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Warnung

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Haftara zur Parascha Wajeschew

14. August 2012 geschrieben von   Freigegeben in Haftarot Prophetenlesungen
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ב"ה

Amos 2,6-3,8

Nach der Ordnung der 12 kleinen Propheten im Tanach ist das Buch Amos, geschrieben von den gleichnamigen Propheten, das dritte, chronologisch gesehen jedoch das erste aufgezeichnete prophetische Buch. Amos lehrt durch Beispiele und Gleichnisse.

Der Name Amos bedeutet: Träger, Lastträger, getragen, beladen, beschwert, HaSchem hat getragen.

Biographie

Amos berichtet, dass er aus Tekoa, einem Ort im Hügelland an der Grenze der Wüste von Juda, ca. 17 km südlich von Jeruschalajim kam. In der Nähe seines Wohnortes befand sich die berühmte Karawanenroute, die von Jeruschalajim bis Hewron und Beerschewa führte. Er war Schaf- und Maulbeerfeigenbaumzüchter (vgl. Amos 1,1; 7,14), was ihm großen Reichtum und Wohlstand einbrachte. Mitten aus seinem beruflichen Leben berief ihn der Ewige, g.s.E., als Propheten in das Nordreich[1] (vgl. Amos 7,15). Er gehörte keiner Prophetenschule an. Vierzig mal finden wir den Ausdruck: "נְאֻם־יהו-ה", Spruch des Ewigen, was darauf hinweist, dass er nicht aus sich selber sprach, sondern seine Aussagen von G-tt inspiriert sind. Amos wirkte (kurz vor Hoschea) im 8. Jahrhundert v.u.Z., in der Regierungszeit von König Usia (767-740 v.u.Z.) im Südreich Juda und König Jerobeam II. (781-742 v.u.Z.) im Nordreich Israel. In dieser Zeit herrschte Frieden. Politische Sicherheit und wirtschaftlicher Wohlstand führten auf der einen Seite zu Reichtum, auf der anderen jedoch zu großen sozialen Unterschieden.

Kernthema

Amos betont die Erwählung ganz Israels,[2] aus der eine besondere Verantwortung, sowohl gegenüber G-tt, als auch gegenüber den Mitmenschen resultiert. Im Vordergrund des Prophetenbuches stehen ermahnende und Unheil ankündigende Worte, hervorgerufen durch die Missachtung von Recht und Gerechtigkeit und die Entweihung des G-ttesdienstes.[3] Der Ewige, g.s.E., will jedoch niemals Sein Volk zerstören, sondern es zur Umkehr rufen und wiederherstellen, Er möchte Gemeinschaft mit ihm, wie es heißt: „Darum werde Ich dir also tun, Israel. Weil Ich dir dieses tun will, so schicke dich an, Israel, deinem G-tt zu begegnen“ ( Amos 4,12). Auch wenn Israel zur Zeit Amos sündigte, wird der Ewige, g.s.E., es letztendlich wiederherstellen, wie es heißt: Zur selben Zeit will Ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und, was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist, 12 damit sie in Besitz nehmen, was übrig ist von Edom, und alle Heiden, über die Mein Name genannt ist, spricht der Ewige, der solches tut“ (Amos 9,11-12).

Aufbau des Buches

Die neun Kapitel des Buches sind übersichtlich gegliedert und lassen sich in vier Abschnitte gliedern:

  1. Kap 1 – 2: Umfasst einen Reihe von Worten, die an sieben Nachbarvölker Israels adressiert sind und ein finales Wort an Israel
  1. Kap 3- 6: ist eine Wortsammlung, die sich an das Nordreich richtet
  1. Kap 7 – 9,10: beinhaltet fünf Visionen
  1. Kap 9,11-15: ist die Verheißung der Wiederherstellung Israels

Inhalt der Haftara

Die Haftara beginnt mit den Worten: „So spricht der Ewige: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Israel will Ich sie nicht schonen ...“ (Amos 2,6). Hierbei handelt es sich um

  1. Mord
  2. Unmoral
  3. Götzendienst
  4. Bestechung der Richter Israels

Amos erinnert daran, was der Ewige, g.s.E., alles für sein Volk getan hat:

  • Vertilgung des Amoriters
  • Auszug aus Ägypten
  • Führung durch die Wüste
  • Erweckung von Propheten

Israel will jedoch nicht, dass die Propheten weissagen.

