Midrasch Tehillim zur Parascha Chukat, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Chukat Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„1 Und der Ewige redete zu Mosche und zu Aharon und sprach: 2 Dies ist die Satzung der Thora, die der Ewige geboten hat, indem er sprach: Rede zu den Kindern Israel, dass sie dir eine rote junge Kuh bringen, ohne Fehl, an der kein Gebrechen, auf welche kein Joch gekommen ist“ (Bamidbar 19,1-2).

Midrasch Tehillim 9,2
Eine andere Auslegung: Vers 1. Dem Sangmeister nach Mut Labben. Das ist, was die Schrift sagt: „Kohelet wollte die Angelegenheit (die Gesetze) betreffs der roten Kuh erforschen“ (Kohelet 12,10), denn R. Jizchak hat gesagt: Wer sich mit der (roten) Kuh beschäftigt, verunreinigt seine Kleider[1], sie selbst aber macht die Unreinen rein. Da sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu ihm: „Und schreibe Redlichkeit, Worte der Wahrheit“ (dort). Bereits habe ich dir in den Büchern des Redlichen geschrieben, wie es heißt: „ist dies nicht geschrieben im Buche HaJaschar הישר“ (Jehoschua 10,13)? Verfahre mit Redlichkeit בישרות, verfahre mit Vollkommenheit, verfahre mit Treue! Einen Beschluss habe Ich gefasst, eine Satzung festgestellt und es ist nicht darüber nachzudenken, wie es heißt: „Dies ist die Satzung der Thora“ (Bamidbar 19,2). Was bedeutet das Wort: „זאתdies?“ Es ist anders als die Bestimmung über das Kalb, dem das Genick gebrochen wird. Ferner wollte Schlomo den Lohn der Thora erforschen (auf der Gabe des Lohnes für die Thora stehen)[2], sowie es heißt: „Teurer ist sie als Perlen, und all deine Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich“ (Mischle 3,15). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Schreibe Redlichkeit, Worte der Wahrheit“ (Kohelet dort). Bereits habe ich dir im Buche der Redlichkeit geschrieben: „Nie hat ein Auge gesehen einen G-tt, außer Dir, solches tun dem auf Ihn Harrenden“ (Jeschajahu 64,3).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte den Lohn der Gerechten erforschen[3], wie es heißt: „Denn ihr werdet sein ein Land der Lust“ (Maleachi 3,12), und die ganze Auseinandersetzung.[4] „Wie groß ist dein Gut, das Du geborgen hast denen, die Dich fürchten“ (Tehillim 31,20).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte den Lohn der Vorschriften ergründen. So heißt es: „Dass ich Liebe verlange und kein Opfer“ (Hoschea 6,6), und die ganze Auseinandersetzung. „So erkenne, dass der Ewige, dein G-tt, der G-tt ist, der treue G-tt, der bewahrt den Bund und die Gnade denen, welche Ihn lieben und Seine Gebote halten“ (Dwarim 7,9).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte das Ende erforschen,[5] sowie es heißt: „Dass ihr nicht erwecket, noch aufreget die Liebe, bis sie begehrt“ (Schir HaSchirim 2,7) und die ganze Auseinandersetzung. „Denn einen Tag der Vergeltung habe Ich in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösung ist gekommen“ (Jeschajahu 63,4).

„זאת Dies ist die Thora, wenn ein Mensch im Zelte stirbt: Jeder, der ins Zelt geht, und jeder, der im Zelte ist, wird sieben Tage unrein sein“ (Bamidbar 19,14).

Midrasch Tehillim 8,2
Vers 2. Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde. Rabbi hat gesagt: Wir finden, dass bei drei Gelegenheiten (an drei Stellen) die Engel mit dem Heiligen, gelobt sei Er, rechteten (Einspruch erhoben), bei dem (ersten) Menschen, bei der Schenkung der Thora und bei der Wohnung (dem Stiftszelle).

