Midrasch Tehillim zur Parascha Ki Tawo, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Ki Tawo Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

1 Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst, welches der Ewige, dein G-tt, dir als Erbteil gibt, und du besitzest es und wohnst darin, 2 so sollst du von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens nehmen, die du von deinem Lande einbringen wirst, das der Ewige, dein G-tt, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an den Ort gehen, welchen der Ewige, dein G-tt, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen; 3 und du sollst zu dem Priester kommen, der in jenen Tagen sein wird, und zu ihm sagen: Ich tue heute dem Ewigen, deinem G-tt, kund, dass ich in das Land gekommen bin, welches der Ewige unseren Vätern geschworen hat, uns zu geben“ (Dwarim 26,1-3).

Midrasch Tehillim 84,3
Vers 5.
Glückselig sind, die in Deinem Hause wohnen יושבי, immerdar Dich preisen. Sela.[1] R. Hoschaja ben Levi hat gesagt: Jeder, der in die Versammlungs- und Lehrhäuser geht, ist verdienstvoll, und er geht in die Versammlungs- und Lehrhäuser der künftigen Welt, wie es heißt: Glückselig sind, die in Deinem Hause sitzen, immerdar Dich preisen. Sela.
Vers 6. Glückselig der Mensch, der seine Macht in Dir hat. Da könnte ich glauben: Allen? Darum heißt es: Himmelssteige מסילותin ihren Herzen[2].
Vers 7. Die ziehen durch das Bakatal [Tal des Weinens], in einen Quell es zu wandeln. Unter Bakatal (עמק הבכא) ist die Hölle zu verstehen. R. Eleasar hat gesagt: Weil der Tod in ihr (der Hölle) ist, so machen sie sie zu einem Quell[3], denn ihre Tränen folgen ihnen (ziehen sich hin) wie ein Quell[4]. Schon hüllt sich in Lobpreisungen der Lehrer.

R. Jochanan hat gesagt: Der Lobpreis des Heiligen, gelobt sei Er, steigt aus der Hölle mehr auf wie aus dem Paradiese, denn wer über seinen Genossen steht, preist den Heiligen, gelobt sei Er, und spricht: Glückseligkeit mir, dass ich näher zur Höhe bin, als der unter mir. Und so preist jeder einzelne den Heiligen, gelobt sei Er, dass er näher zur Höhe ist, als sein Genosse, wie es heißt: Schon hüllt sich in Lobpreisungen der Lehrer.

R. Jochanan hat gesagt: Was sprechen sie? Du hast herrlich gelehrt, herrlich unterwiesen, wir aber haben nicht Folge geleistet.

„Und du sollst vor dem Ewigen, deinem G-tt, anheben und sprechen: Ein umherirrender Aramäer war mein Vater; und er zog nach Ägypten hinab und hielt sich daselbst auf als ein geringes Häuflein; und er wurde daselbst zu einer großen, starken und zahlreichen Nation“ (Dwarim 26,5).

Midrasch Tehillim 30,4
Eine andere Auslegung: Psalm. Lied bei der Einweihung des Tempels. Das ist, was die Schrift sagt: „Und bei Dir, o Ewiger, ist Gnade, denn Du vergiltst jeglichen nach seinem Tun“ (Tehillim 62,13).[5]

R. Jehuda und R. Nechemja haben gesagt: Eine strafwürdige Handlung ist unfruchtbar und trägt keine Früchte, eine gute aber trägt Früchte, wie es heißt: „Säet euch zur Gerechtigkeit, erntet nach Gnade“ (Hoschea 10,12). Was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er treibt vom Menschen seine Vergehungen ein und dann gibt Er ihm seinen Lohn. Unsere Rabbanan sagen: Selbst seine Vergehungen treibt Er nicht mit einem Male ein, wie es heißt: „Denn Du bist unser G-tt, Du hast uns verschont unter unseren Sünden und hast uns eine Rettung wie diese gegeben“ (Esra 9,13).

