Midrasch Tehillim zur Parascha Chaje Sarah, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Chaje Sarah Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

Midrasch Tehillim 1,4
Vers 1.
Eine andere Auslegung: Glückselig der Mann Das ist, was die Schrift sagt: „Denn Sonne und Schild ist der Ewige, G-tt; Gunst und Ehre gibt der Ewige, versagt kein Gut denen, die in Makellosigkeit wandeln“ (Tehillim 84,12).

Chiskia bar Chija hat gesagt: Heil den Propheten, die das Gebilde mit dem, der es gebildet und die Pflanzung mit dem, der sie gepflanzt, vergleichen, sowie es heißt: „Denn Sonne und Schild ist der Ewige, G-tt.“ Desgleichen heißt es: „Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten“ (Amos 3,8)? Ferner: „Siehe, die Herrlichkeit des G-ttes Israels kam vom Osten (von den Bergen) her und Seine Stimme war wie die Stimme mächtiger Wasser und die Erde leuchtete von Seiner Herrlichkeit“ (Jecheskel 43,2).[1] Allein man lässt das Ohr hören, was es zu hören vermag und das Auge sehen, was es zu sehen vermag.

Eine andere Auslegung: „Denn Sonne und Schild ist der Ewige, G-tt.“ Man könnte denken, dass, sowie die Sonne sticht, also auch der Heilige, gelobt sei Er? Darum heißt es: מגן, Schild: wie der Schild den Menschen deckt, so deckt der Heilige, gelobt sei Er, auch Seine ganze Welt.

R. Chija bar Abin hat gesagt: G-tt leuchtet wie die Sonne und schützt wie der Schild. Oder: מגן bedeutet התרים (griechisch),איסקוטא פרסאה (scutum, Schild), persischer Panzer, der den Menschen von drei Seiten umgibt. Und woher lässt sich entnehmen, dass auch die vierte Seite eingeschlossen ist? Weil es heißt: „Ewiger, gleich einem Panzer (כצנה)[2] umgibst Du ihn mit Gnade“ (Tehillim 5,13).

Eine andere Auslegung: „Denn Sonne und Schild ist der Ewige, G-tt; Gunst und Ehre gibt der Ewige, nicht verweigert Er Gutes denen, die in Makellosigkeit wandeln.“ Der Vers redet von unserm Vater Abraham. “Denn Sonne“, d.i. Abraham, wie es heißt: „Wer erweckte vom Aufgang her den Gerechten“ (Jeschajahu 41,2); „und Schild“, d.i. Abraham, wie es heißt: „Ich bin dir ein Schild“ (Bereschit 15,1); „G-tt (אלהים)“, d.i. Abraham , wie es heißt: „Ein Fürst G-ttes (נשיא אלהים ) bist du unter uns“ (dort 23,6); „Gunst und Ehre gibt der Ewige“, d.i. Abraham, und so heißt es: „Und Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold“ (dort 13,2); „nicht verweigert Er Gutes denen, die in Makellosigkeit wandeln“, d.i. Abraham, wie es heißt: „Wandle vor Mir und sei makellos“ (dort 17,1). Aber wenn der Vers von Abraham redete, so hätte es doch heißen müssen: לא ימנע טוב להולך בתמים, Er versagt kein Gut dem (Sing.), der in Makellosigkeit wandelt, was soll: להולכים בתמים, denen, die Makellosigkeit wandeln, heißen? Allein, wie Er diesem Abraham, der vor dem Heiligen, gelobt sei Er, in Makellosigkeit (בתמימות) wandelte, ein Schild wurde, so wird Er auch jedem, der vor Ihm in Makellosigkeit wandelt, ein Schild; denn es folgen darauf die Worte: „Glückselig der Mensch, der auf Dich trauet“ (Tehillim 84,13). Es heißt nicht; Glückselig ist Abraham, sondern: „Glückselig der Mensch“, womit jeder Mensch gemeint ist. So hat auch David gesagt: Glückselig der Mann [wenn er die Fülle wegen seiner Untadeligkeit erhält], Du hast den Frevlern die Fülle gegeben, doch haben sie keinen Genuss davon, denn sie werden [vor dem Richter] stehen [und sich verantworten].

