Midrasch Tehillim zur Parascha Toledot, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Toledot Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben-Mordechai HaKohen, 5769

Midrasch Tehillim 2,4
[Vers 1. Warum toben die Völker.] R. Berachja hat in Namen des R. Levi gesagt: Verflucht seien die Frevler, die sich gegen Israel beraten und von denen ein jeder behauptet: Mein Rat ist besser als dein Rat. Esau sprach: Kain war ein Tor, dass er seinen Bruder Abel bei Lebzeiten seines Vaters umbrachte und nicht bedachte, sein Vater werde sich vermehren und den Schet zeugen; ich werde nicht so tun, sondern „Es werden die Tage der Trauer um meinen Vater heranrücken, dann will ich meinen Bruder Jakow umbringen“ (Bereschit 27,41) und seinen Teil erben. Pharao sprach: Esau war ein Thor, indem er sprach: „Es werden die Tage der Trauer um meinen Vater heranrücken“, und nicht bedachte, sein Bruder könnte sich bei Lebzeiten seines Vaters vermehren, ich werde nicht so tun, sondern wenn die Kleinen noch unter den Gebärstühlen ihrer Mutter sind, will ich sie verderben. Das ist, was geschrieben steht: „Wohlan, lasset uns klug gegen dasselbe verfahren!“ (Schemot 1,10), d. i. wir wollen klüger sein als die Früheren; sofort gebot er: „Jeden neugebornen Sohn sollt ihr in den Fluss werfen“ (dort V. 22). Haman sprach: Pharao war ein Tor, indem er sprach: „Jeden neugebornen Sohn sollt ihr in den Fluss werfen“, und jede Tochter am Leben lassen, und nicht wusste, die Töchter könnten sich mit andern verheiraten und sich fortpflanzen, ich werde nicht so tun, sonder: „Zu vertilgen, umzubringen und zu vernichten alle Juden“ (Schemot 3,13). Auch Gog und Magog wird einst also sprechen: Die Früheren waren Thoren, die Israeliten mit Anschlägen zu umzingeln und nicht wussten, dass sie einen Schutzherrn im Himmel hatten, ich werde nicht so tun, sonder: Ich werde mich zuerst an ihren Schutzherrn machen und hernach gegen Israel mich wenden. Das ist, was geschrieben steht:
Vers 2.
Aufstellen sich die Könige der Erde und Fürsten berathen sich einmüthig wider den Ewigen und wider seinen Gesalbten. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu den Frevlern: Ihr kommt, um euch an Mich zu machen, wie viele Scharen gibt es vor Mir, wie viele Seraphim, Blitze, Fackeln und Engel gibt es vor Mir! Ich ziehe mit ihnen aus und mit ihnen führe Ich Kriege. Das ist, was geschrieben steht: „Der Ewige, wie ein Held zieht Er aus, wie ein Kriegsmann“ (Jeschajahu 42,13); ferner: „Und der Ewige ziehet aus und streitet wider selbige Völker“ (Sacharja 14,3). Was folgt darauf? „Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde“ (dort V. 9).

Midrasch Tehillim 14,2
[Vers 1.] Eine andere Auslegung: Der Tor spricht in seinem Herzen. Die Frevler sind in der Gewalt[1] ihres Herzens[2], denn es heißt: Der Tor spricht ins seinem Herzen. „Und Esau sprach in seinem Herzen“ (Bereschit 27,41); „und Jerobeam sprach in seinem Herzen“ (1. Mlachim 12,26), „und Haman sprach in seinem Herzen“ (Esther 6,6). Und so finden wir es auch bei Nebuchadnezar: „Und du sprachst in deinem Herzen: Zum Himmel will ich emporsteigen!“ (Jeschajahu 14,13). Und was widerfuhr ihm? „Noch war das Wort im Munde des Königs, da erschall eine Stimme vom Himmel“ (Daniel 4,28). Darum heißt es: Der Tor spricht in seinem Herzen.

