Midrasch Tehillim zur Parascha Balak, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Balak Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„4 Und Moab sprach zu den Ältesten von Midian: Nun wird dieser Haufe alle unsere Umgebungen abfressen, wie das Rind das Grüne des Feldes abfrisst. Und Balak, der Sohn Zippors, war zu jener Zeit König von Moab. 5 Und er sandte Boten zu Bileam, dem Sohne Beors, nach Pethor, das am Strome ist, in das Land der Kinder seines Volkes, um ihn zu rufen, und er ließ ihm sagen: Siehe, ein Volk ist aus Ägypten gezogen; siehe, es bedeckt die Fläche des Landes, und es liegt mir gegenüber“ (Bamidbar 22,4-5).

Midrasch Tehillim 5,9
Vers 7. Du vernichtest, die Lüge reden, denn sie leben nicht wieder auf und stehen auch nicht vor Gericht. Denn haben wir gelernt: Drei Könige und vier Gemeine haben keinen Anteil an der künftigen Welt, nämlich: Doeg, Achitophel, Bileam und Gechasi.

„Und nun, komm doch, verfluche mir dieses Volk, denn es ist stärker als ich. Vielleicht gelingt es mir, dass wir es schlagen und ich es aus dem Lande vertreibe; denn ich weiß, wen du segnest, der ist gesegnet, und wen du verfluchst, der ist verflucht“ (Bamidbar 22,6).

Midrasch Tehillim 60,1
Vers 1. Dem Sangmeister auf Schuschan Edut. Ein Michtham von David, es zu lehren. Das ist, was die Schrift sagt: „Nahe ist, der mir Recht schafft, wer will mit mir streiten?“ (Jeschajahu 50,8). Was heißt: „Nahe ist, der mir Recht schafft“? Als der Heilige, gelobt sei Er, den Israeliten die Thora gab, um mit ihr alle Völker zu widerlegen. Als Joab in den Krieg mit Aram zog, sprachen sie (die Aramäer) zu ihm: Bist du nicht einer von Jakows Söhnen (Nachkommen)? Sind nicht also Übereinkommen zwischen uns getroffen worden? „Und nun, wohlan! Wir wollen einen Bund schließen, ich und du … und Jakow nahm einen Stein und richtete ihn auf zur Säule … Laban sprach: Dieser Haufen sei Zeuge zwischen mir und dir heute“ (Bereschit 31,44.48). Als Joab dies hörte, wusste er nichts zu erwidern; er kam zu David und sprach zu ihm: So und so hat Aram zu mir gesagt. Sofort ließ David das Sanhedrin zusammentreten, von dem Schlomo sagt: „Dein Leib ist ein Weizenmehl, umzäunt von Lilien“ (Tehillim 7,3). Unsere Väter haben zwei Bündnisse geschlossen, einen Bund schloss Abraham, wie es heißt: „Und es geschah um diese Zeit, da sprach Abimelech … und nun schwöre mir bei G-tt zur Stelle, dass du nicht trüglich handelst gegen mich, mein Kind und meinen Enkel, und sie schlossen einen Bund in Beer Scheba“ (Bereschit 21,22.23.32). Als sie (die Israeliten) in das Land der Plischtim einziehen wollten, sprachen diese zu ihnen: Ihr seid nicht Söhne Abrahams und ihr haltet nicht die Vorschrift des Bundes aufrecht, den Abraham mit Abimelech geschlossen hat. Jene sprachen zu ihnen: Ja wohl, wir halten sie aufrecht, aber ihr seid nicht Plischtim. Da gingen sie hinweg. Und so heißt es: „Und die Awim, die in Flecken wohnten bis Asah, Kaphtorim (כפתורים), die aus Kaphtor kamen“ (Dwarim 2,23), d. i. ihr leugnet (כפרתם) in Bezug auf den Schwur. Sofort zogen sie in das Land ein und nahmen es in Besitz. Auf gleiche Weise Aram. Sie (die Aramäer) sprachen zu Joab: Seid ihr nicht von den Kindern Jakows; ist Aram nicht mit Jakow übereingekommen, wie es heißt: „Zeuge sei dieser Haufe und Zeugnis diese Säule“ (Bereschit 31,52)? Jakow sprach zu ihnen: Haben nicht sie es (das Bündnis) zuerst übertreten, wie es heißt: „Von Aram ließ mich holen Balak, der König von Moab“ (Bemidbar 23,7)? Und nicht allein das, sondern in den Tagen des Chuschan Rischathajim heißt es: „Und die Kinder Israel dienten dem Chuschan Rischathajim (רשעתים)“ (Schoftim 3,8), d. i. er hatte zwei Freveltaten (שתירשעיות) verübt, eine in den Tagen Bileams und die andere in den Tagen Chuschans. Als das Sanhedrin David so belehrte, sprach er: Dem Sangmeister auf Schuschan Edut. Ein Michtham von David, es zu lehren. Vers 2. Als er befehdete בהצותו Aram Naharajim und Aram Zobah. Was heißt, בהצותו? Weil er es in Feu    er aufgehen ließ.

