Midrasch Tehillim zur Parascha Schlach Lecha, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Schlach Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Sprich zu ihnen: So wahr Ich lebe, spricht der Ewige, wenn Ich euch nicht also tun werde, wie ihr vor Minen Ohren geredet habt“ (Bamidbar 14,28).

Midrasch Tehillim 39,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Dem Jeduthun. Ein Psalm von David. Vers 2. Ich sprach: Ich will hüten meinen Weg, nicht zu sündigen mit meiner Zunge. Das ist, was die Schrift sagt: „Milde Antwort wendet ab den Grimm, aber ein schmerzliches Wort entflammt Zorn“ (Mischle 15,1). Verleumdung (eig. eine böse Zunge) ist schwere als Götzendienst. Als die Israeliten in der Wüste sündigten und das Kalb machten, so wurde der Gerichtsbeschluss nicht eher besiegelt, als bis sie mit dem Munde gesündigt hatten, wie es heißt: „Und es hörte der Ewige die Stimme ihrer Worte“ (Dwarim. 1,34); ferner: „So wahr Ich lebe! Ist der Ausspruch des Ewigen, wenn ihr nicht, sowie ihr geredet habt vor Meinen Ohren, auch tue“ (Bamidbar 14,28); „Ermüdet habt ihr den Ewigen mit euren Reden, und ihr sprecht: Womit haben wir ermüdet?“ (Maleachi 2,17). Es heißt nicht: Mit euren Werken, sondern: Mit eueren Reden. Ferner heißt es: „Denn es strauchelt Jeruschalajim und Jehuda fällt, denn ihre Zunge und ihre Taten sind gegen den Ewigen“ (Jeschajahu 3,8); ferner: „Mein Eigentum ist Mir geworden, gleich dem Löwen im Walde, es ließ gegen Mich aus ihre Stimme, darum hasste Ich es“ (Jirmejahu 12,8). Ist denn in ihrer Stimme Liebe, wie es heißt: „Ich hörte deine Stimme“ (Schir HaSchirim 2,14)? Allein in der Stimme ist Liebe und in der Stimme ist Hass. Daher sagt Schlomo: „Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge“ (Mischle 18,21).

„35 Ich, der Ewige, habe es geredet; wenn Ich dies nicht tun werde an dieser ganzen bösen Gemeinde, die sich wider Mich zusammengerottet hat! In dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden, und daselbst sollen sie sterben! 36 Und die Männer, welche Mosche ausgesandt hatte, um das Land auszukundschaften, und die zurückkehrten und die ganze Gemeinde wider ihn murren machten, indem sie ein böses Gerücht über das Land ausbrachten, 37 jene Männer, die ein böses Gerücht über das Land ausgebracht hatten, starben durch eine Plage vor dem Ewige. 38 Aber Jehoschua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben am Leben von jenen Männern, welche gegangen waren, das Land auszukundschaften“ (Bamidbar 14,35-38).

Midrasch Tehillim 78,8
Vers 38. Er aber, barmherzig, deckte die Missetat zu und verdarb nicht. Das ist, was die Schrift sagt: Züchtige mich, Ewiger, nur mit Recht במשפט“ (Jirmejahu 10,24). R. Jehuda im Namen des R. Schim’on hat gesagt: Was heißt das Wort אך? Ein wenig למעט. Diesen Sinn hat es auch hier. Er verdarb nicht und wandte oft Seinen Zorn ab und weckte nicht all Seinen Grimm, d. i. seinen ganzen Grimm weckte Er nicht, aber Er weckte einen Teil desselben.
Vers 39. Und Er gedachte, dass sie Fleisch sind, ein vergehender Odem, der nicht wiederkehrt. Vielleicht glauben die Menschen, dass die Toten nicht wieder aufleben, wie es heißt: Ein vergehender Odem, der nicht wiederkehrt? G-tt behüte! Sondern das bezieht sich auf den bösen Trieb, der mit ihm in dieser Welt ist.
Vers 40. Wie oft waren sie widerspenstig gegen Ihn in der Wüste, betrübten Ihn in Jeschimon. Als sie das Manna, die Wachteln, das Wasser des Brunnens begehrten und bei den übrigen Versuchungen, was war ihr Ende? „In dieser Wüste sollen sie umkommen (enden) und allda sollen sie sterben“ (Bamidbar 14,35). In der Wüste wurden sie geschlagen und in der Wüste wurden sie getröstet, wie es heißt: „Siehe, Ich überrede sie und führe sie in der Wüste“ (Hoschea 2,16).