„Und Esau sprach in seinem Herzen“ (Bereschit 27,41). Was dachte er? Es ist nicht Ziel führend, wenn ich meinen Vater umbringe, nein, ich überrede seinen Bruder Ischma’el, dass er ihn umbringe, und ich werde meinen Bruder Jakow umbringen, so nehme ich und er die Welt in Besitz. So sprach auch Ischma’el [nachdem Esau seinen Plan vortrug], aber Esau dachte in seinem Herzen: Wenn Ischma’el meinen Vater ums Leben bringt und ich meinem Bruder, so komme ich dann über Ischma’el und bringe auch ihn ums Leben und nehme die Welt allein in Besitz. Darum heißt es: Der Tor spricht in seinem herzen: Es ist kein G-tt. Der Heilige, gelobt sei Er, machte es aber öffentlich bekannt. „Wie ist Esau durchsucht worden, aufgedeckt sein Verborgenes!“ (Obadja V. 6). Es heißt: „Und Ich habe Esau durchsucht, aufgedeckt seine Schlupfwinkel“ (Jirmejahu 49,10). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach nämlich zu ihm: Ich weiß, was du in deinem Herzen gedacht hast. So heißt es auch: „Weil du sprachst: Die beiden Völker und die beiden Länder werden mir gehören, und wir werden sie beerben“ (Jecheskel 35,10). Und wer machte es bekannt? „Der Ewige war dort“ (dort).

Midrasch Tehillim 14,3
[Vers 1.] Eine andere Auslegung: Der Tor spricht in seinem Herzen. Damit ist der ruchlose Esau gemeint, denn er sprach mit dem Munde anders als er im Herzen dachte. Im Herzen dachte er: „Es nahen sich die Tage der Trauer meines Vaters“ (Bereschit 27,41), mit dem Munde aber sprach er: „Siehe, hier bin ich“ (dort V. 1). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Du Frevler! Mit deinen Worten stellst du dich gegen deinen Vater freundlich und sprichst zu ihm: „Hast du denn nur einen Segen, mein Vater?“ (dort V. 38). So heißt es: „Wenn auch seine Stimme noch so freundlich ist, glaube ihm nicht, denn siebenfacher Gräuel ist in seinem Herzen“ (Mischle 26,25). Alles, was Ich hasse, liebt er, wie es heißt: „Sechs sind es, die der Ewige hasst und sieben sind Seiner Seele ein Gräuel“ (dort 6,16).

Eine andere Auslegung: Der Tor spricht in seinem Herzen. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu den Frevlern: Ihr denkt in eurem Herzen, auch Ich werde euch nur an eurem Herzen strafen, wie es heißt: „Ihr Schwert soll in ihr Herz kommen“ (Tehillim 37,15).

Eine andere Auslegung: Der Tor spricht in seinem Herzen. Das geht auf den ruchlosen Esau. Und warum wird er נבל[NAWAL] genannt? R. Jehuda im Namen des R. Schmu’el hat gesagt: Weil er die Welt mitנבלות [NAWLUT], schlechten Dingen erfüllt hat: Er errichtete Schand- und Buhlhäuser, Theater und Zirkus und Tempel des Götzendienstes.

R. Huna hat gesagt: Weil er die ganze Erde mit Leichen Israels (מנבלתם של ישראל) erfüllt hat, wie es heißt: „Sie haben die Leichen Deiner Knechte hingegeben zum Fraße dem Vogel des Himmels“ (Tehillim 79,2).

R. Abba hat gesagt: Weil er verunstaltete (מנוול), er stellte nämlich seine Bildsäule an der Türe der Buhlerin, an dem Eingänge zu Aborten und Badehäusern auf. Das ist, was geschrieben steht: „Deine Furcht berückt dich, der Trotz deines Herzens“ (Jirmejahu 49,16).

R. Jakow sagt: Einst wird der Heilige, gelobt sei Er, ihn entfernen, wie die unreife Frucht (כנובלת), die vom Baume fällt, wie es heißt: „Die Kinder des Fremden werden abfallen (יבולו) (Tehillim 18,46).

