Midrasch Tehillim zur Parascha Wajetze, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wajetze Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben-Mordechai HaKohen, 5769

Tehillim 30,4
Eine andere Auslegung: Vers 1.Psalm. Lied bei der Einweihung des Tempels. Das ist, was die Schrift sagt: „Und bei Dir, o Ewiger, ist Gnade, denn Du vergiltst jeglichen nach seinem Thun“ (Tehillim 62,13).[1]

R. Jehuda und R. Nechemja haben gesagt: Eine strafwürdige Handlung ist unfruchtbar und trägt keine Früchte, eine gute aber trägt Früchte, wie es heißt: „Säet euch zur Gerechtigkeit, erntet nach Gnade“ (Hoschea 10,12). Was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er treibt vom Menschen seine Vergehungen ein und dann gibt Er ihm seinen Lohn. Unsere Rabbanan sagen: Selbst seine Vergehungen treibt Er nicht mit einem Male ein, wie es heißt: „Denn Du bist unser G-tt, Du hast uns verschont unter unseren Sünden und hast uns eine Rettung wie diese gegeben“ (Esra 9,13).

R. Eleasar und R. Jose bar R. Chanina (sind darüber verschiedener Meinung).[2] R. Eleasar sagt: Sind die beiden Wagschalen gleichwiegend, hier die Sünden und dort die Verdienste, was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er neigt nach der Gnade hin, wie es heißt: „Bei Dir, Ewiger, ist Gnade“ (Tehillim 62,13). R. Jose bar R. Chanina hat gesagt: Was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er nimmt (reißt) einen Schuldbrief von den Vergehungen weg und die Wagschale gibt sofort den Ausschlag, wie es heißt: „Er hebt die Schuld und geht an dem Abfall vorüber“ (Micha 7,18).

R. Nechemja hat gesagt: Nimmt ein Mensch sich vor, eine Sünde zu begehren, so rechnet es der Heilige, gelobt sei Er, nicht eher an, als bis er sie getan hat; nimmt er sich dagegen vor, ein Gebot zu befolgen, und er vermochte nicht, es zu tun, obschon er es nicht getan, so schreibt der Heilige, gelobt sei Er, es sogleich so an, als hätte er es getan, wie es heißt: „Und der Ewige hörte es und es ward aufgeschrieben in ein Buch des Gedächtnisses vor Ihm für die, so den Ewigen fürchteten und seinen Namen achten“ (Maleachi 3,16). Aber wenn ein [der Ehrfrucht] Fremder sich vornimmt etwas Böses zu tun, selbst wenn er es noch nicht getan hat, so erachtet es der Heilige, gelobt sei Er, so, als hätte er es getan, wie es heißt: Ein Aramäer richtete meinen Vater zu Grunde“ (Dwarim 26,5). Hat denn Laban den Jakow zu Grunde gerichtet? Allein weil er es sich vorgenommen, ihn zu Grunde zu richten, so erachtet es der Heilige, gelobt sei Er, als hätte er ihn zu Grunde gerichtet. Wenn er sich aber vorgenommen hat, ein Gebot zu befolgen, so schreibt Er es nicht eher auf, als bis er es befolgen wird, wie es heißt: „Und bis Sonnenuntergang strebte er ihn zu retten“ (Daniel 6,15), d. i. obgleich er sich vorgenommen hatte, ihn zu retten, so gilt es vor dem Heiligen, gelobt sei Er, doch nicht eher, als bis er es getan hat. Nimmt dagegen ein Israelit sich vor, eine Sünde zu begehren, so rechnet sie der Heilige, gelobt sei Er, nicht eher an, als bis er sie getan hat, wie es heißt: „Wehe denen, die Untat sinnen und Böses entwerfen auf ihren Lagern“ (Micha 2, 1).