“Aber Jehoschua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben am Leben von jenen Männern, welche gegangen waren, das Land auszukundschaften“ (Bamidbar 14,38).

Midrasch Tehillim 49,3
Vers 4. Mein Mund redet Weisheit und meines Herzens Sinnen ist Einsicht, sowie es heißt: „Denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht“ (Dwarim 4,6).
Vers 5. Ich neige zum Spruche mein Ohr d. i. zu den Sprüchen der Thora. Ich eröffne bei der Zither mein Rätsel d. i. bei den Wachen des Tempels.
Vers 6. Warum sollt ich mich Fürchten? Die Gemeinde Israel spricht: Warum sollt ich mich fürchten an bösen Tagen, d. i. am Tage des Gerichts? Wegen der Schuld derer, die mir folgen, die sich an die Sache der Sünde gewöhnt habe, sie umgeben mich.
Vers 7. Die auf ihr Vermögen vertrauen, wie Tehillim 45, (46) geschrieben steht.

Eine andere Auslegung: Die auf ihr Vermögen vertrauen, d. i. Korach und sein Anhang.

Vers 8. Wehe, nicht wird lösen ein Mann, d. i. was nützt ihr Vermögen, denn sie können sich selbst nicht erlösen. Das Wort אח bedeutet: Wehe ihnen האח להם, denn sie stürzen hinab und alles, was mit ihnen lebt, in den Scheol.
Vers 9. Und teuer ist die Lösung ihrer Seele. Wenn sie Busse getan hätten, wäre ihre Seele teuer in den Augen des Heiligen, gelobt sei Er, und Er hätte aufgehört, sie zu bestrafen, und sie hätten die Künftige Welt ererbt.
Vers 10. Dass er ferner lebte immerdar, d. i. sie hätten noch Teil an der Wiederbelebung der Toten gehabt. Daher haben die Weisen gesagt: Die Murrenden und die Rotte Korach haben keinen Anteil an der künftigen Welt.[1]
Vers 11. Wenn Er sieht, dass Weise sterben. Das sind Dathan und Abiram, die weise waren zum Bösen.

Eine andere Auslegung: Wenn Er sieht, dass Weise sterbenund andern ihr Vermögen hinterlassen. Das sind die Murrenden, die ihr Vermögen Kaleb, Sohn Jephunnes und Jehoschua, Sohn Nuns, hinterließen, wie es heißt: „Jehoschua, Sohn Nuns und Kaleb, Sohn Jephunnes, blieben am Leben von jenen Männern“ (Bamidbar 14,38). Was heißt: „חיו, sie blieben am Leben“? Daraus geht hervor, dass sie von ihrem Teil lebten und ihr Los erbten.