R. Judan im Namen des R. Simon hat gesagt: נבל[NAWAL] ist soviel wie לבן, Laban, denn die Buchstaben dieses (Wortes) sind dieselben wie die jenes (Wortes). Wie Laban ein Betrüger war, so ist auch dieser ein Betrüger. Über sie hat Schlomo gesagt: „Betrug ist im Herzen derer, die Böses pflügen“ (Mischle 12,20), aber hinsichtlich der Gerechten gilt: „und denen, die zum Frieden raten, ist Freude“ (dort). Und wem wird der Friede verliehen? Den Israeliten, wie es heißt: „Der Ewige wird Sein Volk segnen mit Frieden“ (dort 29,11).

Midrasch Tehillim 17,10
[Vers 13. Erhebe Dich Ewiger, komme ihm zuvor.]
Eine andere Auslegung: „Richte Dich auf, Ewiger, erhebe Deine Hand“ [Tehillim 10,12]. Gedenke Deines Schwures, den der Engel in Deinem Namen geschworen, wie es heißt: „Und er hob seine Rechte und seine Linke zum Himmel und schwur bei dem ewig Lebenden“ (Daniel 12,7) und sprach: „Darum (ולכן) harret der Ewige, euch zu begnadigen“ (Jeschajahu 30,18). Unter לכן ist nichts anderes als שבועה, Schwur zu verstehen, wie es heißt: „Darum (ולכן) habe ich geschworen bei dem Hause Elis“ (1. Schmu’el 3,14).

R. Jehoschua von Sichnin im Namen des R. Levi hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Mehrfach habe Ich bei Mir selbst den Schwur getan, dass Ich das Ende herbeiführen und euch aus der Knechtschaft der Reiche erlösen werde; auch wenn Gog und Magog dereinst kommt, werde Ich mit ihm kämpfen, wie es heißt: „und der Ewige wird ausziehen und wider jene Völker kämpfen“ (Sacharja 14,3). Darum spricht David hier: Erhebe Dich, Ewiger, komme ihm zuvor d. i. komme (uns) zuvor zur Hilfe, ehe er Dir zuvorkommt. Was heißt: הכריעהו? Gib für ihn den Ausschlag von der Schale des Verdienstes zur Schale der Schuld (מכף זכות לכף חובה).                       Eine andere Auslegung: הכריעהוbedeutet soviel wieשברהו , zertrümmere ihn, sowie es heißt: „Sie werden zertrümmert (כרעו) und fallen“ (Tehillim 20,9).

Rette meine Seele von dem Frevler mit deinem Schwerte, d. i. von dem, der über Dich kommt durch die Kraft der Thora, die„Schwert“ genannt wird, wie es heißt: „Und ein zweischneidiges Schwert ist in ihrer Hand“ (Tehillim 149,6).

Eine andere Auslegung: Rette meine Seele von dem Frevler, Deinem Schwerte -  vor jenem Schwerte nämlich, das über mich durch die Kraft seines Vaters Jizchak kommt, wie es in Bezug auf Esau heißt: „Und von deinen Schwerte wirst du leben“ (Bereschit 27,40).

Eine andere Auslegung:Rette meine Seele von dem Frevler, von jenem Frevler nämlich, der Dein Schwert ist, den Du gemacht hast, um Deine Welt zu beherrschen, sowie gesagt ist; „Wehe über Aschur, Rute Meines Zorns, ein Stock ist in ihrer Hand Mein Grimm“ (Jeschajahu 10,5).

R. Jehoschua von Sichnin hat im Namen des R. Levi gesagt: Rette meine Seele von jenem Frevler, der aufsteht, durch Dein Schwert zu fallen, wie es heißt: „Denn trunken ist Mein Schwert im Himmel, siehe, auf Edom fährt es nieder“ (Jeschajahu 34,5).