Midrasch Tehillim 9,7
Vers 5.
Denn Du hast mein Gericht und mein Recht geführt.
Das ist eins von den fünf Themen, die in der Schrift doppelt vorkommen:משפטי ודיני, mein Gericht und mein Recht“; „עדי ושהדי, mein Zeuge und mein Gewährsmann“ (Jiob 16,19); „wer hat entlassen den Waldesel (פראחפשי) und die Bande des Waldesels (ערוד), wer hat sie gelöst“ (dort 39,5)? „גרמיו…עצמיו, seine Gebeine….seine Knochen sind wie Eisenstäbe“ (dort 40,18); „ זקנה ושיבה, Alter und Greisenalter“ (Tehillim 71,18).

R. Jehoschua im Namen des R. Idi hat gesagt: Die Gemeinde Israel spricht vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Ich bin verschuldet, indem ich mich besudelt habe mit der Besudelung der schlechten Taten, die ich getan, die Völker der Welt aber [haben sich verschuldet], indem sie mich [frevelhaft] zermalmen und unterjochen. Desgleichen heißt es: „Ich trage den Zorn des Ewigen“ (Micha 7,9). Warum? „Denn ich habe gesündigt gegen ihn“ (dort); „bis dass er meine Streitsache führt“ (dort) wegen der [Schuld der] Völker der Welt [gegen Israel].

Vers 6. Du hast gescholten die Völker, vernichtet den Frevler.
„Du hast gescholten die Völker“
, das geht auf Amalek, wie es heißt: „Das Erste der Völker ist Amalek“ (Bemidbar 24,20).

„Vernichtet den Frevler“, das geht auf Esau, wie es heißt: „Und man nennt sie Gebiet des Frevels“ (Maleachi 1,4); denn er beging fünf Sünden an einem Tage, nämlich er beschlief ein verlobtes Mädchen, er tötete einen Menschen, er leugnete die Wiederbelebung der Toten, er leugnete G-tt (בעיקר) und er verachtete die Erstgeburt. Alle diese fünf folgen aus dem Schlusse der Analogie. [3]

Ihren Namen hast Du ausgelöscht, „denn Ich werde auslöschen das Gedächtnis Amaleks“ (Schemot 17,14).

R. Levi hat gesagt: Es heißt: „Und es sprach der Ewige zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Bauche“ (Bereschit 25,23), d. i. Ich offenbare dir ein Geheimnis, nämlich der Völker Erstes[4] wird von dir hervorgehen. Darum heißt es: „und Jizchak liebte den Esau… aber Riwka liebte Jakow“ (Bereschit 25,28), denn sie wusste, was ihr der Heilige, gelobt sei Er, offenbart hatte.

R. Jehoschua im Namen des R. Eleasar hat gesagt: Niemals hat sich der Heilige, gelobt sei Er, in ein Gespräch mit einer Frau eingelassen, als mit jener Gerechten, und auch mit ihr nur auf eine besondere Veranlassung.