Bei Adam. Als der Heilige, gelobt sei Er, Adam erschaffen wollte, beriet Er sich mit den Engeln. Er sprach zu ihnen: „Wir wollen einen Menschen machen“ (Bereschit 1,26). Da entgegneten sie ihm: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“ (Tehillim 8,5). Morgen, antwortete Er, werdet ihr seine Weisheit sehen. Er ließ alle wilden und zahmen Tiere und alle Vögel vor den Dienstengel zusammenkommen und begann zu fragen: Wie ist der Namen von diesem? Sie wussten es aber nicht. Da sprach Er zu ihnen: Wollt ihr seine Weisheit kennen? Ich werde ihn fragen, und er wird mir ihre Namen sagen und alle mit Namen benennen. Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er ließ jegliche Gattung an dem Menschen vorüberziehen, wie es heißt: „Und der Ewige, G-tt, sammelte (ויצר) vom Erdboden alles Getier des Feldes“ (Bereschit 2,19). R. Acha hat gesagt: Heißt es nicht bereits: „Und G-tt machte (יעש) alles Getier der Erde“ (dort 1,25)? Was bedeutet ויצר? Allein dort steht ויעש und hier steht: ויצר. Es hat den Sinn des Sichversammelns (Zusammenkommens), wie es heißt: „Wenn du gegen eine Stadt dich versammelst (תצור)“ (Dwarim 20,19). „Und Er brachte (sie) zu Adam, um zu sehen, wie er sie nennen würde“ (Bereschit 2,19). Ist nicht alles vor dem Heiligen, gelobt sei Er, erschaut, warum heißt es: לראות, um zu sehen?“ Was bedeutet: לראות? „Um die Dienstengel die Weisheit Adams sehen zu lassen (להראות). „Und wie ist sein Name?“ Denn der Heilige, gelobt sei Er, hatte festgesetzt, dass er einem jeglichen Dinge einen Namen geben sollte. Der Heilige, gelobt sei Er, fragte ihn: Und wie ist dein Name? Adam antwortete: Mir ziemt es, Adam der Erste (אדם ראשון) zu heißen, weil ich vom Erdboden geschaffen worden bin. Dann fragte Er ihn: Und wie ist Mein Name? Er antwortete: Dir ziemt es: Herr (אדני) zu heißen, denn Du bist der Herr (אדני) über alles. Darum heißt es: „Ich, der Herr [Ewiger], ist Mein Namen“ (Jeschajahu 42,8), es ist Mein Name, mit dem Mich der erste Adam benannt hat. Sofort sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Dienstengeln: Sehet, wie (groß) seine Weisheit ist! Und ihr sprecht: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“

Ebenso war es bei der Schenkung der Thora. Als der Heilige, gelobt sei Er, kam, um den Israeliten die Thora auf dem Sinai zu geben, fingen die Dienstengel an mit Ihm zu rechten. Sie sprachen: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“ Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde!Du, dessen Majestät man über den Himmeln verkündet. Sie sprachen nämlich zu ihm: Herr der Welt! Dir geziemt es, dass Du die Thora in den Himmeln gibst. Warum? Weil wir heilig und rein sind und sie heilig und rein ist, wir leben und Deine Thora ist ein Baum des Lebens. Besser ist, sie bleibt bei uns. Er antwortete ihnen: Es gehört sich nicht, dass sie bei den Oberen bestehet, denn es heißt: „Im Lande der Lebenden wird sie nicht gefunden“ (Jiob 28,13). – Giebt es denn oben ein Land? Wo aber besteht sie? Bei den Unteren, wie es heißt: „Ich habe das Land gemacht und den Menschen auf ihm geschaffen“ (Jeschajahu 45,12).

