Midrasch Tehillim zur Parascha Wesot HaBracha, Teil 3

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Wezot Habracha Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

Und von Dan sprach er: Dan ist ein junger Löwe, der hervorspringt aus Baschan“ (Dwarim 33,22).

Midrasch Tehillim 103,16
Vers 19. Der Ewige hat in den Himmeln Seinen Thron errichtet und Sein Reich herrscht über alles. R. Berachja im Namen des R. Abahu hat gesagt: Du findest, dass vier Hohe (Stolze) in der Welt sich erheben, weil sie stolz sind, aber der Heilige, gelobt sei Er, erhebt sich über sie. Welche sind es? Unter den Landtieren ist es der Stier, unter den Waldtieren der Löwe, unter den Vögeln der Adler und unter den Fischen ist keiner höher als der Leviatan. Und wer erhebt sich über alle? Der Mensch, wie es heißt: „Und sie sollen herrschen über die Fische im Meere und über die Vögel unter dem Himmel ...“ (dort 1,26). Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er setzte den Löwen, den Stier, den Adler und den Menschen, die die Hohen auf Erden sind, an den Thron der Herrlichkeit, wie es heißt: „Und die Gestalt ihrer Antlitze war dem Menschenangesicht ähnlich, und ein Löwengesicht zur Rechten der vier, und ein Stiergesicht zur Linken der vier, und ein Adlergesicht den vieren“ (Jecheskel 1,10). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Weil sie hoch (stolz) sind, so erhebe Ich mich über sie, wie es heißt: „Denn mit Hoheit hat Er sich erhoben“ (Schemot 15,1), weil Er sich über alle Hohen erhebt. Das wollen die Worte sagen: Und Sein Reich herrscht über alles.

R. Berachja hat gesagt: Der Ewige hat in den Himmel Seinen Thron errichtet, denn Er tat die vier Hohen an Seinen Thron. Daraus erkennen wir, dass Sein Reich über alles herrscht.

„Und von Naphtali sprach er: Naphtali, שבעgesättigt mit Huld und voll des Segens des Ewigen! Westen und Süden nimm in Besitz!“ (Dwarim 33,23).

Midrasch Tehillim 92,2
Eine andere Auslegung: Ein Psalm, ein Lied für den Schabbattag. Das ist, was die Schrift sagt: „Eitelkeit der Eitelkeiten, spricht Kohelet, Eitelkeit der Eitelkeiten; alles ist eitel“ (Kohelet 1,2). R. Jehuda bar Simon begann seinen Vortrag mit den Worten: „Eitelkeit der Eitelkeiten.“ שבע Siebenmal gebraucht Kohelet das Wort: Eitelkeit (הבל)“1, nämlich: „Eitelkeit (הבל)“, d. i. eine, „Eitelkeiten“ (הבלים)“, das sind zwei, siehe, das sind zusammen drei; „Eitelkeit“ (הבל)“, d. i. eine, „Eitelkeiten (הבלים)“, das sind zwei, siehe, das sind zusammen sechs, „alles ist eitel (הכל הבל)“, siehe das sind sieben. Warum? Gegenüber den sieben Tagen der Schöpfung. Schlomo sprach nämlich: Was wurde am ersten Tage erschaffen? Himmel und Erde. Und was ist ihr Ende? „Denn die Himmel zergehen wie Rauch und die Erde zerfällt wie ein Kleid“ (Jeschajahu 51,6). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Was wurde am zweiten Tage erschaffen? Die Himmelsfeste. Und was ist ihr Ende? „Und zusammengerollt wie ein Buch werden die Himmel“ (dort 34,4). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am dritten Tage erschaffen? „Es sammeln sich die Wasser“ (Bereschit 1,9). Und was ist ihr Ende? „Und der Ewige lässt vertrocknen die Zunge des Meeres von Ägypten“ (Jeschajahu 11,5). Schlomo sprach: „Eitelkeit“. Und was wurde am vierten Tage geschaffen? Die Lichter, wie es heißt: „Und G-tt gab sie an die Himmelsfeste der Himmel“ (Bereschit 1,17). Und was ist ihr Ende? „Und es errötet der Mond und es schämt sich die Sonne“ (Jeschajahu 24,23). Schlomo sprach: “Eitelkeit.“ Und was wurde am fünften Tage erschaffen? „Es regen sich die Wasser“ (Bereschit 1,20). Und was ist ihr Ende? „Hinweg, hinweg raffe Ich alles von der Oberfläche der Erde“ (Zephania 1,2). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am sechsten Tage erschaffen? Der Mensch, wie es heißt: „Und G-tt bildete den Menschen“ (Bereschit 2,7). Und was ist sein Ende? „Denn Staub bist du und zum Staube sollst du zurückkehren“ (dort 3,19). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am siebenten Tage erschaffen? Der Schabbat. G-tt betrachtete ihn nach dieser und nach jener Seite, um einen Fehler an ihm zu entdecken, aber er fand keinen, sondern er war ganz heilig und Licht und Ruhe.