Vers 12. Ihr Inneres sind ihre Häuser. Lies nicht קרבם, ihr Inneres, sondernקברם ihr Grab, wie es heißt: „Und die Erde bedeckte sie und sie schwanden aus der Gemeine“ (Bemidbar 16,33). Daraus geht hervor, dass sie nicht in die zukünftige Welt kommen. Und das alles warum? Weil man sie mit ihren Namen ruft in den Ländern, wie es heißt: „Fürsten von der Gemeinde, Berufene zur Versammlung, Männer von Namen“ (dort V. 2).
Vers 13. Aber der Mensch in Ansehen, d. i. Korach, denn die ganze Zeit, wo er in Ansehen das Haupt aller Kinder Levis war, beobachtete er nicht den Weg des Ewigen, deshalb verblieb er (לא לן ביקרו) nicht in seinem Ansehen. Er gleicht dem Vieh, dem die Erkenntnis fehlt, und sie gleichen der Rotte der Frevler.
Vers 14. Dies ist ihr Weg, nämlich der der Frevler, dass sie ihre Zuversicht und ihr Vertrauen auf ihren Mammon setzen, und hernach, wenn sie verloren gehen, sprechen die Menschenkinder über sie: Wehe den Frevlern, dass es ihnen so und so ergangen ist!
Vers 15. Schafen gleich wandern sie in den Scheol. Das sind die Völker der Welt, die die Israeliten gleich den Schafen abschlachten zum Scheol, um sie zu töten für die Heiligung des g-ttlichen Namens. Er weidet siein die Hölle und stürzt sie hinab. Dann werden herrschen über sie die Redlichen zur Zeit, wo der Abend der Israeliten zum Morgen geworden. Und ihre Gestalt vernichtet der Scheol wegen Seiner Wohnung. Selbst die Hölle hört auf, aber sie werden nicht aufhören. Und das alles warum? Weil sie ihre Hände nach der Wohnung ausgestreckt haben.
Vers 16. Aber Gott löst meine Seele aus dem Scheol, weil wir nicht in seinem (des Bösen) Rate uns befanden. Denn Er nimmt mich an, Sela, sowie es heißt: „und sie wurden zu einem Zeichen“ (Bamidbar 26,10). Daraus geht hervor, dass Er sie in die Luft der Welt (in der Weltraum) stellte.
Vers 17. Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird. Das geht auf Korach.
Vers 19. Denn seine Seele wird er in seinem Leben segnen. Das geht auf Aharon.
Vers 20. Sie kommt zu dem Geschlechte seiner Väter, die bis in Ewigkeit nicht das Licht schauen, denn sie haben keinen Teil an der Künftigen Welt. Und das alles warum? Deshalb weil er in Ansehen war, aber keine Einsicht hatte, darum ging er verloren.

„37 Und der Ewige sprach zu Mosche und sagte: 38 Rede zu den Kindern Israel und sprich zu ihnen, dass sie sich eine Zizith [Schaufäden] an den Ecken ihrer Oberkleider machen, bei ihren Geschlechtern, und dass sie an die Zizith der Ecke eine Schnur von blauem Purpur setzen; 39 und es soll euch zu einer Zizith sein, dass ihr, wenn ihr sie ansehet, aller Gebote des Ewigen gedenket und sie tuet, und dass ihr nicht umherspähet eurem Herzen und euren Augen nach, denen ihr nachhuret; 40 damit ihr aller Meiner Gebote gedenket und sie tuet, und heilig seiet eurem G-tt“ (Bamidbar 15,37-40).

Midrasch Tehillim 24,12
Eine andere Auslegung: Vers 10. Wer ist Er, der König der Ehre. R. Chiskia hat gesagt: Warum ist das Purpurblau תכלתso ausgezeichnet von allen Farben? Weil das Purpurblau dem Meere gleicht und das Meer den Kräutern und die Kräuter der Feste und die Feste dem Regebogen und der Regenbogen der Wolke und die Wolke dem Throne der Herrlichkeit und der Thron gleicht Seiner (G-ttes) Herrlichkeit, wie es heißt: „Wie die Erscheinung des Regenbogens, der in einer Wolke ist an einem Regentage“ (Jecheskel 1,28).[2] Und Er teilt von Seiner Herrlichkeit Seinen Verehrern mit, d. i. das Purpurblau, wie es heißt: „Und sie sollen sich an die Zizith der Kleiderecke eine purpurblaue Schnur ansetzen“ (Bamidbar 15,38). Das wollen die Worte sagen: Das ist Er, der König der Herrlichkeit, der von seiner Herrlichkeit seinen Verehrern mitteilt.

„und es soll euch zu einer Zizith sein, dass ihr, wenn ihr sie ansehet, aller Gebote des Ewigen gedenket und sie tuet, und dass ihr nicht umherspähet eurem Herzen und euren Augen nach, denen ihr nachhuret“ (Bamidbar 15,39).

