Midrasch Tehillim zur Parascha Toledot, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Toledot Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben-Mordechai HaKohen, 5769

Midrasch Tehillim 4,7
Vers 2. Wenn ich rufe, antworte mir, G-tt meiner Gerechtigkeit. Nach R. Acha sprach David also vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Du bist mein und Dir liegt es ob, mich zu rechtfertigen. Die Rabbanan sagen: Die Israeliten sprechen vor dem Heilige, gelobt sei Er: Besitzen wir ein Verdienst, so verfahre mit uns nach diesem, besitzen wir aber keins, so verfahre mit uns nach [Deiner] Milde und Gnade.

Midrasch Tehillim 9,7
Vers 5.
Denn Du hast mein Gericht und mein Recht geführt.
Das ist eins von den fünf Themen, die in der Schrift doppelt vorkommen: משפטי ודיני, mein Gericht und mein Recht“; „עדי ושהדיmein Zeuge und mein Gewährsmann“ (Jiob 16,19); „wer hat entlassen den Waldesel (פראחפשי) und die Bande des Waldesels (ערוד), wer hat sie gelöst“ (dort 39,5)? „גרמיו…עצמיו, seine Gebeine….seine Knochen sind wie Eisenstäbe“ (dort 40,18); „ זקנה ושיבה, Alter und Greisenalter“ (Tehillim 71,18).

R. Jehoschua im Namen des R. Idi hat gesagt: Die Gemeinde Israel spricht vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! ich bin verschuldet, indem ich mich besudelt habe mit der Besudelung der schlechten Taten, die ich getan, die Völker der Welt aber [haben sich verschuldet], indem sie mich [frevelhaft] zermalmen und unterjochen. Desgleichen heißt es: „Ich trage den Zorn des Ewigen“ (Micha 7,9). Warum? „Denn ich habe gesündigt gegen ihn“ (dort); „bis dass Er meine Streitsache führt“ (dort) wegen der [Schuld der] Völker der Welt [gegen Israel].

Vers 6. Du hast gescholten die Völker, vernichtet den Frevler.
Du hast gescholten die Völker
, das geht auf Amalek, wie es heißt: „Das Erste der Völker ist Amalek[1]“ (Bemidbar 24,20).
Vernichtet den Frevler
, das geht auf Esau, wie es heißt: „Und man nennt sie Gebiet des Frevels“ (Maleachi 1,4); denn er beging fünf Sünden an einem Tage, nämlich er beschlief ein verlobtes Mädchen, er tötete einen Menschen, er leugnete die Wiederbelebung der Toten, er leugnete G-tt (בעיקר) und er verachtete die Erstgeburt. Alle diese fünf folgen aus dem Schlusse der Analogie.[2]

Ihren Namen hast Du ausgelöscht, „denn Ich werde auslöschen das Gedächtnis Amaleks“ (Schemot 17,14).

R. Levi hat gesagt: Es heißt: „Und es sprach der Ewige zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Bauche“ (Bereschit 25,23), d. i. Ich offenbare dir ein Geheimnis, nämlich der Völker Erstes[3] wird von dir hervorgehen. Darum heißt es: „und Jizchak liebte den Esau….aber Riwka liebte Jakow“ (Bereschit 25,28), denn sie wusste, was ihr der Heilige, gelobt sei Er, offenbart hatte.

