Midrasch Tehillim zur Parascha Dwarim, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Dwarim Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„5 Diesseit des Jordan, im Lande Moab, fing Mosche an, diese Thora zu beleuchten, indem er sprach: 6 Der Ewige , unser G-tt, redete zu uns am Choreb und sprach: Lange genug seid ihr an diesem Berge geblieben“(Dwarim 1,5-6).

Midrasch Tehillim 18,29
Vers 36. Eine andere Auslegung: Du gibst mir den Schild Deiner Erlösung und Deine Rechte stützt mich und Deine Demut macht mich groß. Der Vers redet von Abraham, denn er saß, während die Schechina stand und wartete, solange die Wanderer aßen. Daraus geht hervor, dass die Aufnahme von Wanderern (Gastfreundschaft) größer ist als die Aufnahme des Angesichts der Schechina, wie es heißt: „Und er sprach: Bitte, Herr … gehe doch nicht an Deinem Knechte vorüber!“ (Bereschit 18,3).[1] Nach R. Berachja im Namen des R. Levi wollte Abraham aufstehen, aber der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Bleibe sitzen, du bist ein Zeichen für deine Kinder, denn deine Kinder sollen in den Versammlungs- und Lehrhäusern sitzen, während Ich stehe, wie es heißt: „G-tt steht in der G-ttesgemeinde“ (Tehillim 82,1).

R. Schmu’el im Namen des R. Chija und R. Judan im Namen des R. Chanina haben gesagt: Für jedes Lob, das die Israeliten dem Heiligen, gelobt sei Er, spenden, lässt Er Seine Schechina auf sie herab. Warum? „Du bist der Heilige, thronst über den Lobgesängen Israels“ (Tehillim 22,4).

R. Simon hat gesagt: In der Stunde, wo der Heilige, gelobt sei Er, sich dem Abraham offenbarte, litt dieser an den Schmerzen seiner Beschneidung. Da sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Engeln: Gehet zu Ihm! Die Schechina aber gesellte sich zu ihnen und verweilte bei ihm, bis die Engel fort gingen, wie es heißt: „Und es wandten sich von dort die Männer und gingen nach Sodom, und Abraham stand noch vor dem Ewigen“ (Bereschit 18,22). R. Simon hat gesagt: Das ist eine Verbesserung der Schriftgelehrten, denn die Schechina stand und wartete auf ihn. Darum heißt es: Und Deine Demut macht mich groß.

R. Chija hat gesagt: Wenn ein Schüler des Nachts vor seinem Lehrer geht, wer trägt die Laterne? Doch der Schüler vor seinem Lehrer! Aber der Heilige, gelobt sei Er, trug die Laterne vor Israel, wie es heißt: „Und der Ewige zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, ihnen zu leuchten…“ (Schemot 13,21). Das wollen die Worte sagen: Und Deine Demut macht mich groß.

R. Luliani im Namen des R. Ischma’el sagt: Gewöhnlich spricht der Lehrer und der Schüler antwortet, aber bei dem Heiligen, gelobt sei Er, ist es nicht so, sondern: „Mosche redete und G-tt antwortete בקול„ (dort 19,19). Was heißt: בקול? Auf die Stimme Mosches. Das wollen die Worte sagen: Und Deine Demut macht mich groß.

Ben Asai hat gesagt: Wenn ein König von Fleisch und Blut seinen Namen erwähnt, so erwähnt er zuerst seinen Namen und denn sein Werk, bei dem Heiligen, gelobt sei Er, aber es ist nicht so, sondern Er erwähnt zuerst Sein Werk und dann erwähnt Er Seinen Namen, wie es heißt: „Im Anfang schuf G-tt“ (Bereschit 1,1). Das wollen die Worte sagen: Und Deine Demut macht mich groß.

R. Abba hat gesagt: Hast du jemals gesehen, wenn Lehrer und Schüler sich mit der Thora beschäftigen, dass der Lehrer zum Schüler spricht: Du hast genug, denn ich habe dich angestrengt? Der Heilige, gelobt sei Er, aber lehrte Mosche die Thora vierzig Tage, am Ende sprach Er zu ihm: Ich habe euch bemüht, wie es heißt: „Der Ewige, unser G-tt redete zu uns am Choreb also: Ihr habt genug!“ (Dwarim 1,6).