Der Ewige, g.s.E., wird jedoch, Israels, wegen seiner Sünde und seiner Erwählung zur Rechenschaft ziehen.

Die Haftara schließt mit der Aussage, dass der Ewige, g.s.E., den Propheten seinen Ratschluss offenbart.

Die Verbindung zur Parascha

Wir finden sechs Verbindungspunkte zur Parascha:

  1. „So spricht der Ewige: Wegen drei Freveltaten von Israel und wegen vier werde ich es nicht rückgängig machen: Weil sie den Gerechten für Geld und den Armen für ein Paar Schuhe verkaufen“ (Amos 2,6). Dieser Vers weist auf die Begebenheit des Verkaufes Josefs, des ZADIKS durch seine Brüder, wie es der folgende Midrasch erzählt: Nachdem die Brüder Josef in den Brunnen geworfen hatten, saßen sie zusammen und waren eines Herzens und eines Sinnes. Als die Karawane der Ischmailiten vorbeikam sagten sie zueinander: 'Kommt, lasst uns unseren Bruder an die Ischmaeliten verkaufen, sie werden ihn auf die andere Seite der Wüste bringen und unser Vater Jaakow wird nie wieder etwas von ihm hören.' So verkauften sie ihn für zwanzig Silberstücke an die Ischmaeliten. Jeder von ihnen erhielt zwei, das ist gerade genug, um sich ein paar Schuhe zu kaufen, wie geschrieben steht: „Weil sie den Gerechten für Geld und den Dürftigen um ein Paar Schuhe verkaufen“ (Amos 2,6).[4]
  1. „... und ein Mann und sein Vater gehen zu derselben Dirne, um meinen heiligen Namen zu entweihen“ (Amos 2,7). Dieser Vers steht erstens in Beziehung zur Begebenheit, in der Josef der Frau des Potiphars widerstehen konnte, weil er das Gesicht seines Vaters vor sich sah.[5] Zweitens gibt es einen Bezug zu der Episode, in der von Tamar und Juda berichtet wird. In der Parascha geht es um die Heiligung des Namens, KIDDUSCH HASCHEM, hier jedoch um seine Entweihung. In der ersten Situation wurde der Vater zur Hilfe seines Sohnes, während er zur Zeit Amos Komplize der Sünde war.
  1. „Und ich habe Propheten erweckt aus euren Söhnen und Nasiräer aus euren Jünglingen. Ja, ist es nicht also, ihr Kinder Israel, spricht der Ewige. 12 Aber ihr habt den Nasiräern Wein zu trinken gegeben, und den Propheten geboten und gesagt: Ihr sollt nicht weissagen!“ (Amos 2, 11-12). Josef wird ebenfalls als Nasiräer bezeichnet,[6] auch hatte er Träume mit prophetischem Inhalt. Seine Brüder jedoch hatten keinerlei Interesse sie zu hören. Trotzdem gilt: „G-tt, der Ewige tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschluss den Propheten, seinen Knechten“ (Amos 3,7).
