Midrasch Tehillim zur Parascha Wajelech, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wajelech Tehillim
Anhänge herunterladen

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

1 Und Mosche ging hin und redete diese Worte zu dem ganzen Israel. 2 Und er sprach zu ihnen: 120 Jahre bin ich heute alt, ich vermag nicht mehr aus- und einzugehen; und der Ewige hat zu mir gesagt: Du sollst nicht über diesen Jordan gehen“ (Dwarim 31,1-2).

Midrasch Tehillim 116,5-6
(5) Vers 15. Teuer ist in den Augen des Ewigen das Sterben Seiner Frommen.
Zehn Dinge werden teuer (יקר) genannt: 1. Die Thora, wie es heißt: „Teurer ist sie als Perlen“ (Mischle 3,15); 2. Israel, wie es heißt: „Ist mir nicht ein teurer Sohn Ephraim?“ (Jirmejahu 31,20); Reichtum, wie es heißt: „Das Gut des Menschen ist teuer, gediegen“ (Mischle 12,27); 4. Erkenntnis, wie es heißt: „Und teures Gerät sind Lippen der Erkenntnis“ (dort 20,15); 5. die Prophetie, wie es heißt: „Und das Wort des Ewigen war teuer in denselben Tagen“ (1. Schmu'el 3,1); 6. Einsicht (Vernunft), wie es heißt: „Ein teures Gemüt ist der Mann von Einsicht“ (Mischle 17,27); 7. Torheit, wie es heißt: „Teurer als Weisheit und Ruhm ist ein wenig Torheit“ (Kohelet 10,1); 8. die Gerechten, wie es heißt: „Und wie teuer sind mir Deine Freunde (Genossen), o G-tt“ (Tehillim 139,17); 9. die Gnade, wie es heißt: „Wie teuer ist Deine Gnade, o G-tt“ (dort 36, 8); 10. der Tod der Gerechten, wie es heißt: Teuer ist in den Augen des Ewigen das Sterben Seiner Frommen. Manche sagen: Auch der Mensch wird teuer genannt, wie es heißt: „Ich mache den Sterblichen (אנוש) teurer als feines Gold und den Menschen (אדם)als Ophir Kleinod.“ (Jeschajahu 13, 12).

(6) Vers 15. Teuer ist in den Augen des Ewigen das Sterben Seiner Frommen. Gleich einem König, der einen Befehlshaber sandte, seinen königlichen Schatz (Einkünfte) einzufordern. Er ging und hielt sich bei einem Hausherrn zehn Tage auf und an jedem Tage gab er ihm hundert Minen zur Aufbewahrung, siehe, das sind zehn Myriaden. Als er kam, um den königlichen Schatz, den er ihm schuldig war, einzufordern, sprach er: Alles, was er schuldig ist, beträgt nur fünfzig. Wie kann ich sie von ihm einfordern? So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: Es dünkt Mich hart in Meinen Augen, den Gerechten zu sagen, dass sie sterben müssen; es dünkt Mich hart in Meinen Augen, dem Abraham zu sagen, dass er sterben muss, denn er machte Mich als den Eigner von Himmel und Erde bereits bekannt und er stieg wegen Meines Namens in den Glutofen hinab und heiligte Meinen Namen in Meiner Welt; es dünkt Mich hart in Meinen Augen, dem Jizchak zu sagen, dass er sterben muss, denn er gab seine Seele zur Opferung hin und er opferte sich auf dem Altar und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in Meinen Augen, Jakow zu sagen, dass er sterben muss, denn siehe, er bemühte sich mit der Thora alle seine Tage und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in Meinen Augen, dem Mosche zu sagen, dass er sterben muss, den siehe, er gab seine Seele preis (eig. in Seine Hand) und ging zu Pharao hinab und heiligte Meinen Namen in der Welt; es ist schwer in Meinen Augen, dem David zu sagen, dass er sterben muss, denn er gab seine Seele preis und ging zu Goliat hinab und heiligte Meinen Namen in der Welt. Ebenso verhält es sich mit Chananja, Mischael und Asarja, denn sie heiligten Meinen Namen in der Welt und stiegen in den Glutofen hinab, und ebenso verhält es sich mit Daniel in der Löwengrube, auch er heiligte Meinen Namen in der Welt.

