwendige Arbeit der Übersetzer herabzusetzen. Daher bitte ich das Nachfolgende nicht als Kritik zu verstehen. Das Geheimnis der hebräischen Sprache, insbesondere des LASCHON KODESCH der Heiligen Sprache der Heiligen Schrift, ist, dass sie nun mal ein wesentlicher Teil der Offenbarung G-ttes ist, der LASCHON KODESCH ist selbst Prophetie. Auf eine eigenartige Weise sind alle Sprachen Prophetie, denn sie sind sozusagen „Kinder“ der LASCHON KODESCH[10], jedoch auf einer anderen Ebene, aber ihre wahre Bedeutung, und das ist ihre Heiligkeit, verliert jede Sprache, auch die hebräische, wenn „das Kranke“, das „Alltägliche“ dieser vergänglichen Welt, und „das Vermischte“, sich einschleicht. Das „Vermischte“, auf Hebräisch שעטנז SCHA’TNES ist Folge der „Unkraut“, die der „Feind“ aussäte, wie der Maschiach im Matitjahu 13,25 mitteilt. Der Gehalt der Worte wurde seit der Sprachverwirrung wie Steine unter stetigem Wassertröpfeln von Generation zu Generation immer mehr ausgehöhlt und mit anderen Inhalten ersetzt. Daher gehört zur Umkehr unbedingt die Bereinigung der Sprache – jeder Sprache. Man ist den Weisen Israels Lob und Dank verpflichtet, dass sie trotz Hohn und Spott auf die Reinheit der Sprache G-ttes achteten und bis heute Generationen von Talmidim LASCHON KODESCH unermüdlich beibringen. Wenn also Du, mein Freund, der diese Zeilen liest, das große Hebraicum hast, oder gar ein Übersetzer bist, dann danke ich Dir für Deine Liebe und ermutige Dich – nutze Deine Kenntnisse und Deine Fertigkeiten, und kröne Deine Mühe mit einer Vertiefung der Lehre bei einem gelehrten Rabbiner! Wenn Du aber Hebräisch nicht kannst, dann verzage nicht, und lerne diese Sprache, wenn jedoch das nicht möglich ist, dann versuche auf jeden Fall, Dich mit Deiner Muttersprache ernsthaft zu beschäftigen – Dein Bibelstudium wird noch bessere Früchte tragen! Interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Mordechai, der Held in der Esthergeschichte, mit Beinamen BALSCHAN „der Dolmetscher“ heißt, was ihm sehr dienlich war, seine Generation zur Umkehr zu führen. Alle Juden sind verpflichtet, die Sprache ihres Gastlandes zu lernen, das ist die Halacha, eine Satzung unserer Rabbiner.

Meine Herangehensweise an das Neue Testament ist genau dieselbe, welche unsere Lehrer bei der Behandlung des TANACH von uns erwarten. Wenn das Neue Testament vom Geist des Heiligen inspiriert ist, dann muss es allen Prüfungen standhalten, aber dies ist nur im „Feuer“ der Heiligen Sprache möglich, weil sie „das Haus“ des Wortes bildet[11].