  1. „und der Mächtigste unter den Helden wird nackt entfliehen an jenem Tage, spricht der Ewige“ (Amos 2,16). Dies steht im Zusammenhang mit dem Geschehnis, dass Josef, der Mächtigste, nackt vor der Frau des Potiphars fliehen konnte. Während Josef in der Parascha als Held beschrieben wird, zeichnet Amos die Niederlage des Helden auf.
  1. „Höret dieses Wort, das der Ewige über euch redet, ihr Kinder Israel, über das ganze Geschlecht, welches ich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt habe“ (Amos 3,1). In diesem Vers geht es um den Auszug aus Ägypten, aus dem Exil, während die Parascha sagt, dass Josef hinab nach Ägypten geführt wurde, also in das Exil. Die Wurzeln der Erlösung sind jedoch hier bereits da, wie der französische Rabbiner und Exeget Chiskia ben Manoah (13. Jh.), bekannt als „der Chiskuni“ in seinem Kommentar am Anfang des 39. Kapitel schreibt: Noch bevor die erste Sklaverei einsetzte, wurde der letztendliche Erlöser geboren, nämlich Perez, der Stammvater des Maschiach und erst danach wurde Josef hinab nach Ägypten geführt, welches das erste Exil und die Unterdrückung Israels repräsentiert.
  1. „Wandeln wohl zwei miteinander, es sei denn, dass sie übereingekommen sind? 4 Brüllt der Löwe im Walde, wenn er keinen Raub hat? Lässt der junge Löwe seine Stimme aus seiner Höhle erschallen, außer wenn er einen Fang getan hat? 5 Fällt der Vogel in die Schlinge am Boden, wenn ihm kein Sprenkel gelegt ist? Schnellt die Schlinge von der Erde empor, wenn sie gar nichts gefangen hat? 6 Oder wird die Posaune in der Stadt geblasen, und das Volk sollte nicht erschrecken? Oder geschieht ein Unglück in der Stadt, und der Ewige hätte es nicht bewirkt?“ (Amos 3,3-7). Dies besagt, dass es keine Zufälle gibt, und so diente alles, was in unserer Parascha mit Josef geschah, letztlich der Erlösung Israels. Betrachten wir unsere Parascha von außen, dann sehen wir den Zerfall der Familie Jaakows, Josef ist in Ägypten, Jehuda ist in persönlichen und familiären Problemen gefangen und Jaakow versinkt in seiner Trauer. Es gibt allerdings eine tiefere Sicht, die wir im Midrasch finden: R. Schmuel bar Nachman sagte: „Denn ich weiß ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der Ewige, Gedanken des Friedens und nicht zum Unglück, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren“ (Jeremijahu 29,11). Die Stammväter waren an dem Verkauf Josefs beteiligt; Josef war mit seiner Trauer und Fasten beschäftigt, Reuben war ebenso mit Trauer und Fasten beschäftigt und ebenso Jaakow. Allein Jehuda war mit dem Gedanken beschäftigt ein Weib zu nehmen. Und auch G-tt war beschäftigt, nämlich das Licht des Maschiachs zu schaffen.[7]

