Midrasch Tehillim zur Parascha Balak, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Balak Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Denn da ist keine Zauberei wider Jakow, und keine Wahrsagerei wider Israel. Um diese Zeit wird von Jakow und von Israel gesagt werden, was G-tt gewirkt hat“ (Bamidbar 23,23).

Midrasch Tehillim 119,1
Vers 1. Glückselig sind, deren Weg untadelig, die in der Thora des Ewigen wandeln. Das sagt auch die Schrift: „Meine Taube in den Felsenritzen“ (Schir HaSchirim 2,14).

R. Jehuda der Levit, Sohn Schallums, im Namen des R. Jehuda bar Simon hat gesagt: Es heißt nicht: יונה, Taube, sondern: „יונתי, meine Taube“. Und was bedeutet: „Meine Taube? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Zu mir sind sie untadelig wie die Taube, aber zu den Völkern der Welt sind sie klug wie die Schlangen. Darum heißt es: „Meine Taube.“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich gab ihnen Gebote und sie nahmen sie auf sich und Ich gab ihnen Verbote und sie nahmen sie auch sich, und Ich gab ihnen nicht ihren Lohn deutlich an und sie entgegneten mir nichts, und noch wie viele Gebote. Darum nennt Er sie: „meine Taube“.

R. Huna bar Abin im Namen des R. Acha hat gesagt: Alle Wunder und Machttaten, die der Heilige, gelobt sei Er, in dieser Welt getan, sind im Verdienste derer geschehen, deren Weg untadelig ist, denn so heißt es: „Weißt du das Gewicht der Wolken מפלשי עב[MIFLESSEJ AW]?“ (Jiob 37,16). Was heißt: „מפלשי עב“? Selbst die Stärken der Regenschauer sind gewogen. Unterמפלש ist nichts anderes als משק Gewicht zu verstehen, wie es heißt: „Gewicht פלס[PALES] und Wagschalen, wie es recht ist“ (Mischle 16,11). Und was folgt darauf? „Die Wunder der untadelig Weisen“ (Jiob dort). R. Jehuda bar Simon hat gesagt: Denn er ist untadelig bei dem Heiligen, gelobt sei Er, Und David erklärt: „Und ich bin untadelig bei Ihm“ (Tehillim 18,24). Aber bei den Völkern der Weltsind sie Schlangen und Skorpionen. Als David sah, wie sie untadelig vor dem Heiligen, gelobt sei Er, sind, fing er an zu preisen, wie es heißt: Glückselig sind, deren Weg untadelig.

„Und er sah Amalek und hob seinen Spruch an und sprach: Die erste der Nationen war Amalek, aber sein Letztes wird dem Untergang verfallen“ (Bamidbar 24,20).

Midrasch Tehillim 9,7
Vers 5. Denn Du hast mein Gericht und mein Recht geführt. Das ist eins von den fünf Worten, die in der Schrift doppelt vorkommen: „משפטי ודיני mein Gericht und mein Recht“; „עדי ושהדי, mein Zeuge und mein Gewährsmann“ (Jiob 16,19); „wer hat entlassen den Waldesel (פרא חפשי) und die Bande des Waldesels (ערוד), wer hat sie gelöst“ (dort 39,5)? „גרמיו…עצמיו, seine Gebeine … seine Knochen sind wie Eisenstäbe“ (dort 40,18); „זקנה ושיבה, Alter und Greisenalter“ (Tehillim 71,18).

R. Jehoschua im Namen des R. Idi hat gesagt: Die Gemeinde Israel spricht vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt, ich bin verschuldet, indem ich mich besudelt habe mit der Besudelung der schlechten Taten, die ich getan, die Völker der Welt aber, indem sie mich zermalmen und unterjochen. Desgleichen heißt es: „Ich trage den Zorn des Ewigen“ (Micha 7,9). Warum? „Denn ich habe gesündigt gegen ihn“ (dort); „bis dass er meine Streitsache führt“ (dort) wegen der Völker der Welt.

Vers 6. Du hast gescholten die Völker, vernichtet den Frevler. „Du hast gescholten die Völker“, das geht auf Amalek, wie es heißt: „Das Erste der Völker ist Amalek“ (Bamidbar 24,20). „Vernichtet den Frevler“, das geht auf Esau, wie es heißt: „Und man nennt sie Gebiet des Frevels“ (Maleachi 1,4); denn er beging fünf Sünden an einem Tage, nämlich er beschlief ein verlobtes Mädchen, er tötete einen Menschen, er leugnete die Wiederbelebung der Toten, er leugnete G-tt (בעיקר) und er verachtete die Erstgeburt. Alle diese fünf folgen aus dem Schlusse der Analogie.[1]Ihren Namen hast Du ausgelöscht, „denn Ich werde auslöschen das Gedächtnis Amaleks“ (Schemot 17,14).