Midrasch Tehillim 14,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Ein Psalm von David. Der Tor spricht in seinem Herzen. Es ist kein G-tt. Das ist, was die Schrift sagt: „Ich, der Ewige, erforsche das Herz, prüfe die Nieren“ (Jirmejahu 17,10). Warum geschieht grade von allen Gliedern des Herzens und der Nieren Erwähnung? Weil die Augen dem Herzen nachgehen (dem Herzen folgen), sowie es heißt: „Nach eurem Herzen und nach euren Augen“ (Bamidbar 15,39). Ebenso gehen die Ohren und alle zweihundertachtundvierzig Glieder dem Herzen nach. Das Herz vollendet die Gedanken durch den Rat der Nieren. Deshalb erwähnt er (David) in diesem Verse nur das Herz und die Nieren, und der Heilige, gelobt sei Er, erforscht das Herz und prüft die Nieren. So hat auch David gesagt: „Und du mein Sohn Schlomo, erkenne den G-tt deines Vaters und diene Ihm mit ganzen Herzen und mit williger Seele, denn alle Herzen erforscht der Ewige“ (1. Diwre HaJamim 28,9). Was heißt „Alle Herzen?“ Gemeint sind die zwei Herzen mit den zwei Trieben, das böse Herz mit dem bösen Triebe und das gute Herz mit dem guten Triebe.

Eine andere Auslegung: „Er erforscht das Herz.“ Die Frevler sprechen nämlich in ihrem Herzen: Wir pflügen (denken) in unserm Herzen: der Heilige, gelobt sei Er, weiß, wenn man so sagen darf, nicht, was in unserm Herzen ist? Der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu ihnen: Vor Mir wollt ihr es verbergen? Heißt es nicht: „Wehe denen, die in die Tiefe sich begeben, vor dem Ewigen ihren Rat zu verbergen, dass in Finsternis sei ihr Tun, und sie sprechen: Wer sieht uns und wer kennt uns?“ (Jeschajahu 29,15). Ihr glaubt, dass Ich so bin wie ihr (dass Ich euch gleiche), da ihr den Bildner mit dem Gebilde, die Pflanzung mit dem Pflanzer vergleicht, „o eurer Verkehrtheit! Wird dem Throne der Töpfer gleich geachtet“ (dort V. 16)?

R. Levi hat gesagt: Womit ist das zu vergleichen? Mit einem Architekten, der eine Stadt erbaute und darin geheime Orte, Verstecke und Gemächer errichte und zuletzt zum Beherrscher derselben gemacht wurde. Wenn er kam, um die Räuber in der Stadt zu ergreifen, flohen sie und verbargen sich in den Verstecken. Er sprach zu ihnen: Narren seid Ihr, dass ihr euch vor mir verbergt! Ich bin es doch, der die Stadt erbaut hat, und ich bin es, der alle geheimen Orte kennt und die Verstecke auffindet und in sie besser eindringt als ihr.[3] So spricht auch der Heilige, gelobt sei Er, zu den Frevlern: Ihr Thoren! Vor mir wollt ihr das Böse in eurem Herzen verbergen? Ich bin es doch, der den Mensch gebaut hat, Ich kenne alle Gemächer und geheimen Orte in ihm. Darum heißt es: „Wehe denen, die in die Tiefe sich begeben, um vor dem Ewigen ihren Rat zu verbergen!“ (Jeschajahu 29,15).

R. Jeremia hat gesagt: Was heißt, was geschrieben steht: „Verschlagen ist das Herz über alles und ohnmächtig, wer es erkennt“ (Jirmejahu 17,9), und darauf folgt: „Ich, der Ewige, erforsche das Herz und prüfe die Nieren“ (dort)? Ich bin es, der die Herzen durchsucht und die Nieren prüft und die Heimlichkeiten offenbart. Und so hat auch Daniel gesagt: „Er offenbart das Tiefe und das Geheime; Er kennt, was in der Finsternis ist, und das Licht wohnt bei Ihm“ (Daniel 2,22).