R. Eleasar im Namen des R. Jose hat gesagt: Auch hier mit ihr nur durch Schem, den Sohn Noachs, wie es heißt: „Und sie ging, um den Ewigen zu befragen“ (Bereschit 25,22).[5] Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ G-tt sprach nämlich zu ihr: Von Noach und von seinen Söhnen lasse Ich siebzig Völker erstehen, wie es heißt: „Diese drei waren die Söhne Noachs und von ihnen breitete sich die ganze Erde aus“ (Bereschit 9,19). Wieso? Von Japheth vierzehn, wie es heißt: „Die Söhne Japheths sind Gomer und Magog u.s.w.“ (Bereschit 10,2): und von Cham dreißig, wie es heißt: „und die Söhne Chams sind Kusch und Mitzrajim u.s.w.“ (dort, V. 6); und von Schem sechsundzwanzig, wie es heißt: „Die Söhne Schems sind Elam und Aschur u.s.w. (dort, V. 22). Siehe, das sind siebzig. Darauf heißt es: „Und von diesen sonderten sich die Eilande der Völker“ (dort V. 5 u. 32). „Du aber hast zwei Völker in deinem Bauche,“ und von einem von ihnen ließ Ich siebzig Seelen erstehen, wie es heißt: „Siebzig Seelen zogen hinab“ (Dwarim 10,22) und diese pflanzen sich fort wie der Sand des Meeres und der Staub der Erde und die Sterne der Himmel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Es steht גויים[6] geschrieben, was sagen will: Dieser brüstet (מתגאה) sich in seiner Welt und jener brüstet sich in seiner Welt; Hadrian unter den Völkern der Welt und Schlomo in Israel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Das geht auf Rabbi und Antonius, an deren Tisch der Rettig nicht im Sommer und die Gurke nicht im Winter aufhörten.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker“ d. i. die Feinde der Völker hast du in deinem Leibe; alle Völker hassen Esau und alle Völker hassen Israel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker“, von denen eins das andere hasst. Das eine brüstet sich mit seinem Reichtum, und das andere brüstet sich mit seiner Thora. „Und zwei Stämme werden sich aus deinem Leibe scheiden“ (Bereschit 25,23). Der eine beschnitten und der andere nicht beschnitten. Von hier lernst du, dass Jakow beschnitten geboren wurde. Er ist einer von den dreizehn, die beschnitten geboren wurden. Dieselben sind: Der erste Mensch, Schet, Chanoch, Noach, Schem, Terach, Jakow, Joseph, Mosche, Schmuel, David, Jeschajahu und Jirmejahu. Adam war der Anfang der Schöpfung des Heiligen, gelobt sei Er, Schet, wie es heißt: „Und er (Adam) zeugte in seiner Ähnlichkeit, nach seinem Bilde“ (Bereschit 5,3); Chanoch, wie es heißt: „Und Chanoch wandelte“ (dort V. 23). Desgleichen heißt es: „Noach wandelte“ (dort 6,9), nach dem Schlusse der Wortanalogie. Von Noach heißt es nämlich: „Es war ein Gerechte, Untadeliger“ (dort); von Schem heißt es: „Dies sind die Nachkommen des Schem. Schem“ (שם שם) (dort 11,10), denn jeder, dessen Name doppelt steht, wurde beschnitten geboren, wie „Schem, Schem“ [Bereschit 11,10], „נח נח, Noach, Noach“ [Bereschit 6,9], „תרח תרח, Terach, Terach.“ [dort V. 27) Von Jakow heißt es: „und Jakow war ein איש תם untadeliger Mann“ (dort 25,27); desgleichen: „ יעקב יעקב, Jakow, Jakow“ (dort 46,2). Von Joseph heißt es: „Das sind die Nachkommen Jakows. Joseph“ (dort 37,2). Daraus folgt, dass auch dieser (Joseph) beschnitten geboren wurde wie er (Jakow). Von Mosche heißt es: „משה משה, Mosche, Mosche“ (Schemot 3,4); ferner heißt es: „Und sie sah ihn, dass er gut war“ (dort 2,2), dass er nämlich beschnitten geboren worden war. Von Schmu’el heißt es: „שמואל שמואל, Schmu’el, Schmu’el“ (1. Schmu’el 3,10). Von Jeschajahu heißt es: „Der Ewige hat mich berufen vom Bauche an, vom Leibe meiner Mutter an erwähnt meinen Namen“ (Jeschajahu 49,1). Von Jirmejahu heißt es: „bevor Ich dich gebildet im Leibe, kannte Ich dich“ (Jirmejahu 1,5). Von David heißt es: „מכתם (Michtham) von David“ (Tehillim 16,1) d. i. מך תם, der demütig und vollkommen (makellos) war.[7] „Und der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (Bereschit 23,23).