Die Erwählten

Zurück zum Thema. וַיַּצִּיגֵהוּ בְּתוֹכָם "und er stellte ihn in ihre Mitte.“ Die Worte „stellte“ יצג JAZAG und „Mitte“ בתוך BETOCH sind von Rabbi Salkinson, SZ“L, nicht zufällig gewählt worden. Wir finden sie in 2. Schmuel 6,17: „Als sie die Lade des Ewigen hineinbrachten, stellten sie sie an ihren Platz mitten in dem Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte.“ Alle in der Thora aufgeführten Personen sind zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gestellt, und sie alle verkörpern den ihnen eigenen Aspekt der Botschaft G-ttes. So verkörpert Abraham Awinu die unendliche Gnade, Güte und Größe G-ttes; Itzchak Awinu das vollkommene Opfer, KORBAN TAMIM; Ja’akow Awinu der vollkommenen Menschen. Auch der Maschiach stellt den JELED in die Mitte der Talmidim, um einen bestimmten Aspekt seiner Botschaft dazustellen: Der junge Mann ist ein BA’AL TSCHUWA ME’AHAWA, „ein vollkommen Umkehrender aus Liebe“, welcher an einem Ort steht, den die vollendet Gerechten nicht einnehmen können, und dessen Rang auch unter den Umkehrenden der höchste ist. Er ist würdig als HAKOHEN HAGADDOL, als Hohepriester vor der Bundeslade zu stehen. Der BA’AL TSCHUWA ME’AHAWA ist eine besondere Wonne vor HASCHEM, und hat den „Geschmack“ und den „Geruch“ Daniels und seiner drei Freunde, die bereitwillig aus Liebe zu G-tt ihre Seele zur Heiligung des Namen G-ttes geopfert hatten. Für diesen außergewöhnlichen Menschen gilt „die Wonnen in Deiner Rechten sind ewiglich.“[12] Es erinnert an einen der Talmidim, von dem gesagt ist, dass Jeschua HaMaschiach ihn liebte (Jochanan 21,20-23): „Petrus aber wandte sich um und sah den Talmid folgen, den Jeschua lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? 21Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jeschua: Herr, was wird aber mit diesem? 22Jeschua spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Talmid stirbt nicht. Aber Jeschua hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an?“ Dieser Talmid heißt der Heilige Jochanan, dem von HASCHEM durch Jeschua HaMaschiach Einsichten gewährt wurden, wie selten einem Menschen.

MALKUT HASCHAMAHIM –

„Das Reich der Himmel“

Wir kommen nun auf den Vers Matitjahu 18,3 zurück:

וַיֹּאמַר אָמֵן אֲנִי אֹמֵר לָכֶם אִם-לֹא תָשׁוּבוּ לִהְיוֹת כַּיְלָדִים בֹּא לֹא תָבֹאוּ לְמַלְכוּת הַשָּׁמָיִם׃

Und er sagte: Amen, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt zu werden wie die Kinder, kommt ihr in das Reich der Himmel nicht.

Nachdem wir uns die Anforderungen vergegenwärtigten, welche Jeschua HaMaschiach an seine Talmidim stellte, damit sie „in das Reich der Himmel hineinkommen“, ist es angebracht diesen Begriff genauer zu betrachten, und was „hineinkommen“ bedeutet.

In unserem Zusammenhang erscheinen mir zwei Verse bedeutend. Der Vers in Tehillim 95,11 sagtאֲשֶׁר-נִשְׁבַּעְתִּי בְאַפִּיאִם-יְבֹאוּן אֶל-מְנוּחָתִי:„so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe [MENUCHATI]“ kommen.“[13] Die zweite Stelle lesen wir in Dwarim 32,52:כִּי מִנֶּגֶד תִּרְאֶה אֶת-הָאָרֶץ וְשָׁמָּה לֹא תָבוֹא אֶל-הָאָרֶץ אֲשֶׁר-אֲנִי נֹתֵן לִבְנֵי יִשְֹרָאֵל:   „Denn du sollst das Land vor dir sehen, das ich den Israeliten gebe, aber du sollst nicht hineinkommen.“

Das Wort MENUCHATI „meine Ruhe“ wird im oben zitierten Psalm als das Ziel der Erlösung genannt, dass die Kinder Israel nach dem Auszug aus Mitzrajim nicht erreichten, obwohl sie ja in das verheißene Land hineingekommen sind. Zu Mosche Rabbenu sagt HASCHEM hingegen, er könne das Land „sehen“ aber in das Land, dass den Kindern Israel gegeben wird, nicht hineinkommen. Im Midrasch[14] lernen wir, dass das Wort MENUCHA in einigen Fällen auch „die Prophetie“ bedeutet. So wird dort erklärt, Baruch ben Nerija[15] in Jermijahu 51,59 war Seraja genannt, weil er SAR MENUCHA geworden ist, was bedeutet, er war Fürst der Prophetie, da der Geist des Heiligen, g.s.E., auf ihm ruhte.[16] Das „Ruhen des Geistes“ kennen wir auch aus Jeschajahu 11,2 „Auf ihm wird ruhen der Geist des Ewigen, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Ewigen“, eine Stelle, die im Midrasch Ruth 7,7 als Kennzeichen des Maschiach gilt. In der Psikta Rabbati 33,11 wird hier der Zusammenhang zu Bereschit 1,2 hergestellt „und der Geist G-ttes schwebte über den Wassern“, worin der König Maschiach vor der Erschaffung der Welt erkannt wird. Demnach ist MENUCHA ein Bewusstseinszustand der vollkommenen Einung mit HASCHEM, die Ebene von OLAM AZILUTH, die Welt bei G-tt, wie es in Jochanan 10,30 heißt:

