Midrasch Tehillim zur Parascha Wajera, Teil 3

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wajera Tehillim

ב"ה

Midrasch Tehillim 53,2
Vers 2.
כֻּלּוֹ סָג יַחְדָּו נֶאֱלָחוּ אֵין עֹשֵֹה-טוֹב אֵין גַּם אֶחָד Alle sind verzäunt (סג). Dort heißt es: „Alle sind abgewichen (סר)“ (Tehillim 14,3), d. i. jeder, der abgewichen ist (סר), kann wieder in Busse zurückkehren; aber hier heißt es:Alles ist Gestrüpp (סג), d. i. alle sind Gestrüpp (סיגים) geworden. Insgesamt sind sie verderbt d. i. verdorben von außen und voller Frevel von innen.

Eine andere Auslegung: Alle sind Schlacke (סג) und zumal Kohlenpfannen (נאלחו). Das geht auf die Leute von Sodom, die Schlacken (סיגים) geworden waren und sich selbst zu Kohlenpfannen (אחות) machten, sowie es heißt: „Und die Kohlenpfanne (האח) war vor ihm angezündet“ (Jirmejahu 36,22).

Niemand tut Gutes, auch nicht einer, d. i. nicht ist daselbst Abraham mit ihnen gezählt. Unter אחד, einer, ist nur Abraham zu verstehen, wie es heißt: „Einer (אחד) war Abraham“ (Jecheskel 33,24). Und Abraham fing an und sprach: „Ich sitze nicht mit falschen Leuten….ich hasse die Zusammenkunft der Bösewichter“ (Tehillim 26,4.5). „Sogleich brach Abraham von da auf“ (Bereschit 20,1). Das ist, was die Schrift sagt: „Selbst der gefallene Berg verfällt und der Fels wird von seinem Orte gerückt“ (Jiob 14,18). „Der gefallene Berg,“ das geht auf Sodom und seine Genossenschaften; „und der Fels wird von seinem Orte gerückt“ d. i. Abraham. Unter „צור, Fels“ ist nur Abraham zu verstehen, wie es heißt: „Blicket auf den Fels, aus dem ihr gehauen seid, blicket auf euren Vater Abraham“ (Jeschajahu 51,1.2). Sogleich „brach Abraham von da auf.“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Abraham, du hast mit ihnen (den Leuten) nichts zu schaffen, wie es heißt: Verse 3 und 4: G-tt schaut von Himmel auf die Menschenkinder, zu sehen, ob ein Verständiger da ist, der nach Gott fragt.Alle sind Schlacken zumal.

Eine andere Auslegung:נאלחו will sagen: Sie sind Brüder (אחים) mit anderen Göttern geworden. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Dienstengel: Gehet hinaus und sehet, was die Menschenkinder auf Erden machen! Sie sprachen: Keiner tut Gutes.
Vers 5. Die mein Volk essen, essen Brot. „Ein Heiligtum ist Israel dem Ewigen“ (Jirmejahu 2,3). Die Frevler sprechen: Auch das Gute, welches kommt, ruft der Heilige, gelobt sei Er, nicht herbei! Das wollen die Worte sagen: Den Ewigen rufen sie nicht an.
Vers 6. Da erhitzen sie in Angst. Die Gerechten zittern, wenn sie Achitophel in der Hölle sehen und sprechen: Wenn Er diesem Gerechten schon so getan hat, wie wird es erst uns ergehen! Der Heilige, gelobt sei Er, richtet ihn und zeigt es den Gerechten und sie freuen sich. Darum heißt es: Es ist keine Furcht. Und was ist der Grund? „Denn Gott ist im Geschlechte des Gerechten“ (Tehillim 14,5).