Rab Huna hat gesagt: Wenn jener es verdient, wird dieser ihm dienen, wenn nicht, so wird er ihm nicht dienen. Als David sah, dass Esau den Gerechten sklavisch behandelte sprach er vor dem Heiligen, gelobt sei Er, „Du hast gescholten die Völker, den Frevler.“

Midrasch Tehillim 14,7
Vers 7. Dann frohlockt Jakow, es freut sich Israel. Es frohlockt Abraham und es freut sich Israel heißt es nicht, sondern: Es frohlockt Jakow, es freut sich Israel. Warum freut sich grade Jakow von den Vätern? R. Schim'on ben Lakisch hat gesagt: Zur Zeit, wenn die Israeliten sündigen, erzittert Jakow aus seiner Höhle Machpelah, wie es heißt: „Du hast gebuhlt, Ephraim, verunreinigt hat sich Israel“ (Hoschea 5,3), darum freut sich Jakow, wenn die Erlösung kommt, mehr als alle Väter, weil er zum Festmahl eingeladen ist, wie es heißt: „Höre Mir zu, Jakow und Israel, Mein Geladener (מקוראי)“. Was bedeutet: מקוראי? Soviel wie: מזומני, mein Geladener, sowie es heißt: „und er gab ihm einen Platz an der Spitze der Geladenen (הקרואים)“ (1. Sschmu’el 9,22). Rab hat gesagt: Gleich dem, der seine Tochter verheiratet. Wer freut sich? Nicht der Vater der Braut? Denn es heißt: „Darum spricht also der Ewige zu dem Hause Jakow, der Abraham erlöst“ (Jeschajahu 29,22). Sage: Wenn die Erlösung für Israel kommt, dann freut sich Jakow mehr als alle Väter. Darum heißt es: Es frohlockt Jakow, es freut sich Israel.

Midrasch Tehillim 24,8
Vers 3.
Eine andere Auslegung: Wer steigt hinauf auf den Berg des Ewigen? Der Vers redet von Abraham, wie es heißt: „Gehe hin in das Land Morija“ (Bereschit 22,2). Und wer steht auf Seiner heiligen Stätte? D. i. Abraham, wie es heißt: „Und Abraham machte sich am Morgen früh auf nach dem Orte, woselbst er gestanden vor dem Ewigen“ (Bereschit 19,27).
Vers 4. Wer rein an Händen ist
(wie es von Abraham heißt): „Wenn vom Faden bis zum Schuhriem“ (dort 14,23), denn er hielt sich fern vom Raube. Und reinen Herzens ist, wie es heißt: „Und Du fandst sein Herz treu vor Dir“ (Nechemija 9,8), und es heißt: „Und er war treu dem Ewigen“ (Bereschit 15,6). Wer nicht erhebt zum Eitlen seine Seele, vor Nimrod. Und nicht schwört zum Truge, denn es heißt:“ Ich erhebe meine Hand zum Ewigen“ (Bereschit 14,22).
Vers 5. Darum erhielt er Segen vom Ewigen
(wie es heißt): „Und der Ewige segnete den Abraham mit allem“ (dort 24,1). Und Gerechtigkeit vom G-tte seines Heils, wie es heißt: „Und er vertraute auf den Ewigen und das rechnete Er ihm zur Gerechtigkeit“ (dort 15,6).

Midrasch Tehillim 55,2
Vers 18. Abends und Morgens und Mittags will ich seufzen.
R. Schmu’el hat gesagt: Von hier geht hervor, dass der Mensch dreimal am Tage beten muss. Wer hat sie (diese Gebete) eingeführt? Die Väter der Welt.[8] Abraham führte das Morgengebet ein, wie es heißt: „Und Abraham machte sich früh auf am Morgen an den Ort, woselbst er gestanden vor dem Angesichte des Ewigen“ (Bereschit 19,27). Unter עמידה, „Stehen“ ist nur Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Und Pinchas stand und betete“ (Tehillim 106,30). Jizchak führte das Vespergebet MINCHA ein, wie es heißt: „Und Jizchak ging heraus aufs Feld zu sinnen gegen Abend“ (Bereschit 24,63). Unter שיחה, sinnen ist nichts anderes als Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Gebet eines Armen, wenn er verzagt und vor dem Ewigen ausschüttet sein Sinnen“ (Tehillim 102, 1). Jakow führte das Abendgebet ein, wie es heißt: „Und er stieß (ייפגע) auf einen Ort“ (Bereschit 28,11). Unter פגיעה, „Stossen“ ist nichts anderes als Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Du aber bete nicht für dieses Volk und erhebe nicht für sie Flehen und Gebet und stoße (dringe) nicht in Mich (אל תפגע בי)“ (Jirmejahu 7,16). David sprach: Weil die Väter sie eingeführt haben, so bete auch ich Abends, Morgens und Mittags.