Eine andere Auslegung:שירה בה חצים, er warf Pfeile in dasselbe. Oder: Weil er Aram Naharajim nahm und es für Aram Zobah gab und Aram Zobah wieder für Aram Naharajim gab.

Und Joab kehrte um. Daraus geht hervor, dass er wiederholt es angriff. Er sprach nämlich: Zerstöre ich es jetzt, wenn dem so ist, was finde ich, wenn ich vom Kriege mit Aram heraufziehe, siehe, ich lasse es, bis ich wieder heraufziehe. Als er zurückkehrte, schlug er sie, wie es heißt: Und Joab kehrte um und schlug Edom im Salztale.

„18 Und Bileam antwortete und sprach zu den Knechten Balaks: Wenn Balak mir sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so vermöchte ich nicht den Befehl des Ewigen, meines G-ttes, zu übertreten, um Kleines oder Großes zu tun. 19 Und nun bleibet doch hier, auch ihr, diese Nacht, und ich werde erfahren, was der Ewige ferner mit mir reden wird“ (Bamidbar 22,18-19).

Midrasch Tehillim 1,22
Vers 6. Denn der Ewige kennt den Weg der Gerechten. Das ist, was die Schrift sagt: „An allen Orten sind die Augen des Ewigen, schauend die Bösen und die Guten“ (Mischle 15,3). Woher lässt sich das entnehmen? Weil es heißt: „Und es sah der Ewige, dass Lea verhasst war“ (Bereschit 29,31).

Und der Weg der Frevler geht zu Grunde. R. Eliakim hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, vernichtet den Weg der Frevler wegen des Weges der Gerechten, damit sie sich nicht darauf verirren.

Nach R. Eleasar hat Er ihn auch anfangs sogar vor den Frevlern vernichtet, als sie sich aber um ihn [den Weg der Frevler] bemühten, so gab Er ihn ihnen, wie es heißt: „Wer sich zu Spöttern gesellt, wird selbst ein Spötter“ (Mischle 3,34). Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: Geh und lerne es vom ruchlosen Bileam. Als Balak zu ihm sandte, um die Israeliten zu verfluchen, was sagte er? „Wenn mir Balak ein Haus voll Silber und Gold gäbe“ (Bamidbar 22,18). Als er schlief, erschien ihm der Heilige, gelobt sei Er, wie es heißt: „Und G-tt kam zu Bileam“ (dort V. 9). Alsbald sprach Er zu ihm: „Du sollst nicht mit ihnen gehen“ (dort V. 12). Da deutete Bileam und sprach: Weil ich ein Gerechter bin, so will Er mich nicht bemühen. Er sprach zum Heiligen, gelobt sei Er: Ich will sie verfluchen. Dieser sprach zu ihm: „Du sollst das Volk nicht fluchen! (dort). Er sprach: Wenn dem so ist, so will ich sie segnen. Darauf der Heilige: Sie bedürfen deines Segens nicht, „denn es ist gesegnet“ (dort). R. Tanchuma hat gesagt: Man spricht zur Biene: Wir wollen weder deinen Honig, noch deinen Stachel.

