Midrasch Tehillim zur Parascha Wajetze, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wajetze Tehillim
Anhänge herunterladen

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben-Mordechai HaKohen, 5769

Midrasch Tehillim 2,10
Vers 8. Verlange von Mir und Ich gebe Völker dir zum Eigentum und dir zum Besitze Enden der Erde. Wenn Völker [du von Mir verlangst], so sind sie bereits dein Eigentum, und wenn Enden der Erde, so sind sie bereits dein Besitz.

Nach R. Jochanan sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu drei Gerechten: Verlange (שאל)! Nämlich zu Schlomo, Achas und zum König Maschiach.[1] Von Schlomo heißt es: „In Gibeon erschien der Ewige Schlomo im Träumen der Nacht und G-tt sprach: „Verlange, was Ich dir geben soll“ (1. Mlachim 3,5). Von Achas heißt es: „Verlange für dich ein Zeichen von dem Ewigen, deinem G-tt“ (Jeschajahu 7,11). Und warum hieß er Achas (אחז)? Weil er Ihn [אחז] verhinderte, das Gute der Welt zu bringen. Oder er hieß deshalb so, weil er die Versammlungs- und Lehrhäuser verhinderte, sich mit der Thora zu beschäftigen. Von König Maschiach heißt es: Verlange von Mir und Ich gebe Völker dir zum Eigentum.

R. Schmu’el bar Nachmani hat gesagt: Wir können noch zwei (Beispiele) aus der Agada lernen, nämlich Abraham und Jakow. Von Abraham heißt es: „Was soll Ich dir geben“ (Bereschit 15,2)? Daraus geht hervor, dass G-tt zu ihm sprach: Verlange! Von Jakow heißt es: „Wenn G-tt mit mir sein wird…… und alles, was Du mir gibst, will ich verzehnten“ (dort 28,20.22). Daraus geht hervor, dass Er zu ihm gesprochen hatte: Verlange! Und so heißt es: „Leben verlangte er von Dir, Du gabst es ihm“ (Tehillim 21,5). Und was verlangte er? Er [der Maschiach] verlangte, dass die Israeliten leben und immer bestehen möchten.

Midrasch Tehillim 24,9
[Vers 3.] Eine andere Auslegung: Wer steigt auf den Berg des Ewigen? Der Vers redet von Jaow, wie es heißt: „Mache dich auf, ziehe hinauf nach Bet-El“ (Bereschit 35,1). Und wer besteht am Ort Seines Heiligtums? Wie es heißt: „Und er traf an die Stätte“ (dort 28,11).
[Vers 4.] Wer rein an Händen ist,
wegen des Raubes an Laban, wie es heißt: „Ich musst´ es büssen“ (dort 31,39). Und reinen Herzens ist, wie es heißt: „Wie wohl du durchtastet hast all meine Geräte, was hast du gefunden“ (dort V. 37)? Wer nicht erhebt zum Eitlen seine Seele, zu Laban. Und nicht schwört zum Truge, wie es heißt: „Und G-tt erschien Jakow abermals, als er kam aus Padan-Aram, und segnete ihn“ (dort 35, 9).
[Vers 5.] Und Gerechtigkeit vom G-tt seiner Erlösung,
wie es heißt: „Und zeugen wird für mich meine Gerechtigkeit“ (dort 30,33).

Midrasch Tehillim 55,2
Vers 18. Abends und Morgens und Mittags will ich seufzen. R. Schmu’el hat gesagt: Von hier geht hervor, dass der Mensch dreimal am Tage beten muss. Wer hat sie (diese Gebete) eingeführt? Die Väter der Welt.[2] Abraham führte [SCHACHARIT] das Morgengebet ein, wie es heißt: „Und Abraham machte sich früh auf am Morgen an den Ort, woselbst er gestanden vor dem Angesichte des Ewigen“ (Bereschit 19,27). Unter עמידה, das Stehen, ist nur Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Und Pinchas stand und betete“ (Tehillim 106,30). Jizchak führte [MINCHA] das Vespergebet ein, wie es heißt: „Und Jizchak ging heraus aufs Feld zu sinnen gegen Abend“ (Bereschit 24,63). Unter שיחה, das Sinnen, ist nichts anderes als Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Gebet eines Armen, wenn er verzagt und vor dem Ewigen ausschüttet sein Sinnen“ (Tehilim 102,1). Jakow führte [MA’ARIV] das Abendgebet ein, wie es heißt: „Und er stiess (ויפגע) auf einen Ort“ (Bereschit 28,11). Unter פגיעה, das Stossen, ist nichts anderes als Gebet zu verstehen, wie es heißt: „Du aber bete nicht für dieses Volk und erhebe nicht für sie Flehen und Gebet und stoße (dringe) nicht in mich (אל תפגע בי)“ (Jirmejahu 7,16). David sprach: Weil die Väter sie eingeführt haben, so bete auch ich Abends, Morgens und Mittags.

