Midrasch Tehillim zur Parascha Wa’etchanan, Teil 4

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wa'etchanan Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

1 Und Mosche berief das ganze Israel und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Satzungen und die Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede; und lernet sie, und achtet darauf, sie zu tun. 2 Der Ewige, unser G-tt, hat am Choreb einen Bund mit uns gemacht. 3 Nicht mit unseren Vätern hat der Ewige diesen Bund gemacht, sondern mit uns, die wir heute hier alle am Leben sind“ (Dwarim 5,1-3).

Midrasch Tehillim 8,4
Eine andere Auslegung: „Mein Sohn, wenn du gebürgt hast für deinen Freund“ (Mischle 6,1). Die Schrift redet vom Volk Israel. Zur Zeit der Schenkung der Thora, wo sie Bürgen waren, einer für den andern. Auf welche Weise? Als der Heilige, gelobt sei Er, Israel die Thora geben wollte, sprach Er zu ihnen: Gebt Mir Bürgen, dass ihr die Thora haltet. Sie sprachen: Die Väter der Welt sollen für uns bürgen. Bei eurem Leben! Versetzte G-tt, sie sind Mir schuldig, könnten sie doch für sich stehen! Gleich einem, der benötigt war, Geld zu leihen. Man sprach zu ihm: Bringe mir einen Bürgen und nimm so viel wie du willst. Er ging und brachte einen solchen herbei, der ihm (dem Leiher) schuldig war. Dieser sprach zu ihm: Du hast mir einen gebracht, der mir schuldig ist, könnte er doch für sich stehen! Geh und bringe mir einen, der mir nicht schuldig ist und nimm! So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er, zu Israel: Ihr habt Mir die Väter der Welt als Bürgen gebracht, wie viele Schulden habe Ich bei ihnen, stellt Mir Bürgen, die Mir nichts schuldig sind. Woher entnehmen wir, dass es so geschrieben steht? [Es heißt:] „Nicht mit unsern Vätern hat der Ewige diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, diesen hier, die wir heute alle leben“ (Dwarim 5,13). Sie sprachen: Wer sind diese, die dir nichts schuldig sind? Er sprach zu ihnen: Die Kinder. Sofort brachten sie die Kinder, welche im Leibe ihrer Mutter und an den Brüsten ihrer Mutter waren und es stand ihre Leibesfrucht wie Kristall und sie schauten zum Heiligen, gelobt sei Er, aus ihren Leibern und redeten mit Ihm. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Wollt ihr für eure Väter bürgen, dass sie, wenn Ich ihnen die Thora gebe, dieselbe halten, und wenn nicht, dass ihr für sie in Anspruch genommen (ergriffen) werdet? Sie sprachen zu ihm: Ja! Darauf Er zu ihnen: Ich bin der Ewige, dein G-tt“ (Schemot 20, 2). Sie antworteten: Ja. Darauf Er: „Du sollst nicht fremde Götter haben“ (dort V. 3.). Sie antworteten: Ja. Auf jedes Wort antworteten sie; auf Ja: Ja, und auf Nein: Nein.1 Nun sprach Er zu ihnen: Auf die Erklärung eurer Münder hin will Ich ihnen die Thora geben, wie es heißt: Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast Du Dir Macht gegründet (Tehillim 8,3). Unter עז, Macht ist nichts anderes als die Thora zu verstehen, wie es heißt: „Der Ewige gibt Macht (עוז) Seinem Volke“ (dort 29,11). Darum werden, wenn sie (die Israeliten) die Thora vernachlässigen, was G-tt verhüte!, ihre Kinder für sie in Anspruch genommen (ergriffen), wie es heißt: „Vertilgt ist Mein Volk aus Mangel an Erkenntnis … Ich werde Deine Söhne vergessen, auch Ich“ (Hoschea 4,6). Was wollen die Worte sagen: „גם אני, auch Ich“? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Wenn man so sagen darf, auch Ich werde vergessen, dass die Kinder Mich gelästert haben! Denn es heißt: „Auch ich.“

„9 Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn Ich, der Ewige, dein G-tt, bin ein eifernder G-tt, der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern, ja, am dritten und am vierten Gliede derer, die Mich hassen; 10 und der Güte erweist, auf Tausende hin, an denen, die Mich lieben und Meine Gebote beobachten“ (Dwarim 5,9-10).