Midrasch Tehillim 58,2
Vers 3. Selbst im Herzen verübt ihr Frevel, im Lande wägt ihr die Gewalttat eurer Hände dar. Vers 4. Abtrünnig sind die Frevler vom Mutterschosse an; es irren von Mutterleibe an, die Lügen reden. Er sprach zu ihnen: Das Herz des Menschen ist nur erschaffen worden, die Wahrheit sagen, wie es heißt: „Wer Wahrheit redet in seinem Herzen“ (Tehillim 15,2); ihr aber seid nicht so, sondern: Selbst im Herzen verübet ihr Frevel, im Lande wäget ihr die Gewalttat eurer Hände dar. Die Hände sind nur erschaffen worden, Gutes und Gerechtigkeit zu üben, ihr aber übt Gewalttat und Verheerung. Abtrünnig sind die Frevler von Mutterschosse an; es irren von Mutterleibe an, die Lügen reden. Die Gerechten werden schon vom Leibe und Mutterschosse an Heilige genannt, wie es heißt: „bevor Ich dich gebildet im Leibe, kannte Ich dich, und bevor du aus dem Mutterschosse gekommen, habe Ich dich geheiligt“ (Jirmejahu 1,5). So hat auch Jeschajahu gesagt: „Der Ewige hat mich berufen von Mutterleibe an, von dem Schosse meiner Mutter an gedacht meines Namens. Und Er sprach zu mir: Mein Knecht bist du“ (Jeschajahu 49,1.3). Aber die Frevler sind abtrünnig und ruchlos vom Schosse ihrer Mutter an, wie es heißt: Abtrünnig sind die Frevler vom Mutterschosse an, es irren vom Mutterleibe an die Lügenredner. Vom Mutterschosse und Mutterleibe an sind die Frevler erkannt. Und so findest du es auch bei Esau, dem Frevler. Solange er noch im Leibe seiner Mutter war, kämpfte er schon mit seinem Bruder, wie es heißt: „Und die Kinder stießen sich in ihrem Innern“ (Bereschit 25,22), denn er stieß sich mit seinem Bruder im Leibe seiner Mutter.[9] David sprach: Auch ihr wart vom Mutterschosse an abtrünnig und von Mutterleibe an irrtet ihr, wie es heißt: Vers 5. Sie haben Gift gleich dem Gifte der Schlange, wie die taube Otter, die ihr Ohr verstopft. Vers 6. Der nicht hört auf die Stimme der Beschwörer, des kundigen Geisterbanners. Er sprach nämlich zu ihnen: Wisst ihr nicht, was der Heilige, gelobt sei Er, an der Schlange getan? Er hat ihr Füße und Zähne zerbrochen, dass sie jetzt Staub verzehrt. So wird der Heilige, gelobt sei Er, auch den Verleumdern tun, wie es heißt: Vers 7. G-tt, schlag’ ein ihre Zähne in ihrem Munde, der jungen Leuen Gebiss reiss’ ihnen aus, o Ewiger. Vers 8. Sie müssen zerfließen wie Wasser, das zergeht. Wie die Wasser, wenn sie vergossen werden, sich nicht wieder sammeln, sondern fort fließen, so sind die Verleumder, wenn sie Verleumdung reden, kehrt das Wort nicht wieder zurück. Er spannt seine Pfeile. Wie der Pfeil, der vom Bogen ausgeht, fortfliegt, schlägt und tötet, so auch die Verleumdung (die böse Zunge), wie es heißt: „Ein gezogener Pfeil ist ihre Zunge, Trug redend“ (Jirmejahu 9,9). „כמו יתמוללו d .i. כד אינון ממללין, wenn sie reden.“