R. Josua im Namen des R. Eleasar hat gesagt: Niemals hat sich der Heilige, gelobt sei Er, in ein Gespräch mit einer Frau eingelassen, als mit jener Gerechten, und auch mit ihr nur auf eine besondere Veranlassung. R. Eleasar im Namen des R. Jose hat gesagt: Auch hier mit ihr nur durch Schem, den Sohn Noachs, wie es heißt: „Und sie ging, um den Ewigen zu befragen“ (Bereschit 25,22).[4]

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ G-tt sprach nämlich zu ihr: Von Noach und von seinen Söhnen lasse Ich siebzig Völker erstehen, wie es heißt: „Diese drei waren die Söhne Noachs und von ihnen breitete sich die ganze Erde aus“ (Bereschit 9,19). Wieso? Von Japhet vierzehn, wie es heißt: „Die Söhne Japhets sind Gomer und Magog…“ (Bereschit 10,2); und von Cham dreißig, wie es heißt: „und die Söhne Chams sind Kusch und Mitzrajim…“ (dort, V. 6); und von Schem sechsundzwanzig, wie es heißt: „Die Söhne Schems sind Elam und Aschur…“ (dort, V. 22). Siehe, das sind siebzig. Darauf heißt es: „Und von diesen sonderten sich die Eilande der Völker“ (dort V. 5 u. 32). „Du aber hast zwei Völker in deinem Bauche,“ und von einem von ihnen ließ Ich siebzig Seelen erstehen, wie es heißt: „Siebzig Seelen zogen hinab“ (Dwarim 10,22) und diese pflanzen sich fort wie der Sand des Meeres und der Staub der Erde und die Sterne der Himmel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Es steht גיים geschrieben, was sagen will: Dieser brüstet (מתגאה) sich in seiner Welt und jener brüstet sich in seiner Welt; Hadrian unter den Völkern der Welt und Schlomo in Israel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker sind in deinem Bauche.“ Das geht auf Rabbi und Antonius, an deren Tisch der Rettig nicht im Sommer und die Gurke nicht im Winter aufhörten.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker“, d. i. die Feinde der Völker hast du in deinem Leibe; alle Völker hassen Esau und alle Völker hassen Israel.

Eine weitere Auslegung: „Zwei Völker“, von denen eins das andere hasst. Das eine brüstet sich mit seinem Reichtum, und das andere brüstet sich mit seiner Thora. „Und zwei Stämme werden sich aus deinem Leibe scheiden“ (Bereschit 25,23). Der eine beschnitten und der andere nicht beschnitten. Von hier lernst du, dass Jakow beschnitten geboren wurde. Er ist einer von den dreizehn, die beschnitten geboren wurden. Dieselben sind: Der erste Mensch[5], Schet, Chanoch, Noach, Schem, Terach, Jakow, Joseph, Mosche, Schmuel, David, Jeschajahu und Jirmejahu. Adam war der Anfang der Schöpfung des Heiligen, gelobt sei Er, Schet, wie es heißt: „Und er (Adam) zeugte in seiner Ähnlichkeit, nach seinem Bilde“ (Bereschit 5,3); Chanoch, wie es heißt: „Und Chanoch wandelte“ (dort V.23). Desgleichen heißt es: „Noach wandelte“ (dort V.23). Desgleichen heißt es: „Noach wandelte“ (dort 6,9), nach dem Schlusse der Wortanalogie. Von Noach heißt es nämlich: „Es war ein Gerechte, Untadeliger“ (dort); von Schem heißt es: „Dies sind die Nachkommen des Schem. Schem“ (שם שם) (dort 11,10), denn jeder, dessen Name doppelt steht, wurde beschnitten geboren, wie „Schem, Schem“ [Bereschit 11,10], „נח נח, Noach, Noach“ [Bereschit 6,9], „תרח תרח, Terach, Terach“ [dort V. 27). Von Jakow heißt es: „und Jakow war ein איש תם untadeliger Mann“ (dort 25,27); desgleichen: „ יעקב יעקב, Jakow, Jakow“ (dort 46,2). Von Joseph heißt es: „Das sind die Nachkommen Jakows. Joseph“ (dort 37,2). Daraus folgt, dass auch dieser (Joseph) beschnitten geboren wurde wie er (Jakow). Von Mosche heißt es: „משה משה, Mosche, Mosche“ (Schemot 3,4); ferner heißt es: „Und sie sah ihn, dass er gut war“ (dort 2,2), dass er nämlich beschnitten geboren worden war. Von Schmu’el heißt es: „שמואל שמואל, Schmu’el, Schmu’el“ (1. Schmu’el 3,10). Von Jeschajahu heißt es: „Der Ewige hat mich berufen vom Bauche an, vom Leibe meiner Mutter an erwähnt meinen Namen“ (Jeschajahu 49,1). Von Jirmejahu heißt es: „bevor Ich dich gebildet im Leibe, kannte Ich dich“ (Jirmejahu 1,5). Von David heißt es: „מכתם (Michtham) von David“ (Tehillim 16,1) d. i. מך תם, „der demütig und vollkommen (makellos) war.[6] „Und der Ältere wird dem Jüngeren dienen“ (Bereschit 23,23).