R. Jizchak hat gesagt: Obgleich es sich so verhält, so sah Er doch, dass der Mensch an ihm sündigen und mit seiner Seele sich verschulden würde, daher sprach Er: Auch dieser ist Eitelkeit. Daher sprach Schlomo: „Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel.“ Siehe das sind sieben.

Weil Er den siebenten Tag schuf, damit an ihm keine Arbeit verrichtet werde, so heißt es bei ihm nicht: „Und es ward Abend und es ward Morgen“. Womit ist diese Sache zu vergleichen? Mit einem Könige, der ein kostbares Gefäß hatte, das er nur an seinen Sohn vererben wollte. Ebenso wollte der Heilige, gelobt sei Er, den Schabbattag der Ruhe und Heiligung nur an die Israeliten vererben. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: Als die Israeliten aus Ägypten zogen, gab Er ihnen, bevor Er ihnen noch die Thora gab, den Schabbat, und sie feierten schon zwei Schabbate, bevor Er ihnen die Thora gab, wie es heißt: “Und Deinen heiligen Schabbat hast Du ihnen kund getan, und Gebote und Satzungen und Thora hast Du ihnen befohlen durch Deinen Knecht Mosche“ (Nechemija 9,14)2. Und der Heilige, gelobt sei Er, segnete und heiligte den Schabbat und die Israeliten sind verpflichtet, ihn zu heiligen. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: Denn während der ganzen vierzig Jahre, wo die Israeliten in der Wüste waren, gab Er ihnen an den sechs Werkeltagen das Manna, am Schabbat aber fiel es nicht herab, nicht etwa, weil Er nicht die Kraft hatte, es zu geben, sondern weil Schabbat vor Ihm war. Als das Volk solches sah, feierte es auch den Schabbat, wie es heißt: „Und das Volk feierte am siebenten Tage“ (Schemot 16,30). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Den Schabbat habe Ich den Israeliten als ein Zeichen zwischen Mir und ihnen gegeben, an den sechs Werkeltagen habe Ich die Welt erschaffen, am Schabbat aber ruhte Ich, deshalb heißt es: „Zwischen Mir und zwischen den Kindern Israel sei er ein Zeichen für ewig“ (dort 31,17). Sieben Himmel erschuf Ich und von allen erwühlte Ich Mir zur Wohnung Meiner Ruhe nur die Arabot (ערבות)3, wie es heißt: „Machet Bahn dem, der auf den Arabot reitet, in Jah ist Sein Name“ (Tehillim 68,5); sieben Aratzot (Erden) erschuf Ich und von allen erwählte Ich mir nur Eretz Israel, wie es heißt: „Beständig sind die Augen des Ewigen, Deines G-ttes, darauf“ (Dwarim 11,12). Sieben Berge erschuf ferner der Heilige, gelobt sei Er, und von allen erwählte Er sich nur den Berg Sinai, wie es heißt: „Der Berg, den G-tt zu Seiner Ruhe begehrt“ (Tehillim 68,17). Sieben Meere erschuf Ich und von allen erwählte Ich Mir nur das Meer Kineret und Ich vererbte es dem Stamme Naphtali, wie es heißt: „Gesättigt von Gnade, und voll der Segnung des Ewigen, das Meer und den Mittag erbe“ (Dwarim 33,23). Sieben Welten erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur die siebente Welt, sechs zum Aus- und zum Einziehen und eine, die ganz der Feier und der Ruhe zum ewigen Leben dient. Sieben Tage erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur den siebenten Tag, wie es heißt: „Und G-tt segnete den siebenten Tag“ (Bereschit 2,2). Sieben Jahre erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur das Schemittajahr (Erlass); wie es heißt: „Am Ende von sieben Jahren mache Schemitta (Erlass); und jeder, der den Schabbat beobachtet, dem vergibt der Heilige, gelobt sei Er, seine Sünden, wie es heißt: „Der den Schabbat beobachtet, מחללו„ (Jeschajahu 66,2) d. i. מחלו לו, vergeben ist ihm.