Midrasch Tehillim 18,32
Vers 41. Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zu. Der Vers spricht von Jehuda. R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Nach einer agadischen Überlieferung brachte Jehuda Esau um.[3] Wann? In der Stunde, da unser Vater Jizchak starb, gingen Esau und Jakow und alle Stämme, ihn zu begraben, wie es heißt: „und es begruben ihn Esau und Jakow, seine Söhne“ (Bereschit 35,29), und alle saßen in der Höhle Machpela und weinten, und sie gingen aus der Höhle heraus, damit Jakow nicht weine und sich verächtlich vor ihnen zeige; Esau aber schlich sich herbei und trat in die Höhle ein und dachte: Jetzt töte ich ihn, nachdem sein Vater gestorben ist, wie es heißt: „Es werden herannahen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann will ich Jakow, meinen Bruder, erschlagen“ (dort 27,41). Jehuda merkte und sah, dass Esau nach ihm hineinging und dachte sogleich: Er will meinen Vater vor allen umbringen. Sogleich schlich er sich herbei und beobachtete ihn. Er ging hinein und fand Esau, als er grade den Jakow töten wollte. Sofort erhob sich Jehuda und tötete ihn von hinten. Warum tötete er ihn nicht von vorn? Weil seine [Esaus] Gesichtszüge denen seines Vaters glichen. Darum erwies er ihm die Ehre und tötete ihn von hinten. Darum segnete ihn sein Vater Jakow mit den Worten: „Deine Hand ist am Nacken deiner Feinde“ (Bereschit 49,8). Warum segnete er ihn mit dem Worte: „Am Nacken?“ Wie oft bemühe sich Jehoschua vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Er möchte ihm den Nacken (seiner Feinde) geben, und Er gab ihm denselben nicht, denn so heißt es: „Bitte, Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel den Rücken gewandt von seinen Feinden“ (Joschua 7,8)? Allein es nützte nichts, weil Er den Nacken dem Stamme Jehuda gegeben, wie es heißt: „Deine hand am Nacken deiner Feinde“ (Bereschit 49,8).

So sprach auch David: Vers 41. Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zu. David sprach nämlich: Das ist mir etwas Natürliches (Ererbtes), wie es heißt: „Dies dem Jehuda“ (Dwarim 33,7). Und von wem hast du das gelernt? Von Goliat, dem Philister, wie es heißt: „Und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Angesicht zu Erde“ (1. Schmue’l 17,49). Es hätte doch nur zu heißen brauchen:„ויפול מאחריו, er fiel rücklings?“ Allein ein Engel kam und stieß ihn auf sein Angesicht. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Der, welcher geschmäht und gelästert hat, dessen Mund soll mit Staub gestopft werden und in der Luft hängen, wie es heißt: „Verbirg sie in den Staub zumal, ihre Gesichter verhülle durch das Verbergen“ (Jiob 40,13).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Damit David nicht Schmerz (Mitleid bei seinem Anblick) empfinden, sondern gehen und ihm sein Haupt abschneiden sollte. Sofort wurde er trunken und fiel zwölf Ellen und zwei Spannen, nämlich seine volle Höhe von vorn über und seine Höhe von hinten über je sechs Ellen und eine Spanne. Darum fiel er auf sein Angesicht zwischen David’s Füße, und der Heilige, gelobt sei Er, macht es öffentlich bekannt und spricht: „Ausspruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße mache“ (Tehillim 110,1).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Weil das Bild Dagon’s auf sein Herz gezeichnet war, um zu bestätigen, was gesagt ist: „Und ich werde legen eure Leichname auf die Leichname euer Götzen, und Meine Seele wird euch mit Ekel von sich stoßen“ (Wajikra 26,30).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Um zu bestätigen, was gesagt ist: Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zu und meine Hasser, ich vernichte sie (אצמיתם), d. ich vernichte sie endgültig (auf immer) durch eine schwächende Plage, durch eine überwältigende Plage. Und welche ist es? Der Aussatz wie es heißt: „לצמיתות“ (Wajikra 25,23), was der Targumist durch לחלוטין, es verfallen zu lassen, übersetzt, so wie wir gelernt haben: Es ist kein Unterschied zwischen einem einzusperrenden Aussätzigen (מצורע מוסגר) und einem schon als völlig unheilbar erklärten Aussätzigen (מצורע מוחלט).[4] Auch möglich: Das Wort אצמיתםwill sagen: Ich werde sie einem außerordentlichen Tod verfahren lassen.