Midrasch Tehillim 59,2
E
ine andere Auslegung: „Besser sind zwei als einer“ (Kohelet 4,9). Das ist, was die Schrift sagt: „Wer eine Ehefrau gefunden, hat ein Gut gefunden“ (Mischle 18,22). Es heißt doch aber: „Auch fand ich bitterer als den Tod die Ehefrau“ (Kohelet 7,26)? Antwort: Ist die Ehefrau gut, so hat ihre Güte kein Ende, und ist die Ehefrau böse, so hat ihre Bosheit kein Ende. Das wollen die Worte sagen: „Wer eine Ehefrau gefunden, hat ein Gut gefunden“. Du findest: Vor der Erschaffung der Frau heißt es: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (Bereschit 2,18), aber nach ihrer Erschaffung heißt es: „Und G-tt sah alles, was Er gemacht, und siehe, es war sehr gut“ (dort 1,31).[10] Das wollen die Worte sagen: „Wer ein Ehefrau gefunden, hat ein Gut gefunden.“

Unsere Rabbanan haben gesagt: Wer keine Ehefrau hat, ist ohne Segen, ohne Leben, ohne Freude, ohne Hilfe, ohne ein Gut und ohne Frieden.[11] Ohne Segen, wie es heißt: „Und G-tt segnete sie“ (Bereschit 1,28), d. i. zu der Zeit, da sie zwei waren; ohne gutes Leben, wie es heißt: „Siehe (genieße) das Leben mit der Ehefrau“ (Kohelet 9,9); ohne Freude, wie es heißt: „Freue dich der Frau deiner Jugend“ (Mischle 5,18); ohne Hilfe, wie es heißt: „Ich will ihm eine Gehilfin machen ihm gegenüber“ (Bereschit 2,18); ohne ein Gut, wie es heißt: „Wer eine Ehefrau gefunden, hat ein Gut gefunden“ (Mischle 18,22); ohne Frieden, wie es heißt: „Und du weiß, dass Friede dein Zelt ist“ (Jiob 5,24); unter אוהל Zelt ist nichts anderes als die Ehefrau zu verstehen, wie es heißt: „Gehe, sage ihnen: Kehret um zu euren Zelten“ (Dwarim 5,27).[12] Manche sagen: Er (ein Unverheirateter) ist auch ohne Thora, wie es heißt: „Hätte ich keine Hilfe bei mir, so wäre das Heil (תושיה) von mir gestoßen“ (Jiob 6,13). Das wollen die Worte sagen: „Wer ein Frau gefunden, hat ein Gut gefunden.“       

Eine andere Auslegung: Ist die Ehefrau gut, so hat er ein Gut gefunden (מצא טוב), ist sie aber böse, so saugt sie alles Gut (ממצה הטובות כולן) aus seinem Hause auf und macht ihn arm. Wenn aber die Ehefrau gut ist, was sagt da die Schrift von ihm? „Eine tüchtige Ehefrau ist der Kranz ihres Ehemanns“ (Mischle 12,4), desgleichen: „Eine tüchtige Ehefrau, wer findet sie“ (dort 31,10)? Über sie heißt es: „Und Gnade erlangt er vom Ewigen“ (dort 18,22), desgleichen: „Vom Ewigen ist eine verständige Ehefrau“ (dort 19,14).

Komm und sieh, wie schwer die Ehe wiegt! Sowohl in der Thora, wie in den Propheten und in den Hagiographen verbindet der Heilige, gelobt sei Er, Seinen Namen mit der Ehe;[13] in der Thora heißt es: „Und es antwortete Laban und Bethuel und sprachen: „Vom Ewigen ist die Sache ausgegangen“ (Bereschit 24,50); in den Propheten heißt es: „Sein Vater aber und seine Mutter wussten nicht, dass es vom Ewigen war“ (Schoftim 14,4), und in den Hagiographen heißt es: „Und vom Ewigen ist eine verständige Ehefrau“ (Mischle 19,14). Daraus geht hervor, dass der Heilige, gelobt sei Er, Seinen Namen mit der Ehe verbunden hat.