„und es soll euch zu einer Zizith sein, dass ihr, wenn ihr sie ansehet, aller Gebote des Ewigen gedenket und sie tuet, und dass ihr nicht umherspähet eurem Herzen und euren Augen nach, denen ihr nachhuret“ (Bamidbar 15,39).

Midrasch Tehillim 35,2
Vers 2. Ergreife Schild und Tartsche und erhebe dich zu Meiner Hilfe. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Brauche Ich Schild und Tartsche?
Vers 5. Sie werden sein wie Spreu vor dem Winde. Blase Ich Wind in sie, so fliehen sie. So sprach auch Jeschajahu: „Eine Stimme spricht: Verkündige! Und er spricht: Was soll ich verkündigen? ... denn der Wind des Ewigen hat es angeweht“ (Jeschajahu 40,6.7).
Vers 10. Alle meine Gebeine werden sprechen: Wer ist wie Du? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: David, was tust du Mir? Er antwortete Ihm: Ich werde Dich loben mit allen meinen Gliedern. Mit meinem Haupte: Ich beuge und neige es im Gebet; mit den Haaren meines Hauptes ich erfülle: „Ihr sollt nicht rund abnehmen die Ecken eures Haupthaares“ (Wajikra 19,27), und nicht nur das, sondern ich lasse die Tephillin an meinem Haupte ruhen; mit meinem Halse ich halte die Vorschrift der Bedeckung mit Schaufäden (Tzitzit); mit meinen Augen ich erfülle: „Ihr sollt sie (die Schaufäden) sehen“ (Bamidbar 15,39); mit meinem Munde will ich Dich rühmen, wie es heißt: „Des Ewigen Ruhm soll aussprechen mein Mund“ (Tehillim 145,21); mit meinen Lippen will ich Dich rühmen, wie es heißt: „Meine Lippen werden strömen von Lob“ (dort 119,171); mit meinem Barte, wie es heißt: „Du sollst nicht zerstören die Ecke deines Bartes“ (Wajikra 19,27); mit meiner Zunge, wie es heißt: „Und meine Zunge soll reden von Deiner Gerechtigkeit“ (Tehillim 35,28); mit meinem Angesicht bei der Anbetung, wie es heißt: „Und er bückte sich vor seinem Angesicht zur Erde“ (Bereschit 48,12); mit meiner Kehle, wie es heißt: „Heiser ist meine Kehle“ (Tehillim 69,4); mit meinem Herzen, wie es heißt: „In meinem Herzen berge ich Deinen Spruch“ (Tehillim 119,11); mit der Brust, denn ich lege (setze) die Zizith gegenüber dem Herzen die ganze Zeit, da ich das Schma lese, wie es heißt: „Und es sollen die Worte, die Ich dir heute gebiete in (auf) deinem Herzen sein“ (Dwarim 6,6), von hinten und von vorn werfe ich den Gebetmantel (Tallit), zwei Flügel nach hinten und zwei Flügel nach vorn; mit der rechten Hand: Ich schreibe und zeige mit ihr die Akzente der Thora, und mit der linken Hand: Ich knüpfe an sie die Tephillin der Hand und erfasse mit ihr meine Schaufäden zur Zeit, wo ich das Schma lese; mit meiner Nase, um zu riechen mit ihr an den Ausgängen der Schabbate;[4] mit meinen Ohren, mit ihnen höre ich die Akzente der Thora; mit meinen Fingernägeln, sie betrachte ich beim Lichte der Hawdala; mit meinen Eingeweiden, wie es heißt: „Und Deine Lehre ist in meinen Eingeweiden“ (Tehillim 40,9); mit meinem Innern, wie es heißt: „Und all mein Innerstes Seinen heiligen Namen“ (dort 103,1); mit meinen Nieren, wie es heißt: „Auch in den Nächten züchtigen mich meine Nieren“ (dort 16,7); mit dem männlichen Gliede durch Beschneidung und Pri’a; mit meinen Knien, wenn ich die knie zum Gebete beuge; ferner mit meinen Knien werde ich der Gevatter der Knaben, die auf ihnen beschnitten werden; mit dem rechten Fuße bei der Vorschrift der Chalitza (des Schuhausziehens), mit dem linken Fuße, mit dem ich die drei Schritte mache.[5] Darum heißt es: Alle meine Gebeine werden sprechen: Ewiger, wer ist Dir gleich?