Gedanken zur Haftara

Der wunde Punkt: Beziehungsprobleme

Amos eröffnet seine Warnung an Israel mit derselben Formel, mit der er auch die Nachbarvölker ermahnt und nennt dann die spezifische spirituelle Schuld Israels, die sich auf zwei Gebieten, die miteinander korrespondieren, manifestiert, nämlich in der Beziehung zum Nächsten, hier besonders zum Armen und in der Beziehung zu G-tt.

„So spricht der Ewige: Um drei, ja um vier Frevel willen derer von Israel will ich sie nicht schonen, weil sie den Gerechten für Geld und den Armen für ein Paar Schuhe verkaufen. 7 Sie treten den Kopf der Armen in den Staub und drängen die Elenden vom Wege. Sohn und Vater gehen zu demselben Mädchen, um meinen heiligen Namen zu entheiligen. 8 Und bei allen Altären schlemmen sie auf den gepfändeten Kleidern und trinken Wein vom Gelde der Bestraften im Hause ihres G-ttes.“ Amos 2,6-8

Die Beziehung zum Nächsten

Zur Zeit Amos zeigt sich die Gesinnung der Mächtigen gegenüber den Armen nicht nur durch mangelndes Verständnis, fehlende Sensibilität und der Anwendung des strengen Gesetzes ihnen gegenüber, sondern gerade auch in ihrer Ausbeutung. Sie sehen die Armen und mit ihnen alle, die nicht ihren gesellschaftlichen Stand haben nicht als Partner und vollwertige Kräfte zur Gestaltung der Gesellschaft, sondern als Objekte der Ausbeutung, die zur Bereicherung und Stabilisierung ihres Standes dienen. Jemand, der den Armen für ein Paar Schuhe verkauft und sein Leben wegen einer geringen Schuld zerstört, nimmt den Menschen, der hinter den Problemen steht nicht wahr. Jeder Mensch ist einzigartig und besitzt Würde, da er im Ebenbild G-ttes geschaffen wurde. Ihn zu einem Objekt herabzustufen bedeutet, seine Ebenbildlichkeit G-ttes zu reduzieren und ihn damit seiner Einzigartigkeit und Würde zu berauben. Beutet man den Mitmenschen aus und sieht man ihn als eine Ressource, die zur allgemeinen Verfügung steht, dann tritt man ihn in den Staub. In diesen Zusammenhang fällt auch die Bemerkung, dass „Vater und Sohn zum gleichen Mädchen gehen“, denn hier wird die Frau zu einem Objekt der Befriedigung.

Die Beziehung zu G-tt

Die Beziehung zu G-tt ist niemals eindimensional, sondern wirkt sich immer in der Beziehung zum Nächsten aus. Und so sieht Amos im Umgang miteinander nicht nur soziale und moralische Probleme auf der Ebene der zwischenmenschlichen Umgangs miteinander, sondern er zeigt, dass die Interaktion zwischen Mensch und G-tt eine tragende Rolle spielt. Die Liebe zu G-tt, die eine persönlichen Beziehung zu ihm beinhaltet, zeigt sich im Umgang mit dem Nächsten. Im Fokus der Zeitgenossen Amos steht jedoch nicht die Suche nach einer persönliche, existentiellen Beziehung zu G-tt, sondern das Vergnügen und der eigene Vorteil im Leben, die Freude dieser Welt. Daraus folgt Undankbarkeit gegenüber G-tt, die Hand in Hand mit Desinteresse an einer Beziehung zu Ihm geht und in der Verweigerung einer Beziehung zu Ihm gipfelt. Diese beiden Vergehen spricht Amos an.

Undankbarkeit und Desinteresse

„Und dabei habe ich den Amoriter vor ihnen her vertilgt, der so hoch war wie die Zedern und so stark wie die Eichen, und ich vertilgte oben seine Frucht und unten seine Wurzel. 10 Auch habe ich euch aus Ägyptenland geführt und vierzig Jahre in der Wüste geleitet, damit ihr der Amoriter Land besäßet. 11 Und ich habe aus euren Söhnen Propheten erweckt und G-ttgeweihte aus euren Jünglingen. Ist's nicht so, ihr Israeliten?, spricht der Ewige.“ Amos 2,9-11

G-tt sorgt für Sein Volk, indem Er die Versorgung der Bedürfnisse und Wohlstand ermöglicht. Aber es geht Ihm nicht nur um Versorgung, sondern um eine existentielle Beziehung zu Ihm. Jeder einzelne ist gemäß seinem Stand in der Lage, in eine Beziehung zu Ihm einzutreten. Eine besondere Intensität der Beziehung ist allerdings den Propheten vorbehalten. Sie sind aufgrund ihrer besonderen Nähe zu HaSchem befähigt, mit Ihm in einen Dialog zu treten, in dem das Gefühl der Nähe und Intimität zwischen Schöpfer und seinem Geschöpf real und lebendig ist. Sie haben die Aufgabe von Ihm zu hören und die Botschaft an das Volk weiterzugeben. Das Volk kann so, zusammen mit dem Propheten, G-ttes Mitwirken in unserer Welt und Seine Beziehung zu uns wahr- und annehmen.

Verweigerung der G-ttesbeziehung

Zur Zeit Amos versagte Israel nicht nur in der Nachfolge G-ttes und im Gehorsam gegenüber Seinen Geboten, sondern es hatte auch an einer wahren G-ttesbeziehung kein Interesse. Dies zeigt sich zum einen im Götzendienst und zum anderen in der Verweigerung den Propheten zuzuhören.