Midrasch Tehillim 78,6
Vers 32. Bei all dem sündigten sie wieder und glaubten nicht an Seine Wunder.
R. Berachja, R. Levi und R. Schim’on ben Jose im Namen des R. Meir haben gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, ließ (Jakow) die Leiter sehen und Babel stieg (an ihr) 70 Stufen und sank, Medien 52 und sank, Griechenland 180 und sank, als Edom noch darüber hinausstieg, geriet Jakow bei dem Anblick in Furcht.[3] Der Heilige, gelobt sei Er, aber sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakow“ (Jirmejahu 30,10), sowie die Früheren gefallen sind, so werden auch die Späteren fallen. Als der Heilige, gelobt sei Er, zu Jakow sprach: Steige auch du, antwortete er vor Ihm: Herr der Welt! ich fürchte mich, dass ich herabfallen könnte. G-tt behüte! sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu ihm, „fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakow, ist der Spruch des Ewigen, und zage nicht, Israel“ (dort). Und woher kannst du beweisen, dass der Heilige, gelobt sei Er, unserm Vater Jakow das Heiligtum erbaut, die Opfer dargebracht, die Priester den Dienst ausübend und die Schechina sich entziehend sehen ließ? Weil es heißt: „Und er träumte und siehe, eine Leiter war gestellt auf die Erde und ihre Spitze reichte an den Himmel, und siehe, die Engel G-ttes stiegen auf und ab an ihr“ (Bereschit 28,12).

Es gibt keinen Traum, der nicht seine Deutung hätte. Siehe, „die Leiter“, das geht auf das Heiligtum; „und seine Spitze an den Himmel,“ das geht auf die Opfer, welche dargebracht werden und deren Duft zum Himmel steigt; „und siehe, die Engel G-ttes stiegen auf und ab an ihr,“ das sind Priester, die auf der Treppe auf- und niedersteigen und Engel genannt werden, wie es heißt: „Denn ein Engel des Ewigen der Herscharen ist Er“ (Maleachi 3,7). „Und siehe, der Ewige stand über ihr“ (Bereschit 28,13), (wie es heißt:) „Der Ewige stand auf dem Altar“ (Amos 9,1).

Nach R. Jose ben Simra und R. Schm’on ben Jose: R. Meir deutete die Worte „Bei all dem sündigsten sie wieder und glaubten nicht an Seine Wunder“ dahingehend: Wenn Jakow die Leiter hinaufgestiegen wäre, so wäre er nicht wieder herabgestiegen und wir würden diese Knechtung nicht zu ertragen haben.

Midrasch Tehillim 81,1
Vers 1. Dem Sangmeister auf der Gittit. Von Assaph.Vers 2. Jauchzet G-tt unserer Stärke, jubelt dem G-tt Jakows. Das ist, was die Schrift sagt: „Nicht schauet man Verwerfliches in Jakow“ (Bemidbar 23,21)[4]. Was sah Bileam, dass er Jakow erwähnte, und nicht Abraham und Jizchak, sondern nur Jakow allein? Er sah, dass von Abraham Makelhaftes hervorgehen würde, nämlich Ischma’el und alle Kinder der Ketura, ebenso sah er, dass von Jizchak Esau und seine Stammfürsten hervorgehen würden, aber Jakow fand er ganz heilig, wie es heißt: „Ganz sind diese (כל אלה) Stämme Israels, zwölf“ (Bereschit 49,28). Das ist, was geschrieben steht: „Du bist ganz (כולך) schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir“ (Schir HaSchirim 4,7). Darum erwähnte er nicht die (anderen) Väter, sondern nur Jakow allein. Das wollen die Worte sagen: „Nicht schauet man Verwerfliches in Jakow.“ Assaph sprach: Wenn an allen Vätern Makelhaftes ist, an Jakow aber nicht, so erwähne auch ich nur ihn. Das wollen die Worte sagen: Jubelt dem G-tt Jakows.