Rab Huna hat gesagt: Wenn jener es verdient, wird dieser ihm dienen, wenn nicht, so wird er ihm nicht dienen. Als David sah, dass Esau den Gerechten sklavisch behandelte sprach er vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Du hast gescholten die Völker, die Frevler vertilgt, ihre Namen hast Du ausgelöscht für immer und ewig.

Midrasch Tehillim 58,2
Vers 3. Selbst im Herzen verübt ihr Frevel, im Lande wägt ihr die Gewalttat eurer Hände dar. Vers 4. Abtrünnig sind die Frevler vom Mutterschosse an; es irren von Mutterleibe an, die Lügen reden. Er sprach zu ihnen: Das Herz des Menschen ist nur erschaffen worden, die Wahrheit sagen, wie es heißt: „Wer Wahrheit redet in seinem Herzen“ (Tehillim 15,2); ihr aber seid nicht so, sondern: Selbst im Herzen verübet ihr Frevel, im Lande wäget ihr die Gewalttat eurer Hände dar. Die Hände sind nur erschaffen worden, Gutes und Gerechtigkeit zu üben, ihr aber übt Gewalttat und Verheerung. Abtrünnig sind die Frevler von Mutterschosse an; es irren von Mutterleibe an, die Lügen reden. Die Gerechten werden schon vom Leibe und Mutterschosse an Heilige genannt, wie es heißt: „bevor Ich dich gebildet im Leibe, kannte Ich dich, und bevor du aus dem Mutterschosse gekommen habe Ich dich geheiligt“ (Jirmejahu 1,5). So hat auch Jeschajahu gesagt: „Der Ewige hat mich berufen von Mutterleibe an, von dem Schosse meiner Mutter an gedacht meines Namens. Und Er sprach zu mir: Mein Knecht bist du“ (Jeschajahu 49,1.3). Aber die Frevler sind abtrünnig und ruchlos vom Schosse ihrer Mutter an, wie es heißt: Abtrünnig sind die Frevler vom Mutterschosse an, es irren vom Mutterleibe an die Lügenredner. Vom Mutterschosse und Mutterleibe an sind die Frevler erkannt. Und so findest du es auch bei Esau, dem Frevler. Solange er noch im Leibe seiner Mutter war, kämpfte er schon mit seinem Bruder, wie es heißt: „Und die Kinder stießen sich in ihrem Innern“ (Bereschit 25,22), denn er stieß sich mit seinem Bruder im Leibe seiner Mutter.[7]

