Midrasch Tehillim zur Parascha Bemidbar, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Bemidbar Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und dies sind die Geschlechter Aharons und Mosches, an dem Tage, da der Ewige auf dem Berge Sinai mit Mosche redete“ (Bemidbar 3,1).

Midrasch Tehillim 78,6
Vers 32. Bei all dem sündigten sie wieder und glaubten nicht an Seine Wunder.

R. Berachja, R. Levi und R. Schim’on ben Jose im Namen des R. Meir haben gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, ließ (Jakow) die Leiter sehen und Babel stieg (an ihr) 70 Stufen und sank, Medien 52 und sank, Griechenland 180 und sank, als Edom noch darüber hinausstieg, geriet Jakow bei dem Anblick in Furcht.[1] Der Heilige, gelobt sei Er, aber sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakow“ (Jirmejahu 30,10), sowie die Früheren gefallen sind, so werden auch die Späteren fallen. Als der Heilige, gelobt sei Er, zu Jakow sprach: Steige auch du, antwortete er vor Ihm: Herr der Welt, ich fürchte mich, dass ich herabfallen könnte. G-tt behüte!, sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu ihm, „fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakow, ist der Spruch des Ewigen, und zage nicht, Israel“ (dort). Und woher kannst du beweisen, dass der Heilige, gelobt sei Er, unserm Vater Jakow das Heiligtum erbaut, die Opfer dargebracht, die Priester den Dienst ausübend und die Schechina sich entziehend sehen ließ? Weil es heißt: „Und er träumte und siehe, eine Leiter war gestellt auf die Erde und ihre Spitze reichte an den Himmel, und siehe, die Engel G-ttes stiegen auf und ab an ihr“ (Bereschit 28,12).

Es gibt keinen Traum, der nicht seine Deutung hätte. Siehe, „die Leiter“, das geht auf das Heiligtum; „und seine Spitze an den Himmel,“ das geht auf die Opfer, welche dargebracht werden und deren Duft zum Himmel steigt; „und siehe, die Engel G-ttes stiegen auf und ab an ihr,“ das sind Priester, die auf der Treppe auf- und niedersteigen und Engel genannt werden, wie es heißt: „Denn ein Engel des Ewigen der Herscharen ist er“ (Maleachi 3,7). „Und siehe, der Ewige stand über ihr“ (Bereschit 28,13), (wie es heißt:) „Der Ewige stand auf dem Altar“ (Amos 9,1).

Nach R. Jose ben Simra und R. Schm’on ben Jose: R. Meir deutete die Worte Bei all dem sündigsten sie wieder und glaubten nicht an Seine Wunder dahingehend: Wenn Jakow die Leiter hinaufgestiegen wäre, so wäre er nicht wieder herabgestiegen und wir würden diese Knechtung nicht zu ertragen haben.

2 Und dies sind die Namen der Söhne Aharons: der Erstgeborene Nadab, und Abihu, Eleasar und Ithamar. 3 Das sind die Namen der Söhne Aharons, der gesalbten Priester, die geweiht worden waren, um den Priesterdienst auszuüben“ (Bemidbar 3,2-3).

Midrasch Tehillim 146,7
Vers 8. Der Ewige liebt die Gerechten. So heißt es: „Die Mich lieben, liebe Ich“ (Mischle 8,17)[2], desgleichen: „Die Mich ehren, ehre Ich“ (1. Schmu’el 2,30), d. i. sie lieben Mich, und Ich liebe sie. Und warum liebt Er die Gerechten? Weil sie kein Erbteil haben wie die Priester und die Levitenfamilien haben. Warum? Die Priester haben ein Vaterhaus und die Leviten haben ein Vaterhaus, wie es heißt: „Haus Aharon, preist den Ewigen, Haus Levi, preist den Ewigen“ (Tehillim 135,19). Deshalb wenn ein Mensch wünscht, ein Levit oder ein Priester zu werden, so kann er es nicht, weil sein Vater nicht ein Levit und ein Priester war, aber wenn er wünscht, ein Gerechter zu werden, selbst wenn er einer aus den Völkern war, so kann er ein Gerechter werden, denn die Gerechten stammen nicht einem Vaterhause ab, sondern sie geloben es von sich selbst und lieben den Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen“ (dort 33,1). Darum heißt es: Der Ewige liebt die Gerechten.