Eine andere Auslegung: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich habe gesagt, dass die Israeliten den Reichen steuern geben sollen, sowie sie die Heiden geben, Ich habe gesprochen: Furcht, d. i. dass ihr auf sie die Furcht vor Abgaben legen sollt, aber nicht die Furcht einer Religionsverfolgung. Es war keine Furcht, weil sie sich dem Tode preisgaben und die Übriggebliebenen von ihnen wurden im Verdienste der Märtyrer der Religionsverfolgung gerettet, wie es heißt: „Denn G-tt ist im Geschlechte des Gerechten“ (dort). Dort heißt es: „Des Armen Rat mögt ihr zu Schanden machen, denn der Ewige ist seine Zuflucht“ (Tehillim 14, 6). Was heißt: „Des Armen Rat?“ Nach R. Jehuda sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Völkern der Welt: Ihr erbaut euch Götzentempel, und wenn Ich zu euch spreche: Baut Jeruschalajim wieder auf, so sagt ihr: „Arme, Verstürmte, Ungetröstete“ (Jeschajahu 54,11). Das wollen die Worte sagen: „Des Armen Rat macht ihr zu Schanden.“ Und hier heißt es: Du machst zu Schanden, denn G-tt hat sie verworfen. Ihr glaubt, dass der Ewige sie verworfen hat, heißt es denn nicht bereits: „Ich habe sie nicht verworfen“ (Wajikra 26,44)?

Vers 7. Wer bringt von Zion Israels Hilfe? Wenn Gott zurückführt die Gefangen seines Volkes, da jubelt Jakow, da freut sich Israel und Esau und Ischmael seufzen.[1]

Midrasch Tehillim 105,4
Vers 12. Als sie waren von geringer Zahl, noch wenig und sie darin weilten.
Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: „Bis dass du fruchtbar bist“ (Schemot 23,30), mit 60 Myriaden[2]; „und das Land in Besitz hast“ (dort). Als aber Schim’on und Levi gingen und jene Tat in Sichem verübten, sprach ihr Vater Jakow zu ihnen: „Ihr betrübt mich …. Denn ich bin von geringer Zahl“ (Bereschit 34, 30).
Vers 13. Und sie zogen von Volk zu Volk.
Das geht auf Abraham und Sara, wie es heißt: „Und es war Hunger im Lande und Abraham zog nach Ägypten hinab“ (dort 12,10).
Vers 14. Er ließ von keinem Menschen sie bedrucken.
Das sind die Ägypter. Und strafte um sie Könige. Das ist Pharao und Abimelech, wie es heißt: „Und es plagte der Ewige den Pharao mit großen Plagen“ (dort V. 17); „denn ganz verschlossen hatte der Ewige jeglichen Mutterleib des Hauses Abimelechs“ (dort 20,18).
Vers 15. Rühret nicht meine Gesalbten an.
Das geht nach R. Berachja auf die Erzväter. Meinen Propheten tuet nichts Böses. Das sind die Mütter, die Prophetinnen waren. [3]. R. Judan im Namen des R. Jizchak hat gesagt: (Es heißt:) „Und es wurden der Rebekka gemeldet die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes“ (dort 27,42). Wer meldete es ihr? Der heilige Geist.

Midrasch Tehillim 5,8
Vers 6. Nicht dürfen Prahler sich stellen vor Deine Augen, d. i. solche, deren Herz voll Tollheit (הוללוה) ist.

Eine andere Auslegung: Unter הולליםsind solche zu verstehen, die Wehklage (יללה) [אללי] in die Welt bringen.

Eine andere Auslegung: Mit הולליםist Verwirrung (ערבוביא) gemeint, so wie es heißt: „Zu dem Lacher sprach ist: verwirrt (toll)“ (Kohelet 2,2).

R. Jisachar hat gesagt: Ein Mensch steht und lästert und begeht Haufen von Sünden, der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu ihm: Er tue Busse, und es ist so, als hätte er nicht gesündigt. Das ist, was die Schrift sagt: „Er sieht Unrecht und merkt nicht darauf“ (Jiob 11,11).