Und wenn nicht die Gerechten den Tod gefordert hätten mit ihrem Munde, sie wären niemals gestorben. Wie so? Abraham sprach: „Ich bin Staub und Asche“ (Bereschit 18,27), Jizchak sprach: „Bevor ich sterbe“ (dort 27,4), Jakow sprach: „Nunmehr will ich sterben“ (dort 46,30), Mosche sprach: „Denn ich sterbe in diesem Lande“ (Dwarim 4,22), David sprach: „Es sei doch Deine Hand über mich“ (2. Schmu’el 24,17). Weil die Gerechten den Tod mit ihrem Munde wünschten, so sprach der Heilige, gelobt sei Er: Diese sollen vor jenen dahin scheiden. Wenn Abraham noch gelebt hätte, wie hätte Jizchak die Herrschaft führen können, und ebenso Jakow, Mosche, Jehoschua, Schmu’el, David und Schlomo, allein der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Diese sollen vor jenen dahin scheiden.

Seid stark und mutig, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! denn der Ewige, dein G-tt, er ist es, der mit dir geht; Er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen“ (Dwarim 31,6).

Midrasch Tehillim 27,7
Vers 13.
Wenn ich nicht glaubte, die Güte des Ewigen zu schauen. Im Namen des R. Jose ist gelehrt worden: Warum stehen über dem WorteלולאPunkte? David sprach vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Ich weiß, dass Du einst den Gerechten in der Zukunft guten Lohn geben wirst, aber ich weiß nicht, ob ich unter ihnen bin oder nicht.

Eine andere Auslegung: Wenn ich nicht glaubte. Sawdai ben Levi hat gesagt: Überall, wo das Wort: לולאvorkommt, geschah etwas im Verdienste der Väter. Es heißt doch aber: „Wenn wir nicht gezaudert hätten“ (Bereschit 43,10)? Er [Sawdai ben Levi] antwortete: Wir alle sind nur im Verdienste der Väter hinaufgestiegen, denn wenn nicht der Verdienst der Väter wären wir nicht in Frieden hinauf gezogen.

R. Jochanan hat gesagt: Alle לולאsind im Verdienste des Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Wenn nicht der Ewige der Heerscharen übrig ließ“ (Jeschajahu 1,9).

Nach R. Levi sind alle לוליim Verdienste der Thora und im Verdienste des Glaubens; im Verdienste der Thora denn es heißt: „Wenn nicht Deine Thora mein ergötzen wäre“ (Tehillim 119,92), im Verdienste des Glaubens, denn es heißt: Wenn ich nicht glaubte, die Güte des Ewigen zu schauen.

Vers 14. Hoffe auf den Ewigen; sei stark und mutig sei dein Herz; ja, ich hoffe auf den Ewigen. R. Chija bar Abba hat gesagt: Wenn du betest, und immer wieder betest, so halte dich versichert, dass dein Gebet erhört wird und er (G-tt) einst deine Bitte erfüllt. Warum? Hoffe auf den Ewigen; sei stark und dein Herz sei mutig; darum hoffe auf den Ewigen.

Seid stark und mutig, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! denn der Ewige, dein G-tt, er ist es, der mit dir geht; Er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen“ (Dwarim 31,6).