R. Eleasar und R. Jose bar R. Chanina (sind darüber verschiedener Meinung).[6] R. Eleasar sagt: Sind die beiden Wagschalen gleichwiegend, hier die Sünden und dort die Verdienste, was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er neigt nach der Gnade hin, wie es heißt: „Bei Dir, Ewiger, ist Gnade“ (Tehillim 62,13). R. Jose bar R. Chanina hat gesagt: Was macht der Heilige, gelobt sei Er, Er nimmt (reißt) einen Schuldbrief von den Vergehungen weg und die Wagschale gibt sofort den Ausschlag, wie es heißt: „Er hebt die Schuld und geht an dem Abfall vorüber“ (Micha 7,18).

R. Nechemja hat gesagt: Nimmt ein Mensch sich vor, eine Sünde zu begehren, so rechnet es der Heilige, gelobt sei Er, nicht eher an, als bis er sie getan hat; nimmt er sich dagegen vor, ein Gebot zu befolgen, und er vermochte nicht, es zu tun, obschon er es nicht getan, so schreibt der Heilige, gelobt sei Er, es sogleich so an, als hätte er es getan, wie es heißt: „Und der Ewige hörte es und es ward aufgeschrieben in ein Buch des Gedächtnisses vor Ihm für die, so den Ewigen fürchteten und Seinen Namen achten“ (Maleachi 3,16). Aber wenn ein [der Ehrfrucht] Fremder sich vornimmt etwas Böses zu tun, selbst wenn er es noch nicht getan hat, so erachtet es der Heilige, gelobt sei Er, so, als hätte er es getan, wie es heißt: „Ein Aramäer richtete meinen Vater zu Grunde“ (Dwarim 26,5). Hat denn Laban den Jakow zu Grunde gerichtet? Allein weil er es sich vorgenommen, ihn zu Grunde zu richten, so erachtet es der Heilige, gelobt sei Er, als hätte er ihn zu Grunde gerichtet. Wenn er sich aber vorgenommen hat, ein Gebot zu befolgen, so schreibt Er es nicht eher auf, als bis er es befolgen wird, wie es heißt: „Und bis Sonnenuntergang strebte er ihn zu retten“ (Daniel 6,15), d. i. obgleich er sich vorgenommen hatte, ihn zu retten, so gilt es vor dem Heiligen, gelobt sei Er, doch nicht eher, als bis er es getan hat. Nimmt dagegen ein Israelit sich vor, eine Sünde zu begehren, so rechnet sie der Heilige, gelobt sei Er, nicht eher an, als bis er sie getan hat, wie es heißt: „Wehe denen, die Untat sinnen und Böses entwerfen auf ihren Lagern“ (Micha 2, 1).

Nach Rab Huna sprach David: „Hätte ich Unrecht vor in meinem Herzen, nicht hörte es der Ewige“ (Tehillim 62,18); nimmt er sich jedoch vor, ein Gebot zu befolgen, obgleich er es noch nicht befolgt hat, so erachtet es ihm die Schrift so, als wenn er es befolgt hätte. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält, denn als David sich vornahm, den Tempel zu erbauen, obgleich er ihn noch nicht erbaut hatte, so wird er nach seinem Namen verzeichnet, wie es heißt: Psalm. Lied zu Einweihung des Tempels. Von David. Daraus geht hervor, dass jede Sache, um die sich ein Mensch sorgt,[7] nach seinem Namen genannt wird. So finden wir es bei Mosche, da er um die Thora besorgt war „und 40 Tage und 40 Nächte verweilte,“ so wurde sie nach seinem Namen genannt, wie es heißt: „Gedenket der Thora Mosches, Meines Knechtes“ (Maleachi 3,22). Und so war auch David besorgt und er saß im Staube, wie es heißt: “Ich komme nicht in das Zelt meines Hauses ... ich gönne meinen Augen keinen Schlaf“ (Tehillim 132,3.4); so wurde der Tempel nach seinem Namen genannt, wie es heißt: Psalm. Lied zur Einweihung des Tempels. Von David.

„6 Und die Ägypter misshandelten uns und bedrückten uns und legten uns einen harten Dienst auf. 7 Da schrieen wir zu dem Ewigen, dem G-tt unserer Väter; und der Ewige hörte unsere Stimme und sah unser Elend und unsere Mühsal und unseren Druck“ (Dwarim 26,6-7).