Midrasch Tehillim 81,2
Eine andere Auslegung: Warum erwähnt er [Assaph] nur Jakow und nicht alle Väter? Unsere Rabbinen haben gesagt: Mit dem Maße, womit ein Mensch misst, wird ihm wieder gemessen, wie es heißt: „Mit einem und demselben Seah (בסאסאה), wenn er verstoßen wird, wirst Du ihn richten“ (Jeschajahu 27,8), d. i. Seah mit Seah (סאה בסאה)[5]. Da weiß ich nur, dass es ein Seah (Hohlmaß) ist, woher aber entnehme ich, dass es auch [ein Tirkab und ein halbes Tirkab], ein Kab und ein halbes Kab, ein Rob’a (Viertel) und ein halbes Rob’a, ein Tuman (Achtel) und Uchla (d. i. andere Maße) mit inbegriffen sind? Weil es heißt: „Alle Maße messend (סאון סואן)mit Getöse“ (Jeschajahu 9,5). (Siehe das sind viele Maße). Da weiß ich nur, dass es nur eine Sache ist, die gemessen wird, woher lässt sich entnehmen, dass selbst kleine Perutot [Krümel] zur großen Rechnung vereinigt werden? Weil es heißt: „Eins zu Eins, um die Rechnung zu finden“ (Kohelet 7,27).

Gleich einem König, der drei Freunde hatte und sich einen Palast bauen wollte. Er brachte (den Plan) dem Ersten und sprach: Ich will mir ein Palast bauen. Der Freund sprach zu ihm: Ich erinnere mich, dass ehemals daselbst ein Berg war. Darauf rief der König den zweiten Freund herbei und sprach zu ihm: Ich will mir einen Palast bauen. Dieser sprach zu ihm: Ich erinnere mich, dass ehemals daselbst ein Feld war. Endlich rief der König den dritten Freund und sprach: Ich will mir einen Palast bauen. Dieser sprach zu ihm: Ich erinnere mich, dass ehemals daselbst ein Palast war. Der König sprach zu ihm: Bei deinem Leben, ich baue den Palast und nenne ihn nach deinem Namen. So waren auch Abraham, Jizchak und Jakow Freunde des Heiligen, gelobt sei Er. Abraham nannte das Heiligtum Berg, wie es heißt: „Auf dem Berge des Ewigen erscheint man“ (Bereschit 22,14); Jizchak nannte es Feld [Garten], wie es heißt: „der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes [Gartens]“ (dort 27,27); Jakow nannte es Haus noch bevor dieses gebaut wurde, wie es heißt: „Dieser Ort ist nichts anderes als das Haus G-ttes“ (dort 28,17). Der Heilige, gelobt sei Er,  sprach zu ihm: Bei deinem Leben! Du hast es Haus genannt, bevor es noch erbaut war, Ich werde es nach deinem Namen benennen, wie es heißt: „Wohlan, lasset uns hinaufgehen zum Berge des Ewigen, zum Hause des G-ttes Jakows“ (Jeschajahu 2,3). Und so sprach auch Jirmejahu: „Also spricht der Ewige: Siehe, ich führe zurück die Gefangen der Zelte Jakows“ (Jeschajahu 2,3). Und ebenso schmückte Assaph seine Worte und gedachte nur des Jubels des G-ttes Jakows, wie es heißt: Jubelt dem G-tt Jakows.

Midrasch Tehillim 90,10
Vers 1. Ewiger, Wohnung bist Du uns gewesen. R. Jizchak hat gesagt: Was heißt, was geschrieben steht: Wohnung ist der G-tt der Uhrzeit (Dwarim 33,27)?[6] Wir wussten nicht, ob der Heilige, gelobt sei Er, die Wohnung der Welt, oder ob die Welt die Wohnung G-ttes (מקום) sei, bis Mosche kam und es erklärte: Ewiger, Wohnung bist du uns gewesen.

R. Jose bar Chalapta hat gesagt: Wir wussten nicht, ob der Heilige, gelobt sei Er, die Nebensache (Anhängsel) der Welt, oder ob die Welt die Nebensache von ihm sei, bis der Heilige, gelobt sei Er, kam und es erklärte: „Siehe, da ist ein Ort (מקום) bei Mir“ (Schemot 33,21), denn Er ist der Ort Seiner Welt und die Welt ist nicht Sein ort. Daher ist Seine Welt die Nebensache von Ihm und Er ist nicht die Nebensache Seiner Welt.

R. Huna im Namen des R. Ami hat gesagt: Warum heißt der Heilige, gelobt sei Er, מקום, Ort? Weil Er der Ort der Welt ist, wie es heißt: „Siehe, da ist ein Ort (מקום) bei Mir. Abraham nannte Ihn Ort, wie es heißt: „Und Abraham nannte den Namen dieses Ortes: Der Ewige wird ersehen“ (Bereschit 22,14), Jakow nannte Ihn Ort, wie es heißt: „Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort“ (dort 28,17)! Mosche nannte Ihn Ort, wie es heißt: „Siehe, da ist ein Ort bei Mir“ (Schemot 33,21). Eine andere Auslegung: Warum wird Gott „Ort“ genannt? Weil an jedem Orte, wo Gerechte stehen, Er sich mit ihnen zusammenfindet, wie es heißt: „An jeden Orte, wo Ich Meinen Namen erwähnen lasse, will ich zu Dir kommen und Dich segnen“ (dort 20,21). Und so heißt es: „Und er drang in G-tt und nächtigte dort.“ (Bereschit 28, 11).