וַאֲנִי וְהָאָב אֶחָד „Ich und der Vater sind ECHAD Eins.“

Die vollkommene Einheit mit HASCHEM ist das Ziel der Erlösung. Diesen Zustand hatte der Maschiach auch vor seiner Geburt, mit seinem Leben im Reich der Menschen wurde diese Einheit vollendet, denn erst als Mensch im Gleichnis G-ttes, eben Sohn des Menschen, genauer Sohn des ersten Adams, kann er den freien Willen des geschaffenen Menschen entfalten.

Das Volk Israel hätte die Einheit am Sinai erreichen können, aber versagt. Mosche Rabbenu soll nach dem Wunsch des Ewigen mit der verstorbenen Generation der Erlösten aus Mitzrajim das Heilige Land erst nach der Auferstehung von den Toten betreten. In Markus 9,5 erfahren wir, dass die Talmidim in einer Vision geschaut haben, dass Jeschua HaMaschiach mit Mosche Rabbenu und Elijahu HaNawi auf dem Berg Tabor sich unterhalten hat. Zuvor sagt der Maschiach in Markus 9,1 „Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie sehen das Reich G-ttes kommen mit Kraft.“ Mosche Rabbenu hatte das Reich G-ttes vor seinem Tod gesehen, wie es heißt in Bemidbar (Numeri) 27,12 „Und der Ewige sprach zu Mosche: Steig auf dies Gebirge Abarim [Nebo] und sieh auf das Land, das ich den Israeliten geben werde.“ Und in Dwarim 34,4 lesen wir „Und der Ewige sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Itzchak und Ja’akow geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben. - Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du sollst nicht hinübergehen.“

Wir können daraus lernen, dass mit dem Begriff „das Reich der Himmel“ je nach Zusammenhang verschiedene Aspekte der Schöpfung G-ttes genannt werden.

Demnach ist das Reich der Himmel

  • jederzeit gegenwärtig Da im Menschen, das ist die Seele des Menschen;
  • es ist das ganze Gebäude der Welt, weil G-tt der Schöpfer und regierender König ist;
  • es ist das Volk Israel;
  • es ist die Gemeinschaft der Gläubigen, erwählt durch Jeschua HaMelech HaMaschiach;
  • es ist das geschichtliche Ziel der erlösten Menschheit;
  • Jeschua HaMaschiach ist der ADAM ELJON und ist selbst die Vollkommene Einheit mit HASCHEM, daher ist er selbst MALKUT HASCHAMAJIM.[17]

Die Seele – das innwendige Himmelreich

Wir lesen in Lukas 17,21: 20Als er aber von den Pruschim gefragt wurde: Wann kommt das Reich G-ttes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich G-ttes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; 21man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! Oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich G-ttes ist mitten unter [in BEKIRBECHEM] euch.“

20 וַיִּשְׁאָלֻהוּ הַפְּרוּשִׁים לֵאמֹר מָתַי תָּבֹא מַלְכוּת הָאֱלֹהִים וַיַּעַן אֹתָם וַיֹּאמַר מַלְכוּת הָאֱלֹהִים לֹא תָבֹא לְעֵינֵי הַמַּבִּיט׃ 21 וְלֹא יֹאמְרוּ הִנֵּה-הִיא פֹה אוֹ הִנֵּה-הִיא שָׁם כִּי מַלְכוּת הָאֱלֹהִים בְּקִרְבְּכֶם הִנֶּהָ׃

In Bemidbar 11,20 sagt Mosche Rabbenu zum Volk כִּי-מְאַסְתֶּם אֶת-ה' אֲשֶׁר בְּקִרְבְּכֶם„denn ihr habt verworfen den Ewigen BEKIRBECHEM mitten unter [in] euch.“ An dieser Stelle ist durchaus der wörtliche Sinn im PSCHAT gemeint, denn der Ewige, g.s.E., war mit Seinem Namen unmittelbar und sichtbar in der Wolke bei Nacht und als Feuersäule bei Nacht „erkennbar“.