R. Levi hat gesagt: Es heißt: „Und es sprach der Ewige zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Bauche“ (Bereschit 25,23), d. i. Ich offenbare dir ein Geheimnis, nämlich der Völker Erstes[2] wird von dir hervorgehen. Darum heißt es: „und Jizchak liebte den Esau … aber Rebekka liebte Jakow“ (Bereschit 25,28), denn sie wusste, was ihr der Heilige, gelobt sei Er, offenbart hatte.

R. Jehoschua im Namen des R. Eleasar hat gesagt: Niemals hat sich der Heilige, gelobt sei Er, in ein Gespräch mit einem Weibe eingelassen, als mit jener Gerechten, und auch mit ihr nur auf eine besondere Veranlassung.

R. Eleasar im Namen des R. Jose hat gesagt: Auch hier mit ihr nur durch Schem, den Sohn Noachs, wie es heißt: „Und sie ging, um den Ewigen zu befragen“ (Bereschit 25,22).[3]

Eine andere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ G-tt sprach nämlich zu ihr: Von Noach und von seinen Söhnen lasse Ich siebzig Völker erstehen, wie es heißt: „Diese drei waren die Söhne Noachs und von ihnen breitete sich die ganze Erde aus“ (Bereschit 9,19). Wie so? Von Japheth vierzehn, wie es heißt: „Die Söhne Japheths sind Gomer und Magog …“ (Bereschit 10, 2): und von Cham dreissig, wie es heißt: „und die Söhne Chams sind Kusch und Mizraim …“ (dort V. 6); und von Schem sechsundzwanzig, wie es heißt: „Die Söhne Schems sind Elam und Aschur …“ (dort V. 22). Siehe, das sind siebzig. Darauf heißt es: „Und von diesen sonderten sich die Eilande der Völker“ (dort V. 5 u. 32). „Du aber hast zwei Völker in deinem Bauche“ und von einem von ihnen ließ Ich siebzig Seelen erstehen, wie es heißt: „Siebzig Seelen zogen hinab“ (Dwarim 10,22) und diese pflanzen sich fort wie der Sand des Meeres und der Staub der Erde und die Sterne der Himmel.

Eine andere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Es steht גיים geschrieben, was sagen will: Dieser brüstet (מתגאה) sich in seiner Welt und jener brüstet sich in seiner Welt; Hadrian unter den Völkern der Welt und Schlomo in Israel.

Eine andere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Das geht auf Rabbi und Antonius, an deren Tisch der Rettig nicht im Sommer und die Gurke nicht im Winter aufhörten.

Eine andere Auslegung: „Zwei Völker“, d. i. die Feinde der Völker hast du in deinem Leibe; alle Völker hassen Esau und alle Völker hassen Israel.

Eine andere Auslegung: „Zwei Völker“, von denen eins das andere hasst. Das eine brüstet sich mit seinem Reichtum, und das andere brüstet sich mit seiner Thora. „Und zwei Stämme werden sich aus deinem Leibe scheiden“ (Bereschit 25,23). Der eine beschnitten und der andere nicht beschnitten. Von hier lernst du, dass Jakow beschnitten geboren wurde. Er ist einer von den dreizehn, die beschnitten geboren wurden. Dieselben sind: Der erste Mensch, Schet, Chanoch, Noach, Schem, Terach, Jakow, Joseph, Mosche, Schmu’el, David, Jeschajahu und Jirmejahu. Adam war der Anfang der Schöpfung des Heiligen, gelobt sei Er, Seth, wie es heißt: „Und er (Adam) zeugte in seiner Ähnlichkeit, nach seinem Bilde“ (Bereschit 5,3); Chanoch, wie es heißt: „Und Chanoch wandelte“ (dort V. 23). Desgleichen heißt es: „Noach wandelte“ (dort V. 23). Desgleichen heißt es: „Noach wandelte“ (dort 6,9), nach dem Schlusse der Wortanalogie. Von Noach heißt es nämlich: „Es war ein Gerechte, Untadeliger“ (dort); von Schem heißt es: „Dies sind die Nachkommen des Schem. Schem“ (שם שם) (dort 11,10), denn jeder, dessen Name doppelt steht, wurde beschnitten geboren, wie „Schem, Schem“, „ נח נח, Noach, Noach“, „תרח תרח, Terach, Terach.“ Von Jakow heißt es: „und Jakow war ein untadeliger Mann“ (dort 25,27); desgleichen: „ יעקב יעקב, Jakow, Jakow“ (dort 44,2). Von Joseph heißt es: „Das sind die Nachkommen Jakows, Joseph“ (dort 37,2). Daraus folgt, dass auch dieser (Joseph) beschnitten geboren wurde wie er (Jakow). Von Mosche heißt es: „ משה משה, Mosche, Mosche“ (Schemot 3,4); ferner heißt es: „Und sie sah ihn, dass er gut war“ (dort 2,2), dass er nämlich beschnitten geboren worden war. Von Schmu’el heißt es: „ שמואל שמואל, Schmu’el, Schmu’el“ (1. Schmu’el 3,10). Von Jeschajahu heißt es: „Der Ewige hat mich berufen vom Bauche an, vom Leibe meiner Mutter an erwähnt meinen Namen“ (Jeschajahu 49,1). Von Jirmejahu heißt es: „bevor Ich dich gebildet im Leibe, kannte Ich dich“ (Jirmejahu 1,5). Von David heißt es: „ מכתם (Michtham) von David“ (Tehillim 16,1), d. i. מך תם, der demütig und vollkommen (makellos) war.[4] „Und der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (Bereschit 23,23). Rab Huna hat gesagt: Wenn jener es verdient, wird dieser ihm dienen, wenn nicht, so wird er ihm nicht dienen. Als David sah, dass Esau Israel sklawisch behandelte sprach er vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Du hast gescholten die Völker vernichtet den Frevler, ihren Namen hast Du ausgelöscht.