Midrasch Tehillim 80,8
Vers 18. Möge sein Deine Hand über dem Manne Deiner Rechten, d. i. möge Deine Hand schützend über dem Manne Deine Rechten sein, d. i. über Jizchak.

Eine andere Auslegung: Möge Deine hand sich einfinden, den ruchlosen Esau zu bestrafen für den Schwur, den er bei Deiner Rechten geschworen, wie es heißt: „Siehe, Fettes der Erde sei dein Wohnsitz“ (Bereschit 27,39). Über dem Menschensohn, den Du dir bestätigt hast.
Vers 19. Wir werden nicht von Dir weichen, belebe uns wieder und wir wollen Deinen Namen anrufen,
d. i. um Deines Namens willen, wie es heißt: „Denn nicht verlassen wird der Ewige Sein Volk“ (1. Schmu’el 12,22).
Vers 20. Ewiger, G-tt der Herscharen führ’ uns zurück, lasse Dein Antlitz leuchten, dass uns geholfen werde.
R. Jochanan hat gesagt: Wir haben nur das leuchten Deines Antlitzes. Das wollen die Worte sagen: Lasse Dein Antlitz leuchten.

Midrasch Tehillim 105,7
Vers 20. Da sandte er einen König und entfesselte ihn. Vers 21. Setzte ihn zum Herrn über sein Haus. R. Levi hat im Namen des R. Berachja im Namen des R. Jochanan ben Schaul gesagt: Joseph sprach zu Ihnen: Was glaubt ihr, dass der Heilige, gelobt sei Er, nicht mit mir ist! Hat doch mein Ahn (Urgroßvater) meinem Vater Jakow gesegnet, wie es heißt: „Dienen werden dir Völker und sich beugen dir Stämme“ (Bereschit 27,9). Darum heißt es: „Und Joseph war der Verwalter über das Land“ (dort 42, 6). Das wollen die Worte sagen: Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus.
Vers 22. Zu fesseln seine Fürsten an seine Seele.
Als Pharao den Joseph als Herrscher einsetzen wollte, sprachen seine Ratgeber zu ihm: Kann ein Knecht König sein? Als Joseph König geworden war, nahm man sie, band sie, und er wartete, bis seine Brüder kamen, um kund zu tun, dass er von edler Herkunft sei, und hernach (zog) er sie mit Stricken.

Eine andere Auslegung: Zu fesseln seine Fürsten. Das geht auf Potiphar, denn R. Meir hat gesagt: Daraus geht hervor, dass er ihn mit einem Halseisen alle seine Tage fesselte. Geschrieben steht: שרי, sein Fürst, gelesen aber wird: שריוseine Fürsten.

Midrasch Tehillim 109,3
Vers 3. Und mit Worten des Hasses umzingeln sie mich. Was heißt: des Hasses? Weil sie im Hasse reden, den sie von ihrem Vater überkommen haben, wie es heißt: „Und Esau hasste den Jakow“ (Bereschit 27,41), d. i. er rächt und hütet (nährt) Hass.

Und sie streiten wider mich ohne Ursache, d. i. ohne Ursache kämpfen sie mit mir. Die Israeliten sprachen: Als wir zu ihm sandten, betrugen wir uns friedliebend, wie es heißt: “Und Mosche sandte Boten von Kadesch aus an den König von Edom: Also spricht dein Bruder Israel“ (Bemidbar 20,14), aber er: „Und Edom sprach zu ihm: Du sollst nicht ziehen durch das Meinige, dass ich dir nicht mit dem Schwerte entgegen ziehe“ (dort V. 18). Die Israeliten sprachen: „Ich bin für Frieden, und ob ich auch rede, sie wollen Krieg“ (Tehillim 120,7). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Israeliten: Sie ließen euch nicht[5]. Darum heißt es: „Also spricht der Ewige: Wegen der drei Vergehen Edoms und wegen der vier sollt ich ihm nicht vergelten? Dass er seinen Bruder mit dem Schwerte verfolgt hat“ (Amos 1,11).