In Jecheskel 11,19 sagt hingegen der Prophet וְנָתַתִּי לָהֶם לֵב אֶחָד וְרוּחַ חֲדָשָׁה אֶתֵּן בְּקִרְבְּכֶם וַהֲסִרֹתִי לֵב הָאֶבֶן מִבְּשָֹרָם וְנָתַתִּי לָהֶם לֵב בָּשָֹר:“Und ich will ihnen EIN [ECHAD] Herz geben und einen neuen Geist in sie [BEKIRBECHEM] geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben.“ Hier ist der PSCHAT der einfache Sinn nicht mehr im sichtbaren, sondern im geistigen Bereich zu suchen. „Das steinerne Herze“ ist der Böse Trieb, „Herz aus Fleisch“ ist der Gute Trieb[18], wie im Midrasch Rabba Schemot 41,7 erklärt wird.

Daher ist sowohl die Frage der Pruschim betreffend des Zeitpunktes nachvollziehbar, als auch die Antwort des Maschiach, der darauf hinweist, dass das geschichtliche Ziel der endgültigen Erlösung in einem Prozess von Innen nach Außen, aus der Verborgenheit des Einzelnen zunächst hin zur sichtbaren Offenbarung für Viele.

Die ganze Schöpfung ist das Reich G-ttes

In Bereschit 2,1-2 lesen wir: א וַיְכֻלּוּ הַשָּׁמַיִם וְהָאָרֶץ וְכָל-צְבָאָם: ב וַיְכַל אֱלֹהִים בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי מְלַאכְתּו ֹאֲשֶׁר עָשָֹה וַיִּשְׁבֹּת בַּיּוֹם הַשְּׁבִיעִי מִכָּל-מְלַאכְתּוֹ אֲשֶׁר עָשָֹה:

1So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2Und so vollendete G-tt am siebenten Tage Seine Werke, die Er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen Seinen Werken, die Er gemacht hatte.“

In Jeschajahu 6,1-3 lesen wir: א   בִּשְׁנַת-מוֹת הַמֶּלֶךְ עֻזִּיָּהוּ וָאֶרְאֶה אֶת-אֲדֹנָי ישֵׁב עַל-כִּסֵּא רָם וְנִשָּׂא וְשׁוּלָיו מְלֵאִים אֶת-הַהֵיכָל: ב   שְֹרָפִים עֹמְדִים | מִמַּעַל לוֹ שֵׁשׁ כְּנָפַיִם שֵׁשׁ כְּנָפַיִם לְאֶחָד בִּשְׁתַּיִם | יְכַסֶּה פָנָיו וּבִשְׁתַּיִם יְכַסֶּה רַגְלָיו וּבִשְׁתַּיִם יְעוֹפֵף: ג   וְקָרָא זֶה אֶל-זֶה וְאָמַר קָדוֹשׁ | קָדוֹשׁ קָדוֹשׁ ה צְבָאוֹת מְלֹא כָל-הָאָרֶץ כְּבוֹדוֹ:

1In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und Sein Saum füllte den Tempel. 2Serafim standen über Ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. 3Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Ewige Zebaoth, die ganze Erde ist Seiner Ehre voll!“

Ebenso ist die Stelle in Secharaja 14,9 wichtig: וְהָיָה הלְמֶלֶך ְעַל-כָּל-הָאָרֶץ בַּיּוֹם הַהוּא יִהְיֶה ה' אֶחָד וּשְׁמו ֹאֶחָד:“Und der Ewige wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Ewige der einzige sein und Sein Name der einzige.“

Israel ist das Reich G-ttes

In Schemot 19,6 heißt es: וְאַתֶּם תִּהְיוּ-לִי מַמְלֶכֶת כֹּהֲנִים וְגוֹי קָדוֹשׁ אֵלֶּה הַדְּבָרִים אֲשֶׁר תְּדַבֵּר אֶל-בְּנֵי  יִשְֹרָאֵל: “6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“