„ Aber ihr gebt den G-ttgeweihten Wein zu trinken und gebietet den Propheten und sprecht: Ihr sollt nicht weissagen!“ Amos 2,12

Die Propheten nicht hören zu wollen, bedeutet, dass das Volk die Bedeutung des Auszugs aus Ägypten nicht verinnerlicht hat. Dort sagte der Ewige, g.s.E.,: „Und Ich will euch annehmen Mir zum Volke, und will euer G-tt sein“ (Schemot 6,7). Darin drückt sich die einzigartige Beziehung, die der Ewige, g.s.E., zu Seinem Volk hat, aus. Umgekehrt sieh es jedoch so aus, dass G-tt, wenn er in das persönliche Konzept passt, also von Nutzen ist, wahrgenommen wird, während man die persönliche Beziehung verweigert.

Strafe und Wiederherstellung

Nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung, wird G-tt Israel gemäß seiner Schuld bestrafen. Für die Sünde der Mächtigen gegenüber den Armen gilt:

„ Siehe, Ich will's unter euch schwanken machen, wie ein Wagen voll Garben schwankt, 14 sodass, wer schnell ist, nicht entfliehen noch der Starke etwas vermögen soll, und der Mächtige soll nicht sein Leben retten können. 15 Die Bogenschützen sollen nicht standhalten, und wer schnell laufen kann, soll nicht entrinnen, und wer da reitet, soll sein Leben nicht retten, 16 und wer unter den Starken der mannhafteste ist, soll nackt entfliehen müssen an jenem Tage, spricht der Ewige.“ Amos 2,13-16

Das Problem in der Beziehung zu G-tt wird am Ende der Haftara behandelt. Dabei liegt der Fokus auf der Betonung der Intensität der Beziehung und der Tatsache, dass es unmöglich ist sie zu leugnen, denn sie ist das Fundament der Existenz Israels, wie es heißt:

Aus allen Geschlechtern auf Erden habe Ich allein euch erkannt, darum will Ich auch an euch heimsuchen all eure Sünde.“ Amos 3,2

Die Strafe selbst wird gemäß Spüche 3,12 als Ausdruck der Verbindung zwischen Israel und G-tt dargestellt, wie es heißt: „Denn wen der Ewige liebt, den züchtigt Er, und zwar wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat.“ G-tt straft aus Fürsorge und mit dem Verlangen nach Wiederherstellung. So proklamiert Amos die Dauerhaftigkeit und die Stärke der Verbindung zwischen G-tt und Seinen Geschöpfen. Die Haftara endet mit einem offensichtlichen Tadel, in dem jedoch Trost und Liebe verborgen sind.

„Können etwa zwei miteinander wandern, sie seien denn einig untereinander? 4 Brüllt etwa ein Löwe im Walde, wenn er keinen Raub hat? Schreit etwa ein junger Löwe aus seiner Höhle, er habe denn etwas gefangen? 5 Fällt etwa ein Vogel zur Erde, wenn kein Fangnetz da ist? Oder springt eine Falle auf von der Erde, sie habe denn etwas gefangen? 6 Bläst man etwa die Posaune in einer Stadt und das Volk entsetzt sich nicht? Ist etwa ein Unglück in der Stadt, das der Ewige nicht tut? 7 – G-tt der Ewige tut nichts, Er offenbare denn Seinen Ratschluss den Propheten, seinen Knechten. – 8 Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten? G-tt der Ewige redet, wer sollte nicht Prophet werden?“Amos 3,3-8

 

[1] 926 v.u.Z. zerfiel Israel in zwei Reiche. Das Nordreich trägt weiterhin den Namen Israel, das Südreich wird Juda genannt. Da Amos im Nordreich wirkte, ist im folgenden, wenn nicht anders vermerkt, mit der Nennung Israel immer das Nordreich gemeint.
[2] "Aus allen Geschlechtern auf Erden habe Ich allein euch erkannt, darum will Ich auch an euch heimsuchen all eure Sünde." Amos 3,2
[3] Vgl. Amos 5,21-24
[4] Vgl. Midrasch Pirke d'Rabbi Elieser, Kapitel 37
[5] Vgl. Massechet Sotah 36b
[6] Vgl. Bereschit 49,26 und Dewarim 33,16
[7] Vgl. Bereschit Rabba 85,1

 
 
 
 
 
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