R. Schim’on hat gesagt: Gewöhnlich, wenn Lehrer und Schüler zusammen stehen und der Lehrer zum Schüler sagt: Geh, erwartete mich an dem und dem Orte, so geht der Schüler und wartet auf ihn, der Heilige, gelobt sei Er, aber sprach zu Jecheskel: „Auf, gehe hinaus in das Tal, und dort will Ich mit Dir reden“ (Jecheskel 3,22). Darauf folgt: „Und ich machte mich auf und ging hinaus in das Tal, und siehe, dort stand die Herrlichkeit des Ewigen“ (dort V. 23). Das wollen die Worte sagen: Und Deine Demut macht mich groß.

R. Judan im Namen des R. Chama sagt: Einst wird der Heilige, gelobt sei Er, den König Maschiach zu seiner Rechten sitzen lassen, wie es heißt: „Spruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich Mir zu Rechten!“ (Tehillim 110,1) und Abraham zu seiner Linken. Da färbt sich das Antlitz des Abraham gelb und er spricht zu ihm: Mein Enkel sitzt zur Rechten und ich zur Linken! Der Heilige, gelobt sei Er, aber besänftigt ihn und spricht zu ihm: Dein Enkel sitzt zu Meiner Rechten, und Ich zu deiner Rechten, als ob man sagen könnte: Mein Herr zu deiner Rechten (dort V. 5). Das wollen die Worte sagen: Und Deine Demut macht mich groß.

„Ihr sollt nicht die Person ansehen im Gericht; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören; ihr sollt euch vor niemand fürchten, denn das Gericht ist G-ttes. Die Sache aber, die zu schwierig für euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre“ (Dwarim 1,17).

Midrasch Tehillim 82,1
Vers 1. Ein Psalm von Asaph. G-tt steht in der G-ttesgemeinde, mitten unter Richtern אלהיםrichtet Er. Das ist, was die Schrift sagt: „Ihr sollt kein Ansehen kennen in Gericht“ (Dwarim 1,17). Und so heißt es auch bei Jehoschaphat. „Und er sprach zu den Richtern: Sehet zu, was ihr tut, denn nicht für den Menschen richtet ihr, sondern für den Ewigen, und Er ist bei euch im Gericht“ (2. Diwre HaJamim 19,6), und es heißt: „Denn das Gericht ist G-ttes“ (Dwarim 1,17). Die Richter sollen nämlich nicht sagen: Wir sitzen für uns selbst[2] zu Gericht, sondern der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu den Richtern: Wisset, dass Ich bei euch sitze, wie es heißt: „Denn Ich, der Ewige, liebe das Recht“ (Jeschajahu 61,8); wenn ihr also das Recht beugt, so beugt ihr Mich, wie es heißt: „Und Ich trete hin zu euch zum Gericht„ (Maleachi 3,5). Das wollen die Worte sagen: In der Mitte richtet G-tt (בקרב אלהים), d. i. mitten unter den Richtern (באמצע הדיינין) richtet er. Was ist unter „אלהים„ zu verstehen?Die Richter, wie es heißt: „Bis vor die Richter (האלהים) komme die Sache beider“ (Schemot 22,8).

„34 Und der Ewige hörte die Stimme eurer Reden und ward zornig und schwur und sprach: 35 Wenn ein Mann unter diesen Männern, diesem bösen Geschlecht, das gute Land sehen wird, das ich geschworen habe, euren Vätern zu geben, 36 außer Kaleb, dem Sohne Jephunnes! Er soll es sehen, und ihm und seinen Söhnen werde ich das Land geben, auf welches er getreten, darum dass er dem Ewigen völlig nachgefolgt ist“ (Dwarim 1,34-36).

Midrasch Tehillim 39,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Dem Jeduthun. Ein Psalm von David. Vers 2. Ich sprach: Ich will hüten meinen Weg, nicht zu sündigen mit meiner Zunge. Das ist, was die Schrift sagt: „Milde Antwort wendet ab den Grimm, aber ein schmerzliches Wort entflammt Zorn“ (Mischle 15,1). Verleumdung (eig. eine böse Zunge) ist schwere als Götzendienst. Als die Israeliten in der Wüste sündigten und das Kalb machten, so wurde der Gerichtsbeschluss nicht eher besiegelt, als bis sie mit dem Munde gesündigt hatten, wie es heißt: „Und es hörte der Ewige die Stimme ihrer Worte“ (Dwarim. 1,34); ferner: „So wahr Ich lebe! Ist der Ausspruch des Ewigen, wenn ihr nicht, sowie ihr geredet habt vor Meinen Ohren, auch tue“ (Bamidbar 14,28); „Ermüdet habt ihr den Ewigen mit euren Reden, und ihr sprecht: Womit haben wir ermüdet?“ (Maleachi 2,17). Es heißt nicht: Mit euren Werken, sondern: Mit eueren Reden. Ferner heißt es: „Denn es strauchelt Jeruschalajim und Jehuda fällt, denn ihre Zunge und ihre Taten sind gegen den Ewigen“ (Jeschajahu 3,8); ferner: „Mein Eigentum ist Mir geworden, gleich dem Löwen im Walde, es ließ gegen Mich aus ihre Stimme, darum hasste Ich es“ (Jirmejahu 12,8). Ist denn in ihrer Stimme Liebe, wie es heißt: „Ich hörte deine Stimme“ (Schir HaSchirim 2,14)? Allein in der Stimme ist Liebe und in der Stimme ist Hass. Daher sagt Schlomo: „Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge“ (Mischle 18,21).