Midrasch Tehillim 116,6
Vers 15. Teuer ist in den Augen des Ewigen das Sterben Seiner Frommen. Gleich einem König, der einen Befehlshaber sandte, seinen königlichen Schatz (Einkünfte) einzufordern. Er ging und hielt sich bei einem Hausherrn zehn Tage auf und an jedem Tage gab er ihm hundert Minen zur Aufbewahrung, siehe, das sind zehn Myriaden. Als er kam, um den königlichen Schatz, den er ihm schuldig war, einzufordern, sprach er: Alles, was er schuldig ist, beträgt nur fünfzig. Wie kann ich sie von ihm einfordern? So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: Es dünkt Mich hart in meinen Augen, den Gerechten zu sagen, dass sie sterben müssen; es dünkt Mich hart in meinen Augen, dem Abraham zu sagen, dass er sterben muss, denn er machte Mich als den Eigner von Himmel und Erde bereits bekannt und er stieg wegen Meines Namens in den Glutofen hinab und heiligte Meinen Namen in Meiner Welt; es dünkt Mich hart in Meinen Augen, dem Jizchak zu sagen, dass er sterben muss, denn er gab seine Seele zur Opferung hin und er opferte sich auf dem Altar und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in Meinen Augen, Jakow zu sagen, dass er sterben muss, denn siehe, er bemühte sich mit der Thora alle seine Tage und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in meinen Augen, dem Mosche zu sagen, dass er sterben muss, den siehe, er gab seine Seele preis (eig. in Seine Hand) und ging zu Pharao hinab und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in meinen Augen, dem David zu sagen, dass er sterben muss, denn er gab seine Seele preis und ging zu Goliath hinab und heiligte Meinen Namen in der Welt. Ebenso verhält es sich mit Chananja, Mischael und Asarja, denn sie heiligten Meinen Namen in der Welt und stiegen in den Glutofen hinab, und ebenso verhält es sich mit Daniel in der Löwengrube, auch er heiligte Meinen Namen in der Welt.

Und wenn nicht die Gerechten den Tod gefordert hätten mit ihrem Munde, sie wären niemals gestorben. Wie so? Abraham sprach: „Ich bin Staub und Asche“ (Bereschit 18,27), Jizchak sprach: „Bevor ich sterbe“ (dort 27,4), Jakow sprach: „Nunmehr will ich sterben“ (dort 46,30), Mosche sprach: „Denn ich sterbe in diesem Lande“ (Dwarim 4,22), David sprach: „Es sei doch Deine Hand über mich“ (2. Schmu’el 24,17). Weil die Gerechten den Tod mit ihrem Munde wünschten, so sprach der Heilige, gelobt sei Er: Diese sollen vor jenen dahinscheiden. Wenn Abraham noch gelebt hätte, wie hätte Jizchak die Herrschaft führen können, und ebenso Jakow, Mosche, Jehoschua, Schmu’el, David und Schlomo, allein der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Diese sollen vor jenen dahinscheiden.

Midrasch Tehillim 126,8
[Vers 5.] Eine andere Auslegung: Die mit Tränen säen. Das geht auf Jakow, der mit Tränen die Segnungen säte, wie es heißt: „Vielleicht betastet mich mein Vater“ (Bereschit 27,12). Sie werden mit Jubel ernten, wie es heißt: „Und G-tt wird dir vom Tau des Himmels geben und das Fette der Erde und Fülle an Korn und Most“ (dort V. 28).
Vers 6. Weinend geht er, wie es heißt: „Und er erhob seine Stimme und weinte“ (dort 29,11). Der den Zug (משך) des Samens trägt, denn er zog (שמשך) die Stämme aus Charan. Er kommt mit Jubel, tragend seine Garben, d. i. er kam, tragend Jünglinge und Jungfrauen.

[1] D. h. der böse Trieb herrscht über sie.
[2]Vergl. Bereschit Rabba Par. 10 u. 67.
[3]Vergl. Sota 13a; Gittin V. 47a; j. Ketub. I. 25a.
[4]S. Megilla 6b.
[5]Sie ließen euch nicht in Ruhe.

 
 
 
 
 
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