Midrasch Tehillim zur Parascha Wajechi, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wajechi Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben-Mordechai HaKohen, 5769

10 Und Jakow zog aus von Be’er Scheba und ging nach Charan. 11 Und er gelangte an einen Ort und übernachtete daselbst; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen von den Steinen des Ortes und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich nieder an selbigem Orte. 12 Und er träumte: und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, und ihre Spitze rührte an den Himmel; und siehe, Engel G-ttes stiegen auf und nieder an ihr. 13 Und siehe, der Ewige stand über ihr und sprach: Ich bin der Ewige, G-tt Abrahams, deines Vaters, und G-tt Jizchaks; das Land, auf welchem du liegst, dir will Ich es geben und deinem Samen. 14 Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und du wirst dich ausbreiten nach Westen und nach Osten und nach Norden und nach Süden hin; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. 15 Und siehe, Ich bin mit dir, und Ich will dich behüten überall, wohin du gehst, und dich zurückbringen in dieses Land; denn Ich werde dich nicht verlassen, bis Ich getan was Ich zu dir geredet habe.

Bereschit 28,10-15

 

11… und legte sich nieder an selbigem Orte. 12 Und er träumte“ (Bereschit 28,11-12).

Midrasch Tehillim 128,4
R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Vers 3. Deine Ehefrau ist wie ein fruchttragender Weinstock im Innern deines Hauses, deine Kinder sind wie Ölbaumpflanzungen.[1] Wie es an den Ölbäumen keine Pfropfung gibt, so ist auch an deinen Kindern nicht Untaugliches.

Wer einen Weinstock im Traum (mit Trauben) beladen sieht, dessen Ehefrau hat keine Fehlgeburten, wie es heißt: Deine Ehefrau ist ein fruchttragender Weinstock.[2]

Wer eine Edelrebe im Träum sieht, der hoffe auf den Maschiach, wie es heißt: „Er bindet an den Weinstock sein Füllen und an die Edelrebe seiner Eselin Junges“ (Bereschit 49,11).

Wer Weinbeeren im Traum sieht, und zwar weiße, mag es zu ihrer Zeit sein, oder mag es nicht zu ihrer Zeit sein, so ist es schön; sind es dagegen schwarze, ist es zu ihrer Zeit, so ist es schön; ist es nicht zu ihrer Zeit, so ist erbarmen erforderlich. Isst er sie, so darf er sich versichert halten, dass er ein Sohn der künftigen Welt ist.

Wer Oliven im Traum sieht, und zwar kleine, dem wird vermehrt werden sein Geschäft gleich der Olive.

Und diese Worte sind gemeint von den Früchten[3]. Wenn er aber Bäume sieht, so wird er viele Kinder haben, wie es heißt: Deine Kinder sind wie Ölpflanzungen. Manche sagen: ein guter Name (Ruf) wird von ihm ausgehen, wie es heißt: „Einen grünen Ölbaum, schön an Frucht und Gestalt, nannte dich der Ewige“ (Jirmejahu 11,16).

20 Und er segnete sie an selbigem Tage und sprach: In dir wird Israel segnen und sprechen: G-tt mache dich wie Ephraim und wie Menasche! und er setzte Ephraim vor Menasche. 21 Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe; und G-tt wird mit euch sein und euch in das Land eurer Väter zurückbringen.“ (Bereschit 48,20-21).

Midrasch Tehillim 119,73
Vers 142. Deine Wohltat bleibt Wohltat für ewig, und Deine Thora wahr. David sprach also: Die Wohltat, welche Du den Menschen bewiesen, dass Du ihm ein Geschenk gibst und nichts von ihm annimmst. Und so heißt es: „Nicht weichen wird das Zepter von Jehuda, noch der Herrscherstab von seinen Füssen, bis der von Schilo kommt“ (Bereschit 49,10). Darum heißt es: Deine Wohltat bleibt Wohltat für ewig...

„Kommet zusammen und höret, ihr Söhne Jakows, und höret auf Israel, euren Vater! (Bereschit 49,2).

Midrasch Tehillim 68,14
Vers 27. In Versammlungen preiset G-tt. Das geht auf die Kinder. Aus der Quelle Israels. Das geht auf die Embryonen im Leibe ihrer Mutter. Daraus erhellt, dass jeder einzelne mit seinem Finger angesichts der Schechina zeigte und sprach: „Dieser ist mein G-tt und Ihn will ich verherrlichen“ (Schemot 15,2).