6 Lass den Stamm Levi herzunahen und stelle ihn vor Aharon, den Priester, dass sie ihm dienen; 7 und sie sollen seiner Hut warten und der Hut der ganzen Gemeinde vor dem Zelte der Zusammenkunft, um den Dienst der Wohnung zu verrichten“ (Bemidbar 3,6-7).

Midrasch Tehillim 112,1
Vers 1. Halleluja. Glückselig der Mann, der den Ewigen fürchtet. Das ist, was die Schrift sagt: „Trug ist Anmut und eitel die Schönheit; eine Frau, die den Ewigen Fürchtet, die soll gerühmt werden“ (Mischle 31,30). Der Heilige, gelobt sei Er, wünscht nicht Schönheit und nicht Reichtum, sondern Sündenscheu, wie es heißt: „Eine Frau, die den Ewigen Fürchtet, die soll gerühmt werden“. Sowie Abraham gerühmt würde, wie es heißt: „Denn ich hab ihn ersehen, dass er befehlen wird seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, dass sie wahren den Weg des Ewigen, zu tun Gerechtigkeit und Recht“ (Bereschit 18,19); und es heißt: „Denn nun weiß ich, dass du gottesfürchtig bist“ (dort 22,12); und so heißt es auch: „So spricht der Ewige: Nicht rühme sich der Weise seiner Weisheit….sondern dessen (זאת) rühme sich, wer sich rühmen will: einzusehen und Mich zu erkennen“ (Jirmejahu 9,22. 23). Wer ist rühmenswert? Derjenige, welcher sich mit der Thora beschäftigt von Aleph bis Taw, (מאל''ף ועד תי''ו). Unter „זאת, dieses“ ist nichts anderes als die Thora zu verstehen, wie es heißt: „Und dies (וזאת) ist die Thora „ (Dwarim 4,44). Abraham beobachtete die Thora von Aleph bis Taw über ihn gesagt: Und ebenso wird der Psalm (das Lied) von der tüchtigen Frau über seine Ehefrau Sara von Aleph bis Taw gesagt, wie es heißt: „Eine Frau, die den Ewigen fürchtet, die soll gerühmt werden“ (Mischle 31,23), denn beide haben die Thora von Aleph bis Taw geübt.

14 Und der Ewige redete zu Mosche in der Wüste Sinai und sprach: 15 Mustere die Söhne Levis nach ihren Vaterhäusern, nach ihren Familien; alle Männlichen von einem Monat und darüber sollst du sie mustern“ (Bemidbar 3,14-15).

Midrasch Tehillim 92,12
Vers 14. Gepflanzt im Hause des Ewigen. R. Chanan ben Pasi hat gesagt: Das sind die Kinder, welche in der Schule sind.In den Höfen unseres G-ttes blühen sie. Das sind die Lieder.

R. Chanaja, R. Nechemja und R. Pinchas haben gesagt: Es heißt „ Von einem Monat und darüber sollst du sie mustern“ (Bemidbar 3,15). Beobachtet den ein Kind, das einen Monat alt ist? Allein da es einst beobachten wird, so gilt es so, als wenn es beobachtete[3].

R. Schmu’el bar Jizchak ben Levi hat gesagt: So lange es im Leibe seiner Mutter ist, ist es im oberen Heere eingeschrieben, wie es heißt: „Und Schmu’el richtete Israel alle Tage seines Lebens“ (1. Schmu’el 7,15). Richtete er denn alle Tage seines Lebens? Hat er nicht nur dreizehn Jahre gerichtet? Daraus kannst du entnehmen, was Ben Levi gesagt hat: So lange er im Leibe seiner Mutter war, war er im oberen Heere eingeschrieben.

„Und der Ewige sprach zu Mosche: Mustere alle männlichen Erstgeborenen der Kinder Israel, von einem Monat und darüber, und nimm die Zahl ihrer Namen auf“ (Bemidbar 3,40).

Midrasch Tehillim 5,4
Eine andere Auslegung: Vers 1. Dem Sangmeister auf Flöten הנחילות, R. Schmu’el ben Nachmani hat gesagt: Der Pluralהנחילות soll andeuten, dass David die Herrschaft in dieser und in der Künftigen Welt in Besitz nahm. So heißt es: „Auch Ich setzte ihn zum Erstgeborenen ein“ (Tehillim 89,28). War denn David der Erstgeborene, es heißt doch: „Und David war der Jüngste“ (1. Schmu’el 17,14)? Warum heißt er der Erstgeborene? Allein wie der Erstgeborene der Mund zweier[4] zum Besitz nimmt, so nahm auch David die Herrschaft zweier Erbteile in Besitz, in dieser Welt und in der künftigen Welt. Daher sagt David: Auf diese zwei (Erbteile) singe ich: Dem Sangmeister zu zwei Erbteilen אל הנחילות.