„24 Und von Ascher sprach er: Gesegnet an Söhnen sei Ascher; er sei wohlgefällig seinen Brüdern, und er tauche in Öl seinen Fuß! 25 Eisen und Erz seien deine Riegel, und wie deine Tage, so deine Kraft!“ (Dwarim 33,24-25).

Midrasch Tehillim 37,1
Vers 1. Von David. Erzürne nicht ob der Bösewichter, dein Herz ereifere sich nicht über die Übeltäter. Das ist, was die Schrift sagt: „Es ereifere dein Herz sich nicht über die Sünder“ (Mischle 23,17). Wofür sollst du dich vielmehr ereifern? „Dass du in der Furcht des Ewigen seiest alle Tage“ (dort). Ereifere dich nicht über die Leuchte der Frevler, denn sie ist nichts. Wie viel Öl ist darin? Ein Achtel oder ein Viertel? Es hat keine Zukunft, hört das Öl auf, so erlischt auch sogleich die Leuchte. So heißt es auch: „Es gibt keine Zukunft für den Bösen, die Leuchte der Frevler erlischt“ (dort 24,20), es vergeht sein Licht. Darum heißt es: Es ereifere sich dein Herz nicht über die Sünder, ereifere dich vielmehr für das Licht, das in Ewigkeit nicht erlischt, und für das Licht, das nicht aufhört. Welches ist das? Dieses: „Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Thora ist das Licht“ (dort 6,23). Darum heißt es: Es ereifere dein Herz sich nicht über die Sünder. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Eifere für Mich, denn wenn nicht Eifer vorhanden wäre, so hätte die Welt keinen Bestand, der Mann würde kein Weib nehmen und er würde kein Haus bauen. Wenn Abraham nicht geeifert hätte, so hätte er nicht Himmel und Erde erworben. Wann erwarb er sie? Als er zu Melchizedek sagte: Wie bist du aus der Arche herausgekommen?4 Da antwortete ihm dieser: Durch die Wohltätigkeit, die wir daselbst übten. Abraham fragte: Worin bestand denn die Wohltätigkeit צדקה, die ihr in der Arche übtet? Gab es denn Arme daselbst? Es befanden sich doch nur allda Noach und seine Söhne? An wem übtet ihr also Wohltätigkeit? Melchizedek antwortete: An den zahmen und wilden Tieren und an den Vögeln, wir schliefen nicht, sondern legten blad diesem, bald jenem vor die ganze Nacht hindurch. In jener Stunde sprach Abraham: Wenn schon diese, wenn sie nicht Wohltätigkeit an zahmen und an wilden Tieren und an den Vögeln geübt hätten, nicht herausgegangen wären, und nur weil sie Wohltätigkeit übten, herausgegangen sind, um wie viel mehr ich, wenn ich sie an Menschenkindern übe! In jener Stunde pflanzte er die Tamariske (אשל) in Beerscheba. אשל ist ein Notarikon und bedeutet: אכילה שתיה לויה, Speise, Trank Begleitung.5 So hat auch Schlomo gesagt: „Und ich sah alle Mühe“ (Kohelet 4,4). Darum heißt es: „Es ereifere dein Herz sich nicht über die Sünder.“

„Keiner ist wie der G-tt Jeschuruns, der auf den Himmeln einherfährt zu deiner Hilfe, und in Seiner Hoheit auf den Wolken“ (Dwarim 33,26).