Vers 28. Dort war Benjamin, der jüngste, ihr Herrscher. R. Meir sagt: Als die Stämme am Meere standen, sprach der eine: Ich steige zuerst hinab und der andere sprach: Ich steige zuerst hinab, während sie dastanden und miteinander stritten, sprang der Stamm Benjamin zuerst in das Meer, wie es heißt: Dort war Benjamin, der jüngste רדם. Liess nicht רדם, sondern רד ים, er stieg in das Meer hinab. Da fingen die Fürsten Jehudas an sie mit Steinen zu bewerfen, wie es heißt: Die Fürsten Jehudas steinigten sie (רגמתם). Der Heilige, gelobt sei Er, aber sprach zu ihnen: Meine Kinder! Da ihr beide auf ein gutes Werk und auf Meine Ehre bedacht wart, so will Ich euern Lohn nicht beeinträchtigen, wie es heißt: „Zu Benjamin sprach er: Der Liebling des Ewigen“ (Dwarim 13,12), ferner: „Benjamin ist ein reißender Wolf“ (Bereschit 44,27), denn er verdient, dass die Schechina in seinem Teil (Gebiet) ruhe, und der Stamm Jehuda ist würdig zur Herrschaft, wie es heißt: Jehuda, ihrer ist der Purpur (רגמתם), denn sie verdienen, in Purpurgewänder sich zu kleiden. Und so heißt es: „Hierauf befahl Belschazar und man legte Daniel Purpur (ארגוונא) an“ (Daniel 5,29).

Die Fürsten Sebulon, die Fürsten Naphtali. Daraus erhellt, dass, sowie den Israeliten Wunder am Meere durch den Stamm Jehuda und Benjamin geschahen den Israeliten auch Wunder durch Sebulon und Naphtali in den Tagen Deboras und Baraks geschahen, wie es heißt: „Und sie schickte und rief den Barak, Sohn Abinoams aus Kedesch Naphtali“ (Schoftim 4,6), desgleichen: „Sebulon; ein Volk, sein Leben bloßstellend dem Tode, und Naphtali auf den Höhen des Gefildes“ (dort 5,18).

„Naphtali ist eine gesandte Hindin; er, der schöne Worte gibt“ (Bereschit 49,21).

Midrasch Tehillim 22,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Nach: Hindin der Morgenröte ((אילת. Das ist, was die Schrift sagt: „G-tt der Ewige ist meine Kraft und Er setzt meine Füße gleich den Hindinnen (כאילות)“ (Chabakuk 3,19).

R. Pinchas hat gesagt:כאילים heißt es hier nicht, sondern: כאילות, weil die Füße der Weibchen mehr aushalten können, als die der Männchen. „Und auf meinen Höhenבמותי)) lässt er mich einherschreiten“ (dort). Was heißt: על במותי, auf  בימאות שלי auf meinen Meeren. „Er lässt mich treten.“ Gemeint sind die Ägypter, denn als sie ins Meer versenkt waren, da winkte der Heilige, gelobt sei Er, dem Meere und es warf sie aufs Trockene, und die Israeliten sahen sie als Tote, wie es heißt: „Und Israel sah Mitzrajim tot am Ufer des Meeres“ (Schemot 14,30). Was machen Sie mit Ihnen? Ein jeder nahm seinen Hund und ging und setzte seinen Fuß auf den Nacken des Ägypters und sprach zu seinem Hunde: Friss von dieser Hand, die mich sklavisch behandelt hat, und friss von diesen Eingeweiden, die keine Schonung (Erbarmen) an mir geübt haben. Du kannst es daraus erkennen, dass es sich so verhält, denn es heißt: „Auf dass dein Fuß im Blute wate, die Zunge deiner Hunde habe an Feinden ihren Teil“ (Tehillim 68,24). Die Israeliten sprachen vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Du hast uns alle Wunder getan, so wollen auch wir nicht undankbar (eig. vom Guten uns weg wendend) sein. Was können wir tun? Vor Dir Lieder und Lobgesänge anstimmen. „Damals sang Mosche“ (Schemot 15,1). Das wollen die Worte sagen: Dem Sangmeister. Nach: Hindin der Morgenröte, nämlich nach dem Liede der Morgenröte.

Eine andere Auslegung: Dem Sangmeister. Nach: Hindin der Morgenröte(אילת). Das geht auf die zwei Hindinnen (איילות): Debora und Esther. Debora stammte von stamme Naphtali, von dem Jakow sagt: „Naphtali ist ein gesandte Hindin“ (Bereschit 49,21), und Esther wird gleichfalls mit einer Hindin verglichen. Hindin der Morgenröte, d. i. Esther.[4]

„Die Segnungen deines Vaters überragen die Segnungen meiner Voreltern bis zur Grenze der ewigen Hügel. Sie werden sein auf dem Haupte Josephs und auf dem Scheitel des Abgesonderten unter seinen Brüdern“ (Bereschit 49,26).