Midrasch Tehillim 50,1
Vers 1. Psalm von Asaph. EL ELOHIM HASCHEM redet und ruft die Erde.
Die Sektierer fragten den R. Simlai: Was heißt, was geschrieben steht: EL ELOHIM HASCHEM redet (דבר)? Er antwortete ihnen: דברו, sie reden und ויקראו, sie rufen, heißt es hier nicht, sondern: „דבר, Er redet“ und “ויקרא und Er ruft.“ Da sprachen seine Schüler zu ihm: Unser Lehrer, diese hast du mit einem zerbrochenen Röhrchen fort gestoßen, was antwortest du uns? Er sprach zu ihnen: Alle drei Namen (G-ttes) sind einer, sowie ein Mensch zu sagen pflegt: ארכיטקטון, בניין, אומנון, Werkmeister, Baumeister, Architekt. Und warum erwähnt der Psalmist den Namen des Heiligen, gelobt sei Er, dreimal? Um zu lehren, dass der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt mit drei Namen erschaffen hat, entsprechend den drei guten Eigenschaften, durch welche die Welt erschaffen worden ist, nämlich durch Weisheit, Einsicht und Verstand, wie es heißt: „Durch Weisheit hat der Ewige die Erde gegründet, die Himmel festgestellt durch Einsicht, durch Seinen Verstand wurden die Tiefen gespalten“ (Mischle 3,19.20.). Ihnen entsprechend wurde auch das Stiftszelt und die Wohnung erbaut, wie es heißt: „Und Ich erfüllte ihn mit dem Geiste G-ttes, mit Weisheit, Einsicht und Verstand“ (Schemot 31,3). Desgleichen heißt es: „Der Ewige, dein G-tt, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifervoller G-tt“ (Dwarim 4,24). Und so sprachen auch die Kinder Gads: „Der Ewige, EL ELOHIM HASCHEM, EL ELOHIM HASCHEM, Er weiß es“ (Jehoschua 22,22). Was beabsichtigen sie, den Gottesnamen zwei Mal zu erwähnen: „EL ELOHIM HASCHEM?“ Gegenüber den drei (G-ttesnamen), durch die die Welt erschaffen und mit welchen auch die Thora gegeben worden ist, wie es heißt: „Ich bin der Ewige (ה') dein G-tt (אלהיך), ein eifervoller G-tt (אל)“ (Dwarim 5,9). Darum heißt es: EL ELOHIM HASCHEM redet und ruft die Erde. Da könnte ich glauben, der eine (der Himmel) ist für sich und die andere (die Erde) ist für sich erschaffen worden? Nein, beide sind zugleich erschaffen worden, wie es heißt: „Ja, Meine Hand hat gegründet die Erde und Meine Rechte ausgespannt die Himmel, Ich rufe über sie, sie stehen fest zumal“ (Jeschajahu 48,13). Daher heißt es: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange. Wenn Fleisch und Blut eine Gestalt bildet, so fängt es mit dem Kopfe an und endigt mit dem Fuße derselben, oder es fängt mit ihrem Fuße an und endigt mit ihrem Kopfe, aber der Heilige, gelobt sei Er, verfährt nicht so, sondern wenn Er den Menschen bildet, so bildet Er ihn mit einem Male. Und so heißt es: „Denn Er bildet das Ganze“ (Jirmejahu 10,16). Das wollen die Worte sagen: Vom Aufgang bis zu ihrem Niedergang. Und woher sind sie erschaffen worden? Von Zion, wie es heißt:
Vers 2. Von Zion, der Vollendung der Schönheit, d. i. der Vollendung der Schönheit der Welt. Was heißt: „הופיע, er strahlt?“ Er leuchtet (האיר). Unterהופיע , strahlen, ist nichts anderes als Licht (אורה) zu verstehen, wie es heißt: „Er bestrahlt sie (הופיע) mit dem Licht Seiner Wolke“ (Jiob 37,15). Und woher entnehmen wir, dass von dieser (gegenwärtigen) Welt die Rede ist? Hier heißt es: „מכלל, Vollendung“ und dort heißt es auch: „Und es wurden vollendet (ויכולו) Himmel und Erde und ihr ganzes Heer“ (Bereschit 2,1). Aber auch wenn Er sie zerstört, beginnt Er von Zion aus, denn es heißt: „Und Ich mache Jeruschalajim zu Steinhaufen“ (Jirmejahu 9,10), und hernach heißt es: „Eine Öde soll das ganze Land werden“ (dort 4,27), ferner heißt es: „Und das Land wird eine Öde sein für dessen Bewohner“ (Micha 7,13). Und zu der Zeit, wo der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt erneuern wird, da wird er sie von Zion erneuern, wie es heißt: „Aufgerichtet wird sein der Berg des Hauses des Ewigen auf dem Gipfel der Berge“ (Jeschajahu 2,2).

