Midrasch Tehillim zur Parascha Ha'asinu, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Ha'asinu Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

Gedenke der Tage der Vorzeit, merket auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht; frage deinen Vater, und er wird es dir kundtun, deine Ältesten, und sie werden es dir sagen“ (Dwarim 32,7).

Midrasch Tehillim 119,52
Vers 99. Von allen meinen Lehrern bin ich klug geworden, denn Deine Zeugnisse sind mein Gespräch. Was heißt: Von all meinen Lehrern bin ich klug geworden? Ein Mensch darauf bedacht sein, sich Genossen und Jünger תלמידים in der Thora zu verschaffen, damit er, wenn er ein Wort vergisst, seine Genossen fragen kann, und sie es ihm in Erinnerung bringen. So heißt es: „Zwei sind besser als einer, weil ihnen ein guter Lohn wird für ihre Mühe“ (Kohelet 4,9). Ebenso wenn einer fällt, so richtet der andere ihn wieder auf. So auch, „wenn zwei bei einander liegen, so ist ihnen warm“ (dort 4,12). Darum heißt es: Von all meinen Lehrern bin ich klug geworden. Und wer verursacht mir das? Das Gespräch der Alten, wie es heißt: Vers 100. Von den Ältesten bin ich verständig geworden, denn Deine Befehle hüte ich. Was heißt: Von den Alten bin ich verständig geworden? Du hast die Alten sehr verehrt und hast sie nicht eher aus Ägypten herausgeführt, als bis Du es deutlich erklärt und gesagt hattest: „Geh und versammle Mir die Alten Israels“ (Schemot 3,16), und ebenso hast Du die Thora erst dann gegeben, als Du gesagt hattest: ‚Versammle sie’, wie es heißt: „Und Mosche kam und beriet die Alten des Volkes und legte ihnen vor all diese Worte, die ihm der Ewige geboten“ (Schemot 19,7), und es heißt: „Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und den Alten ehren“ (Wajikra 19,32). So heißt es auch: „Frage deinen Vater, dass er dir es künde, deine Alten, dass sie dir es ansagen“ (Dwarim 32,7). Die Ehre also, die Du den Alten erwiesen hast, bewirkt, dass ich Deine Befehle hüte. Darum heißt es:Von den Alten bin ich verständig geworden. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Bis jetzt hast du nichts besseres gesehen, du wirst es aber noch zu sehen bekommen, wie es heißt: „Denn es regiert der Ewige der Heerscharen auf dem Berge Zion und in Jeruschalajim, und vor Seinen Alten ist Herrlichkeit“ (Jeschajahu 24,23).

8 Als der Höchste den Völkern das Erbe austeilte, als Er voneinander schied die Menschenkinder, da stellte Er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israel, 9 denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow die Schnur Seines Erbteils“ (Dwarim 32,8-9).

Midrasch Tehillim 5,1
Vers 1. Dem Sangmeister auf Flöten (הנחילות). Ein Psalm von David. Das ist, was die Schrift sagt: „Von Mattana nach Nachliel (נחליאל)“ (Bamidbar 21,19). R. Jehuda sagt: Von der Wüste aus waren die Israeliten würdig, dass ihnen die Thora durch Mosche gegeben wurde1, wie es heißt: „Und Er gab Mosche … die zwei Tafeln des Zeugnisses“ (Schemot 31,18). Von Mattana (d. i. vom Geschenke der Thora) nach Nachliel (נחליאל), denn sie nahmen einen Götzen in Besitz (שנחלו)2 und sprachen: „Dies sind deine Götter, Israel!“ (Schemot 32, 8). „Von Nachliel (d. i. von der Besitzergreifung des Götzen) nach Bamot (במות)“ (dort). Nachdem sie den Götzen in Besitz genommen, kam zu ihnen der Todesengel (בא להם מלאך המות)3, wie es heißt: „In dieser Wüste sollen sie umkommen (יתמו) und allda sollen sie sterben“ (Bamidbar14,35). „Und vom Bamot (d. i. vom Tode) nach dem Tal (בגיא)“ (Bamidbar21,20), weil sie schuld waren, dass jener Gerechte (Mosche) im Tale (בגיא) begraben wurde. Das ist, was Jirmejahu gesagt hat: „Sieh deinen Weg im Tal, erkenne, was du getan hast“ (Jirmejahu 2,23).