R. Simon legte den Vers auf Ischma’el aus. „Und G-tt öffnete ihre Augen und sie sah einen Wasserbrunnen“ (Bereschit 21,19). Zur Zeit, als Nebuchadnezar die Israeliten in die Gefangenschaft führte, waren ihre Hände auf ihren Rücken gebunden, sie selbst in Halseisen gelegt und gingen nackt wie das Vieh. Als sie and den Israeliten vorübergingen, sprachen sie zu den Führern: Übet Gnade an uns und lasst uns an unsern Brüdern, den Söhnen Israels, vorüberziehen. Sie taten so. Die Ischma’eliten zogen ihnen entgegen mit Brot und Saft von Fleisch und leeren aufgeblasenen Schläuchen. Als die Israeliten dieselben sahen, dachten sie, dass sie voll Wasser wären und bissen mit ihren Zähnen in die Schläuche: da trat der Wind in Ihre Eingeweide und sie starben. Da sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gelob sei Er: Herr der Welt! einem Menschen, der einst Deine Kinder in Durst wird sterben lassen, lässt Du den Brunnen aufsteigen? Das ist, was Jeschajahu sagt: „Vortrag über Arabien….dem Durstigen bringet Wasser entgegen“ (Jeschajahu 21,13 u. 14). der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Was ist er jetzt, ein Gerechter oder eine Frevler? Sie antworteten: ein Gerechter. Darauf versetzte Er: Ich richte den Menschen nur nach seinem Werke zur Stunde (d. i. nach seinem gegenwärtigen Werke), wie es heißt: „Dort, wo er ist“ (Bereschit 21,17), und nicht nach der Stunde, wo er sein wird (nach künftigen Taten).

R. Chanina bar Papa deutete den Vers auf Jerobeam. „Und beide waren allein auf dem Felde“ (1. Mlachim 11,29). Denn er kam Achija, dem Siloniten, gleich, wie es heißt: „Und sie setzten sich [und aßen] in Eintracht“ [Schoftim 19,6?], denn sie saßen, um sich die Erscheinung des Himmlischen Wagens [MERKAWA] (die Vision im Buche Jecheskel) klar zu machen. Da erhoben sich die Dienstengel vor dem Heiligen, gelobt sei Er, und sprachen: Herr der Welt! einen Menschen der einst zwei Kälber aufstellen wird, offenbarst Du die Erscheinung des Himmlischen Wagens? Er sprach zu ihnen: Was ist er jetzt, ein Gerechter oder ein Frevler? Sie antworteten: Ein Gerechter. Ich richte, versetzte der Heilige, den Menschen nur nach seiner Stunde.

„Du hassest alle Übeltäter.“ Das geht auf Doeg und Achitophel, deren Tun zwar auf Wahrheit beruhte, aber auf Lüge[4] gerichtet war.

Midrasch Tehillim 18,25
Vers 31. G-tt, untadelig ist Sein Weg. Rab hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, gab die Gebote nur, um durch sie die Israeliten zu läutern, wie es heißt: „Das Wort des Ewigen ist geläutert.“

Eine andere Auslegung: G-tt, untadelig ist Sein weg. Wenn der Weg G-ttes untadelig ist, um wie viel mehr musst du es sein, denn was liegt dem Heiligen, gelobt sei Er, daran, ob der Mensch das Tier an der Gurgel oder am Schlunde schächtet und isst? R. Berachja im Namen des R. Jakow hat gesagt: Es heißt: „Und jegliches Gefallene sollt ihr nicht essen“ (Dwarim 14,21), ferner: „Und Fleisch eines auf dem Felde Zerrissenen sollt ihr nicht essen“ (Schemot 22,30), sodann: „Und das Unschlitt eines Gefallenen und das Unschlitt eines Zerrissen kann zu allerlei Werk verarbeitet werden, aber essen sollt ihr es nicht“ (Wajikra 7,24). Wenn ihr es esset in dieser Welt, so wird euer Ende darin bestehen, dass ihr dem Gericht anheim fallt; wenn ihr es aber in dieser Welt nicht esset, bei euerm Leben, meine Kinder! Ein großes Mahl wird euch in der Zukunft bereitet sein von der Speise des Leviatan und vom Tiere, das sich auf dem Felde regt, wie es heißt: „Essen sollt ihr und satt werden“ (Joel 2,26).

Eine andere Auslegung:G-tt, untadelig ist Sein Weg. Die Schrift redet von unserm Vater Abraham. Als der Heilige, gelobt sei Er, sah, dass er Ihm nachfolgen würde, erwählte Er ihn und sprach zu ihm: „Ich bin der allmächtige G-tt, wandle vor mir und sei untadelig“ (Bereschit 17,1).