Midrasch Tehillim 40,1
Vers 1.
Dem Sangmeister. Von David. Ein Psalm. Vers 2. Gehofft, gehofft habe ich auf den Ewigen und Er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Das ist, was die Schrift sagt: „Und sprechen wird man an jenem Tage: Siehe da, unser G-tt, auf den wir gehofft, dass Er uns erlöse“ (Jeschajahu 25,9). Es ist nichts anderes in der Hand der Israeliten, als dass sie hoffen, dass der Heilige, gelobt sei Er, sie erlöse. Zum Lohne dafür: Gehofft, gehofft habe ich auf den Ewigen, denn es heißt: „Gütig ist der Ewige gegen die, so auf ihn hoffen“ (Ejcha 3,25). Und es heißt: „Kommt wieder zu festem Vertrauen, Gefesselte der Hoffnung“ (Secharja 9,12). Vielleicht wirst du sagen: „Vorüber ist die Ernte, beendet ist der Sommer und uns ist nicht geholfen“ (Jirmejahu 8,20)? „Hoffe auf dem Ewigen; sei stark und mutig sei dein Herz und hoffe auf den Ewigen!“ (Tehillim 27,14) „Hoffe auf den Ewigen, hoffe auf den Ewigen“ eine Hoffnung nach der anderen; „sei stark und mutig sei dein Herz“. Wenn ihr hofftet und es wurde euch nicht geholfen, hofft wieder und abermals wieder. Solltest du sagen: Wie lange sollen wir hoffen? Bereits heißt es: „Hoffe Israel, auf den Ewigen von nun an bis in Ewigkeit“ (dort 131,3), und es heißt: „seid stark und fest sei euer Herz, alle, die ihr hofft auf den Ewigen“ (dort 31,25). Wenn ihr es so haltet, siehe, so wird euch geholfen, wie es heißt: „Damit nicht zu Schanden werden, die auf Mich hoffen“ (Jeschajahu 49,23), und es heißt: „Die auf den Ewigen hoffen, legen neue Kraft an“ (dort 40,31); ferner heißt es: „die auf den Ewigen hoffen, werden das Land ererben“ (Tehillim 37,9). Darum heißt es: Gehofft, gehofft habe ich auf den Ewigen und Er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Weil David auf Mich gehofft hat, so habe Ich ihn erhört.

Und Mosche rief Jehoschua und sprach zu ihm vor den Augen des ganzen Israel: Sei stark und mutig! denn du, du wirst mit diesem Volke in das Land kommen, welches der Ewige ihren Vätern geschworen hat, ihnen zu geben; und du, du wirst es ihnen als Erbe austeilen“ (Dwarim 31,7).

Midrasch Tehillim 47,2
Vers 4. Er zwingt Völker unter uns und Nationen unter unsere Füße.
Wann? Als Er unser Erbteil erwählte, den Stolz Jakows.

Eine andere Auslegung: Wann wird Er erwählen und uns unser Erbteil geben? Wenn Er auf Seinem heiligen Throne sitzt. Und so heißt es: „Und Ich stürze um den Thron der Königreiche“ (Chaggai 2,22). Und so sprach auch Daniel: „Ich schaute, bis dass man hinstellte Throne und ein Alter an Jahren sich setzte“ (Daniel 7,9). Wann setzt Er sich? „Wenn heraufziehen die Sieger auf den Berg Zion … und des Ewigen wird sein das Königtum“ (Obadja V. 21).

R. Jehuda bar Nachman im Namen des R. Schm'on ben Lakisch hat gesagt: Wenn der Heilige, gelobt sei Er, hinaufgeht, zu richten und sich auf den Richterstuhl setzt, und wenn in die Posaune gestoßen wird, dann geht Er und wandelt das Maß des Rechts in das Maß der Barmherzigkeit um. Hinauf steigt Er in (der Eigenschaft der) Gerechtigkeit, wie es heißt: „Hinaufsteigt Elohim mit Jubel“; in der Stunde aber, wo die Israeliten die Posaune nehmen und hineinstoßen, erhebt sich der Heilige, gelobt sei Er, von dem Stuhle der Gerechtigkeit und setzt sich auf den Stuhl der Barmherzigkeit, wie es heißt: Vers 6. Hinauf steigt Elohim, der Ewige bei Posaunenschall, d. i. mit Barmherzigkeit,1 wie es heißt: „Ewiger, Ewiger, G-tt, barmherzig und gnädig“ (Schemot 34,6).

10 Und Mosche gebot ihnen und sprach: Am Ende von sieben Jahren, zur Zeit des Erlaßjahres, am Feste der Laubhütten, 11 wenn ganz Israel kommt, um vor dem Ewigen, deinem G-tt, zu erscheinen an dem Orte, den Er erwählen wird, sollst du diese Thora vor dem ganzen Israel lesen, vor ihren Ohren“ (Dwarim 31,10-11).