Eine andere Auslegung: Denn der Ewige kennt den Weg… R. Berechja hat gesagt: Als der Heilige, gelobt sei Er, den Menschen erschaffen wollte, sah Er, dass Gerechte und Frevler von ihm erstehen würden, Er dachte: Wenn Ich ihn nicht erschaffe, wie sollen die Gerechten erstehen? Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er entfernte das Sinnen der Frevler aus Seinem Angesichte, gesellte das Maß des Rechts (zum Masse der Barmherzigkeit) und erschuf ihn. Das ist, was die Schrift sagt: Denn der Ewige kennt den Weg der Gerechten, aber der Weg der Frevler geht zu Grunde, d. i. Er vernichtet ihn aus Seinem Angesichte.

Eine andere Auslegung: Der Weg der Frevler geht zu Grunde. Du findest, dass G-tt Nimrod vor Abraham, Abimelech vor Jizchak und Esau vor Jakow zu Grunde richtete. Das wollen die Worte sagen: Denn der Ewige kennt den Weg der Gerechten, aber der Weg der Frevler geht zu Grunde. Und wann kennt der Ewige den Weg der Gerechten? Zur Zeit, wo der Weg der Frevler zu Grunde geht, denn so heißt es: „Und kund tut sich die Hand des Ewigen an Seinen Knechten“ (Jeschajahu 66,14). Wann? „Wenn Er Seine Feinde Seinen Zorn fühlen lässt“ (dort).

R. Jochanan hat gesagt: Einst wird der Heilige, gelobt sei Er, mit den Gerechten und mit den Frevlern zu Gericht sitzen und Er wird die Gerechten richten und sie in das Paradies führen und wird die Frevler richten und sie zur Hölle verdammen. Die Frevler aber sagen: Er hat uns nicht gerichtet, wie es sich geziemt; wen Er will, den erklärt Er für schuldig. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Ich wollte euch nicht bekannt machen. Was tut der Heilige, gelobt sei Er? Er liest ihnen die Grabinschrift (Elogium) vor und sie fahren hinab zur Hölle.

R. Pinchas hat gesagt: Wer in seiner Übertretung [vollständig] versunken ist, kann nicht umkehren [und es gibt für ihn keine ewige Vergebung]. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: „Ihr habt die Hölle angefacht, Kohlen zu Glut und Holz zum Feuer“ (Mischle 26,21), Ich vergelte an euch das Recht der Rechte (d.i. Ich verschaffe dem Rechte an euch Genugtuung).

R. Huna im Namen des R. Simeon sagte: „Und sie werden hinausgehen und schauen die Leichen der Männer, die von Mir abfallen“ (Jeschajahu 66,24). Es heißt hier nicht: שפשעו בי, die von Mir abgefallen sind, sondern: הפושעים , die abfallen, d. i. die noch immer abzufallen fortfahren.

„Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre, und stelle mir hier bereit sieben Farren und sieben Widder“ (Bamidbar 23,1).

Midrasch Tehillim 17,1
Vers 1. Gebet Davids. Höre, Ewiger, Gerechtigkeit. Das ist, was die Schrift sagt: „Das Opfer der Frevler ist dem Ewigen ein Gräuel“ (Mischle 15,8).

R. Jehoschua im Namen des R. Chananja sagt: Deshalb weil Bileam zu Balak sprach: „Baue mir hier sieben Altäre“ (Bamidbar 23,1), - der Heilige, gelobt sei Er, hat nämlich Wohlgefallen an den Opfern der Frommen, denn also sprach Jiob zu seinen Freunden: „Und jetzt nehmet euch sieben Farren und sieben Widder“ (Jiob 42,8), - sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu Bileam: Frevler, Ich habe nicht Wohlgefallen an deinen Opfern, „das Opfer der Frevler ist dem Ewigen ein Gräuel“. Woran habe Ich Wohlgefallen? Am Gebet, wie es heißt: „Das Gebet der Redlichen ist Sein Wohlgefallen“ (dort).

„Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre, und stelle mir hier bereit sieben Farren und sieben Widder“ (Bamidbar 23,1).

Midrasch Tehillim 90,1
Vers 1. Gebet von Mosche, dem Manne G-ttes. Das ist, was die Schrift sagt: „Das Opfer der Frevler ist dem Ewigen ein Gräuel“ (Mischle 15,8). Das geht auf Bileam, der zu Balak sprach: „Baue mir hier sieben Altäre“ (Bamidbar 23,1). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Du Frevler, von dir soll Ich Opfer annehmen? „Besser ist eine Hand voll Besänftigung, als beide Fäuste voll mühe und Haschen nach Wind“ (Kohelet 4,6), d. i. eine Hand voll Mehl, das mir meine Kinder mit dem täglichen Opfer darbringen, ist mir lieber als alle Opfer, die du vor Mir darbringst. Warum? Sie sind ein Gräuel vor Mir. Woran habe Ich Wohlgefallen? Am Gebete der Gerechten, wie es heißt: „Das Gebet der redlichen ist sein Wohlgefallen“ (dort). Das geht auf die Israeliten. Das wollen die Worte sagen: Gebet von Mosche, dem Manne G-ttes.

„Wer könnte zählen den Staub Jakobs und, der Zahl nach, den vierten Teil Israels? Meine Seele sterbe den Tod der Rechtschaffenen, und mein Ende sei gleich dem ihrigen“ (Bamidbar 23,10).

Midrasch Tehillim 139,3
Vers 3. Meinen Pfad und mein Liegen hast geworfelt זרית. Was heißt: Meinen Pfad und mein Liegen? Das ist der Same, sowie es heißt: „Wer zählt den Staub Jakows und misst die Lagerstätte Israels“ (Bamidbar 23,10)? Du hast geworfelt, sowie der Mensch auf der Tenne worfelt, das Getreide nimmt und das Stroh fortwirft, so worfeltest Du das Lager und nahmst den Tropfen, den Du kanntest und bildest mich daraus[1].

„Er erblickt keine Ungerechtigkeit in Jakow und sieht kein Unrecht in Israel; Ewiger, sein G-tt, ist mit ihm, und Jubelgeschrei wie um einen König ist unter ihm“ (Bamidbar 23,21).

Midrasch Tehillim 81,1
Vers 1. Dem Sangmeister auf der Gittit. Von Assaph. Vers 2. Jauchzet G-tt unserer Stärke, jubelt dem G-tt Jakows. Das ist, was die Schrift sagt: „Nicht schauet man Verwerfliches in Jakow“ (Bemidbar 23,21)[2]. Was sah Bileam, dass er Jakow erwähnte, und nicht Abraham und Jizchak, sondern nur Jakow allein? Er sah, dass von Abraham Makelhaftes hervorgehen würde, nämlich Ischmael und alle Kinder der Ketura, ebenso sah er, dass von Jizchak Esau und seine Stammfürsten hervorgehen würden, aber Jakow fand er ganz heilig, wie es heißt: „Ganz sind diese כל אלה Stämme Israels, zwölf“ (Bereschit 49,28). Das ist, was geschrieben steht: „Du bist ganz כולך schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir“ (Schir HaSchirim 4,7). Darum erwähnte er nicht die (anderen) Väter, sondern nur Jakow allein. Das wollen die Worte sagen: „Nicht schauet man Verwerfliches in Jakow.“ Assaph sprach: Wenn an allen Vätern Makelhaftes ist, an Jakow aber nicht, so erwähne auch ich nur ihn. Das wollen die Worte sagen: Jubelt dem G-tt Jakows.

[1]S. Nidda 31a.'
[2] Vergl. Pesikta Rabba Piska 39

 
 
 
 
 
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