Das Wort des Ewigen ist geläutert, denn Er läuterte ihn durch zehn Versuchungen, nämlich durch die eine im Feuerofen, wie es heißt: „Ich bin der Ewige, der ich dich aus dem Ofen Kasdim (אור כשדים) herausgeführt habe“ (dort 15,7), und durch die andere: „Gehe aus deinem Lande und aus deinem Geburtsorte“ (dort 12,1). Zwei durch Sara, nämlich mit Pharao und mit Abimelech. Siehe, das sind vier. Eine durch Hagar, die Ägypterin: „komm bitte zu meiner Magd“ (dort 16,2). Siehe, das sind fünf. Eine durch Ischma’el, nämlich: „Vertreibe den Sohn der Magd“ (dort 21, 10); siehe, das sind sechs. Eine durch die Könige: „Das zog er mit seinen Waffengeübten“ (dort 14,14). Siehe, das sind sieben. Eine durch die Beschneidung: „Beschnitten werde bei euch jegliches Männliche“ (dort 17,10). Siehe, das sind acht. Eine durch (den Bund) zwischen den Stücken, wo Er ihm die vier Reiche zeigte, die seine Kinder unterjochen würden. Siehe, das sind neun. Eine durch die Opferung Jizchaks, wie es heißt: „Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen“ (dort 22,2). Siehe, das sind zehn. Und Abraham nahm sie auf sich aus Ehrfurcht und aus Liebe und bestand wie ein Held. Und was war sein Lohn? Ein Schild ist er allen, die sich bei ihm bergen, wie es heißt: „Ich bin ein Schild dir“ (dort 15,1).

Die Völker der Welt sprechen: Warum liebte der Heilige, gelobt sei Er, den Abraham und rettete ihn aus der Feuerofen und von den neun Königen und von den Horden und aus allen Drangsalen, die über ihn kamen? Darauf antwortete ihnen der Heilige, gelobt sei Er: Siehe, Ich zeige euch dass er, selbst wenn Ich ihn heiße, seinen Sohn zu nehmen und ihn meinem Namen dazubringen, mir gehorcht. Darum schütze Ich ihn.

Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen. Morgen werden seine Kinder im (täglichen) Gebete die Bracha sprechen: Gepriesen seist du Ewiger. Schild Abrahams! „Mein Schild und Horn meines Heils“ (Tehillim 18,3)! David sprach vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Weshalb spricht man: Schild Abrahams! Und nicht Schild Davids? Er antwortete ihm: Weil Ich ihn durch zehn Versuchungen geprüft habe. Darauf sprach David: „Prüfe mich, Ewiger, und versuche mich“ (dort 26,2)! Als Er ihn durch Batscheba versuchte und er nicht darin bestand, betete David, dass man doch wenigstens in der Bracha zur Haphtara[5]: Schild Davids! Sprechen möge, „denn Du hast ihm bei deinem heiligen Namen geschworen, seine Leuchte nicht für immer und ewig auszulöschen. Gepriesen seist du, Ewiger, Schild Davids.“ Das ist, was geschrieben steht: Vers 36. „Und Du verleihest mir den Schild Deines Heils.“

Midrasch Tehillim 29,1
Vers 1. Psalm von David. Gebet dem Ewigenבני אלים. Das ist, was die Schrift durch Jecheskel sagt: „Und ich werde Meinen Schafen helfen, dass sie nicht mehr zur Beute seien“ (Jecheskel 34,22). Und was tue Ich ihnen? Mein Knecht David soll sie weiden, wie es heißt: „Und Ich stelle über sie einen Hirten auf, dass er sie weide, Meinen Knecht David, der soll sie weiden und der sei ihnen ein Hirt“ (dort V. 23). David sprach: Du bist Helfer und Du bist Hirt. Und so heißt es: „Erlöse Dein Volk und segne Dein Erbe und weide und trage sie bis in Ewigkeit“ (Tehillim 28,9). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Halte Ich sie etwa zurück, dass du zu mir sagst: „Erlöse Dein Volk“? Ich halte sie nicht zurück, sondern sie selbst. Sogleich sprach David: Gebet dem Ewigen, בני אלים,