Nach Rab Huna sprach David: „Hätte ich Unrecht vor in meinem Herzen, nicht hörte es der Ewige“ (Tehillim 62,18); nimmt er sich jedoch vor, ein Gebot zu befolgen, obgleich er es noch nicht befolgt hat, so erachtet es ihm die Schrift so, als wenn er es befolgt hätte. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält, denn als David sich vornahm, den Tempel zu erbauen, obgleich er ihn noch nicht erbaut hatte, so wird er nach seinem Namen verzeichnet, wie es heißt: Psalm. Lied zu Einweihung des Tempels. Von David. Daraus geht hervor, dass jede Sache, um die sich ein Mensch sorgt,[3] nach seinem Namen genannt wird. So finden wir es bei Mosche, da er um die Thora besorgt war „und 40 Tage und 40 Nächte verweilte,“ so wurde sie nach seinem Namen genannt, wie es heißt: „Gedenket der Thora Mosche’s, meines Knechtes“ (Maleachi 3,22). Und so war auch David besorgt und er saß im Staube, wie es heißt: “Ich komme nicht in das Zelt meines Hauses... ich gönne meinen Augen keinen Schlaf“ (Tehillim 132,3.4); so wurde der Tempel nach seinem Namen genannt, wie es heißt: Psalm. Lied zur Einweihung des Tempels. Von David.

Midrasch Tehillim 60,1
Vers 1. Dem Sangmeister auf Schuschan Eduth. Ein Michtham von David, es zu lehren.
Das ist, was die Schrift sagt: „Nahe ist, der mir Recht schafft, wer will mit mir streiten“ (Jeschajahu 50,8)? Was heißt: „Nahe ist, der mir Recht schafft?“ Als der Heilige, gelobt sei Er, den Israeliten die Thora gab, um mit ihr alle Völker zu widerlegen. Als Joab in den Krieg mit Aram zog, sprachen sie (die Aramäer) zu ihm: Bist du nicht einer von Jakows Söhnen (Nachkommen)? Sind nicht also Übereinkommen zwischen uns getroffen worden? „Und nun, wohlan! Wir wollen einen Bund schließen, ich und du … und Jakow nahm einen Stein und richtete ihn auf zur Säule … Laban sprach: Dieser Haufen sei Zeuge zwischen mir und dir heute“ (Bereschit 31,44. 48). Als Joab dies hörte, wusste er nichts zu erwidern; er kam zu David und sprach zu ihm: So und so hat Aram zu mir gesagt. Sofort ließ David das Sanhedrin zusammentreten, von dem Schlomo sagt: „Dein Leib ist ein Weizenmehl, umzäunt von Lilien“ (Tehillim7,3). Unsere Väter haben zwei Bündnisse geschlossen, einen Bund schloss Abraham, wie es heißt: „Und es geschah um diese Zeit, da sprach Abimelech … und nun schwöre mir bei G-tt zur Stelle, dass du nicht trüglich handelst gegen mich, mein Kind und meinen Enkel, und sie schlossen einen Bund in Beer Scheba“ (Bereschit 21, 22.23.32). Als sie (die Israeliten) in das Land der Plistim einziehen wollten, sprachen diese zu ihnen: Ihr seid nicht Söhne Abrahams und ihr haltet nicht die Vorschrift des Bundes aufrecht, den Abraham mit Abimelech geschlossen hat. Jene sprachen zu ihnen: Ja wohl, wir halten sie aufrecht, aber ihr seid nicht Plistim. Da gingen sie hinweg. Und so heißt es: „Und die Awim, die in Flecken wohnten bis Asah, Kaphtorim (כפתורים), die aus Kaphtor kamen“ (Dwarim 2,23), d. i. ihr leugnet (כפרתם) in Bezug auf den Schwur. Sofort zogen sie in das Land ein und nahmen es in Besitz. Auf gleiche Weise Aram. Sie (die Aramäer) sprachen zu Joab: Seid ihr nicht von den Kindern Jakows; ist Aram nicht mit Jakow übereingekommen, wie es heißt: „Zeuge sei dieser Haufe und Zeugnis diese Säule“ (Bereschit 31,52)? Jakow sprach zu ihnen: Haben nicht sie es (das Bündnis) zuerst übertreten, wie es heißt: „Von Aram ließ mich holen Balak, der König von Moab“ (Bemidbar 23,7)? Und nicht allein das, sondern in den Tagen des Chushan Rischathajim heißt es: „Und die Kinder Israel dienten dem Chushan Rischathajim (רשעתים)“ (Schoftim 3,8), d. i. er hatte zwei Freveltaten (שתי רשעיות) verübt, eine in den Tagen Bileams und die andere in den Tagen Chushans. Als das Sanhedrin David so belehrte, sprach er: Dem Sangmeister auf Schuschan Eduth. Ein Michtham von David, es zu lehren. Vers 2. Als er befehdete Aram Naharajim und Aram Zobah. Was heißt, „בהצותו“? Weil er es in Feuer aufgehen ließ.