R. Nechemja im Namen des R. Jehuda sagt: Gleich einem Menschen, der einen Sohn hatte, dem ein Finger fehlte. Sein Vater ging, um ihn die Seidenspinnerei lehren zu lassen und alle Beschäftigung dieses Handwerks. Jenes Handwerk erforderte aber alle Finger. Nach einiger Zeit kam sein Vater zum Meister und sprach zu ihm: Warum lehrst du meinem Sohne dieses Handwerk nicht? Der Meister antwortete ihm: Dieses Handwerk erfordert alle Finger, deinem Sohne aber fehlt ein Finger, und du willst, dass ich ihm die Seidenspinnerei lehre? So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: Die Thora kann nicht bei euch bestehen, denn unter euch gibt es keine Fortpflanzung, keine Unreinheit, kein Sterben und keine Krankheit sondern ihr seid alle heilig, in der Thora heißt es aber: „So ein Mensch im Zelte stirbt…“ (Bemidbar 19,14); „Das sei das Gesetz für den Aussätzigen…“ (Wajikra 12,2); „So eine Frau Samen bringt...“ (dort 12,2); „so eine Frau den Blutfluss hat“ (dort 15,25); „das dürft ihr essen…“ (dort 11,9); „das dürft ihr nicht essen…“ (dort V. 5). Darum heißt es: „Im Lande der Lebenden wird sie nicht gefunden“ (Jiob 28,13). Und der Heilige, gelobt sei Er, übte Gnade und gab Mosche die Thora, als Er geendet hatte, alle diese Worte mit den Engeln zu reden. Als nun Mosche hinaufstieg (auf den Berg Sinai) und nicht wieder herabkam, begingen die Israeliten jene Tat und die Tafeln wurden zerbrochen. Da freuten sich die Dienstengel und sprachen: Nun kehrt die Thora wieder zu uns zurück. Als aber Mosche hinaufstieg, um zum zweiten Male (die Thora) zu empfangen, sprachen die Dienstengel: Herr der Welt! Haben sie dieselbe nicht gestern übertreten, denn Du hast in ihr geschrieben: „Du sollst keine fremden Götter haben neben Mir“ (Schemot 20,3)? An jedem Tage, entgegnete ihnen der Heilige, gelobt sei Er: Seid ihr zwischen Mir und den Israeliten die Ankläger? Als ihr zu Abraham hinab stiegt, aßt ihr nicht Fleisch in der Milch, wie es heißt: „Und er nahm Rahm und Milch und das junge Rind … und sie aßen“? (Bereschit 18, 8). Wenn aber ein Kind von ihnen aus der Schule (eig. aus dem Hause seines Lehrers) kommt, und seine Mutter ihm ein Stück Brot, Fleisch und Käse zu essen reicht, so spricht es zu ihr: Heute hat mich mein Lehrer gelehrt: „Koche nicht ein Böcklein in der Milch seiner Mutter“ (Schemot 34,26). Da fanden sie keine Entgegnung. In dieser Stunde sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche: „Schreibe dir auf diese Worte“ (dort V. 27), solange sie keine Entgegnung und Antwort haben.

Als endlich der Heilige, gelobt sei Er, seine Schechina auf der Wohnung ruhen lassen wollte, sprachen die Dienstengel vor ihm: Herr der Welt! „Was ist der Mensch, dass Du sein gedenkest?“ R. Jehuda im Namen des R. Aibu und R. Jehuda bar Rabbi Simon legen beide einen Vers aus: „Die Könige der Scharen (ידודון ידודון)“ (Tehillim 68,13). Sie (die Dienstengel) warfen Zettel hin, wie es heißt: “Und über Mein Volk warfen sie(ידו) das Los“ (Joel 4,3). der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Bei eurem Leben! Ich werde auch so tun. „Es deckt die Himmel Sein Glanz und Seines Lobes voll war die Erde“ (Habak.uk 3,3). Er sprach nämlich zu ihnen: Bei eurem Leben! Die Schechina ist bei Mir, wie es heißt: „Und Seines Lobes voll ist die Erde.“ Die Dienstengel erwiderten: Die ist doch auch auf der Erde? Darauf sprach Er zu ihnen: Gleichwohl will Ich dir beweisen, dass es so ist, denn es heißt: „Lobet den Ewigen aus dem Himmel“ (Tehillim 148,1). „Seine Majestät ist auf der Erde und in den Himmeln (dort V. 13). Zuerst steht: „Auf der Erde“ und dann folgt erst: „In den Himmeln.“ Darum heißt es: Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde, Du, dessen Majestät man über den Himmeln verkündet.

„1 Und die Kinder Israel, die ganze Gemeinde, kamen in die Wüste Zin, im ersten Monat; und das Volk blieb zu Kadesch; und Mirjam starb daselbst und wurde daselbst begraben. 2 Und es war kein Wasser da für die Gemeinde, und sie versammelten sich wider Mosche und wider Aharon“ (Bamidbar 20,1-2).

Midrasch Tehillim 29,2
Vers 2. Gebet dem Ewigen die Ehre Seines Namens. In der Stunde, wenn ich seinen Namen erwähne, so gebet dem Ewigen die Ehre Seines Namens, sowie Mosche gesagt hat: „Wenn ich den Namen des Ewigen anrufe: Gebet unserm G-tt die Ehre“ (Dwarim 32,3). D. i. betet Gebete vor ihm. Sie sprachen zu ihm: Woher wissen wir, wie viele? G-tt sprach zu ihnen: Sehet zu, wie viele Male der g-ttliche Name in diesem Abschnitte (Psalm) vorkommt! Sie sprachen: Achtzehn Mal. Darum sollt ihr achtzehn Brachot (Lobsprüche) beten.[6] Darum heißt es: Die Ehre Seines Namens.
Und es heißt Vers 1: Ehre und Macht. Sie sprachen zu ihm: Woher wissen wir, womit wir beginnen sollen? Er antwortete: Sehet, wie es im Anfange des Abschnittes heißt: Gebet dem EwigenKinder der Starken, d. i. Kinder Abrahams, Jizchaks und Jakows, darum sollt auch ihr als ersten Segensspruch sprechen: G-tt Abrahams, G-tt Jizchaks und G-tt Jakows.