„Denn der Ewige, dein G-tt, hat dich gesegnet in allem Werke deiner Hand. Er kannte dein Ziehen durch diese große Wüste: diese vierzig Jahre ist der Ewige, dein G-tt, mit dir gewesen; es hat dir an nichts gemangelt“ (Dwarim 2,7).

Midrasch Tehillim 23,3
Eine andere Auslegung: Vers 1. Der Ewige ist mein Hirte, es wird mir nichts mangeln. Das ist, was die Schrift sagt: „Der Ewige, dein G-tt, hat dich gesegnet in allem Thun deiner Hand“ (Dwarim 2,7). R. Jakow sagt: Da konnte ich glauben, auch wenn man müßig dasitzt? Darum heißt es: „In allem Tun deiner Hand.“ Wenn ein Mensch tätig ist, so wird er gesegnet, wenn nicht, so wird er nicht gesegnet. Was heißt: „Er kannte deinen Zug לכתך“ (dort)? Dein Wandern הלוכך, deinen Zustandלכלוכך, deine Sorge um deine Erhaltung.

R. Jehuda im Namen des R. Eleasar sagt: Der Weg דרךbewirkt drei Dinge: Es reibt die Kleider auf, es zerrüttet den Körper und mindert die Entleerung[3], allein der Heilige, gelobt sei Er, verfuhr nicht so mit den Israeliten, sondern (es heißt): „Dein Kleid zerfiel nicht von dir“ (Dwarim 8,4); ferner: „Der Ewige, dein G-tt, ist mit dir“ (dort 2,7), das bezieht sich auf die Gesundheit des Körpers; (sodann): „Du hast an nichts Mangel gelitten“ (dort), das bezieht sich auf die Ausleerung. „Diese זה vierzig Jahre“ (dort). R. Judan hat gesagt: Im Verdienste, dass ihr sagtet: „Dieser זה ist mein G-tt, Ihn will ich verherrlichen“ (Schemot 15,2), gab Ich euch vierzig Jahre hindurch Kleider.

R. Jehuda sagt: Ist der König in einer Stadt, so fehlt es der Stadt an nichts. So heißt es auch: „Der Ewige, dein G-tt, ist mit dir, es fehlte dir an nichts.“ Gewöhnlich, wenn ein Mensch einen Gast aufnimmt, so schlachtet er am ersten Tage für ihn ein Kalb, am zweiten Tage ein Lamm am dritten Tage ein Huhn, am vierten Tage gibt er Hülsenfrüchte (Erbsen), am fünften Tage vermindert er es noch weiter, so dass der letzte Tag nicht dem ersten gleicht. Da könnte ich glauben, dass es auch den Israeliten in der Wüste so ergangen wäre! Daher heißt es: „Diese זה vierzig Jahr hat nichts gefehlt“, der erste Tag war wie der letzte.