Midrasch Tehillim 118,9
Vers 5. Aus der Enge rief ich Jah. Was heißt: Aus der Enge? Mit jedem Ausdruck, mit welchem die Israeliten den Heiligen, gelobt sei Er, anrufen, erhört Er sie. Sie rufen ihn mit שדי, Allmächtiger, an, wie es heißt: „Und G-tt, der Allmächtige, wird dich segnen“ (Bereschit 28,3), und Er antwortet mit שדי, wie es heißt: „Ich bin der allmächtige G-tt, sei fruchtbar und mehre dich“ (dort 35,11). Sie rufen Ihn mit G-tt (אלהים) an, wie es heißt: „Wir schrieen zum Ewigen, dem G-tte unserer Väter“ (Dwarim 27,7), und Er antwortete ihnen mit G-tt (אלהים), wie es heißt: „und es sah G-tt (אלהים) die Kinder Israel und G-tt (אלהים) merkte auf sie“ (Schemot 2,25). Sie rufen mit Ewiger ((ה' an, wie es heißt: „Und wir schreien zum Ewigen, dem G-tte unserer Väter“ (Dwarim 26,7), und Er antwortet ihnen mit Ewiger, wie es heißt: „Und der Ewige erhörte unsre Stimme“ (dort). Sie rufen Ihn mit Jah (יה) an, und Er antwortet ihnen mit Jah: Aus der Enge rief ich Jah, es antwortete mir in der Weite Jah. Und so heißt es: „Wenn ich rufe, erhöre mich, G-tt meiner Gerechtigkeit, in der Enge machst Du mir es weit“ (Tehillim 4,2), mit jedem Ausdrucke, mit dem sie ihn anrufen. Und so heißt es: „Denn welches große Volk gibt es, das Götter hätte, ihm so nahe, wie der Ewige, unser G-tt, wie immer wir Ihn anrufen“ (Dwarim 4,7).

Eine andere Auslegung: Aus der Enge rief ich Jah. Der Vers redet von Israel. In der Stunde, wo sie in Ägypten mit Lehm und Ziegeln unterjocht waren, wie es heißt: „Und sie verbitterten ihnen das Leben“ (Schemot 1,14). … war in Weite Jah, denn der Heilige, gelobt sei Er, verschaffte ihnen weiten Raum, wie es heißt: „Flügel der Taube, belegt mit Silber“ (Tehillim 68,14).

Eine andere Auslegung: Der Vers spricht von David. In der Stunde, da er zu Goliat hinab stieg, verließen ihn seine Brüder und ganz Israel, David aber erhob in dieser Stunde seine Augen nach der Höhe du sprach: „Lied nach der Höhe. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ (Tehillim 121,1), und der heilige Geist erwiderte ihm und sprach: „Er wird nicht wanken lassen deinen Fuß, nicht schlummert dein Hüter (dort V. 3).

Es antwortete mir Jah in der Weite, d. i. der Heilige, gelobt sei Er, verschaffe ihm Weite, dass alle Israeliten ihm nachgingen und das Lager der Philister verachteten, wie es heißt: „und die Kinder Israel kehrten zurück vom Verfolgen der Philister“ (1. Schmu’el 17,53).

Vers 6. Der Ewige ist mit mir, ich fürchte nicht; was kann ein Mensch mir tun? Abraham sprach: Der Ewige ist mit mir, ich fürchte nicht, was kann Nimrod mir tun? Jizchak sprach: Der Ewige ist mit mir, ich fürchte nicht, was kann Abimelech mir tun? Jakow sprach: Der Ewige ist mit mir, ich fürchte nicht, was kann Esau und Laban mir tun. Ebenso sprach auch David: der Ewige ist mit mir, ich fürchte nicht, was kann Goliath mir tun?

„18 Und der Ewige hat dir heute sagen lassen, dass du ihm ein Eigentumsvolk sein sollst, so wie er zu dir geredet hat, und dass du alle seine Gebote beobachten sollst; 19 und dass er dich zur höchsten über alle Völker machen will, die Er gemacht hat, zum Ruhm und zum Namen und zum Schmuck; und dass du den Ewigen, deinem G-tt, ein heiliges Volk sein sollst, so wie Er geredet hat“ (Dwarim 26,18-19).

Midrasch Tehillim 9,17
Eine andere Auslegung: [Vers 1.] Die Worte על מות לבן wollen sagen:על מיתת נבל, über den Tod Nabals, denn die Buchstaben des Wortes לבן entsprechen den Buchstaben des Wortes נבל. Und warum steht לבןund nicht נבלgeschrieben? Weil er (Nabal) in seinen Taten dem Laban glich.