„Beobachte den Schabbat, ihn zu heiligen, so wie der Ewige, dein G-tt, dir geboten hat“ (Dwarim 5,12).

Midrasch Tehillim 95,2
Vers 3. Denn ein großer G-tt ist der Ewige, und ein König, groß über alle Götter. Gibt es denn andere Götter? Es heißt doch: „Sehet jetzt, dass Ich, Ich es bin, und kein Gott mit Mir“ (Dwarim 32,59). Allein Wehe den Frevlern, denn sie fahren zur Hölle hinab und ihre Götzen mit ihnen. Und so heißt es: „Denn alle Götter der Völker sind Götzen“ (1. Diwre HaJamim 16,26).
Vers 4. In dessen Hand die Gründe der Erde und Ihm gehören die Höhen der Berge. Vers 5. Dem das Meer gehört, das Er gemacht, und das Trockne haben Seine Hände gebildet. Wenn man zu einem Könige von Fleisch und Blut sagt: Die Erde ist dein, kann er etwa sagen, wie lang und wie breit sie ist? Aber der Heilige, gelobt sei Er, ist nicht so, sondern in Seiner Hand sind die Gründe der Erde und Ihm gehören der Berge, Sein ist das Meer, das Er gemacht. Wenn man zu einem Könige von Fleisch und Blut sagt: Das Meer ist dein, kann er etwa sagen, wie viele Maß Wasser darin sind? Aber dem Heiligen, gelobt sei Er, geziemt es zu sagen: Dem das Meer gehört,und Er hat es gemacht, und Er weiß, wie viele Maß darin sind. Und so heißt es: „Wer maß mit seiner Handhöhle die Wasser?“ (Jeschajahu 40,12), ferner: „Und die Wasser richtet Er nach dem Maße“ (Jiob 28,25). Das wollen die Worte sagen: Dem das Meer gehört und er hat es gemacht. Und was verlangt Er von euch? Anbetung.
Vers 6. Kommt, dass wir anbeten und uns niederbeugen, hinknien vor dem Ewigen, unserm Schöpfer. Vers 7. Denn Er ist unser G-tt, und wir das Volk Seiner Weide und die Schafe Seiner Hand. Wann sind wir Sein Volk? Wenn wir die Schafe Seiner Weide sind, wie es heißt: „und ihr seid Meine Schafe, die Schafe Meiner Weide, Mensch אדם seid ihr“ (Jecheskel 34,31). Wenn wir aber Löwen sind, so hasst Er uns, wie es heißt: „Mein Eigentum ist Mir geworden gleich dem Löwen im Walde; er ließ gegen Mich aus sein Gebrüll, darum hasste Ich es“ (Jirmejahu 12,8).

Heute, so ihr Seine Stimme hört. R. Levi hat gesagt: Wenn sie (die Israeliten) selbst nur einen Schabbat nach der Vorschrift beobachten, so werden sie sofort erlöst, wie es heißt: An diesem Tage, so ihr Seine Stimme hört, und es heißt: „Beobachte den Tag der Ruhe“ (Dwarim 5,12)2.