Midrasch Tehillim 91,6
Vers 11. Denn seine Engel entbietet Er für dich.
R. Jehuda sagt: Wer ist größer, der Verabschiedende oder der Verabschiedete?[7]. Als Jakow mit dem Engel zusammentraf, siehe, wie heißt es da? „Er stritt mit dem Engel und kam ihm bei“ (Hoschea 12,5). Was sprach der Engel? „Entlasse mich, den die Morgenröte geht auf“ (Bereschit 32, 27). Siehe, Jakow verabschiedete den Engel.

R. Jose sagt: Wer ist größer, der Tragende oder der Getragene? Sage: Der Getragene ist größer. Das ist, was geschrieben steht Vers 12: Auf den Händen werden sie dich tragen.

R. Jehuda, R. Nechemja und die Rabbanan[8]. R. Jehuda sagt: In der Stunde, da Jakow darüber nachdachte und sprach: Zwölf Stämme soll ich stellen, was machte er? Er nahm zwölf Steine und legte sie unter sein Haupt und sprach: Wenn sie alle zu einem (Stein) werden, so weiß ich, dass ich zwölf Stämme stellen werde. Daher richtete er seinen Sinn auf seinen Schöpfer, wie es heißt: „Und er nahm von den Steinen des Ortes[9]“ (Bereschit 28,11), und sie wurden zu einem Stein.

Nach R. Nechemja waren es drei Steine, und er (Jakow) sprach: Wenn der Heilige, gelobt sei Er, Seinen Namen mit mir vereinigt, wie Er ihn mit meinen Vätern vereinigt hat, so sollen sie alle zu einem Steine werden, und als er aufstand, fand er sie alle (zu) einem (geworden), wie es heißt: „Und er nahm von den Steinen des Ortes.“ Und woher weiß ich, dass sie zu einem Stein geworden waren? Weil es heißt: „Und er nahm den Stein“ (dort V. 18).

Unsere Rabbanan haben gesagt: Die Mindestzahl von Steinen sind zwei. – Solltest du dich darüber wundern, R. Chanina im Namen des R. Abahu im Namen des R. Simeon ben Jochai hat gesagt: „Denn siehe, der Ewige zieht aus Seinem Orte und steigt hernieder und tritt einher auf den Höhen der Erde“ (Micha 1,3), und es heißt: „Und es schmelzen die Berge unter ihm“ (dort V. 4). Wenn schon in der Stunde, wo der Heilige, gelobt sei Er, auszieht, die Berge unter Ihm schmelzen, um wie viel mehr hier, wo es heißt: „Und siehe, der Ewige stand auf ihr (der Leiter)“ (Bereschit 28,13)!

Nach R. Chanina hat R. Abahu im Namen des R. Jochanan gesagt: Wo war Jakow in dieser Stunde? Die Engel trugen ihn, wie es heißt: Und sie werden dich auf den Händen tragen.