Eine andere Auslegung: על מות לבן will sagen: על מיתת צדיקים, über  den Tod der Gerechten, der Söhne des lebendigen G-ttes, die ihr Leben (ihre Seele) wegen der Einheit des Namens des Ewigen preisgeben und nicht den Toten, sondern den Kranken gleichen. So hat auch Schlomo gesagt: „Ich beschwöre euch, Töchter Jeruschalajims, wenn ihr findet meinen Geliebten, was werdet ihr Ihm sagen? Dass ich vor Liebe krank bin“ (Schir HaSchirim 5,8). Und was ist hier unter Krankheit zu verstehen? Nicht Kopfschmerz und nicht Leibschmerz. Wovon bin ich also krank? Aus Liebe zum Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Denn ich bin krank vor Liebe“ (dort 2,5). Und nicht nur Krankheit allein, sondern sogar על מות, d. i. על מיתה, bis zum Tode, wie es heißt: „lieblich dem Geruche sind Deine Salben, wie Öl, das ausgeschüttet ist Dein Name, darum lieben sie Dich על מות„ (Schir HaSchirim 1,3), d. i. sie lieben Dich bis zum Tode (למות), wie es heißt: „Denn um Deinetwillen werden wir hingewürgt alle Tage“ (Tehillim 44,23). Es gibt keine Nation in der Welt, zu der der Heilige, gelobt sei Er, spräche: Steige hinab zum Meere, und sie stiege hinab, wie diese Nation, denn sie gibt ihr Leben für ihren G-tt preis. David sprach: Wie weit liebt der Sohn den Vater? So weit, dass er sein Leben dem Tode wegen seiner Ehre preisgibt. So hat auch Nebuchadnezar gesagt: „Nun, denn, wenn ihr bereit seid“ (Daniel 3,15); „es antworteten Schadrach, Meschach und Abednego und sprachen zu dem Könige“ (dort V. 16), selbst wenn Er uns nicht rettete, „deinen Göttern dienen wir nicht“ (dort V. 18). Und ebenso heißt es, als sie aus dem Feuerofen herausgingen: „Es antwortete Nebuchadnezar und sprach: Gepriesen sei der G-tt Schadrachs, Meschachs und Abednegos, der Seinen Engel gesandt und Seine Knechte gerettet hat, die auf Ihn vertraut“ (dort V. 28). Und sie gaben ihr Leben nicht auf die Bedingung hin preis, gerettet, sondern verbrannt zu werden, und warum? „Denn stärker als der Tod ist die Liebe“ (Schir HaSchirim 8,6). Siehe, wieweit der Sohn Dich liebt? Das wollen die Worte sagen: למנצח על מות לבן, dem Sangmeister wegen des Todes des Sohnes.

„5 Und du sollst daselbst dem Ewigen, deinem G-tt, einen Altar bauen, einen Altar von Steinen; du sollst kein Eisen über dieselben schwingen: 6 von ganzen Steinen sollst du den Altar des Ewigen, deines G-ttes, bauen. Und du sollst dem Ewigen, deinem G-tt, Brandopfer darauf opfern, 7 und du sollst Friedensopfer opfern, und daselbst essen und dich freuen vor dem Ewigen, deinem G-tt“ (Dwarim 27,5-7).

Midrasch Tehillim 78,11
Vers 45. Er ließ los gegen sie Brut (ערוב). R. Jehuda sagt: Er sandte gegen sie Geier; R. Nechemja sagt: Er war Gemischtes (ערוב) von unten, nämlich Bären, Löwen, Wölfe und Panther; R. Nathan sagt: Es war Gemischtes von oben, nämlich Adler, Geier, Raben und Raubvögel[8]), und von unten, nämlich Löwen, Bären, Wölfe und Panther.

R. Chama und R. Jehoschua haben beide gesagt: Es ist eine Art von wilden Tier darunter zu verstehen, das Panter heißt. Manche sagen: כמלנית war sein Name, und der Heilige, gelobt sei Er, brachte es über sie.