Eine andere Auslegung:שירה בה חצים, er warf Pfeile in dasselbe. Oder: Weil er Aram Naharajim nahm und es für Aram Zobah gab und Aram Zobah wieder für Aram Naharajim gab.

Und Joab kehrte um. Daraus geht hervor, dass er wiederholt es angriff. Er sprach nämlich Zerstöre ich es jetzt, wenn dem so ist, was finde ich, wenn ich vom Kriege mit Aram heraufziehe, siehe, ich lasse es, bis ich wieder heraufziehe. Als er zurückkehrte, schlug er sie, wie es heißt: Und Joab kehrte um und schlug Edom im Salztale.

Midrasch Tehillim 78,5
[Vers 31. Da stieg der Zorn Gottes wider sie auf; und er würgte unter ihren Kräftigen, und die Auserwählten Israels beugte er nieder.]
„Es sahen es die Demütigen und freuten sich“ (Tehillim 69,33). Das ist, was die Schrift sagt: „Bei den Juden war Licht und Freude, Wonne und Ehre“ (Esther 8,16). Es ist gelehrt worden: Drei Teile wurden aus dem Vermögen Hamans gemacht, ein Drittel erhielten die Talmidim [Schüler] der Weisen, ein Drittel Mardechai und Esther und ein Drittel war für den Bau des Heiligtums bestimmt.[4] „Denn auf die Leidtragen hört der Ewige und Seine Gefesselten verschmäht Er nicht“ (Tehillim 69,34). Damit sind die Unfruchtbaren gemeint, die der Heilige, gelobt sei Er, bedenkt.

R. Nechemja sagte es ohne Nennung des Autors, R. Acha hat es im Namen des R. Jonathan gesagt: Drei Schlüssel gibt es, die der Heilige, gelobt sei Er, nicht der Hand eines Boten überliefert hat, der Schlüssel des Mutterschosses, wie es heißt: „Und er (der Ewige) öffnete ihren Mutterschoss“ (Bereschit 29,31), der Schlüssel der Gräber bei der Wiederbelebung der Toten, wie es heißt: „Wenn ich eure Gräber öffne“ (Jecheskel 31,13), der Schlüssel des Regens, wie es heißt: „Es wird der Ewige dir öffnen Seinen guten Schatz….um Regen deinem Lande zu geben zu seiner Zeit“ (Dwarim 28,12).[5] Wenn der Heilige, gelobt sei Er, will, so gibt Er sie den Gerechten. So gab Er den Schlüssel der Unfruchtbarkeit dem Elischa, wie es heißt: „Zu dieser Frist, wie die lebendige Zeit, umarmst du einen Sohn“ (2. Mlachim 4,1), und es heißt: „Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn“ (dort V. 17). Den Schlüssel zur Wiederbelebung der Toten gab er dem Elia bei dem Sohne der Witwe von Zarpath, wie es heißt: „Lass doch die Seele des Kindes in dasselbe zurückkehren!“ (1. Mlachim 17,21). Und es heißt: „Siehe da, dein Sohn lebt“ (das. V. 23); und bei dem Sohne der Schunamit durch Elischa, wie es heißt: „Und er legte Mund auf Mund….bis das Fleisch des Kindes erwärmte“ (2. Mlachim 4,34), und es heißt: „Nimm deinen Sohn“ (dort V. 36); und dem Jecheskel im Thale Dura, wie es heißt: „Es kam über mich die Hand des Ewigen…“ (Jecheskel 37,1), und es heißt: „Aus den vier Winden komme, o Geist, und wehe diese Getöteten an, dass sie leben“ (dort V. 9); und den Schlüssel des Regens dem Elia, wie es heißt: „Es wird nicht sein in diesen Jahren Tau und Regen, es sei denn auf mein Wort“ (1. Mlachim 17,1). Und als er wollte, so öffnete er ihnen, wie es heißt: „Geh, lass dich sehen vor Achab“ (dort 18, 1). Das wollen die Worte sagen: „Denn auf die Leidtragenden hört der Ewige“.