David sprach: Auch ihr wart vom Mutterschosse an abtrünnig und von Mutterleibe an irrtet ihr, wie es heißt: Vers 5. Sie haben Gift gleich dem Gifte der Schlange, wie die taube Otter, die ihr Ohr verstopft. Vers 6: Der nicht hört auf die Stimme der Beschwörer, des kundigen Geisterbanners. Er sprach nämlich zu ihnen: Wisst ihr nicht, was der Heilige, gelobt sei Er, an der Schlange getan? Er hat ihr Füße und Zähne zerbrochen, dass sie jetzt Staub verzehrt. So wird der Heilige, gelobt sei Er, auch den Verleumdern tun, wie es heißt: Vers 7: G-tt, schlag’ ein ihre Zähne in ihrem Munde, der jungen Leuen Gebiss reiß ihnen aus, o Ewiger. Vers 8. Sie müssen zerfließen wie Wasser, das zergeht. Wie die Wasser, wenn sie vergossen werden, sich nicht wieder sammeln, sonder fort fließen, so sind die Verleumder, wenn sie Verleumdung reden, kehrt das Wort nicht wieder zurück. Erspannt seine Pfeile. Wie der Pfeil, der vom Bogen ausgeht, fortfliegt, schlägt und tötet, so auch die Verleumdung (die böse Zunge), wie es heißt: „Ein gezogener Pfeil ist ihre Zunge, Trug redend“ (Jirmejahu 9,9). כמו יתמוללו d .i. כד אינון ממללין, „wenn sie reden.“

Midrasch Tehillim 1,13
Eine anderem Auslegung: Heil dem Manne. Das lässt sich auf Abraham anwenden, wie es heißt: „Und nun gib zurück die Ehefrau des Mannes“ (Bereschit 20,7).

Der nicht wandelt im Rate der Frevler, denn er wandelte nicht im Rate des Zeitalters der Zerstreuung[8], von dem es heißt: „Wohlan, wir wollen uns eine Stadt (עיר) bauen“ (dort 11,4). Unterהבה  [HAWA] ist nichts anderes alsעצהETZA, Rat zu verstehen, wie es heißt: „Schaffet (הבו) euch Wort und Rat hier“ (Richter 20,7), und unter עיר[IR] ist nichts anderes als אלוה[ELOAH], G-tt zu verstehen,[9] wie es heißt: „Ein Wachender (עירIR) und Heiliger“ (Daniel 4,10). Es (das Geschlecht der Zerstörung) bestand nämlich aus drei Parteien, die eine sprach: Wir wollen (eine Stadt) machen und uns daselbst niederlassen, die andere sprach: Wir wollen hinaufsteigen und daselbst Götzendienst treiben. Alle drei wurden bestraft, die eine wurde in Affen, Geister und Dämonen verwandelt, die zweite schlug der Ewige mit der Verwirrung der Sprache und die dritte zerstreute der Ewige. Das ist, was geschrieben steht: „Wovor dem Frevler bangt, das kommt über ihn“ (Mischle 10,24).[10]

Und auf dem Wege der Sünder nicht steht, das geht auf die Sodomiten, wie es heißt: „Und die Leute von Sodom waren böse und Sünder“ (Bereschit 13,13).

Und auf dem Sitze der Spötter nicht sitzt, das geht auf Abimelech, denn er sprach zu Abraham: „Siehe, mein Land ist vor dir“ (dort 20,15), und dieser nahm es nicht an. Sondern er hat seine Lust an der Thora des Ewigen (denn von Abraham heißt es): „Denn ich hab’ ihn erkannt, dass er befehle“ (dort 18, 19). [Vers 2.] Und über seine Thora sinnt er Tag und Nacht.

R. Schmu’el bar Nachmann sagte: Er hatte keinen Vater, der ihn belehrte, und keinen Rabbi, der ihn unterrichtete. Woher aber lehnte er Thora? R. Schim’on ben Jochai hat gelehrt: Daraus geht hervor, dass der Heilige, gelobt sei Er, ihm zwei Nieren bereitete in Gestalt zweier Eimer, die ihm die ganze Nacht Weisheit und Kenntnis zuströmten und vermittelten, wie es heißt: „Ich preise den Ewigen, der mich berät, auch in den Nächten belehren mich meine Nieren“ (Tehillim 16,7).