„Und er sah die Keniter und hob seinen Spruch an und sprach: Fest ist dein Wohnsitz, und auf den Felsen gesetzt dein Nest“ (Bamidbar 24,21).

Midrasch Tehillim 19,17
Vers 13. Verirrungen, wer merkt sie? R. Schim’on ben Jochai hat gelehrt: Wie viel  Stärke besitzen die Gerechten, denn sie verstehen ihren Schöpfer zu bereden und verstehen, wie Er zu preisen ist.[5] Sieh’, wie David seinen Schöpfer preist! Er beginnt Ihn zu preisen mit dem Himmeln, wie es heißt: [Vers 2.] Die Himmel erzählen die Ehre G-ttes. Da sprachen die Himmel: Bedarfst du vielleicht etwas? Und seiner Handwerk verkündet die Feste. Da sprach die Feste zu ihm: Bedarfst du vielleicht etwas? Und weiter singend begann er mit der Thora zu preisen, wie es heißt: [Vers 10.] Des Ewigen Furcht ist rein. Da fragte ihn der Heilige, gelobt sei Er: Was willst du? Er antwortete: [Vers 13.] Verirrungen, wer merkt sie? Die Verirrungen, die ich vor Dir getan, willst Du sie mir vergeben? G-tt sprach: Siehe, sie sind dir vergeben und erlassen.
Vers 14. Aber auch von Übermütigen halte deinen Knecht zurück, damit sind die Frevel aus Übermut gemeint. Dass sie nicht über mich herrschen; dann bin ich fest איתם. Damit sind die Gewalten der Sünden gemeint, sowie es heißt: „Fest איתן ist sein Wohnsitz“ (Bamidbar 24,21). Und rein von großer Missetat, nämlich von jener großen Sünde (mit Bat-Scheba).

Nach R. Levi sprach David: „Herr der Welt, Du bist ein großer G-tt und wir sind große Sünder, es ziemt dem großen G-tt die großen Sünden zu erlassen, wie es heißt: „Um Deines Namens willen, Ewiger, verzeihe meine Sünde so groß sie auch ist“ (Tehillim 25,11).

Eine andere Auslegung: Dass sie nicht über mich herrschen, dann bin ich fest. R. Acha hat gesagt: Die Kuthäer verstehen sich auf das herumgehen an den Türen (d. i. aufs Betteln). Zuerst sprechen sie: Gebt uns Wasser, damit wir trinken. Nachdem sie getrunken, sprechen sie: Gebt uns eine Zwiebel, und man gibt sie ihnen (ihm). Dann sprechen sie: An einer Zwiebel ohne Brot ist nichts Wesentliches. Ebenso verstehen auch die Gerechten ihren Schöpfer zu bereden, wie es heißt: „Die Lippen des Gerechten verstehen sich auf Wohlwollen“ (Mischle 10,32). Aber von den Frevlern heißt es: „Aber der Mund der Frevler - Ränke“ (dort), denn sie verstehen nicht den Heiligen, gelobt sei Er, um Wohlwollen anzuflehen.

Eine andere Auslegung: „Die Lippen des Gerechten“, damit ist Mosche gemeint. In der Stunde, da er Reüben sich nähern (den Segen geben) wollte, wie heißt es da zuerst? „Der Ewige kam vom Sinai“ (Dwarim 33,2), ferner: „Auch liebte Er die Stämme“ (dort V. 3), ferner: „Die Thora hat uns Mosche befohlen“ (dort V. 4.) und dann: „Es lebe Reüben und sterbe nicht“ (dort V. 6).
Vers 15. Es mögen wohlgefällig sein die Worte meines Mundes. Sie sollen aufgeschrieben werden für die Geschlechter und eingegraben werden für die Geschlechter: Ewiger, mein Fels und mein Erlöser, nämlich mein Fels am Schilfmeere, und mein Erlöser von Amalek; mein Fels bei Mara, und mein Erlöser am Sinai; mein Fels in dieser Welt, und mein Erlöser in der künftigen Welt.

[1]Vergl. Baba Batra 16b.
[2] D. i. Amalek s. oben
[3] Nämlich in das Lehrhaus des Schem.
[4]Vergl. Sota 10b.
[5]Vergl. Wajikra Rabba Par. 5.

 
 
 
 
 
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