R. Josia hat gesagt: G-tt verdunkelte (העריב) über sie die Lichter.

Nach R. Simeon ben Lakisch sprach der Heilige, gelobt sei Er, also zu Pharao: Du wolltest den Samen meines Freundes Abraham in Verwirrung (לערבב) bringen, Ich werde dich aus der Welt verwirren[9], wie es heißt: Und er sandte unter sie Verwirrung (ערוב), und nicht nur Verwirrung allein, sondern Frösche, und es verdarb sie.

R. Jochanan hat gesagt: Überall, wo sie sich lagerten, wurden Frösche, auch in ihren Häusern aus Alabaster und gehauenen Steinen. Was machten die Frösche? Sie sahen sie, steigen in sie und sprachen: Wir sind von dem gesandt, der da sprach und die Welt ward, und die Schwellen spalteten sich vor ihnen.

R. Jehuda im Namen Rabbis hat gesagt: Es liegt hier einer von den Fällen vor, wo G-tt das Weiche über das Harte herrschen ließ. Dieselben sind die Mäuse der Philister, wie es heißt: „Und Er schlug sie mit Beulen„ (1. Schmu’el 5,6). Wenn der Philister auf einem ehernen Sessel saß, so spaltete sich dieser, wenn ein solches Tier heraufstieg, von selbst, und es erfass die Eingeweide des darauf Sitzenden. So war es ferner auch mit der Hornisse. Als die Emoriter auszogen, so fielen diese über sie her, schlug die eine ihm in das eine Auge, so die andere ihm in das andere Auge, wie es heißt: „Und auch die Hornisse sandte der Ewige über sie“ (Dwarim 7,20)[10]. Sodann der Pfeil Naemann, welcher den Achab traf und durch den Panzer drang und ihn erschlug, wie es heißt: „Und ein Mann spannte von ungefähr den Bogen und traf den König von Israel zwischen die Fugen und den Harnisch“ (1. Mlachim 22,24). Weiter der Stein, welchen David warf und ihn in die Stirn Goliats, des Philisters, senkte, denn derselbe ging von selbst hinein und drang in seine Stirn, wie es heißt: „Und der Stein drang in seine Stirn“ (1. Schmu’el 17,49). Endlich die Wurzeln des Feigenbaumes, die doch zart sind und Felsen und Steine spalten.

Nach R. Berachja bar Chanina bar Ika im Namen des R. Jehuda dringen die Wurzeln des Weizens 50 Ellen in die Erde, und die Wurzeln des Feigenbaumes, die zart sind, 50 Ellen.

R. Jehuda bar Chija hat gesagt: Auch mit den Zähnen des Löwen verhält es sich ähnlich. Wie heißt es da? „Und sie waren noch nicht and den Boden der Grube gelangt, so bemächtigten sich schon ihrer die Löwen und zermalmten all ihre Gebeine“ (Daniel 6,25). Und wird der Schamir, der nur so groß wie ein Gerstenkorn ist, in ein mit Blei ausgefülltes Gerät getan, selbst wenn es auf einen Berg oder auf Felsen gestellt wird, so drängt er abwärts und spaltet alles, bis er unten ist. Mit ihm spaltete Schlomo alle Steine des Heiligtums, weil in der Thora geschrieben steht: „Nicht darfst du ein Eisen darüber schwingen“ (Dwarim 27,5). Wer hat ihm denselben gebracht? Ein Adler aus dem Paradiese, wie es heißt: „Und er redete mit den Tieren und Vögeln“ (1. Mlachim 5,13). Er sprach nämlich zu ihnen: Wo ist der Schamir verborgen? Da ging der Adler und holte ihn. Manche sagen, dass nicht der Adler, sondern der Auerhahn ihn geholt habe.[11]

[1] S. Sanhedrin 91b.
[2] Vergl. Wajikra Rabba 17 Anf.
[3] S. Erubin 19a.
[4] S. Schemot Rabba 7.
[5] Vergl. J. Pea I, 16b, Kidduschin 40a.
[6] Vergl. J. Sanhedr. X, 27c.
[7] Weil er sie nicht ausführen kann.
[8] Die mit den Krallen zermalmen.
[9] Vergl. Schemot Rabba 5.
[10] Vergl. Sota 36a.
[11] Zu der Erzählung über den Schamir vergl. Sota 48b.

 
 
 
 
 
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