R. Schmu’el bar Nachmani im Namen des R. Jonathan sagte: Abraham kannte auch die Halachoth betreffs des Erub, der gekochten Speise und des Erub der Höfe, wie es heißt: „Zum Lohne, dass Abraham gehorcht hat Meiner Stimme und hat bewahret Meine Vorschrift, Meine Gebote, Meine Satzungen und Mein Lehren [תורותי TOROTAJ]“ (Bereschit 26, 5). Und er ist wie ein Baum eingesetzt, denn der Heilige, gelobt sei Er, nahm ihn und versetzte ihn in das Paradies. (Oder: Denn der Heilige, gelobt sei Er, versetzte ihn in das Land Israel.)

[Vers 3.] Der seine Frucht gibt zu seiner Zeit, das geht auf Ischmu’el; und sein Blattwerk welkt nicht, das auf Jizchak; und alles,was er tut, gedeiht, das geht auf die Kinder der Ketura. [Vers 4]Nicht also sind die Frevler, das geht auf Nimrod und dessen Genossen.

Midrasch Tehillim 92,11
Vers 13. Der Gerechte blüht wie eine Palme. R. Jizchak bar Ada hat gesagt: Wie die Palme ihren Schatten fern von sich verbreitet, ebenso erstreckt sich der Lohn der Gerechten in die Ferne von ihnen bis in die künftige Welt, wie es heißt: „und es wird sein die Folge, dass ihr gehorchet“ (Dwarim 7,12), und es heißt: „Er bewahrt den Bund und die Gnade denen, welche Ihn lieben und Seine Gebote halten bis in tausend Geschlechter“ (dort V. 9)[11].

Eine andere Auslegung: Wie an dieser Palme Lulabe[12] sind zum Hallel und Balken zur Laubhütte und selbst der Bast zur Befestigung dient und das Holz zum Anzünden, ebenso fehlt es den Israeliten nicht an Gerechten, Redlichen, Thorabefliessenen (Bnej Thora), und selbst die Unwissenden (העמיהארצות) unter ihnen sind Wohltäter.

Eine andere Auslegung: Wie diese Palme [hat Israel] nicht weniger als drei Gerechte, wie Abraham, Jizchak und Jakow: wie Chananja, Mischael und Asarja.

Eine andere Auslegung: Wie diese Palme saftige und rühmenswerte Datteln trägt, aber auch Dornen hervorbringt, so auch [TALMIDEJ CHACHAMIM] die Weisen.

R. Berachja hat gesagt: Sei behutsam mit ihren Kohlen, dass du dich nicht verbrennst, denn jeder, der nicht behutsam ist gegen Israel, wird bestraft, wie es heißt: „Und es schlug der Ewige den Pharao mit großen Plagen“ (Bereschit 12,17). Ebenso gibt es unter den Israeliten Mischna-, Talmud- und Agadagelehrte, aber es gibt unter ihnen auch Unwissende (עמי הארץ) und Leere(בורים).

Eine andere Auslegung: Wie diese Palme ihr Herz nach oben richtet, so richten auch die Israeliten ihr Herz zu ihrem Vater in den Himmeln.

Eine andere Auslegung: Sowie das Herz der Palme nach der Höhe verlangt, so verlangen die Israeliten auch nach dem Heiligen, gelobt sei Er. Unsere Rabbanan erzählen: Es stand einmal eine Palme in Chamath, man pfropfte sie, sie trug aber keine Frucht, da sprach man: Diese Palme sieht eine Palme in Jericho und verlangt nach ihr. Man ging und holte sie ihr von da und sie trug sofort Frucht[13]. So verlangen und schauen auch die Israeliten nach dem Heiligen, gelobt sei Er. Nun könnte man glauben, wie man aus der Palme keine Geräte machen kann, dass es sich auch mit Israel so verhalte? Darum heißt es: Wie die Zeder auf Libanon schießt es empor.