Die Rabbanan erklären den Vers auf diese Weise. „Von Mattana nach Nachliel נחליאל“, d. i. sie (die Israeliten) erwarben (שנחלו) den Heiligen, gelobt sei Er, zum G-tt und Er erwarb (נחל) sie zum Volke. „Von der Wüste nach Mattana“, denn sie waren würdig, die Thora von der Wüste aus zu empfangen. David sprach: Da es sich so verhält, so stimme ich auf beides an: „Dem Sangmeister auf Flöten (הנחילות).“4

Eine andere Auslegung: „Von Mattana nach Nachliel“. Es sollte nicht so heißen, sondern wegen des Geschenkes (ממתנה), das Du uns in Besitz nehmen ließest, o G-tt ((שנחלתנו אל, d. i. wegen des Brunnens, den ihnen der Heilige, gelobt sei Er, gab, stimmten sie ein Lied an und sie hatten Wasser. Gleich einer Frau, welche aus ihrem Vaterhaus in das Haus ihres Gemahls gehen wollte, sie reiste wegen des Wassers in einem Schiffe dahin. So sprach auch David: „Sie gingen inציוהauf dem Strome“ (Tehillim 105,41). Was heißt בציוה? In Schiffen? Es ist so, wie gesagt ist: „Und ein starkes Schiff (וצי אדיר)“ (Jeschajahu 33,21).

[Oder: „Und von der Wüste nach Mattana und von Mattana nach Nachliel.“ R. Janai hat gesagt: Wenn der Mensch sich selbst wie eine Wüste (כמדבר) macht, auf die alle treten, so ist er der Thora würdig, und wenn er der Thora würdig ist, so nimmt er G-tt in Besitz (נחלו אל), und wenn sein Wissen sich mehrt, so kommen Schmerzen über ihn, wie es heißt: „nach dem Tal.“]5

Die Gemeinde Israel spricht: Weil der Heilige, gelobt sei Er, mir den Brunnen zum Geschenk gegeben, so habe ich Ihn in Besitz genommen, darum heißt es: „Von Mattana nach Nachliel.“ Desgleichen heißt es: „Der Ewige ist mein Teil, spricht meine Seele“ (Ejcha, 3,24). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Ich bin euer Teil und ihr seid Mein Teil, wie es heißt: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow das Los seines Besitzes“ (Dwarim 32,9). David sprach: Ihr seid das Erbteil des Heiligen, gelobt sei Er, und Er ist euer Erbteil, wie es heißt: „Und Mein Erbteil ist Israel“ (Jeschajahu 19,25). Es heißt nicht על הנחלה (sing.), sondern: על הנחילות (plur.), d. i. wegen des Erbteils (על הנחלה), dass ihr es erbtet, und wegen des Erbteils (על הנחלה), dass es euch erbte (aneignete). Woraus schließt du, dass sie erst in Folge des Geschenkes ihn erbten (in Besitz nahmen)? Weil es heißt: „Von Mattana nach Nachliel“. Solange sie nicht aus dem Brunnen getrunken, sprachen sie: „Ist der Ewige in unsrer Mitte“ (Schemot 17,7), siehe, so ist es gut, wenn nicht, so wollen wir uns einen Abgott machen; nachdem sie aber (aus dem Brunnen) getrunken, sprachen sie: „Alles, was der Ewige geredet, wollen wir tun und gehorchen“ (dort 24,27). Durch zwei Erbteile haben wir dich in Besitz genommen, Du hast uns die Thora und das Land Israel zum Erbteil gegeben. Und so sprach auch David: „Ich besitze Deine Zeugnissen ewiglich“ (Tehillim 119,111). Und das anmutige (gepriesen) Land (ארץ צבי) ließ Ich dich besitzen, wie es heißt: „Ich gab dir ein liebliches Land, ein Eigentum, das die Zierde (צבי צבאות) ist unter den Zierden der Völker“ (Jirmejahu 3,19). Was heißt: „Die Zierde der Völker?“ Weil alle es begehren (צובין) und Wohlgefallen daran haben. Gleich einem Könige, welcher an seinem Tische saß und viele Söhne hatte, den jüngsten liebte er aber am meisten und er gab ihm deshalb Geschenke; darunter befand sich auch ein großes Feld, das alle liebten, er sprach aber zu ihnen: Es gehört mir. Ebenso heißt es: „Als der Höchste den Völkern Besitz gab“ (Dwarim 32, 8). Und wem gab er Sein Teil? Seinem jüngsten Söhne, wie es heißt: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow das Los Seines Erbteils“ (dort V. 9). Auch das Heiligtum wird Erbteil (נחלה) genannt, wie es heißt: „Zur Ruhe und zum Erbteile“ (dort 12,9). Es heißt: „Wie schön (טובו) sind deine Zelte, Jakow“ (Bamidbar24,5), d. i. welches ist die Natur deiner Zelte, Jakow? „Wie die Bäche sich hinstrecken“ (dort V. 6). Wie mit diesem Bache, in den ein Mensch unrein hinabsteigt und rein wieder heraufkommt, so verhielt es sich auch mit dem Heiligtum, ein Mensch geht mit Sünden hinein und kommt ohne Sünden wieder heraus. So sprach auch Mosche: „Denn bisher seid ihr noch nicht bis zu der Ruhe und zu dem Erbteile gelangt“ (Dwarim 12,9). Unter „המנוחה, Ruhe“ ist das (gelobte) Land und unter „הנחלה, Erbteil“ ist das Heiligtum zu verstehen.