„Diese Worte hat der Ewige auf dem Berge zu eurer ganzen Versammlung geredet, mitten aus dem Feuer, dem Gewölk und dem Dunkel, mit starker Stimme, und Er fügte nichts hinzu. Und Er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir“ (Dwarim 5,19).

Midrasch Tehillim 1,18
Eine andere Auslegung: Vers 2. Sondern nach der Thora des Ewigen sich sehnt. Das ist, was die Schrift sagt: „Auf! Ihr Durstigen alle, gehet zum Wasser“ (Jeschajahu 55,1). Wie die Wasser vom Himmel gegeben werden, wie es heißt: „Bei der Stimme לקול, wenn Er rauschen lässt die Wasser im Himmel“ (Jirmejahu 10,13), so wurden auch die Worte der Thora vom Himmel gegeben, wie es heißt: „Ihr habt gesehen, dass Ich vom Himmel mit euch geredet“ (Schemot 20,19). Wie die Wasser umsonst der Welt zu Teil werden, wie es heißt: „Geht, schafft Vorrat und esst, und geht, schafft Vorrat ohne Geld“ (Jeschajahu 55,1). Wie die Wasser der Welt unter Donner und Blitz herabströmen (so auch die Worte der Thora), wie es heißt: „Und es geschah am dritten Tage, da es Morgen war, da waren Donner und Blitze“ (Schemot 19,16). Wie die Wasser der Welt Leben spenden, so spenden auch die Worte der Thora denen Leben, die sich mit ihnen beschäftigen, wie es heißt: „Denn Leben sind sie denen, die sie finden“ (Mischle 4,22). Es heißt: „Denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben“ (Dwarim 32,47). Wie die Wassertropfen herabträufeln und zu Strömen werden, so auch die Worte der Thora. Heute lernt der Mensch eine Halacha und morgen wieder eine Halacha, bis er erstarkt und sprudelt wie eine Quelle.

R. Onja hat gesagt: Solltest du glauben, wie die Wasser, die Gärten und Parkanlagen tränken, so auch die Worte der Thora, so heißt es: „Denn gerade sind die Wege des Ewigen“ (Hoschea 14,10).

R. Chija hat gesagt: Wie die Wasser die Blöße (den Grund) des Meeres bedecken, wie es heißt: „Wie Wasser die Meerestiefe bedecken“ (Jeschajahu 11,9), so bedecken die Worte der Thora die Blöße Israels, wie es heißt: „Alle Vergehungen bedeckt die Liebe“ (Mischle 10,12). Wie in Bezug auf das Wasser der Grosse sich nicht schämt zum Kleinen zu sagen: Lass mich Wasser trinken, so schämt sich auch hinsichtlich der Worte der Thora der Grosse nicht, zum Kleinen zu sagen: Lehre mich einen Abschnitt oder eine Halacha. Wie der Mensch, wenn er durstig ist, nicht träge ist, sondern zum Wasser geht und trinkt, so ist auch der Schüler nicht träge hinsichtlich der Worte der Thora, sondern er geht und lernt Thora vor seinem Lehrer. … Das ist, was die Schrift sagt: „Die Thora hat uns Mosche gegeben, ein Erbe an die Gemeinde Jakow“ (Dwarim 33,4), d. i. jeder, der sich in Jakow versammelt; selbst die Fremdlinge (Proselyten), welche sich mit der Thora beschäftigen, sind dem Hohenpriester gleich geachtet, wie es heißt: „Die der Mensch tue, dass er durch sie lebe“ (Wajikra 18,5). Priester, Leviten, Israeliten heißt es hier nicht, sondern (allgemein): האדם der Mensch. Siehe, was steht von Jitro geschrieben? „Und Geschlechter der Schreiber, Bewohner von Jabez…“ (1. Diwre HaJmim 2,55). Schemaja und Abtalion stammten von den Nachkommen Siseras ab und sie lehrten öffentlich Thora, wie die Männer der großen Versammlung3. Darum heißt es: „Diese Worte hat der Ewige zu eurer ganzen Versammlung gesprochen“ (Dwarim 5,19).