„Und du sollst die Leviten für mich, Jehova nehmen, anstatt aller Erstgeborenen unter den Kindern Israel, und das Vieh der Leviten anstatt alles Erstgeborenen unter dem Vieh der Kinder Israel“ (Bemidbar 3,41).

Midrasch Tehillim 78,17
Vers 51. Und schlug alle Erstgeburt in Ägypten. R. Abba ben Acha hat gesagt: Die Erstgeburt des Mannes, die Erstgeburt des Weibes, die Erstgeburt des Viehes, die Erstgeburt jedes Dinges, und wenn in einem Hause kein erstgeborner war, so starb der Verwalter des Hauses, wie es heißt: „Es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war“ (Schemot 12,30)[5].
Vers 52. Er ließ wie Schafe Sein Volk aufbrechen.
Wie man für die Schafe keine Futterbehältnisse anfertigt, so verhielt es sich auch mit den Israeliten sondern „das Volk ging hinaus und sammelte“ (dort 16,4); sowie die Schafe die Bäume verderben und ihre Besitzer dafür keinen Schadenersatz beanspruchen, so auch die Israeliten; ferner sowie dem Schafe die Wolle und dem Besitzer das Haar geschoren wird, so auch die Israeliten[6].

R. Jochanan im Namen des R. Elieser, des Sohnes des R. Jose des Galiläers, hat gesagt: „und ihr Meine Schafe, die Schafe Meiner Weide, Adam seid ihr“ (Jecheskel 34,31), d. i. Schafe hinsichtlich der Strafe, und Menschen hinsichtlich des Lohnes.

R. Schim’on ben Chanan im Namen des R. Jose ben Kezarta (des Sohnes des Walkers) und R. Judan im Namen des R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Von welchen Schafen ist die Rede? Von den Schafen Jitros[7]. Von welcher Herde? Von der Herde Jitros. Wie die Herde und die Schafe Jitros von bewohnter Gegend nach der Wüste geführt wurden, so auch die Israeliten.

Eine andere Auslegung: Wie die Schafe hinter ihrem Herrn folgen (eig. gezogen werden), so folgten auch die Israeliten hinter Mosche und Aharon her, wie es heißt: „Und Mosche ließ aufbrechen die Israeliten von Schilfmeere“ (Schemot 15, 22).

„Und Mosche gab das Geld der Auslösung הפדיםAharon und seinen Söhnen, nach dem Befehl des Ewigen, so wie der Ewige Mosche geboten hatte“ (Bemidbar 3,51).

Midrasch Tehillim 103,9
Vers 6. Es übt Gerechtigkeit צדקות der Ewige. R. Jizchak hat gesagt: Alles in Fülle, die Gerechtigkeit in Fülle בריבוי, wie es heißt: Es übt Gerechtigkeit צדקות der Ewige, die Vergebung in Fülle, wie es heißt: „Er kehre zurück zu unserm G-tt, denn reich ist Er im Vergeben ירבה לסלוח“ (Jeschajahu 55,7), die Auslösung in Fülle, wie es heißt: „Und reichlich ist bei Ihm Auslösung והרבה עמו פדות“ (Tehillim 130, 7). Nach R. Samuel bar Nachmani kommt auch die Erlösung in Fülle, wie es heißt: „G-tt ist uns ein G-tt der Erlösung למישעות“ (dort 68,21).

[1] S. Peskita des Rab Kahana, Piska S. 151a; wo die stelle verändert ist; Wajikra Rabba Par. 29.
[2]S. Bemidbar Rabba Par. 8.
[3] Vergl. Bemidbar Rabba Par. 3.
[4] D. i. zwei Teile.
[5]Vergl. Pesikta des Rab Kahana, Piska ויהי בחצי הלילה  S. 64b.
[6]Vergl. Wajikra Rabba Par. 15.
[7]Vergl. Schemot Rabba Par. 24.

 
 
 
 
 
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