Welches ist die zweite Erwähnung des g-ttlichen Namens? Gebet dem Ewigen Ehre und Macht. So gebet auch ihr Ihm Ehre und Macht, denn er belebt die Toten.

Welches ist die dritte Erwähnung des g-ttlichen Namens? Vers 2. Gebet dem Ewigen die Ehre seines Namens. So preist auch ihr ihn als den heiligen G-tt, huldigt dem Ewigen im heiligen Schmucke, denn er gibt Erkenntnis den Heiligen, wie es heißt: „Die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht“ (Mischle 9, 10), gegenüber (dem Lobpruch): Der gnädig Erkenntnis verleihet.
Vers 3. Die Stimme des Ewigen ist über den Wassern, d. i. die Busse, die mit dem Wasser verglichen wird, wie es heißt: „Und sie schöpften Wasser“ (1. Schmu’el 7,6), gegenüber (dem Lobspruch): Der Wohlgefallen hat an der Busse.Der Ewige ist über großen Wassern, nach dem Vers: „Du wirfst in die Tiefen des Meeres alle ihre Sünde“ (Micha 7,19), gegenüber (dem Lobspruch): Gnädiger, der in Fülle Vergebung gewährt. Vers 4. Die Stimme des Ewigen in Kraft, wie es heißt: „Und Ich habe euch erlöset mit ausgestrecktem Arme“ (Schemot 6, 6), und in Zukunft: „Stattlich in der Fülle Seiner Kraft“ (Jeschajahu 63,1), gegenüber (dem Segenspruche): Erlöser Israels!

Die Stimme des Ewigen in Pracht, um die Kranken durch Seine Heilung prachtvoll zu erblühen, gegenüber (dem Lobspruch): Der die Kranken seines Volkes Israel heilt.

Vers 5. Die Stimme des Ewigen zerbricht Zedern, gegenüber dem Lobspruch für die Jahre, weil sie zertrümmert diejenigen, welche die Preise steigen machen (steigern) und die Maße verkleinern und die Reichen, die im Wohlstande sind, die den Zedern gleichen, und Er segnet Eeine Welt und bringt Wohlfeilheit in die Welt und zerbricht den Stab des Frevels, gegenüber dem Lobspruch: Der die Jahre segnet. Und es zerbricht der Ewige die Zedern des Lwanon, denn er zerbricht die Frevler der Völker der Welt, die hoch wie die Zedern sind, wie es heißt: „Seine Höhe ist gleich der Höhe der Zedern“ (Amos 2,9), und Er sammelt die Gefangenen aus ihrer Mitte, gegenüber dem Lobspruch: Der sammelt die Verstoßenen Seines Volkes Israel.
Vers 7. Die Stimme des Ewigen meißelt Flammen aus dem Feuer. Das sind die Gerichtsentscheidungen דינים, die aus der Thora gemeißelt werden, die mit dem Feuer verglichen wird, wie es heißt: „Ist nicht Mein Wort wie Feuer?“ (Jirmejahu 23,29), und es heißt: „Denn mit Feuer richtet der Ewige“ (Jeschajahu 66,16), gegenüber dem Lobspruch: Der da liebt Gerechtigkeit und Recht.
Vers 8. Die Stimme des Ewigen erbebt die Wüste. Das geht auf die Frevler, welche gleich der Wüste von jedem Gebote entblößt sind und der Heilige, gelobt sei Er,erschüttert sie, gegenüber (dem Lobspruch): Der die Feinde zertrümmert. Lässt erbeben der Ewige die Wüste Kadesch. Das bezieht sich auf die Gerechten in der Gefangenschaft, die der Wüste Kadesch gleicht, wo es ihnen an Wasser mangelte, wie es heißt: „Und es war kein Wasser da für die Gemeinde“ (dort V. 2), und die Wasser kehrten wieder durch Mosches und Aharons Verdienst, gegenüber (dem Lobspruch): Stütze und Zuversicht der Gerechten.
Vers 9. Die Stimme des Ewigen lässt kreisen die Hindinnen (אילות), damit für Israel Retter geboren werden, die mit Hindinnen verglichen werden, wie es heißt: „Mein Geliebter gleicht dem Hirsche oder den Jungen der Gazellen“ (Schir HaSchirim 2,9), ferner heißt es: „Macht gleich den Hindinnen meine Füße“ (2. Schmu’el 22,34); desgleichen: „Wie lieblich sind auf die Bergen die Füße des Heilsboten“ (Jeschajahu 52,7). Und Er entblößt die Wälder, denn er zerstößt die Stärke der Völker der Welt, welche mit den Bäumen des Waldes verglichen werden, wie es heißt: „und umgehauen wird des Waldes Dickicht mit Eisen“ (dort 10,34). Und in Seinem Palast spricht alles: Ehre! Wenn der Maschiach kommen wird, so wird er die Frevler der Welt bezahlen und das Heiligtum wird sogleich erbaut werden. Darum heißt es: G-tt Davids, der erbauet Jerusalem!
Eine andere Auslegung: Die Stimme des Ewigen macht erzittern Terebinten (אילות). Wenn der Heilige, gelobt sei Er, Seine Stimme hören lässt, werden sofort die Terebinten (האלות) erschüttert, nämlich die Bäume: Terebinte (אלה) und Eiche (אלון). Und Er entblößt die Wälder, denn er wirft die Blätter der Bäume ab, macht sie trocken und schält ihre Schale ab, sowie es heißt: „Die Schale des Weißen (נחשוף הלבן)“ (Bereschit 30,37).
Vers 10. Der Ewige saß bei der Flut, denn Er saß zu Gericht über die Frevler und hörte das Gebet der Bewohner der Arche, wie es heißt: „Und es gedachte der Ewige des Noach“ (Bereschit 8,1). Darum heißt es: Der das Gebet erhört.
Und es sitzt der Ewige als König immerdar, denn es beruhigte sich sein Sinn beim Opfer Noachs und Er ebarmte sich über die ganze Welt, wie es heißt: „Und der Ewige roch den lieblichen Geruch“ (dort V. 21), gegenüber dem Lobspruch: Denn Dir allein dienen wir in Ehrfurcht.
Vers 11. Der Ewige gibt Macht Seinem Volke, gegenüber dem Gute der Thora, wie es heißt: „Denn eine Lehre, ein Gut habe Ich euch gegeben“ (Mischle 4,2). Darum heißt es: Gütiger ist Sein Namen und dir geziemt es, zu danken.