Midrasch Tehillim 36,1
Vers 1. Dem Sieger. Dem Knechte des Ewigen, David. Vers 2. Ein Spruch von der Missetat des Frevlers...
Das ist, was die Schrift sagt: „Heil dir, Israel! Wer ist dir gleich? Volk, siegend durch den Ewigen...“ (Dwarim 33,29). Der Heilige, gelobt sei Er, führt den Krieg der Israeliten und der Sieg wird ihnen zugeschrieben. So heißt es: „Nach allen Zeichen und Wundern … und nach aller starker Macht und nach allem Großen und Furchtbaren, das Mosche getan vor den Augen von ganz Israel“ (dort 34,11.12). Es heißt nicht: Das der Ewige getan, sondern: das Mosche getan. Der Heilige, gelobt sei Er, hatte ihn gesandt, es zu tun, und den Sieg gehört dem Mosche. Ebenso sprach Debora: „Auf, Barak, und führe deine Gefangenschaft, Sohn Abinoams!“ (Schoftim 5,12). War es denn die Gefangenschaft Baraks, dass es heißt: „Auf, Barak, und führe deine Gefangenschaft“? Was bedeutet: קום, auf? Auf, und nicht du sollst den Krieg führen, weil der Krieg dem Ewigen gehört, wie es heißt: „Auf, denn das ist der Tag, da der Ewige den Sisera in deine Hand gegeben“ (dort 4,14). Ebenso heißt es: „Vom Himmel herab stritten sie“ (dort 5,20). Und sowie er kommt zu sagen, um vom Siege des Heiligen, gelobt sei Er, zu sprechen, heißt es: „und führe deine Gefangenschaft.“ Desgleichen sprach David, als er zu Goliat hinab ging: „Und erkennen sollen alle diese Versammelten, dass nicht durch Schwert und Lanze der Ewige rettet“ (1. Schmu'el 17,47), und als die Weiber scherzend zum Reigentanze herauszogen, stimmten sie an und sprachen: „Schaul hat seine tausende geschlagen und David seine Myriaden“ (dort 18, 7). David sprach zum Heiligen, gelobt sei Er: Du führst den Krieg und Dein ist der Sieg, denn es heißt: „Dein, Ewiger, ist die Größe und die Stärke und der Ruhm und der Sieg und die Majestät“ (1. Diwre HaJamim 29,11). Der Heilige, gelobt sei Er, antwortete David: Du hast mir den Sieg zugesprochen, auch Ich will dir den Sieg (נצחון) zusprechen, wie es heißt: Dem Sieger (למנצח). Dem Knechte des Ewigen, David.

12 Versammle das Volk, die Männer und die Frauen und die Kindlein, und deinen Fremdling, der in deinen Toren ist; auf dass sie hören, und auf dass sie lernen, und den Ewigen, euren G-tt, ehrfürchten und darauf achten, alle Worte dieser Thora zu tun. 13 Und ihre Kinder, die es nicht wissen, sollen es hören, damit sie den Ewigen, euren G-tt, ehrfürchten lernen alle Tage, die ihr in dem Lande lebt, wohin ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen“ (Dwarim 31,12-13).

Midrasch Tehillim 1119,59
Vers 118. Niedertrittst Du alle von Deinen Satzungen Abirrende; denn Lüge ist ihre List כי שקר תרמירם.
Was heißt: סלית כל שוגים,niedertrittst du alle Abirrende? Die Sünder. Do'eg kam und lernte die Thora, befolgte sie aber nicht, da ließt du Ihn hinschwinden (wechseltest Du ihn); Achitophel kam und stellte Gesichtspunkte auf und lernte die Thora, aber hielt sie nicht, da ließt Du ihn hinschwinden. Womit sind Do'eg und Achitophel zu vergleichen? Mit einem Hause, das voll Stroh ist, nach einigen Tagen räumte es der Hausherr hinweg und bestrich es mit Lehm. Obgleich er es mit Lehm bestrich, so blieben doch die Löcher voll mit Stroh, der Lehm fiel ab und das Stroh kam durch die Löcher wieder zum Vorschein. So waren auch die beiden; sie kamen und lernten alle Finessen der Thora, aber ihre Herzen waren voll von Ränken. Darum heißt es: Niedertrittst du alle von Deinen Satzungen Abirrende; denn Lüge ist ihre List. Was heißt: כי שקר תרמירם? Wenn sie kamen und die Thora lernten, so lernten sie dieselbe mit Lüge und List. Darum heißt es: Denn Lüge ist ihre List.