David sprach zu dem Heiligen, gelobt sei Er: Alles, was Du uns gegeben hast, ist gut und lieblich, wie es heißt: „Die Lose sind mir aufs lieblichste gefallen, auch das Erbteil ist schön an mir„ (Tehillim 16,6). Und so heißt es: „Frohlocke nicht, meine Feindin! Bin ich auch gefallen, ich stehe wieder auf; sitze ich auch im Finstern, der Ewige wird mir Licht sein“ (Micha 7,8). Hätte ich nicht im Finstern gegessen, so wäre er mir nicht Licht gewesen. Weil du, spricht Er darauf, das Strafgericht an dir gerecht findest, so nenne sie: „Terebint der Gerechtigkeit, Pflanzung des Ewigen zur Verherrlichung“ (Jeschajahu 61,3).

Als der Höchste den Völkern das Erbe austeilte, als Er voneinander schied die Menschenkinder, da stellte Er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israel“ (Dwarim 32,8).

Midrasch Tehillim 16,6
Vers 6. Die Lose sind mir in Lieblichkeit gefallen, nämlich zwei, die geschriebene Thora und die mündliche Thora. R. Pinchas hat gesagt: Du hast den Völkern der Welt Lose fallen lassen, mein Los aber ist in Lieblichkeit, wie es heißt: „Da der Höchste den Völkern Besitz gab“ (Dwarim 32,8); desgleichen: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk“ (dort V. 9), wie ein Mensch, welcher sagt: Die und Die (N.N.) ist Dem und Dem (N.N.) zugefallen. Ja, mir gefällt das Erbe, d. i. weil ich mich über meinen Anteil freue, so erscheint er mir schön. R. Jochanan hat gesagt: Der auf die Gebote gesetzte Lohn gefällt mir.

Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow die Schnur Seines Erbteils“ (Dwarim 32,9).

Midrasch Tehillim 28,1
Vers 1. Von David. Zu Dir, Ewiger, rufe ich. Das ist, was die Schrift sagt: „Mein Teil ist der Ewige, spricht meine Seele“ (Ejcha 3,24). Die Israeliten sprachen: „Unser Teil besteht nur im Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Mein Teil ist der Ewige, spricht meine Seele“. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Mein Teil ist nur Israel, wie es heißt: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk“ (Dwarim 32,9). Darum, wenn die Israeliten vor Ihm beten, so erhört Er sie, wie es heißt: Zu Dir, Ewiger, rufe ich, mein Fels sei nicht taub vor mir.

9 Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow die Schnur Seines Erbteils. 10 Er fand es im Lande der Wüste und in der Öde, dem Geheul der Wildnis; Er umgab ihn, gab acht auf ihn, Er behütete ihn wie Seinen Augapfel. 11 Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen; 12 so leitete ihn der Ewige allein, und kein fremder G-tt war mit ihm“ (Dwarim,9-12).