Was heißt: בני אלים?בני אילמים וחרשים, stumme, taube Kinder, denn sie sollten dem Heiligen, gelobt sei Er, antworten, und sie antworten nicht, sondern tragen das Joch der Völker wegen der Heiligung des göttlichen Namens. Und so sprach auch Jeschajahu: „Wer ist blind, wenn nicht Mein Knecht, und taub wie Mein Bote, den Ich sende? Wer ist blind, wie der Untadelige, blind wie der Knecht des Ewigen?“ (Jeschajahu 42,19). Und so heißt es: „Und Abraham nannte den Namen dieses Ortes: Der Ewige wird sehen“ (Bereschit 22,14). Was heißt: יראה? Abraham sprach zu Ihm: Ewiger, siehe, was ich Dir hätte antworten können“ Er sprach nämlich zu ihm: Gestern sagtest Du mir: „Denn in Jizchak wird dir ein Same genannt werden“ (dort 21.12), und jetzt sprichst Du zu mir: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst“ (dort 22,2). Abraham fragte: Welchen von ihnen? G-tt sprach: „Deinen einzigen.“ Abraham antwortete: Dieser ist der einzige seiner Mutter und jener ist der einzige seiner Mutter. Darauf sprach G-tt: „Denn du lieb hast.“ Abraham versetzte: Ich liebe beide. Als du nun sagtest: „Den Jizchak“, hätte ich Dir das nicht vorhalten und dir sagen können: „Aber Meinen Bund werde ich aufrichten mit Jizchak“ (dort 17,21)? Wo ist der Bund? Allein sowie ich Dir nicht geantwortet habe, da ich Dir hätte antworten können, so sei, wenn meine Kinder in Sünden geraten sollten, ihnen dieser Stunde eingedenk. Darum heißt es: Gebet dem Ewigen, stumme Kinder (בני אלים).

Eine andere Auslegung: בני אלים d. i. בניהון דתקיפיא, Kinder der Stärke, sowie es heißt: „Und die Mächtigen des Landes (אילי ארץ) führte er weg“ (Jecheskel 17,13).

Eine andere Auslegung: בני אלים bedeutet: Kinder derjenigen, die wie die Widder (כאילים) geschlachtet werden. Abraham sprach: Ich bin bereit zu schlachten, und Jizchak sprach: Ich bin bereit, geschlachtet zu werden.

Midrasch Tehillim 105,1
Vers 1. Danket dem Ewigen, rufet an Seinen Namen! ... Vers 2. Singet ihm, spielet Ihm… suchet Sein Antlitz beständig. R. Jose bar Chalaphtha sprach zu R. Ismael, seinem Söhne: Verlangst du das Antlitz der Schechina in dieser Welt zu sehen, beschäftige dich mit der Thora im Lande Israel, wie es heißt: Vers 4. Verlangst nach dem Ewigen und nach Seiner Macht[6], suchet Sein Antlitz immerdar. Vers 5. Gedenket Seiner Wunder, die Er getan, Seiner Zeichen und der Ausspruche Seines Mundes. Vers 6. Same Abrahams, Seines Knechtes. R. Asarja hat gesagt: Es heißt: „Denn in Jizchak (ביצחק) wird dir ein Same genannt werden“ (Bereschit 21,12)[7]. Jeder, der zwei Welten bekennt[8], siehe, er ist gleich Jizchak. R. Judan sagt: Nur zu einem Teile, aber nicht ganz [9].

Midrasch Tehillim 110,1
Vers 1. Von David. Ein Psalm. Spruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich zu Meiner Rechten. Das ist, was die Schrift sagt: „Wer erweckte vom Morgen her? Gerechtigkeit begegnet ihm zu seinen Füssen“ (Jeschajahu 41,2).

R. Reuben hat gesagt: Die Völker der Welt schlafen, ohne unter die Fittiche der Schechina zu kommen, und wer erweckte sie, dass sie kamen, um sich unter ihre Fittiche zu bergen? Abraham, wie es heißt: „Wer erweckte von Aufgang her?“[10] Und sage nicht: Nur die Völker de Welt erweckte Abraham, er weckte auch die Gerechtigkeit, welche schlief. Wie so? Abraham hatte eine Herberge und nahm die Vorübergehenden und Kommenden auf, wie es heißt: „Und er pflanzte eine Tamariske (אשל) in Berscheba“ (Bereschit 21,33).