R. Tanchuma erzählt: Ich fragte Rab Huna danach und er antwortete mir: Wir sahen in Babylon eine Palme, von der man Gefäße, Tische und Leuchten machte. Nun könnte man glauben: Wie die Zeder keine Früchte trägt, so auch Israel? Darum heißt es: Der Gerechte blüht wie eine Palme. Wie die Palme Früchte trägt, so tragen auch die Israeliten Früchte. Nun könnte man glauben, wie die Palme ihren Stamm nicht wechselt, so auch Israel? Darum heißt es: Zeder. Wie die Zeder ihren Stamm wechselt, so wechselt auch Israel seinen Stamm[14]. Und wie die Zeder im Libanon ihre Wurzeln zahlreich nach unten in die Erde sendet, so dass selbst alle Winde, die in die Welt kommen und sie anwehen, sie nicht von ihrem Orte fortrücken, so sind auch die Israeliten im Hause des Ewigen gepflanzt, und der Heilige, gelobt sei Er, wird sie einst von den vier Enden der Erde sammeln. Und gleich einem Garten, der von einer Betreibe in die andere verpflanzt wird, sind die Israeliten. Der Heilige, gelobt sei Er, wird einst aus unreinem Lande nach reinem Lande verpflanzen, wie es heißt: Vers 14. Gepflanzt im Hause des Ewigen. Und sie werden wie das Kraut blühen und sprossen im Heiligtum, wie es heißt: In den Höfen unseres G-ttes blühen sie.
Vers 15. Noch im Greisenalter sprossen sie. Wie das Greisenalter eine Zierde und Ehre der Alten ist, so sind auch sie Zierde und ehre vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Sie sind markig und belaubt, d. i. Helden an Kraft durch ihre guten Werke. Vers 16. Zu verkünden den Namen des Heiligen, gelobt sei Er, der gerecht, redlich und sonder Tadel ist, wie es heißt: Mein Fels und kein Tadel ist an ihm.

Eine andere Auslegung: Wie die Palme und Zeder größer sind als alle Bäume, so auch die Israeliten, wie es heißt: „Denn groß ist Mordechai“ (Esther 9,4). Und von Jizchak heißt es: „Und der Mann ward groß und ward fort und fort größer, bis er sehr groß war“ (Bereschit 26,13). Nun könnte man glauben, wie die Palme und Zeder, wenn sie entwurzelt worden sind, nicht wieder nachsprossen, so auch die Israeliten? Darum heißt es: Gepflanzt im Hause des Ewigen.

[1] Der Erste repräsentiert alle Nachfolger.
[2] Vergl. Baba Batra 16b.
[3] D. i. Amalek s. oben
[4] Nämlich in das Lehrhaus des Schem.
[5] Adam war vollkommen von G-tt gemacht, also ohne ORLA die Vorhaut, die erst als Folge der Sünde erschien. An vier Stellen wuchs dem Menschen die ORLA: Am Ohr, an den Lippen, am Herzen und am Zeugunsglied.
[6] Vergl. Sota 10b.
[7] Vergl. Bereschit Rabba Par. 63; Pesikta des Rab Kahana, Piska זכור.
[8] Nach der Sprachverwirrung
[9] Der Sinn der Stelle wäre demnach: Wir wollen uns eine Gottheit bauen.
[10] Sie leiteten ihre Sünde mit dem Worte: הבה ein und ebenso leitete G-tt die Strafe mit diesem Worte ein. Das will die erste Hälfte der stelle Mischle 10,24 sagen: „Der Mund des Toren wird ihnen ein Schreck.“ Sie sprachen ferner: „Dass wir uns nicht zerstreuen“, G-tt jedoch zerstreute sie. Darauf bezieht sich die zweite Hälfte der angezogenen Stelle.
[11] Vergl. Bemidbar Rabba Par. 3; Taanith 25b.
[12] Palmenzweige
[13] S. Bereschit Rabba Par. 41; vergl. Megilla 2b.
[14] S. Baba Batra 80b.

 
 
 
 
 
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