Midrasch Tehillim 68,3
Vers 5. Singet G-tt, saitenspielet Seinem Namen, macht Bahn dem, der auf Steppen (Araboth) reitet. Sowie der, der auf dem Ross reitet, zur Ebene herabsteigt, so reitet der Heilige, gelobt sei Er, zur Steppe hernieder. Und so hat auch Mosche gesagt: „Der auf den Himmel reitet, ist in deiner Hilfe“ (Dwarim 33,26). In Jah (ביה) Sein Name, d. i. mit י''ה, der Hälfte Seines Namens, erschuf Er zwei Welten.6
Vers 6. Vater der Waisen und Richter der Witwen. Die Israeliten in der Verbannung gleichen den Witwen und den Waisen, wie es heißt: „Waisen sind wir, ohne Vater, unsere Mütter sind gleich Witwen“ (Ejcha 5,3). Aber nicht etwa wirkliche Witwen, sondern gleich einer Frau, dessen Gemahl in ein Land jenseits des Meeres gereist ist und die Absicht hat, wieder zu ihr zurückzukehren; ebenso auch nicht wirkliche Waisen sondern gleich den Kleinen, deren Vater nach einem Lande jenseits des Meeres gereist ist und die keinen Ernährer haben. Und so heißt es: „Doch nicht verwitwet ist Israel und Jehuda von seinem G-tt“ (Jirmejahu 51,5). G-tt ist in Seiner heiligen Wohnung, wie es heißt: „Der recht schafft den Gedrückten, Brot gibt den Hungrigen; der Ewige löst die Gefesselten … Waise und Witwe erhält Er“ (Tehillim 146,7).

„Deine Wohnung ist der G-tt der Urzeit, und unter Dir sind ewige Arme; und Er vertreibt vor dir den Feind und spricht: Vertilge!“ (Dwarim 33,27).

Midrasch Tehillim 18,15
Eine andere Auslegung: Vers 11. Er riet auf einem Cherub. R. Acha hat gesagt: Gleich einem König, dem Häscher seinen Sohn gefangen fortführten. Da machten ihm seine Knechte einen Wagen zurecht, damit er ihnen nachsetze. Der König aber sprach: Wenn ich solange warte, bis sie mir den Wagen zurecht machen, so ist mein Sohn verloren. Was machte der König? Er nahm ein Ross vom Wagen und setzte ihnen nach. So verfuhr auch der Heilige, gelobt sei Er, Er nahm einen Cherub vom Thron der Herrlichkeit und bestieg ihn und kämpfte gegen Pharao und die Ägypter, wie es heißt: Und Er riet auf einem Cherub und flog. Woher brachten sie (Ihn)? Von zwischen den Rädern des Thronwagens.

R. Chanina bar Papa hat gesagt: Fleisch und Blut ist unter seiner Last, der Heilige, gelobt sei Er, aber ist über Seiner Last, wie es heißt: „Und unterhalb sind die ewigen Arme“ (Dwarim 33,27). Einmal sagt die Schrift: „Und Er schwebt auf den Fittichen des Windes“ (Tehillim 18,11), ein andermal sagt sie: „Und Er erschien auf den Fittichen des Windes“ (2. Schmu’el 22,11)? Daraus kannst du lernen, dass Er viele Welten hat und Er schwebt auf den Fittichen der Cherubim und geht, um sich in ihnen zu zeigen.

„28 Und Israel wohnt sicher, abgesondert der Quell Jakobs, in einem Lande von Korn und Most; und sein Himmel träufelt Tau. 29 Glückselig bist du, Israel! Wer ist wie du, ein Volk, gerettet durch den Ewigen, den Schild deiner Hilfe, und der das Schwert deiner Hoheit ist? Und es werden dir schmeicheln deine Feinde, und du, du wirst einherschreiten auf ihren Höhen“ (Dwarim 33,28-29).

Midrasch Tehillim 106,2
Vers 2. Eine andere Auslegung: Wer erzählt die Großtaten des Ewigen, verkündet all Seinen Ruhm? Zophar aus Naama sprach zu Hiob: „Die Erforschung G-ttes willst du erreichen? ... Länger denn die Erde ist ihr Maß“ (Jiob 11,7.9), d. i. wer kann Sein Abbild erforschen? Allein „die Höhen des Himmels, was tust du?“ (dort V. 8). Was heißt: „Die Höhen des Himmels, was tust du?“ Kannst du erzählen, wer die Himmel und die Sterne gemacht hat? Selbst Mosche, als er zum Himmel emporstieg und die Thora empfing von Hand zu Hand, erreichte ihre Erforschung nicht.

