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Haftara zur Parascha Wa-Jetze

20. Februar 2012 geschrieben von   Freigegeben in Haftarot Prophetenlesungen

ב"ה

Hoschea 12,13-14,10

Das Buch Hoschea, dessen Autor der biblische Prophet Hoschea ist, steht am Anfang der zwölf kleinen Propheten im Tanach.

Die Bedeutung des Namens Hoschea ist a) Errettung, Befreiung und b) HaSchem ist Rettung, G-tt hilft, dessen Hilfe HaSchem ist.

Biographie

Hoschea stammte aus dem Stamm Ruben und war ein Sohn des Propheten Beeri HaNavi. Er wirkte im Nordreich Israels, zur Zeit des ersten Tempels, in den Jahren 760-720 v.u.Z., in der letzten Periode des Königs Jerobeams II, kurz bevor die Assyrer Israel eroberten und die Juden ins Exil führten. Parallel zu ihm traten drei weiter Propheten auf: Jeschajahu, Amos und Micha. Er starb in Babylon, wurde aber, nach der Überlieferung, in Israel auf dem jüdischen Friedhof in Zfat begraben.

Kernthema

Die Sünde Israels, Gottes Gericht und der Ruf zur Umkehr

Aufbau des Buches

Kapitel 1-3 erzählen von seiner Berufung

Kapitel 4-13 beschäftigen sich mit der Sünde der 10 Stämme und dem kommenden Gericht

Kapitel 14 ist ein Ruf zur Umkehr

 

Inhalt der Haftara

Tadel über das Königtum der zehn Stämme

12,13f: Das Geschick Israels liegt in G-ttes Hand

13,1f: Das Königtum der zehn Stämme trägt die Schuld für den herrschenden Götzendienst

13,3-14,1: Das Gericht über Israel wird Exil und Tod sein

14,2-4: Hoschea ruft zur Umkehr, TSCHUWA, auf

14,5-9 HaSchems Antwort auf TSCHUWA

14,10: HaSchems Wege sind gerecht

 

Die Verbindung zur Parascha

Der erste Vers der Haftara fasst die Ereignisse der Parascha zusammen, die erzählt, dass Jaakows vor seinem Bruder Esau zu seinem Onkel Laban, der im Land Haran wohnte, fliehen musste. Dort diente er ihm, sozusagen als Preis für seine zukünftige Frau, sieben Jahre lang.

Gedanken zur Haftara

An Hand der Erfahrungen Jaakows im Hause Labans, der ihn zwang zweimal sieben Jahre für seine Frauen Lea und Rachel für ihn zu arbeiten, zeigt Hoschea G-ttes Missfallen an den Kindern Israels zu seiner Zeit. Diese Aussage ist zwar nicht direkt aus diesem Vers ersichtlich, bezieht sich jedoch auf den Kontext der Verse, in denen Ephraim (eine andere Bezeichnung für das Nordreich) für seinen Götzendienst kritisiert wird. Israel war G-tt gegenüber undankbar, weil es sich daran erinnerte, was Er für ihre Väter getan hatte; denn die ganze Zeit war G-tt mit Jaakow und segnete ihn, so dass er mit Wohlstand und Besitz nach Kanaan zurückkehren konnte.[1]

Eine andere Auslegung[2] sagt, dass dieser Vers ein Dialog zwischen dem Prophet und den Spöttern ist. Nach dem Tadel Hoscheas antworten die Spötter: „Musste Jaakow nicht fliehen, weil er das Erstgeburtsrecht und den Segen Jizchaks ergaunert hatte? Also ist Jaakow des Betrugs schuldig und hat das, was er bei Laban erlebte verdient. Dies zeigt, dass wir nichts anderes als unsere Vorväter tun.“

Egal welcher Interpretation man folgen möchte, eins ist sicher, dass es hier um die Loyalität zu G-tt und religiöse Integrität geht. Der Prozess der Erlösung braucht Zeit, wie uns der folgende Midrasch[3] zeigt. Rabbi Jochanan sagte: Es steht geschrieben: Und Jaakow floh in das Land Haran. Dort diente Jaakow für eine Frau. Rabbi Jochanan erklärte ihnen: Eure Situation [die, in der Erlösung sofort erwartet wird] ist ähnlich der von eurem Vorvater Jaakow. So wie Jaakow, bevor er heiratete Laban verpflichtet war, so seid auch ihr bereits vor eurer Geburt unter der Herrschaft des Erlösers und sogar nach der Ankunft des Erlösers, werdet ihr immer noch unter seiner Herrschaft sein.

 

[1] Diese Auslegung folgt Rabbi David Kimche, Provence, 12. Jahrhundert
[2] Auslegung von Rabbi Meir Malbim, Polen, 19. Jahrhundert
[3] Vgl. Midrasch Rabbah Genesis 70,20

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