Und nun, schreibt euch dieses Lied auf, und lehre es die Kinder Israel, lege es in ihren Mund, auf dass dieses Lied Mir zum Zeugen sei gegen die Kinder Israel“ (Dwarim 31,19).

Midrasch Tehillim 18,5-6
(5) Vers. 1 Der zu dem Ewigen redete die Worte dieses Gesanges.
Was heißt: Dieses Gesanges? R. Judan hat gesagt: Das ist, was die Schrift sagt: „Wie ein Wunder bin ich Vielen geworden“ (Tehillim 71,7). David sprach nämlich: Wie ich nicht eher ein Lied sang, bis ich geschmäht wurde und bis in meine Hand vier Helden fielen und bis in meine Hand der Held der Zehen gefallen war , so singen auch Israeliten nicht eher ein Lied vor Dir, bis sie geschmäht werden und bis in ihre Hand vier fallen und in ihre Hand die Herren der Finger fallen. Wie so ist David von Goliat geschmäht worden? Er schmähte die Israeliten und verfluchte David und er war ein Streiter und die Finger an seinen Händen und die Zehen an seinen Füßen waren je sechs, vierundzwanzig an der Zahl“ (2. Schmu'el 21, 20). Und es fielen vor ihm vier, wie es heißt: „Diese vier wurden geboren dem Rapha in Gat und sie fielen durch die Hand Davids und durch die Hand seiner Knechte“ (dort V. 22). Darauf folgt: „Und David redete zum Ewigen die Worte dieses Gesanges“ (dort 22,1). So werden auch die Israeliten, sobald der Maschiach kommen wird, was bald in unsern Tagen geschehen möge! nicht eher ein Lied singen, als bis der Maschiach geschmäht sein wird, wie es heißt: „Sie schmähen die Fußspuren Deines Gesalbten“ (Tehillim 89,52), bis vor ihm die Herren der Finger fallen werden. Damit ist die ruchlose Regierung gemeint, wie es heißt: „Und die Zehen der Füße zum Teil von Eisen, zum Teil von Ton“ (Daniel 2,42); bis vor ihm vier Reiche fallen werden, wie es heißt: „Und Ich sammle alle Völker nach Jeruschalajim“ (Secharja 14,2). Sofort „Zieht der Ewige aus und kämpft mit selbigen Völkern“ (dort V. 3). In jener Stunde stimmen die Israeliten ein Lied an, wie es heißt: „Psalm. Singt dem Ewigen ein neues Lied, denn Er hat Wunder getan“ (Tehillim 91,1).
(6) Eine andere Auslegung: Vers 1. Die Worte dieses Gesanges. R. Simon hat gesagt: Nicht jeder, der ein Lied singen will, stimmt es an, sondern bei jedem, dem ein Wunder geschehen ist und er ein Lied anstimmt, ist es unzweifelhaft, dass ihm seine Sünden vergeben wurden und er gleichsam eine neue Kreatur (כבריה חדשה) wurde. Als den Israeliten ein Wunder geschah, stimmten sie ein Lied an, denn es heißt: „Damals sang Mosche und die Kinder Israel“ (Schemot 15,1), und es wurden ihnen alle ihre Sünden vergeben, wie es heißt: „Und es ließ Mosche die Kinder Israel vom Schilfmeere aufbrechen (ויסע)“ (dort V. 22); woraus hervorgeht, dass Er von ihnen ihre Sünden entfernte (שהסיע), die sie am Schilfmeere begangen, wie es heißt: „Sie waren widerspenstig am Meere, am Schilfmeere“ (Tehillim 106,7). Und so findest du es auch in den Tagen Baraks und Deboras, weil ihnen ein Wunder geschah, so stimmten sie ein Lied an, wie es heißt: „Und es sang Debora und Barak, Sohn Abinoam’s (Schoftim 5,1). Woher entnehmen wir, dass ihnen ihre Sünden verziehen wurden? Weil nach dem Lied folgt: „Und die Kinder Israel taten das Böse“ (dort 6,1).