R. Asarja hat gesagt: Er baute sich eine Herberge und nahm die Vorüberziehenden und Kommenden auf[11]. Das wollen die Worte sagen: „Gerechtigkeit begegnet ihm zu seinen Füssen.“

Midrasch Tehillim 112,2
Vers 1. An Seinen Geboten hat er Wohlgefallen sehr. Er erfüllte das Gebot nicht aus Zwang, sondern mit Freude, wie es heißt:An Seinen Geboten hat er Wohlgefallen sehr.“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Gehe aus deinem Lande“ (Bereschit 12,1), und er tat es nicht aus Zwang, sondern Abraham ging, wie der Ewige zu ihm geredet hatte“ (dort V. 4); „und Abraham nahm sein Weib Sara…“ (dort V. 5). Und der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Beschnitten werde der Eingeborene deines Hauses“ (dort 17,13), und er beschnitt ihn sofort, „an eben demselben Tage wurde Abraham beschnitten“ (dort V. 26). G-tt sprach ferner zu ihm: „Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst“ (dort 22,2), und sofort „machte sich Abraham morgens früh auf“ (dort V. 3). Es gefiel ihm, die Gebote mit Hurtigkeit zu erfüllen. Und als ihm Jizchak geboren wurde, nahm er nach acht Tagen die Beschneidung mit ihm vor, wie es heißt: „Und Abraham beschnitt seinen Sohn Jizchak zu acht Tagen“ (Bereschit 21,4). Und er brachte ihn als Opfergabe [MINCHA] auf den Altar und veranstaltete ein Freudenmahl (eig. Freude und ein Mahl). Daher haben die Weisen gesagt: Der Mensch ist verpflichtet ein Freudenmahl an dem Tage zu veranstalten , an dem er so glücklich ist, seinen Sohn zu beschneiden, wie unser Vater Abraham, wie es heißt: „Und Abraham machte ein großes Mahl am Tage, wo Jizchak entwöhnt ward“ (dort V. 8). Das wollen die Worte sagen: An seinen Geboten hat er Wohlgefallen sehr. Und was war sein Lohn?
Vers 2. Ein Held im Lande wird sein Same sein.
D. i. Jizchak betete zum Ewigen für sein Weib, denn sie war unfruchtbar“ (dort 25, 21). Es gibt keinen größeren Helden, als den, der bewirkt, dass eine Unfruchtbare Kinder bekommt!

Eine andere Auslegung: Ein Held im Lande, d. i. Jacob, wie es heißt: „Du aber Israel, mein Knecht, Jakow“ (Jeschajahu 41,8). Und worin bestand seine Stärke? „Und er kämpfte mit dem Engel und kam ihm bei“ (Hoschea 12,5), d. i. er nahm den Engel und warf ihn zur Erde nieder.

Das Geschlecht der Redlichen wird gepriesen. Welches ist das Geschlecht der Redlichen? „All das sind Stämme Israels“ (Bereschit 49,28).

[1]Der Heilige spricht zu den Israeliten: Wenn die Kinder geschlagen werden, so werden die Väter mit ihnen geschlagen, und wenn sie getröstet werden, so werden ihre Väter mit ihnen getröstet. Jalkut z..d Stelle.
[2]S. Bereschit Rabb Par. 80.
[3]S. Bereschit Rabba Par. 64.
[4]Auf einen schlechten Zweck.
[5]Haphtara – Prophetenlesung am Schabbat
[6]D. i. die Thora.
[7]S. Bereschit Rabba Par. 53.
[8]Das ב in dem Worte ביצחק wird im Sinne von zwei gedeutet.
[9]Das ב in ביצחק soll andeuten, dass nur nach einem Teile von Jizchak, nämlich nach Jakow, nicht nach Esau, dem Abraham die Nachkommenschaft benannt wird.
[10]S. Bereschit Rabba Par. 43.
[11]S. Bereschit Rabba Par. 54 Ende; vergl. Sota 10b und oben Tehillim 37.

 
 
 
 
 
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