Der Ewige segnet Sein Volk mit Frieden, gegenüber dem Lobspruch: Der Frieden schafft.

Eine andere Auslegung: gegenüber der achtzehnmaligen Erwähnung des göttlichen Namens, die bei der Fertigung der Wohnung in dem Abschnitte (Sidra) אלה פקודי (Schemot 38,21-40, 38) vorkommt: „Sowie der Ewige geboten,“ gemäß allem, was der Ewige geboten, achtzehnmal.[7] Dementsprechend ordneten sie an die achtzehn Lobsprüche, die der Mensch an jedem Tage betet, und nicht alle sind eine Lobpreisung für den Heiligen, gelobt sei Er, sondern nur die drei ersten und die drei letzten und zwölf beziehen sich auf die Bedarf des Menschen. Deshalb betet man am Schabbat nicht achtzehn, sondern nur sieben, gegenüber den sieben Erwähnungen des göttlichen Namens, die bei ihm vorkommen[8] (aber an Wochentagen betet man alle achtzehn), denn wenn jemand einen Kranken in seinem Hause hat, und er den Segensspruch betreffs des Kranken spräche, würde er sich grämen, der Schabbat aber ist zur Lust, zur Heiligung und zur Ruhe gegeben und nicht zu Gram. Das ist es, was geschrieben steht: „Siebenmal am Tage preise ich Dich“ (Tehillim 119,164).

[1] Das ist ein bestimmter Grad der Unreinheit. Vgl. Mischna Para IV, 4; Chullin 29 b.
[2] Er wollte den Lohn kennen lernen, den die Thora ihren Pflegern gewährt.
[3] Er wollte den Lohn kennen lernen, den die Gerechten dereinst zu erwarten haben.
[4] Wie oben: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Schreibe Redlichkeit …“ was der Kürze halber vom Abschreiber weggelassen worden ist.
[5] Er wollte wissen, wann die endgültige Erlösung seines Volkes anbrechen werde.
[6] S. Megilla fol. 17b u. Berachot 28b; vergl. j. Berach. IV. 8d Ende: j. Thaanit II, 5c.
[7] S. j. Berachot IV. 7d u. j. Taanit II. 5c.
[8] Beim Schabbat nämlich in Tehillim 92, der mit den Worten: „Psalm, ein Lied für den Schabbattag“ beginnt.

 
 
 
 
 
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