R. Levi hat im Namen des R. Schmu’el bar Nachmani gesagt: Was heißt: „Der Ewige ist mit mir unter meinen Helfern und ich werde mich weiden an meinen Hassern“ (Tehillim 118,7)? Ich sah, was Er an meinen Hassern getan. Es gibt keinen Menschen, dem er so beistand, wie Mosche und Aharon, weil sie aber sprachen: „Höret doch, ihr Widerspenstigen“ (Bemidbar 20,10), so kamen sie nicht in das Land Israel. Das wollen die Worte sagen: Und [für] die Auserwählten Israels beugt Er nieder, d. i. er neigte (die Wagschale) zum Guten.

Midrasch Tehillim 90,17
Vers 15. Erfreue uns gleich den Tagen, da Du uns leiden ließest, d. i. gleich den Tage, da Du uns in Babel, in Medien, in Griechenland und in Edom leiden ließest.

Eine andere Auslegung: Gleich den Tagen des Maschiach[6]. Wie viel betragen die Tage des Maschiach? Nach R. Elieser tausend Jahre, wie es heißt: „Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen gleich dem Tage von Gestern, so er vergangen“ (Tehillim 90,4). Nach R. Jehoschua betragen sie zwei tausend Jahre, (wie es heißt:) Gleich den Tagen(כימות), die Du uns leiden ließest, d. s. zwei Tage, und der Tag des Heiligen, gelobt sei Er, beträgt tausend Jahre, wie es heißt: „Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen gleich dem Tage von Gestern, so er vergangen.“[7] Nach R. Berachja und R. Dosa dem Alten betragen sie 600 Jahre, wie es heißt: „Gleich den Tagen eines Baumes sind die Tage meines Volkes“ (Jeschajahu 65,22), und dieser Holzblock steht in der Erde 600 Jahre. Nach R. Jose betragen sie es 60 Jahre, wie es heißt: „Vor dem Monde Geschlecht, Geschlechter (דור דורים)“ (Tehillim 72,5). Ein Geschlecht (דור) umfasst 20 Jahre, zwei Geschlechter (דורים) umfassen 40 Jahre, siehe, das sind 60 Jahre. Nach R. Akiba betragen sie 40 Jahre, gleich den Tagen, die Du uns leiden ließest, nämlich in den 40 Jahren, wo die Israeliten in der Wüste waren, wie es heißt: „Und Er ließ dich leiden und dich hungern“ (Dwarim 63,4). Nach unseren Rabbanan betragen sie 4000 Jahre, wie es heißt: „[Denn der Tag der Vergeltung ist in meinem Herzen] und das Jahr meiner Erlösungen [גאולי GE’ULAJ] ist gekommen“[8] (Jeschajahu 63,4). Nach R. Abahu betragen sie 7000 Jahre, gleich den Tagen des Bräutigams in seinem Hochzeitsgemache, wie es heißt: „Denn wie der Jüngling sich vermählet der Jungfrau“ (dort 62,5). Und wie viel sind die Tage des Bräutigams? Sieben Tage, wie es heißt: „Halte aus die Woche mit dieser“ (Bereschit 29,27).

Tehillim 126,8
Eine andere Auslegung: Vers 5. Die mit Tränen säen. Das geht auf Jakob, der mit Tränen die Segnungen säte, wie es heißt: „Vielleicht betastet mich mein Vater“ (Bereschit 27,12). Sie werden mit Jubel ernten, wie es heißt: „Und G-tt wird dir vom Tau des Himmels geben und das Fette der Erde und Fülle an Korn und Most“ (dort V. 28).
Vers 6. Weinend geht er,
wie es heißt: „Und er erhob seinen Stimme und weinte“ (dort 29,11). Der den Zug (משך) des Samens trägt, denn er zog (שמשך) die Stämme aus Charan. Er kommt mit Jubel, tragend seine Garben, d. i. er kam, tragend Jünglinge und Jungfrauen.