R. Huna der Priester im Namen des R. Jeremia im Namen des R. Chija des Großen hat gesagt: Es heißt: „Und ich sah das ganze Werk G-ttes“ (Kohelet 8,17), das ist die Thora, sowie es heißt: „Und die Tafeln waren ein Werk G-ttes“ (Schemot 32,16). „... dass der Mensch nicht vermöge herauszufinden das Werk, das unter der Sonne geschieht; wie sehr sich auch der Mensch mühe, zu suchen, er wird es nicht finden; und selbst der Weise, wenn er spricht, es zu erkennen, er vermag nicht, es zu finden“ (Kohelet 8,17). Manche beziehen das auf den Maschiach, es ist aber nicht so, sondern die Worte: „Und auch wenn der Weise spricht“ gehen auf Mosche, welcher der Lehrer der Weisen ist, er vermochte nicht die Worte der Thora zu finden. Und wer hat das Lob des Heiligen, gelobt sei Er, gesagt? Die Israeliten, wie es heißt: „Glückselig bist du, Israel, wer ist dir gleich?“ (Dwarim 33,29). Und ferner heißt es:
Vers 3. Glückselig sind, die bewahren das Recht dem, der Gerechtigkeit übt. „Denn ich kenne ihn (Abraham), dass er seinen Nachkommen gebieten wird, Gerechtigkeit und Recht zu üben“ (Bereschit 18,19). Wie so? Als die Israeliten aus Ägypten zogen und der Heilige, gelobt sei Er, ihnen Wunder tat und ihnen das Meer spaltete und sie auf dem Trocknen hin durchziehen ließ kamen die Dienstengel, um den Heiligen, gelobt sei Er, zu preisen, und der Heilige, gelobt sei Er, ließ es ihnen nicht zu, wie es heißt: „Und einer (זה) näherte nicht dem andern die ganze Nacht“ (Schemot 14, 20). Unter זה ist nichts anderes als קילוס, Lobpreis zu verstehen, wie es heißt: „Und der eine (זה) rief den anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Ewige Zebaoth“ (Jeschajahu 6,3). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Mosche und Israel sollen Mich preisen, wie es heißt: „Dann soll singen Mosche“ (Schemot 15,1). Es heißt nicht: “אז שר, damals sang“, sondern:“אז ישיר, dann soll singen.“ Sowie ein Mensch zu seinem Genossen sagt: Der und der soll zuerst sagen. „Wer ist wie Du unter den Göttern, Ewiger ...נורא תהלות?“ (dort V. 11). Was heißt: „נורא תהילת“ R. Judan hat gesagt: Du bist נורא על כל תהלתך, Du bist erhaben über all Dein Lob. Ein König von Fleisch und Blut zieht in eine Stadt ein und man preist ihn, dass er reich und dass er ein Held ist, obgleich er öfter auch schwach ist, oder man preist ihn, dass er barmherzig ist, obgleich er öfter auch grausam ist, aber der Heilige, gelobt sei Er, ist nicht so, denn alles, was der Mensch preist, das hat er über allen Lobpreis darüber hinaus, und er ist erhaben über all dein Lob. David sprach: Sowie Dein Lobpreis in dieser Welt ist, so wird man Dich auch in jener Welt preisen. „Solches wird aufgeschrieben für das späteste Geschlecht und das Volk, so erschaffen wird, preist Jah“ (Tehillim 72,19). Und wir preisen Dich, „wir als Dein Volk und als die Schafe Deiner Weide wollen Dir danken ewiglich, von Geschlecht zu Geschlecht wollen wird Deinen Ruhm erzählen“ (dort 79,13).

„1 Und Mosche stieg von den Ebenen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Pisga, der Jericho gegenüber ist. Und der Ewige ließ ihn das ganze Land sehen: das Gilead bis Dan, 2 und das ganze Naphtali und das Land Ephraim und Menasche, und das ganze Land Jehuda bis zum hinteren Meere; 3 und den Süden und den Jordankreis, die Niederung von Jericho, der Palmenstadt, bis Zoar“ (Dwarim 34,1-3).