R. Abahu hat gesagt: Überall heißt es (im Buche der Richter): „Und die Kinder Israel fuhren fort, das Böse zu tun“, nach dem Lied der Debora aber heißt es: „Und die Kinder Israel taten das Böse.“ Das war der Anfang ihres Tuns. Wo war aber, was sie früher getan hatten? Allein daraus folgt, dass der Heilige, gelobt sei Er, ihnen verziehen hatte in der Stunde, wo sie ein Lied sangen. So heißt es von David, als ihm ein Wunder geschehen war, da sang er ein Lied. Und woher entnehmen wir, dass ihm seine Sünden vergeben wurden? Weil es nach dem Lied heißt: „Und dies sind die späteren Worte Davids“ (2. Schmu’el 23,1). Und wo stehen die ersten? Allein daraus geht hervor, dass ihm der Heilige, gelobt sei Er, seine Sünden von früher verziehen hatte. Am Tage, da ihn der Ewige gerettet hatte. Hat Er ihn denn an einem Tage von seinen Feinden und von Schaul gerettet? Allein Schaul wog soviel wie alle seine Feinde und Widersacher zusammen.

Wer einen Israeliten vor Gericht fordert, dem ist dieser schwerer als alle Feinde der Völker der Welt. Und so heißt es: „Denn es finden sich unter Meinem Volke Frevler, lauernd wie die Vogelsteller zum Fallenlegen“ (Jirmejahu 5,26). So war es auch bei Schimschon; er sprach zu ihnen (den Philistärn): „Schwört mir, dass ihr nicht Hand an mich legt“ (Schoftim 15,12), und ließen ihn. Und so sprach auch Schlomo: „Ein abgefallener Bruder ist stärker als eine feste Stadt“ (Mischle 18,19).

Und es wird geschehen, wenn viele Übel und Drangsale sie treffen, so wird dieses Lied Zeugnis gegen sie ablegen; denn es wird nicht vergessen werden aus dem Munde ihrer Nachkommen. Denn Ich kenne ihr Sinnen, womit sie schon heute umgehen, ehe Ich sie in das Land bringe, von dem Ich geschworen habe“ (Dwarim 31,21).

Midrasch Tehillim 78,1
Vers
1. Ein Gedicht von Asaph. Horch auf, mein Volk, auf meine Thora, neigt euer Ohr den Worten meines Mundes. Das ist, was die Schrift sagt: „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, damit du nicht vergisst die Dinge, die deine Augen gesehen haben … den Tag, da du gestanden vor dem Ewigen, deinem G-tt, am Choreb“ (Dwarim 4,9.10). Der Heilige, gelobt sei Er, schloss den Bund mit den Israeliten nur der Thora wegen, dass sie in ihrem Munde nicht in Vergessenheit geraten sollte. Und so heißt es:
Vers 5. Und Er stellte Zeugnis in Jakow auf und Thora ist ein Heilmittel in Israel, und es heißt: „Denn sie wird nicht vergessen aus dem Munde seines Samens“ (Dwarim 31,21). Dass dir nicht ein Mensch sage: Psalmen sind keine Thora! Sie sind Thora, und auch die Propheten sind Thora. Und nicht die Worte allein, sondern auch die Rätsel und Gleichnisse sind Thora. Und so sprach auch der Heilige, gelobt sei Er, zu Jecheskel: „Menschensohn, gib ein Rätsel auf und dichte ein Gleichnis“ (Jecheskel 17,2). Und ebenso sprach auch Schlomo: „zu verstehen Gleichnis und Deutung, die Worte der Weisen und ihre Rätsel“ (Mischle 1,6). Deshalb heißt es:
Vers 2. Ich will auf tun mit Gleichnisrede meinen Mund, ich lasse strömen Rätsel aus der Urzeit. Man sprach zu Asaph: Woher weißt du es? Hast du es vielleicht gesehen? Er antwortete: Durchs Vernehmen weiß ich es, wie es heißt:
Vers 3. Die wir vernommen haben und wissen. Vers 5. Und er stellte Zeugnis auf in Jacob und Thora ist ein Heilmittel (שם) in Israel. Was heißt: Ein Heilmittel (שם) in Israel? Die Thora, die der Heilige, gelobt sei Er, den Israeliten gab, ist eine Heilmittel des Lebens (סם חיים) für Israel, wie es heißt: „Sie wird eine Heilung deinem Leibe sein“ (Mischle 3,8).