Midrasch Tehillim 8,7
Vers 5. Was ist der Mensch, dass Du sein gedenkest? R. Berachja hat gesagt: Als der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt erschuf, wollte Er den Engeln das Lob des Werkes der Gerechten zeigen, sie aber sprachen zu ihm: Was ist der Mensch, dass Du sein gedenkest?

Eine andere Auslegung: Was ist der Mensch, dass Du sein gedenkest? Das geht auf Abraham, wie es heißt: „und G-tt gedachte an Abraham“ (Bereschit 19,29). Und des Menschen Sohn, dass Du ihn [durch Bedacht] erlöst (תפקדנו)? Das geht auf Jizchak, der in Folge des Bedenkens (מפקידה) geboren wurde, wie es heißt: „Und der Ewige bedachte (פקד) Sara“ (dort 21,1).

Vers 6. Und Du läßt ihn um ein Weniges G-tt nachstehen. Das geht auf Jakow, denn er bestimmte über das Vieh, dass gestreifte, punktierte und scheckige geboren wurden, wie es heißt: „Als das Vieh brünstig wurde“ (Bereschit 30,39). Daraus geht hervor, dass er nur ermangelte, in sie Seelen zu geben. Und mit ehre und Glanz krönest Du ihn. Das geht auf Mosche, wie es heißt: „und Mosche wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte“ (Schemot 24,29.)
Vers 7.
Du lässt ihn herrschen über das Werk Deiner Hände. Das geht auf Jehoschua, der die Lichter harren (schweigen) ließ, wie es heißt: „Sonne, harre (schweige) in Gibeon und Mond im Thale Ajalon“ (Jehoschua 10,12), ferner: „Und es harrte die Sonne und der Mond stand“ (dort V. 13). Alles hast du unter seine Füße gestellt. Das geht auf David, dessen Feinde insgesamt vor ihm fielen, wie es heißt: „Und ich zerreibe sie wie Staub der Erde“ (2. Schmu’el 22,43).
Vers 8. Schafe und Rinder allzumal. Das geht auf Salomo, wie es heißt: „Und er redete über das Vieh und über die Vögel und das Gewürm“ (1. Mlachim 5,13). Und auch das Vieh des Feldes. Das geht auf Schimschon.R. Chanina bar Papa hat gesagt: Er zeigte ihnen den Schimschon, als er dreihundert Füchse gefangen hatte. R. Simeon sagte: Er zeigte ihnen den Daniel, als er in die Löwengrube hinab stieg und auf ihren Hälsen ritt und ihm kein Schäden widerfuhr.
Vers 9.
Den Vogel des Himmels. Das geht auf Elia, welcher in der Welt wie ein Vogel floh, wie es heißt: „Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch“ (1. Mlachim 17,6). Und die Fische des Meeres. Das geht auf Jona, wie es heißt: „Und Jona war im Bauche des Fisches“ (Jona 2,1). Das durchzieht die Pfade der Meere. Das geht auf die Israeliten, wie es heißt: „Und die Kinder Israel gingen auf Trocknem mitten im Meere“ (Schemot 15,19).
Vers 10. Ewiger, unser Herr, wie herrlich wohnt (אדיר) Dein Name auf der ganzen Erde. Die Engel sprachen: Es ist Deine Ehre, bei Deinem Volke und bei Deinen Kindern zu wohnen (לדוד).

Midrasch Tehillim 55,4
Eine andere Auslegung: [Vers 19.] Er erlöst in Frieden meine Seele vor dem, der mir naht. Was heißt: מקרב לי? David sprach: Ich sehe Daniel, der aus meinem Stamme hervorgeht, wie er in die Grube der Löwen geworfen wird und diese ihn nicht berühren, und auf ihn begann er zu sprechen: Er erlöst in Frieden meine Seele vor dem, der mir naht, weil ihm die Löwen nicht nahen sollten. Und was war die Ursache, dass er gerettet wurde? Denn in Menge waren sie beimir, auch Chananja, Mischael und Asaja ordneten das Gebet für ihn. Das wollen die Worte sagen:Vers 20. Es hört G-tt und antwortet ihnen.
Eine andere Auslegung: Der Vers ist auf Rachel gesagt. Was heißt: „מקרב לי?“ Dass Esau’s Rat der Rachel nicht nahte.[9] Warum? Weil sie so übereingekommen waren, dass Jakow Lea und Esau Rachel nehmen sollte. Und wem hatte Rachel ihre Errettung zu danken? Denn in Menge waren sie beimir, denn auch Jakow und Lea ordneten das Gebet für sie. Das ist, was geschrieben steht: „Und G-tt gedachte der Rachel“ (Bereschit 30,22), nämlich רחל wegen ihres Verdienstes und את רחל, wegen des Verdienstes der Väter und der Mütter[10].