Midrasch Tehillim 93,5
Vers 3. Eine andere Auslegung: Es erhoben Ströme, Ewiger. R. Berechja im Namen Ben Asais, des Sohnes Soma’s, hat gesagt: Die Wasser erhoben sich und reichten bis zum Throne der Herrlichkeit, wie es heißt: „Und der Geist G-ttes schwebte auf der Fläche der Wasser“ (Bereschit 1,2), und so heißt es: „Wie ein Adler, sein Nest erweckend, über seinen Jungen flattert“ (Dwarim 32,11)6. Als aus dem Munde der Allmacht גבורהdas Wort ausging: „Es sammeln sich die Wasser“ (Bereschit 1,9), stiegen von den Enden der Erde die Berge und Hügel empor und verbreiteten sich über die ganze Erde, und es wurden Tiefen über Tiefen in der Mitte der Erde, und die Wasser wälzten sich und versammelten sich nach dem Tiefen, wie es heißt: „Und die Sammlung der Wasser nannte Er Meer“ (dort 1,9). Sogleich erhoben sich die Wasser und stiegen empor, die Erde zu bedecken, sowie es im Anfang war, bis der Heilige, gelobt sei Er, sie anfuhr und sie unter Seine Fußballen zwang, und Er maß sie mit Seinem Schritt, dass sie nicht größer und nicht kleiner werden sollen, und Er machte den Sand zum Zaun für das Meer, sowie ein Mensch einen Zaun für seinen Weinberg macht. Als sie emporstiegen und den Sand vor sich sahen, gingen sie zurück, wie es heißt: „Mich wollt ihr nicht fürchten? Ist der Spruch des Ewigen, vor Mir wollt ihr nicht zittern, der Ich den Sand zur Grenze dem Meere gemacht?“ (Jirmejahu 5,22). Und als die Wasser noch nicht versammelt waren, wurden die Abgründe erschaffen. Und welches sind die Abgründe? Diejenigen, die unterhalb der Erde sind: Denn die Erde ist über die Abgründe ausgedehnt, wie das Schiff, das auf der Mitte (eig. im Herzen) des Meeres schwimmt, wie es heißt: „Ausgebreitet ist die Erde über den Wassern“ (Tehillim 136,6).

Und wohin gingen die Wasser? R. Berachja im Namen des R. Judan ben Levi und R. Jehuda Halevi bar R. Schallum haben gesagt: Es verhält sich wie mit zwei Schüsseln, zur Zeit, wo die eine voll ist, ist die andere leer, die volle leert in die leere aus; wenn sie aber beide voll sind, was kann man tun?7 Aufgeblasene Schläuche füllen das Tafelzimmer, in dem Augenblicke aber, wo der Wind aus ihnen herausfährt, entleeren sie nach einem Orte. So war auch die ganze Welt voll von Wasser in Wasser. Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er überwältigte sie und der Wind ging aus ihnen heraus, wie es heißt: „Sieh, Er hemmt die Wasser, und sie vertrocknen“ (Jiob 12,15), und so heißt es: „Er tritt auf die Höhen des Meeres“ (dort 9,8); ferner: „Er sammelt wie in einen Schlauch die Wasser des Meeres“ (Tehillim 33,7). Und wohin gingen sie? R. Levi hat gesagt: Die Gewässer flüsterten einander zu und sprachen: Wohin sollen wir gehen? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Dem Meere zu (eig. den Weg nach dem Meere), dem Meere zu. R. Abba bar Kahana hat gesagt: Nach diesem Meere, nach jenem Meere. R. Berachja im Namen des R. Asai hat gesagt: Die Stimme des Heiligen, gelobt sei Er, maß vor ihnen ab, wie es heißt: „Die Stimme des Ewigen über den Wassern“ (Tehillim 29,3). Das wollen die Worte sagen: Ströme erheben ihr Gebrause.

So leitete ihn der Ewige allein, und kein fremder G-tt war mit ihm“ (Dwarim,9-12).

Midrasch Tehillim 2,14
Eine andere Auslegung: „Dein Leib ist ein Weizenhügel.“8 Gleich wie der Weizenhalm aufsteigt und sich wie ein Stab erhebt, sein Stengel ist lang, seine Blätter sind lang und breit, die Ähre sitzt an der Spitze des Stengels und der Stengel brüstet sich und spricht: Meinetwegen wird das Feld besät, und die Blätter sprechen: Unsertwegen wird das Feld besät, morgen aber spricht die Ähre: Siehe, die Dreschzeit kommt, da werden alle besänftigt werden und erkennen, weswegen das Feld besät würde. Sie hat nichts Geringes getan! Wenn nun die Dreschzeit kommt, übergibt man die Stoppeln dem Wasser9 und die Spreu dem Winde und die Dornen dem Feuer, der Weizen aber wird eingebracht, um erhalten zu werden (קיום), und wer ihn in die Hand nimmt, küsst ihn. Ebenso sprechen die Völker: Diese Welt ist unsertwegen erschaffen worden, einst aber, wenn der Tag des Gerichts kommt, werden sie zur Hölle geschleppt werden, wie es heißt: „Und Völker zu Kalk verbrannt werden“ (Jeschajahu 33,12), desgleichen: „leget an die Sichel, denn reif ist die Ernte“ (Joel 4,13); die Israeliten aber werden für sich abgesondert werden, wie es heißt: „Der Ewige führt es abgesondert...“ (Dwarim 32,12).