25 Da gebot Mosche den Leviten, welche die Lade des Bundes des Ewigen trugen, und sprach: 26 Nehmt dieses Buch der Thora und legt es zur Seite der Lade des Bundes des Ewigen, eures G-ttes, dass es da selbst dir zum Zeugen sei. 27 Denn Ich kenne deine Widerspenstigkeit und deinen harten Nacken wohl. Siehe, während ich heute noch bei euch lebe, seid ihr widerspenstig gegen den Ewigen gewesen; und wie viel mehr nach meinem Tode!“ (Dwarim 31,25-27).

Midrasch Tehillim 22,32
Vers 27. Essen werden die Gedrückten und sich sättigen.
Das bezieht sich auf Mardechai und Esther, die die Tische von Königen erlangt haben. Es ist gelehrt worden: In drei Teile wurde das Vermögen Hamans geteilt, ein Drittel fiel an Mardechai und Esther, ein Drittel an die Thorapfleger (eig. die sich um die Thora bemühen) und ein Drittel wurde zum Bau des Tempels verwendet, und alles dreies wird in einem Verse angedeutet, nämlich: Essen werden die Gedrückten und sich sättigen, damit sind Mardechai und Esther, rühmen den Ewigen Seine Forscher, damit sind die Thorapfleger, auflebe euer Herz für immer, damit ist der Bau des Tempels gemeint, denn es heißt: „Und Meine Augen und Mein Herz werden dort sein alle Tage“ (2. Diwre HaJamim 7,16). R. Judan hat gesagt: Von dem, was der Heilige, gelobt sei Er, an euch in dieser Welt getan hat, könnt ihr erkennen (schließen), was euch in der Zukunft bereitet ist.
Vers 30. Es essen und huldigen alle Großen (Fetten) der Erde. Vers 31. Der Same dient Ihm, erzählt wird von dem Ewigen dem Geschlechte. R. Eleasar hat gesagt: Jeder, der ein lebensfähiger Same geworden ist;2 ausgenommen sind die Fehlgeburten, welche in der zukünftigen Welt nicht aufleben werden, wie es heißt: Vers 32. Sie kommen und verkünden Seine Milde (צדקתו) dem nachgebornen Volke, dass Er es vollbracht, d. i. dem, zur Menge des Samen (זרע) gelangt ist. R. Judan hat gesagt: Die späteren Geschlechter werden kommen und die Gerechtigkeit [Milde] des Heiligen, gelobt sei Er, verkünden, die Er den ersten Geschlechtern erwiesen.

R. Jochanan bemerkte zu den Worten: Der Same diene ihm: Sowohl die Gerechten wie die Frevler empfangen das Antlitz der Schechina, wie es heißt: Vers 30. Vor ihm beugen sich alle, die in den Staub sinken und dessen Seele nicht lebt. Warum empfangen die Frevler das Antlitz der Schechina? Weil sie sich wider den Heiligen, gelobt sei Er, empört haben, so zeigt man ihnen das Antlitz der Schechina in ihrer Sterbestunde und spricht zu ihnen: Kommt und seht das Antlitz des Königs, gegen den ihr euch empört habt, und der euch einst bestrafen wird. Aber auch den Gerechten zeigt man das Antlitz der Schechina in ihrer Scheidestunde und spricht zu ihnen: Kommt und seht das Antlitz des Königs, dem ihr dient und euch einst euren Lohn geben wird.

R. Eleasar ben Schamua hat gesagt: Auch die Kleinen empfangen das Antlitz des Schechina, denn es heißt: Der Same3 diene Ihm, erzählt wird vom Ewigen dem Geschlecht.

1 Sinn: Dann wird er mit Erbarmen über sie erfüllt. Vergl. Wajikra Rabba 29.
2 Vergl. Sanhedrin 110b. u. j. Schebiit IV, Ende.
3 Wörtlich: Jeder der gekommen ist zur Kategorie von „Samen“, der lebt. Vergl. Sanhedrin 110b.

 
 
 
 
 
Back to top