R. Nechemja hat gesagt: Die Worte: „לא חסרת דבר“ wollen sage: Es fehlte dir nur an einem Worte דבר, du brauchtest nur zusprechen, und es geschah;[4] sollte das Manna im Munde wie Kalbfleisch schmecken, so geschah es; sollte es gemästet sein, so geschah es, wünschtest du Mehl, „sie mahlten es auf den Mühlen“ (Bemidbar 11,8), oder Gewürz, „sie stampften es in der Stampfe“ (dort), oder ein Topfgericht, „sie kochten im Topfe“ (dort), oder Kuchen, „sie machten es zu Kuchen“ (dort), wünschtest du saftiges Fett, „sein Geschmack war gleich dem Geschmacke des Markes von Öl“ (dort). Darum heißt es: לא חסרת דבר,d. i. wenn das Wort in deinem Munde warשהדבר בפיך, so war auch, was du wolltest. Wolltest du Brot, „siehe, Ich lasse euch Brot vom Himmel regnen“ (Schemot 16,4), wolltest du Wasser, so „schlug er den Fels und es kam viel Wasser heraus“ (Bemidbar 20,11), (sprachst du:) Ich wünsche Vogelfleisch, „so kamen Wachteln herauf“ (Schemot 16,13), (als du aber sprachst:) Ich wünsche Fleisch von zahmen und wilden Tieren, so heißt es: Als Mosche hörte, dass sie nach Fleisch verlangten, ging er zum Heiligen, gelobt sei Er, und sprach zu Ihm: Herr der Welt! Sie wünschen Fleisch. Der Heilige, gelobt sei Er sprach zu ihm: Gib es ihnen. Mosche fragte: „Woher soll ich Fleisch nehmen?“ (Bemidbar 11,13). „Wenn man Schafe und Rinder für sie schlachtete, wird es ihnen genug sein?“ (dort V. 22). „Und wenn Du mir also tun willst, so bringe mich doch um!“ (dort V. 15). Was bedeuten die Worte: הרוג ירגני נא? Mosche sprach vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Gebe ich es nicht, so bringen sie mich um, und rede ich, wie es ihnen entspricht, so bringen sie mich auch um; es mag so oder so sein, in jedem Falle bin ich ein Erschlagener הרוג אני, ich bitte Dich daher: Bringe Du den Erschlagenen umהרוג את ההרוג, wie es heißt: הרגני נא הרוג, „bringe mich, den Erschlagenen, doch um.“ Da ward der Heilige, gelobt sei Er, zornig über ihn, wie es heißt: „Und sie erzürnten Ihn ויקציפו an den Haderwassern“ (Tehillim 106,32). Er sprach zu Mosche: Gib meinen Kindern Fleisch! Mosche antwortete: Woher soll ich Fleisch nehmen? G-tt sprach zu ihm: Du hattest doch Frösche in Ägypten und Ungeziefer in Ägypten, du warst so reich in Ägypten und jetzt bist du arm geworden? Mosche versetze: Stammte es nicht von Dir, was ich hatte? Darauf sprach G-tt zu ihm: In Ägypten hatte Ich es, sollte Ich es hier nicht haben, wie es heißt: „ist die Hand des Ewigen zu kurz“ (Bemidbar 11,23)?

Unsere Rabbanan erklären die Worte: לא חסרת גבר dahin: Es fehlte ihnen selbst das Wort nicht, sondern sie dachten es nur in ihrem Herzen und es geschah so. Es ist (kommt) so, wie das, was R. Berechja im Namen des R. Abahu gesagt hat: „Und sie versuchten G-tt in ihrem Herzen, Speise zu verlangen für ihr Gelüst“ (Tehillim 78,18). Das lehrt, dass sie es in ihrem Herzen dachten, und Er tat es, wie es heißt: „Ist wohl der Ewige in unserm Innern oder nicht?“ (Schemot 17,7).

R. Schim’on ben Jochai erklärte die Worte: לא חסרת דבר dahin: Sie ermangelten nur der Worte der Prophetie. Du kannst es daraus erkennen, dass es sich so verhält, denn alle jene Tage, wo die Israeliten verbannt waren, fand keine Rede mit Mosche statt, wie es heißt: „Und es geschah, als alle Kriegmänner ausgestorben waren aus der Mitte des Volkes“ (Dwarim 2,16). Was folgt darauf? „Da redete der Ewige zu mir also“ (dort V. 17), d. i. zu mir geschah die Rede.

R. Jochanan hat gesagt: „Nicht hattest du an etwas Mangel“ außer an Busse, wie es heißt: „Nehmt mit euch Worte דברים und kehret um zum Ewigen“ (Hoschea 14,3).

R. Eibu hat gesagt: „Nicht hattest du an etwas Mangel“, außer an der Pest דברDEWER, denn während der ganzen 40 Jahren, erschlug der Todesengel ihnen [jährlich] 15.000 und einen Bruchteil (d. i. Einzelne) darüber. Und wie groß ist dieser Bruchteil? 489.

„20 Für ein Land der Riesen wird auch dieses gehalten; Riesen wohnten vordem darin, und die Ammoniter nennen sie Samsummim: 21 ein großes und zahlreiches und hohes Volk, wie die Enakim; und der Ewige vertilgte sie vor ihnen, und sie trieben sie aus und wohnten an ihrer Statt; 22 so wie er für die Kinder Esau getan hat, die in Seir wohnen, vor welchen er die Choriter vertilgte; und sie trieben sie aus und wohnten an ihrer Statt bis auf diesen Tag. 23 Und die Awim, welche in Dörfern wohnten bis Asa, - die Kaphtorim, die aus Kaphtor kamen, vertilgten dieselben und wohnten an ihrer Statt“ (Dawrim 2,20-23).