Eine andere Auslegung: Er erlöst in Frieden meine Seele vor dem, der mir naht, nämlich dass ihm (David) nicht Achitophels Rat nahte. Warum?Denn in Menge waren sie bei mir. Darunter sind die Mitglieder des Sanhedrin zu verstehen, die für mich das Gebet geordnet haben.[11]

Midrasch Tehillim 102,1
Vers 1. Gebet eines Armen, wenn er sich verhüllt כי יעטוף. Das ist, was die Schrift sagt: „Das Schlachtopfer der Frevler ist dem Ewigen ein Gräuel aber das Gebet der Redlichen ist ihm wohlgefällig“ (Mischle 15,8). Der Heilige, gelobt sei Er, verlangt von den Frevlern weder Schlachtopfer noch Ganzopfer. Was verlangt er denn? Das Gebet der Redlichen. Und so heißt es: „Denn Du begehrst nicht Schlachtopfer, dass ich es gebe, an Ganzopfern hast Du kein Wohlgefallen“ (Tehillim 51,18).

Eine andere Auslegung: Gebet eines Armen, wenn er sich verhüllt[12]. R. Pinchas im Namen des R. Reuben hat gesagt: Ich stimme mit Davids Meinung nicht überein, manchmal nennt er sich einen Armen, (wie hier:) Gebet eines Armen. In der Stunde, wo er sah, dass einst Gerechte von ihm hervorgehen, wie Asa, Chiskia und Josia, da nennt er sich David, in der Stunde aber, wo er sah, dass Frevler von ihm erstehen würden, z.B. Achas, Manasse und Amon, da nennt er sich einen Armen.

Gebet eines Armen. R. Schmu’el bar Nachmani im Namen des R. Jonathan hat gesagt. Gegenüber Menasche sprach er: Gebet eines Armen, denn er war arm an guten Werken.

R. Alexandri sagt: Gegenüber dem Gebete hat es David gesagt, denn er kam und rückte es auf immer später hinaus, wie es heißt: „Und die Späteren [ עטופים] waren dem Laban“ (Bereschit 30,42). Darum heißt es: Gebet eines Armen, wenn er es hinausschiebt. Jene, welche er durch Einhüllung im Gebet erwarb, waren dem Jakow [und die späteren Labans]. Unter עטיפה, Einhüllen, ist nichts anderes als das Gebet zu verstehen, wie es heißt: Gebet eines Armen, wenn er sich verhüllt.

Midrasch Tehillim 118,6
Vers 2.
יאמר נא Sprechen soll doch Israel: Denn ewiglich währt Seine Gnade. Es geziemt dem Menschen nicht selbst von sich zu sagen, dass er gut ist, es sei denn, dass andere es von ihm bezeugen. Und was bezeugt es dem Heiligen, gelobt sei Er, [dass Er gut ist]? Israel. Darum spreche doch Israel: Denn ewiglich währt Seine Gnade.

Eine andere Auslegung: Israel spreche doch. Man sprach zum Heiligen, gelobt sei Er: Wer bekennt es Dir? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Israel, spreche doch, dass die Gnade, die Ich ihm erwiesen, nicht für einen Tag und nicht für ein Jahr, sondern für die Ewigkeit ist, wie es heißt: „Ich bin zu gering für all’ die Gnadenbezeigungen“ (Bereschit 32,11). Man fragte ihn: Wie viele Gnadenbezeigungen hat er dir erwiesen? Sie sind grenzenlos, gab er zur Antwort, sondern „der G-tt, der mich weidet, ist mit mir מעודי bis auf diesen Tag“ (dort 48,15).