„und es soll euch zu einer Zizith sein, dass ihr, wenn ihr sie ansehet, aller Gebote des Ewigen gedenket und sie tuet, und dass ihr nicht umherspähet eurem Herzen und euren Augen nach, denen ihr nachhuret“ (Bamidbar 15,39).

Midrasch Tehillim 90,18
Vers 16. Sichtbar werde vor Deinen Knechten Dein Werk. R. Berachja im Namen des R. Chija hat gesagt: Das bezieht sich auf Abraham und Sara; und Dein Glanz über ihren Kindern, das bezieht sich auf Jizchak und Riwka, wie es heißt: „Und Jizchak ging hinaus, um zu beten לשוח auf dem Felde“ (Bereschit 24,63). Da kam Riwka mit Elieser. Als Riwka ihn sah, sah sie ihn besonders schön, gekleidet und gehüllt in Schaufäden (Zizith) und seine Gestalt wie die eines Engels G-ttes. Sie sprach zu Elieser: „Wer ist der Mann dort“ (dort V. 65)? Was bedeutet: הלזה? Schön wie der Mandelbaum הלוז. Und das alles warum? Im Verdienste seines Vaters und im Verdienste seiner selbst, wie es heißt: Sichtbar werde vor Deinen Knechten Dein Werk und Deine Schönheit über ihren Kindern. Unter הדרך, Dein Glanz, ist nur der schöne Gebetsmantel טלית הדור zu verstehen, der Deiner Schönheit gleicht, wie es heißt: „Pracht und Schönheit (הוד והדר) legst Du an“ (Tehillim 104,1), denn R. Chiskia hat gesagt, oder, wie manche wollen, im Namen des R. Meir: Das Purpurblau gleicht dem Meere und das Meer gleicht den Kräutern und die Kräuter gleichen den Bäumen und die Bäume gleichen dem Himmel und der Himmel gleicht dem Strahlenglanze und der Strahlenglanz gleicht dem Regenbogen und der Regenbogen gleicht dem (g-ttlichen) Ebenbilde, wie es heißt: „Wie der Rgenbogen anzusehen, der in einer Wolke ist an einem Regentage, so war anzusehen der Strahlenglanz ringsum; das war der Schein von dem Abbild der Herrlichkeit des Ewigen“ (Jecheskel 1,28)[6].

R. Chiskia hat gesagt: Wenn die Israeliten sich mit Schaufäden (Zizith) bedecken, sollen sie nicht glauben, dass sie nur mit blauem Purpur bekleidet wären, sondern die Israeliten sollen die Schaufäden so betrachten, als wäre die Schönheit der Schechina auf ihnen, wie es heißt: „Wenn ihr Ihn ansehet“ (Bemidbar 15,39). אותם sie, heißt es nicht, sondern: „אותו, Ihn“, d. i. den Heiligen, gelobt sei Er. Das wollen die Worte sagen: Und Deine Schönheit über ihren Kindern.

[1]Vergl. Sanhedrin 109b.
[2] Vergl. J. Berachot V, 3a.
[3] Vergl. Bereschit Rabba Par. 34 Anf.; Bamidbar R. Par. 9.
[4] Die Gewürze
[5] Am Schlusse des Schemone Esre muss der Israelit drei Schritte nach rückwärts machen. Es soll damit angedeutet werden, dass man sich vor G-tt ehrfurchtsvoll verabschieden soll, wie man sich vor einem Könige verabschiedet.
[6]Vergl. Bamidbar Rabba Par. 14, vergl. j. Beresch. I, 3a; Menach. 43b.

 
 
 
 
 
Back to top