Midrasch Tehillim 91,7
Eine andere Version. Unsere Rabbanan haben gesagt: Die Mindestzahl von Steinen sind zwei, und als Jakow früh am Morgen aufstand, fand er sie zu einem geworden, und er war in großer Furcht und sprach: Das Haus des Heiligen, gelobt sei Er, ist an diesem Ort, und ich wusste nicht Seinen Wohnsitz, wie es heißt: „Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort; dieser ist nichts anderes als ein Haus G-ttes“ (Berschit 28,17). Von hier haben unsere Rabbanan gesagt: Jeder, der in Jeruschalajim betet, gilt so, als bete er vor dem Throne der Herrlichkeit, denn das Tor des Himmels ist daselbst und die Tür steht offen, um das Gebet zu vernehmen, wie es heißt: „und hier ist das Tor des Himmels“ (dort) Und Jakow kehrte zurück, um die Steine zu sammeln, er fand aber, dass sie ein Stein geworden waren, und er nahm den Stein und stellte ihn als Säule in die Mitte des Ortes und es floss ihm Öl vom Himmel herab und er goss es darauf, wie es heißt: „Und er goss Öl auf seine Spitze“ (dort V. 18). Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er nahm seinen rechten Fuß und senkte ihn bis zur Tiefe des Abgrundes und machte ihn zu einem Ansatz (Anhängsel) der Erde, wie der Mensch einen Ansatz an einen Stein macht. Deshalb heißt er der Grundstein (אבן שתיה EWEN SCHETIJA), denn daselbst ist der Nabel der Erde und von da ist die ganze Erde offen und darauf steht der Tempel des Ewigen, wie es heißt: „Und dieser Stein, den ich aufgerichtet zur Säule, soll sein ein Haus G-ttes“ (dort V. 22). Und Jakow fiel auf sein Angesicht zur Erde vor dem Grundstein und betete vor dem Heiligen, gelobt sei Er, und sprach: Herr der Welt! Wenn du mich in Frieden wieder an diesem Ort zurückführst, dann will ich vor dir opfern Dankopfer und Ganzopfer, wie es heißt: „Und Jakow tat ein Gelübde und sprach“ (dort V. 20). Und er gelobte und bezahlte, und er hob von da seine Füße und ließ allda den Brunnen, welcher vor ihm herging, und er kam in einem Augenblick nach Charan, wie es heißt: „Und Jakow zog aus Beer Scheba und ging nach Charan“ (dort 28,10). Und darauf sagt die Schrift: „Wenn du gehst, wird dein Schritt nicht beengt, und wenn du läufst, strauchelst du nicht“ (Mischle 4,12).

R. Abahu im Namen des R. Jochanan hat gesagt: Die Engel trugen ihn, wie es heißt: [Vers 12.] Und sie werden dich auf den Händen tragen. Und die Schritte Jakows wurden nicht eng und seine Kraft wurde nicht schwach, sondern wie ein Held wälzte er den Stein von der Mündung des Brunnens und der Brunnen stieg herauf und das Wasser floss außerhalb über, und es sahen es die Hirten und wunderten sich, denn alle waren nicht im Stande, den Stein wegzuwälzen, und er wälzte ihn allein weg, wie es heißt: „Da trat Jakow hinzu und wälzte ihn von der Mündung des Brunnens“ (dort 29, 10).

Midrasch Tehillim 119,21
Vers 25. Es haftet am Staube meine Seele, belebe mich nach Deinem Worte. Jeschajahu sprach: „Es dorrt das Gras, es welkt die Blume.., aber das Wort unseres G-ttes bestehet ewiglich“ (Jeschajahu 40,7.8.). Es bestehen die Worte, die der Heilige, gelobt sei Er, unserm Vater Jakow gesagt: hat, wie es heißt: „und dein Same wird gleich dem Staube der Erde sein“ (Bereschit 28,14). Sowie der Staub der Erde für alle zum Treten ist, so werden auch deine Kinder von allen getreten und wie der Staub der Erde irdene Gefäße vernichtet, er selbst aber ewig besteht, so vernichten auch deine Kinder alle Völker der Welt, sie selbst aber bestehen ewig. „Und du wirst dich ausbreiten nach Abend und Morgen, nach Mitternacht und Mittag“ (dort). Und so sprach auch Jeschajahu: „Schüttle ab den Staub, aufrecht setze dich, Jeruschalajim“ (Jeschajahu 52,2). Und so sprachen auch die Söhne Korachs: „Warum verbirgst Du Dein Antlitz, vergießt unser Elend und unsern Druck? Denn es beugt sich in den Staub unsere Seele, es haftet an der Erde unser Leib“ (Tehillim 44,25.26). „Auf, uns zur Hilfe“ (dort V. 27). Und so sprach auch Hanna: „Richtet empor aus dem Staube den Armen“ (1. Schmu’el 2,8), d. i. sind sie zur Erde gelangt, so hast Du sie aufgerichtet. Darum sprach David: Es haftet am Staube meine Seele…

 

[1]S. Bereschit Rabba Par. 44.
[2]Vergl. j. Berachot IV. 7a; Bemidbar Rabba Par. 2, Anfang.
[3]S. Peskita des Rab Kahana, Piska S. 151a; wo die stelle verändert ist; Wajikra Rabba Par. 29.
[4] Vergl. Pesikta Rabbati Piska 39
[5]S. Mischna Sota VIII, 2; j. Sota I; Sanh. 100a: Bamidbar Rabba Par. 9.
[6]Vergl. Bereschit Rabba Par. 68, wo das Wort verändert ist, Pesikta Rabbati Piska 21.
[7]Vergl. Bereschit Rabba Par. 78.
[8]S. Bereschit Rabba Par. 68.
[9] Ort, MAKOM, ist einer der Namen G-ttes. S. Midrasch Tehillim 90,10

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

 
 
 
 
 
Back to top