Midrasch Tehillim 90,18

Vers 16. Sichtbar werde vor Deinen Knechten Dein Werk. R. Berachja im Namen des R. Chija hat gesagt: Das bezieht sich auf Abraham und Sara;und Dein Glanz über ihren Kindern, das bezieht sich auf Jizchak und Riwka, wie es heißt: „Und Jizchak ging hinaus, um zu beten (לשוח) auf dem Felde“ (Bereschit 24,63). Da kam Riwka mit Elieser. Als Riwka ihn sah, sah sie ihn besonders schön, gekleidet und gehüllt in Schaufäden (Zizith) und seine Gestalt wie die eines Engels G-ttes. Sie sprach zu Elieser: „Wer ist der Mann dort“ (dort V. 65)? Was bedeutet: „הלזה“? Schön wie der Mandelbaum (הלוז). Und das alles warum? Im Verdienste seines Vaters und im Verdienste seiner selbst, wie es heißt: Sichtbar werde vor Deinen Knechten Dein Werk und Deine Schönheit über ihren Kindern. Unter „הדרך, Dein Glanz“, ist nur der schöne Gebetsmantel (טלית הדור) zu verstehen, der Deiner Schönheit gleicht, wie es heißt: „Pracht und Schönheit (הוד והדר) legst Du an“ (Tehillim 104,1), denn R. Chiskia hat gesagt, oder, wie manche wollen, im Namen des R. Meir: Das Purpurblau gleicht dem Meere und das Meer gleicht den Kräutern und die Kräuter gleichen den Bäumen und die Bäume gleichen dem Himmel und der Himmel gleicht dem Strahlenglanze und der Strahlenglanz gleicht dem Bogen und der Bogen gleicht dem (g-ttlichen) Ebenbilde, wie es heißt: „Wie der Bogen anzusehen, der in einer Wolke ist an einem Regentage, so war anzusehen der Strahlenglanz ringsum; das war der Schein von dem Abbild der Herrlichkeit des Ewigen“ (Jecheskel 1,28)[14]. R. Chiskia hat gesagt: Wenn die Israeliten sich mit Schaufäden (Zizith) bedecken, sollen sie nicht glauben, dass sie nur mit blauem Purpur bekleidet wären, sondern die Israeliten sollen die Schaufäden so betrachten, als wäre die Schönheit der Schechina auf ihnen, wie es heißt: „Wenn ihr Ihn ansehet“ (Bemidbar 15,39). „אותם, sie“ heißt es nicht, sondern: „אותו, Ihn“, d. i. den Heiligen, gelobt sei Er. Das wollen die Worte sagen: Und Deine Schönheit über ihren Kindern.

Midrasch Tehillim 125,2
Vers 3. Denn nicht soll ruhen des Frevlers Stamm. Resch Lakisch hat vorgetragen: Dem Manne wird nur eine Ehefrau nach seinen Werken gegeben[15], wie es heißt: Denn nicht soll ruhen des Frevlers Stamm neben dem Lose der Gerechten.

R. Jochanan hat gesagt: Wenn es heißt: „Riwka war eine Jungfrau BETULA“ (Bereschit 24, 16), so weiß ich doch schon (so ist es doch selbstverständlich), dass sie noch keinen Mann erkannt hatte, allein es soll damit gesagt sein, dass kein Mann sich um sie beworben hatte, weil nicht ruhen soll der Stamm des Frevlers neben dem Lose der Gerechten.

[1]Zu ergänzen ist die Frage: Wer hat dem Löwen die Kraft, der Sonne das Licht gegeben? Nicht G-tt?
[2]Die צנה bedeckte den ganzen Körper des Kriegers.
[3] Vergl. Baba Batra 16b.
[4] D. i. Amalek s. oben
[5] Nämlich in das Lehrhaus des Schem.
[6] גויים statt גוים
[7] Vergl. Sota 10b.
[8]Vergl. j. Berach. IV. 7a; Bamidbhar Rabba 2, Anfang.
[9]Vergl. Bereschit Rabba Par. 63; Pesikta des Rab Kahana, Piska זכור.
[10]Vergl. Bereschit Rabba Par. 17.
[11]Vergl. Jebamot 62b.
[12]Vergl. Moed Katan 7b.
[13]Vergl. Bereschit Rabba Par. 68; Moed Katan 18b.
[14]Vergl. Bamidbar Rabba Par. 14, vergl. j. Beresch. I, 3a; Menach. 43b.
[15]S. Sota 2a.

 
 
 
 
 
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