Draußen wird das Schwert rauben, und in den Gemächern der Schrecken: den Jüngling wie die Jungfrau, den Säugling mit dem greisen Manne“ (Dwarim 32,25).

Midrasch Tehillim 18,34
Vers 44. Du rettest mich aus den Streitigkeiten des Volks, dass ich nicht vor ihnen gerichtet werde. Es heißt: „aus den Streitigkeiten meines Volkes“ (2. Schmu'el 22,44), dass ich nicht herabstürze von meiner Größe, so dass mein Volk mich richtet.

Ben Asai hat gesagt: Es wäre für ihn besser gewesen, über seine ganze Welt zu herrschen, als über zwei, die sich in Tücher eingehüllt haben.10 Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: David, es ist unausführbar (unmöglich). David sprach vor Seinem Angesicht: Herr der Welt, setzte mich ein zum Haupt der Völker, weil nämlich die Israeliten widerspenstig sind und die Wahrheit nicht bekennen, die Völker der Welt aber sind, wenn sie sich zum Judentum bekehren, gleich der Busse nahe, wie es heißt:

Vers 45. Auf das Gerücht des Ohres werden sie mir gehorchen, Vers 46. Die Fremden werden schlaff, sie welken hin, so dass es keine Erhebung nach ihrem Falle gibt; „sie lahmen (ויחגרו) hervor aus ihren Schlössern„ (2. Schmu'el 22,45,46), sie werden nämlich in meine Hand überliefert werden, bis sie lahm (חיגרין) werden von dem großen Drucke des Verschlusses. Hier heißt es: Und sie lahmen aus ihren Schlössern hervor, sie werden Todesangst haben aus dem Verschluss ihres Herzens, wie es heißt: „Und in den Gemächern ist der Schreck“ (Dwarim 32,25). Das Targum übersetzt: Und von innen schreckt der Tod.
Vers 48. G-tt, der mir Vergeltung verleiht, an denen, die meine Ehre und mein Königtum vernichten wollen, sie werden aus der Welt vertilgt. Und Er unterwirft (וידבר) Völker unter mich, d. i. er reizt gegen sie die Pest (דבר) sowie es heißt: „und Er unterwirft durch die Pest (ידבר) Völker unter uns“ (Tehillim 47,4).

26 Ich hätte gesagt: Ich will sie zerstreuen, ihrem Gedächtnis unter den Menschen ein Ende machen! 27 Wenn Ich die Kränkung von seiten des Feindes nicht fürchtete, dass ihre Widersacher es verkännten, dass sie sprächen: Unsere Hand war erhaben, und nicht der Ewige hat dies alles getan!“ (Dwarim 32,26-27).

Midrasch Tehillim 65,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Ein Psalm von David. Ein Lied. Vers 2. Dir ist Schweigen (דומיה) Lob, G-tt in Zion. Das ist, was die Schrift sagt: „Ich habe geschwiegen von je, war still, hielt an mich wie eine Gebärerin“ (Jeschjahu 42,14); ferner: „Willst Du ob all dem an Dich halten, Ewiger“ (dort 64,11)? Er sprach zu ihnen: „Grimm habe Ich nicht“ (Jeschajahu 27,4), d. i. Ich kann nichts tun, das Maß des strengen Rechts fordert, dass ich schweige. „O dass Ich doch Dornen und Disteln im Kampf wäre!“ (dort). So sprach der Heilige, gelobt sei Er: Ich kann tun, allein das Maß des strengen Rechts gebietet Mir Schweigen (דומיה). Darum heißt es: Dir ist Schweigen und alle zollen Dir Lob dafür, dass Du von dem schweigst, was sie Dir in Zion getan haben, und von der Stimme, die sie in Deinem Heiligtum erschallen ließen, wie es heißt: „Ihre Stimme ließen sie im Hause des Ewigen erschallen wie am Festtage“ (Ejcha 2,7). Und welches war die Stimme, die sie erschallen ließen? Sie sprachen: „Unsere Hand ist erhoben“ (Dwarim 32,27); ferner: „Und man wird sprechen: Wo ist ihr G-tt? Der Fels, in dem sie sich bergen?“ (dort V. 37). Das wollen die Worte sagen: Dir ist Schweigen Lob. Du schweigst und ich schweige, wie es heißt: „Schweige dem Ewigen und harre sein“ (Tehillim 37,7).