In 2. Diwre HaJamim 13,8 heißt es: „וְעַתָּה | אַתֶּם אֹמְרִים לְהִתְחַזֵּק לִפְנֵי מַמְלֶכֶת ה בְּיַד בְּנֵי דָוִיד„8 Nun denkt ihr euch zu empören gegen das Königtum des Ewigen, das in der Hand der Söhne Davids ist usw.“

Die Gemeinschaft der Gläubigen ist das Reich G-ttes

In 1. Petrus 2,9 heißt es: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu Seinem wunderbaren Licht.„

In Offenbarung 1,4-6 heißt es: „4 Jochanan an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor Seinem Thron sind, 5 und von Jeschua HaMaschiach, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor G-tt, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Ebenso von Bedeutung ist Offenbarung 5,8-10: „8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, 9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für G-tt erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen 10 und hast sie unserm G-tt zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.“

Das Reich G-ttes ist das geschichtliche Ziel der erlösten Menschheit

In Offenbarung 21,1-4 heißt es: „1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jeruschalajim, von G-tt aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte G-ttes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, und Er selbst, G-tt mit ihnen, wird ihr G-tt sein; 4 und G-tt wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“

Zusammenfassung

In Matitjahu 18,1-5 stellte Jeschua HaMaschiach höchstwahrscheinlich den heiligen Jochanan als Verkörperung für die Vollkommenheit der Lebensführung und der Herzenshaltung. Der JELED ist ein durch Umkehr aus Liebe zu HASCHEM wiederhergestellte Mensch, der bereit ist, sein Leben für HASCHEM, für den Maschiach, für den Nächsten und für die Thora hinzugeben. Der JELED ist das vollkommene Gleichnis des Adam Eljon, des Maschiach, welcher das Ebenbild G-ttes ist. Dies ist daher die höchste mögliche Ebene der Einheit mit HASCHEM auf Erden. Es gibt verschiedene Stadien, die ein Mensch während seines geistigen Wachstums durchläuft, um jedoch MALKUT HASCHAMJIM während des physischen Lebens intensiv zu erfahren, sollte der Talmid die Ebene des HEILIGEN JOCHANAN anstreben.

Auf keinen Fall ist im Matitjahu 18,1-5 ausgesagt, dass alle anderen Menschen, welche die hohe Erkenntnis Jochanans nicht erreichen, verdammt seien, was man oft aus dem Vers „? 2Jeschua rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen„ ableiten will. Eben so wenig ist hier ausgesagt, dass ein Mensch naiv wie ein Kind bleiben, bzw. wieder werden muss, um in das Himmelreich zu kommen. Davon spricht der Herr in Matitjahu 10,16:

„Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“

Möge HASCHEM uns allen ein verständiges, fleischiges und williges Herz durch Jeschua HaMelech HaMaschiach schenken! Amen. Sela.

 

[1] Rückübersetzung aus dem Hebräischen von BbM.
[2] Siebenarmiger Leuchter
[3] Hervorhebung durch BbM
[4] Siehe dazu u.a. den Midrasch Rabba Schemot (Schemot) 38,5
[5] Mischle 13,9 „Das Licht der Gerechten brennt fröhlich usw.“
[6] Midrasch Tanchuma (Warschau) Nezawim 1. Paraschat Nezawim – Dwarim/Deuteronomium 29,1-30,20.
[7] Jeschajahu 9,5 „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, G-tt-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“
[8] Dwarim 6,4
[9] Siehe hierzu z.B. Midrasch Rabba Bemidbar 10,5.
[10] Siehe Bereschit 11,7
[11] Siehe meinen Aufsatz „Kabbala, etwas aus dem Geheimnis des Lebens“.
[12] Tehillim 16,11
[13] Siehe Hebräer 3,7-11
[14] Midrasch Rabba Bemidbar 10,5
[15] Siehe Jermijahu 32,12
[16] Der PSCHAT der einfache Sinn ist der in der Lutherübersetzung: „Marschall“ der Reise.
[17] Diesen Punkt soll mit G-ttes Hilfe in einem besonderen Aufsatz behandelt werden.
[18] Siehe hierzu Schela Toldot Adam, Bejt David 4, wo der Midrasch HaNe’elam 137b erklärt wird.

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