Midrasch Tehillim 90,3
Vers 1. Gebet von Mosche, dem Manne G-ttes. R. Chelbo im Namen des R. Huna hat gesagt: Dreizehn Thorarollen schrieb Mosche an dem Tage, wo er starb, zwölf für die zwölf Stämme, und eine, die er in die Lade legte, damit, wenn sie aus ihr etwas wegstreichen wollten, sie es nicht wegstreichen könnten; und elf Stämmen erteilte er den Segen, wie es heißt: „Und das ist der Segen, mit dem Mosche segnete„ (Dwarim 33,1).[5] Und warum segnete er den Stamm Schim’on nicht? Weil er ihm nicht günstig gesinnt (eig. weil sein Herz günstig gegen ihn) war, denn er gedachte, was in Schittim geschehen war. „Simri, Sohn Salu’s, Fürst eines Vaterhauses von Schim’on“ (Bemidbar 25,14). R. Jehoschua von Sichnin im Namen R. Levi hat gesagt: Obgleich es so ist, hat er ihm doch dem Stamme Jehuda beigestellt, wie es heißt: „Von dem Anteil der Kinder Jehuda’s war das Erbe der Kinder Simeon’s; denn der Teil der Kinder Jehudas war zu viel für sie, und so erbten die Kinder Schime’ons mitten in ihrem Erbe“ (Jehoschua 19,9). Gleich einem Ochsen, der bösartig war. Was machte man? Man band einen Löwen neben seine Krippe, wenn er ihn sah, so wurde seine Kraft schwach. So wird auch Jehuda mit einem Löwen verglichen, wie es heißt: „Ein junger Löwe ist Jehuda“ (Bereschit 49,9), und Schime’on wird mit einem Ochsen verglichen, weil sein Gestirn das Gestirn des Ochsen war; Reuben ein Lamm und Schim’on ein Ochse.

R. Judan hat gesagt: Von Schim’on ist auch nicht ein Richter gestellt worden. Auf ähnliche Weise sagst du: „Nach ihm war Schamgar, Sohn Anaths“ (Schoftim 3,31), er hat keinen König gestellt. Auf ähnliche Weise sagst du: „Simri war sieben Tage König in Tirza“ (1.Mlachim 16,16).

Mosche hat elf Tehillim verfasst, entsprechend den elf Stämmen. Dieselben sein:

[Re’uben] „Gebet von Mosche, dem Manne Gottes … ehe denn die Berge geboren wurden; ….du führst die Sterblichen bis zur Zermalmung und sprichst: Kehret zurück“ (Tehillim 90,1-3) gegenüber den Worten: „Es lebe Re’uben und sterbe nicht“ (Dwarim 33,6).

[Levi] „Wer im Schutze des Höchsten sitzet und im Schatten des Allmächtigen weilet“ (Tehillim 91,1), gegenüber dem Stamm Levi, der in seinem Schatten in den Tempelhallen weilte.

[Jehuda] „Ein Lied für den Schabbat. Schön ist’s, dem Ewigen zu danken“ (Tehillim 92,1), gegenüber dem Stamm Jehuda, denn sie (Lea) sprach: „Diesmal will ich den Ewigen preisen (אודה)“. Daher nannte sie seinen Namen Jehuda (יהודה)“ (Bereschit 29,35).

[Benjamin] „Der Ewige ist König! Mit Hoheit hat er sich bekleidet….Dein Haus ziert Heiligkeit“ (Tehillim 93,1.5), gegenüber dem Stamme Benjamin, welcher im Schatten des Heiligen, gelobt sei Er, wohnte[6].

[Gad] „G-tt der Vergeltung, Ewiger, G-tt der Vergeltung erscheine!“ (Tehillim 94,1), gegenüber dem Stamme Gad, von dem Elia, dessen zum Guten gedacht sei, hervorging, der die Schwelle der Welt war[7].

[Jissachar] „Auf, lasset uns jubeln dem Ewigen“ (dort 95,1), gegenüber dem Stamme Jissachar, denn er beschäftigte sich mit dem Jubeln der Thora. R. Josua ben Levi hat gesagt: Bis hierher habe ich gehört, von da ab und weiter denke selbst darüber nach.

45 Dann öffnete er [Jeschua] ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen, 46 und sprach zu ihnen: Also steht geschrieben, und also musste der Maschiach leiden und am dritten Tage auferstehen aus den Toten, 47 und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jeruschalajim. 48 Ihr aber seid Zeugen hiervon; 49 und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. 50 Er führte sie aber hinaus bis nach Bet Ania und hob seine Hände auf und segnete sie. 51 Und es geschah, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. 52 Und sie huldigten ihm und kehrten nach Jeruschalajim zurück mit großer Freude; 53 und sie waren allezeit im Tempel, G-tt lobend und preisend“ (Lukas 24,45-53).

[1]S. j. Kilajim I, 27b, Mischna 7.
[2]S. Berachot 57 a.
[3]Das bezieht sich auf die Früchte.
[4]Vergl. Megilla 15b.
[5]S. Dwarim Rabba Par. 9. wo das Wort im Namen des R. Jannai gebracht wird.
[6]Vergl. Bereschit Rabba Par. 99
[7]Vergl. Bereschit Rabba Par. 71.

 
 
 
 
 
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