„20 Und es geschah, als ihr die Stimme mitten aus der Finsternis hörtet, während der Berg im Feuer brannte, da nahtet ihr zu mir, alle Häupter eurer Stämme und eure Ältesten, 21 und spracht: Siehe, der Ewige, unser G-tt, hat uns Seine Herrlichkeit und Seine Größe sehen lassen, und wir haben Seine Stimme mitten aus dem Feuer gehört; an diesem Tage haben wir gesehen, dass der Ewige mit dem Menschen redet, und Er am Leben bleibt. 22 Und nun, warum sollten wir sterben? Denn dieses große Feuer wird uns verzehren. Wenn wir die Stimme des Ewige, unseres G-ttes, noch weiter hören, so werden wir sterben. 23 Denn wer ist von allem Fleische, der die Stimme des lebendigen G-ttes mitten aus dem Feuer hätte reden gehört hätte, wie wir, und wäre am Leben geblieben? 24 Nahe du hinzu und höre alles, was der Ewige, unser G-tt, sagen wird; und du, du sollst alles zu uns reden, was der Ewige, unser G-tt, zu dir reden wird, und wir wollen hören und es tun“ (Dwarim 5,20-24).

Midrasch Tehillim 103,18
R. Huna im Namen des R. Acha legte die Worte auf den Sinai aus: Vers 20. Helden an Kraft, Vollführer Seines Wortes, zu hören die Stimme Seines Wortes, denn sie haben das Tun dem Hören vorangestellt, wie es heißt: „Wir wollen tun und hören“ (Schemot 24,7).

Nach R. Jizchak ist die Rede von denen, die das siebente Jahr beobachteten. Gewöhnlich übt der Mensch ein Gebot für eine Stunde, oder für einen Tag, vielleicht aber auch für ein Jahr? Die Israeliten aber üben es das Jahr über, wie es heißt: „Und dies (וזה) ist die Sache des Erlassjahres“ (Dwarim 15,2). Das Wort ז''ה hat in Zahl zwölf, entsprechend den Monaten des Jahres.

R. Tanchum bar Chanilai hat gesagt: Hast du dein Lebtag wohl gesehen, dass eine Last für zehn schwer und für einen leicht ist, und die Israeliten sprachen: „Wenn wir fortfahren zu hören“ (dort 5,22), und es heißt: „Tritt du hin und höre“ (dort V. 24), was also sechzig Myriaden nicht zu hören vermochten, das hörte Mosche allein, und das Wort rief ihm zu, wie es heißt: „Und Er rief dem Mosche zu“ (Wajikra 1,1) und es schadete ihm nichts, um dich zu lehren, dass die Gerechten größer sind als die Dienstengel, denn die Dienstengel können Seine Stimme nicht hören, sondern sie stehen und zittern und beben, die Gerechten aber können Seine Stimme hören, wie es heißt: „Und der Ewige lässt Seine Stimme erschallen vor Seinem Heer, denn sehr Zahlreich ist Sein Lager“ (Joel 2,11). Damit sind die Dienstengel gemeint, wie es heißt: „Ein Lager G-ttes ist das“ (Bereschit 32,3), und es heißt: „Tausend mal tausend dienen ihm“ (Dwarim 7,10). Und wer kann Seine Stimme hören? „Denn mächtig ist der Vollstrecker Seines Wortes“ (Joel 2,12). Das ist der Gerechte, der Sein Wort vollführt, denn Er ist größer als die Dienstengel. Und wer ist das? Das ist Mosche, denn er hörte die Stimme des Wortes, wie es heißt: „Und Er rief dem Mosche zu“ (Wajikra 1,1). Das wollen die Worte sagen: Helden an Kraft, Vollführer Seines Wortes, zu hören die Stimme Seines Wortes.

1 D. i. auf eine Gebot antworteten sie mit: Ja und auf ein Verbot mit: Nein.
2 Vergl. j. Taanit 1, 64a; Schabbat 118b; Schemot Rabba 25.
3 Zu Beginn der Epoche des II. Tempels.

 
 
 
 
 
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