33 Gift der Drachen ist ihr Wein und grausames Gift der Nattern. 34 Ist dieses nicht bei Mir verborgen, versiegelt in Meinen Schatzkammern?“ (Dwarim 32,33-34).

Midrasch Tehillim 75,4
Vers 9. Denn ein Kelch ist in der Hand des Ewigen. Da könnte ich glauben ein leerer? Daher heißt es: Und es schäumt der Wein, voll ist er des Mischtrankes. Da könnte ich glauben von Weinkahm11? Darum heißt es: חמר, er ist schwer (חמור) und alt.

R. Judan, R. Chama und R. Jizchak im Namen des R. Chija hat gesagt: Einst in der Zukunft spricht der Heilige, gelobt sei Er, zu Pharao: Trink deinen Kelch! Und dieser spricht zu Ihm: Herr der Welt, ich habe bereits meinen Kelch in dieser Welt getrunken. Der Heilige, gelobt sei Er, versetzt: Was du getrunken hast, ist nur wie eine Art Tropfen (אגרא אחת), wie es heißt: Und er schüttet aus davon (ויגר מזה), aber jetzt saugen aus (ימצו), trinken seine Hefen alle Frevler des Landes. Du hast ihn zwar getrunken, aber nicht ausgesogen (מצית), wie es heißt: „Sie, die trunken sind ohne Wein, taumeln ohne Rauschtrank“ (Jeschajahu 29, 9).

R. Elieser, der Sohn des R. Jose des Galiläers sagt: „Ist das nicht aufbewahrt (כמוס) bei mir?“ (Dwarim 32,34), nämlich für die Verworfenen (למאוסים)? R. Acha hat gesagt: In welchem Kelch? In einem tiberinischen Kelch.12 Nicht einen solchen, der ganz eins ist, welcher das Ganze wie eines (auf einmal) ausschüttet, sondern wie dieser Misthaufen, der unten breit und oben eng ist, wie es heißt: „Den Kelch deiner Schwester sollst du trinken, der tief ist und breit“ (Jecheskel 23,32). Du findest: Vier Kelche gereichen zum Guten und vier Kelche zum Bösen.13 Zum Guten, wie es heißt: „Du tränkst in Öl mein Haupt, mein Kelch fließt über (כוסי רויה)“ (Tehillim 23,5); „Der Ewige ist mein beschieden Teil und mein Kelch (וכוסי)“ (dort 16,5); „den Kelch der Erlösungen (כוס ישועות) erhebe ich“ (dort 116,13), das sind zwei, siehe, das sind die vier zum Guten, die vier Kelche des Trostes, die der Heilige, gelobt sei Er, einst den Israeliten in der Zukunft zu trinken geben wird. Die vier Kelche, die zur Bestrafung der Frevler dienen, sind: „Ein goldener Kelch (כוס זחב) ist Babel in der Hand des Ewigen“ (Jirmejahu 51,7), „denn ein Kelch (כוס) ist in der Hand des Ewigen“ (Tehillim 75, 9), „und Glutwind ist ihres Kelchs Anteil“ (dort 11,6); „nimm diesen Kelch Zornwein (כוס היין החימה) aus meiner Hand“ (Jirmejahu 25,16); siehe, das sind die vier Strafkelche, welche Er einst den Frevlern in der Zukunft zu trinken gibt.

1 Die Thora wird als Geschenk (מתנה) betrachtet.
2 נחליאל wird als Notarikon נחלו אל erklärt.
3במות wird als Notarikon בא במול erklärt.
4 Der Plural wird gedeutet.
5 Vergl. Erubin 54a.
6 S. Chagiga 14b: Bereschit Rabba 2 u. 5. Die Quelle der Stelle ist j. Chagiga II, 77b.
7 Vergl. Bereschit Rabba 5.
8 Vergl. Midrasch Schir HaSchirim z. St.
9 Im Texte steht: לאש, dem Feuer, vergl. aber oben.
10 D. i. Über Menschen, deren Inneres nicht dem Äusseren entspricht. Vergl. Aboth de R. Nathan Par. 25.
11 Der von herben Früchten kommt.
12 S. Nidda 21a; j. Nidda II, 50b.
13 Vergl. j. Pesachim X, 37b; Bereschit Rabba 88; Schemot Rabba 6.

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