Midrasch Tehillim 60,1
Vers 1.
Dem Sangmeister auf Schuschan Edut. Ein Michtham von David, es zu lehren.
Das ist, was die Schrift sagt: „Nahe ist, der mir Recht schafft, wer will mit mir streiten?“ (Jeschajahu 50,8). Was heißt: „Nahe ist, der mir Recht schafft“? Als der Heilige, gelobt sei Er, den Israeliten die Thora gab, um mit ihr alle Völker zu widerlegen. Als Joab in den Krieg mit Aram zog, sprachen sie (die Aramäer) zu ihm: Bist du nicht einer von Jakows Söhnen (Nachkommen)? Sind nicht also Übereinkommen zwischen uns getroffen worden? „Und nun, wohlan! Wir wollen einen Bund schließen, ich und du … und Jakow nahm einen Stein und richtete ihn auf zur Säule … Laban sprach: Dieser Haufen sei Zeuge zwischen mir und dir heute“ (Bereschit 31,44.48). Als Joab dies hörte, wusste er nichts zu erwidern; er kam zu David und sprach zu ihm: So und so hat Aram zu mir gesagt. Sofort ließ David das Sanhedrin zusammentreten, von dem Schlomo sagt: „Dein Leib ist ein Weizenmehl, umzäunt von Lilien“ (Tehillim 7,3). Unsere Väter haben zwei Bündnisse geschlossen, einen Bund schloss Abraham, wie es heißt: „Und es geschah um diese Zeit, da sprach Abimelech … und nun schwöre mir bei G-tt zur Stelle, dass du nicht trüglich handelst gegen mich, mein Kind und meinen Enkel, und sie schlossen einen Bund in Beer Scheba“ (Bereschit 21,22.23.32). Als sie (die Israeliten) in das Land der Plischtim einziehen wollten, sprachen diese zu ihnen: Ihr seid nicht Söhne Abrahams und ihr haltet nicht die Vorschrift des Bundes aufrecht, den Abraham mit Abimelech geschlossen hat. Jene sprachen zu ihnen: Ja wohl, wir halten sie aufrecht, aber ihr seid nicht Plischtim. Da gingen sie hinweg. Und so heißt es: „Und die Awim, die in Flecken wohnten bis Asah, Kaphtorim (כפתורים), die aus Kaphtor kamen“ (Dwarim 2,23), d. i. ihr leugnet (כפרתם) in Bezug auf den Schwur. Sofort zogen sie in das Land ein und nahmen es in Besitz. Auf gleiche Weise Aram. Sie (die Aramäer) sprachen zu Joab: Seid ihr nicht von den Kindern Jakows; ist Aram nicht mit Jakow übereingekommen, wie es heißt: „Zeuge sei dieser Haufe und Zeugnis diese Säule“ (Bereschit 31,52)? Jakow sprach zu ihnen: Haben nicht sie es (das Bündnis) zuerst übertreten, wie es heißt: „Von Aram ließ mich holen Balak, der König von Moab“ (Bemidbar 23,7)? Und nicht allein das, sondern in den Tagen des Chuschan Rischathajim heißt es: „Und die Kinder Israel dienten dem Chuschan Rischathajim (רשעתים)“ (Schoftim 3,8), d. i. er hatte zwei Freveltaten (שתירשעיות) verübt, eine in den Tagen Bileams und die andere in den Tagen Chuschans. Als das Sanhedrin David so belehrte, sprach er: Dem Sangmeister auf Schuschan Edut. Ein Michtham von David, es zu lehren. Vers 2. Als er befehdete בהצותו Aram Naharajim und Aram Zobah. Was heißt, בהצותו? Weil er es in Feuer aufgehen ließ.

Eine andere Auslegung:שירה בה חצים, er warf Pfeile in dasselbe. Oder: Weil er Aram Naharajim nahm und es für Aram Zobah gab und Aram Zobah wieder für Aram Naharajim gab.

Und Joab kehrte um. Daraus geht hervor, dass er wiederholt es angriff. Er sprach nämlich: Zerstöre ich es jetzt, wenn dem so ist, was finde ich, wenn ich vom Kriege mit Aram heraufziehe, siehe, ich lasse es, bis ich wieder heraufziehe. Als er zurückkehrte, schlug er sie, wie es heißt: Und Joab kehrte um und schlug Edom im Salztale.

[1]S. bSchabbat 127a.
[2]D. i. allein
[3] Vergl. Bereschit Rabba Par. 39.
[4] Vergl. Schemot Rabba Par. 25.

 
 
 
 
 
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