Eine andere Auslegung: Israel spreche doch. Was habe Ich in Ägypten für sie getan, und wie habe Ich es ihnen in der Wüste bezahlt, weil sie in Ägypten an Mich glaubten, wie es heißt: „Und das Volk glaubte“ (Schemot 4,31). Und wie habe Ich ihnen in die Wüste bezahlt, (wie es heißt) „Und der Ewige zog vor ihnen her am Tage“ (dort 13,21). Und was haben sie mir am Sinai getan? „Alles, was der Ewige geredet, wollen wir tun und hören“ (dort 24,7). In dieser Stunde sprach Er: „Ich gedenke deiner Liebe in deiner Jugend“ (Jirmejahu 2,2). Das wollen die Worte sagen: Es spreche doch Israel.

Midrasch Tehillim 140,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Von David. Vers 2. Rette mich, Ewiger, von dem bösen Menschen, vor dem Manne der Gewalt behüte mich.
Schlomo hat gesagt: „Verlasse sie nicht, und sie wird dich behüten; liebe sie und sie wird dich bewahren“ (Mischle 4,6).;„Wenn du gehest, wird sie dich leiten, wenn du dich hinlegst, wird sie über dich wachen, und erwachst du, wird sie sich mit dir unterhalten“ (dort 6, 22). So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er, zu David: Ist es dein Wille, dass Ich dich bewahre, so bewahre die Thora, wie es heißt: „Bewahre sie, denn sie ist dein Leben“ (dort 4,13). Ist es dein Wille, dass Ich dich von der Hand der Frevler rette, so juble vor Mir und Ich will dich erretten, „mit dem Jubel der Rettung umgibst Du mich. Sela“ (Tehillim 32,7).

Rette mich, Ewiger, von dem bösen Menschen. Wer ist das? Der ruchlose Esau. Worin besteht seine Bosheit? Im Tode. So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: Wenn Ich euch frei mache, so mache Ich euch frei vom Tode, wie es heißt: „Aus der Gewalt der Hölle werde Ich sie freimachen, vom Tode sie erlösen, wo sind deine Seuchen, Tod“ (Hoschea 13,14)? Siehe, damit ist der Tod des ruchlosen Esau gemeint. Darum heißt es: Rette mich, Ewiger, von dem bösen Menschen. Und so sprach auch Jakow: „Rette mich doch von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus…“ (Bereschit 32,12). Welches ist der Tod? Vor dem Manne der Gewalt bewahre mich. Und worin besteht seine Gewalt? „und er übernachtete dort in selbiger Nacht und nahm von dem, was er mit sich führte, ein Geschenk für Esau, seinen Bruder: zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke…“ (dort 14,15). Ist das nicht Gewalt? Und so heißt es: „Ob der Gewalttat gegen deinen Bruder Jakow wird dich Schande bedecken, und du wirst ausgerottet sein für ewig“ (Obadja V. 10). Israel sprach: Siehe, er ist auf ewig ausgerottet, aber was er verschlungen, hat er verschlungen. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich reisse es aus seinen Zähnen, wie es heißt: “Von Baschan bringe Ich es zurück“ (Tehillim 68,23). Darum heißt es: Vor dem Manne der Gewalt behüte mich.

 

[1]Vergl. J. Pea I, 16b, Kidduschin 40a.
[2]Vergl. J. Sanhedr. X, 27c.
[3]Weil er sie nicht ausführen kann.
[4]S. Midrasch Tehillim 78,23
[5]Vergl. Bereschit Rabba Par. 73; Ta’anit 2a.
[6]S. Sanhedrin 99a; Pesikta Rabbati Piska 1.
[7]S. Bereschit Rabba Par. 8; Wajikra Par. 19.
[8] Die vier Verbannungen bedürfen jeweils einer Erlösung. Erst die letztendliche Erlösung beendet die Zeit der Verbannungen. „Tag der Vergeltung“ für jedes Reich, das sind 4.000 Jahre.
[9]Dass sie ihm nicht zu Teil wurde.
[10]את רחל ET wird hier als Hinweis auf die Ganzheit Rachels verstanden.
[11]S. j. Sota. I, 17b.
[12]Vergl. Pesikta de R. Kahana, Piska ולקחחם לכם (s. 180b); Wajikra Rabba Par. 30.

 
 
 
 
 
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