Midrasch Tehillim 68,2
Vers 3. Wie Rauch gejagt wird, so wirst du gejagt werden. Und nicht wie Rauch, sondern wie das, was nie war.

Eine andere Auslegung: Wie Rauch gejagt wird. Das geht auf die Frevler. Gleich einem Könige, welcher Knechte in seinem Palast hatte, er befand sich im oberen Gemach und sie waren im unteren Gemach und räucherten, damit der Rauch zu ihm hinaufsteige. Also sind die Frevler. Und so sagt auch Jeschajahu: „Das Volk, das Mich erzürnt in das Angesicht beständig … die in Gräbern sitzen und in Grüften übernachten … diese sind Rauch in Meiner Nase“ (Jeschajahu 65,3.4.5). Die Rauch bereiten, das sind die Frevler und sie räuchern vor Mir, d.i. sie erzürnen Mich, wie es heißt: „Denn dann wird rauchen der Zorn des Ewigen und Sein Eifer über denselben Mann“ (Dwarim 29,19); und es heißt: „Rauch steigt auf in Seiner Nase“ (Tehillim 18,9), damit sie vergehen, wie es heißt: „und die Feinde des Ewigen, wie die Pracht der Lämmer, vergehen sie, im Rauch vergehen sie“ (Tehillim 37,20).

Eine andere Auslegung: „Und die Feinde des Ewigen wie die Pracht der Lämmer.“ R. Acha hat gesagt: Die Frevler werden kommen zur Ehre der Lämmer. Was machen sie mit ihnen? Sie schlachten sie und hängen sie in den Rauch.

Eine andere Auslegung: „Und die Feinde des Ewigen wie die Pracht der Lämmer.“ R. Jochanan hat gesagt: Die Frevler werden kommen, welche כרים genannt werden, (zur Ehre der Wüste, die gleichfallsכרים genannt wird, sowie es heißt: „Und die Mittagsseite und die Wüste (הככר)“ (Dwarim 34,3). An dem Tage, wo Er eine dichte Rauchwolke macht, kann kein Mensch seinen genossen vor Rauch sehen, also werden auch die Frevler sein, wie es heißt: Wie Rauch gejagt wird, so wirst du gejagt werden; wie Wachs zerschmilzt vor Feuer, so vergehen die Frevler vor Gott. Aber die Gerechten freuen sich, wie es heißt:

Vers 4. Aber die Gerechten freuen sich, sie frohlocken vor G-tt und jubeln in Freude.

„4 Und der Ewige sprach zu ihm: Das ist das Land, welches Ich Abraham, Jizchak und Jakob zugeschworen habe, indem Ich sprach: Deinem Samen will Ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht hinübergehen. 5 Und Mosche, der Knecht des Ewige, starb daselbst im Lande Moab, nach dem Worte des Ewige. 6 Und Er begrub ihn im Tal, im Lande Moab, Beth-Peor gegenüber; und niemand weiß sein Grab bis auf diesen Tag“ (Dwarim 34,4-6).

Midrasch Tehillim 9,2
Eine andere Auslegung: Vers 1. Dem Sangmeister nach Mut Labben. Das ist, was die Schrift sagt: „Kohelet wollte die Angelegenheit (die Gesetze) betreffs der roten Kuh erforschen“ (Kohelet 12,10), denn R. Jizchak hat gesagt: Wer sich mit der (roten) Kuh beschäftigt, verunreinigt seine Kleider7, sie selbst aber macht die Unreinen rein. Da sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu ihm: „Und schreibe Redlichkeit, Worte der Wahrheit“ (dort). Bereits habe Ich dir in den Büchern des Redlichen geschrieben, wie es heißt: „ist dies nicht geschrieben im Buche HaJaschar הישר“ (Jehoschua 10,13)? Verfahre mit Redlichkeit בישרות, verfahre mit Vollkommenheit, verfahre mit Treue! Einen Beschluss habe Ich gefasst, eine Satzung festgestellt und es ist nicht darüber nachzudenken, wie es heißt: „Dies ist die Satzung der Thora“ (Bamidbar 19,2). Was bedeutet das Wort: „זאת dies?“ Es ist anders als die Bestimmung über das Kalb, dem das Genick gebrochen wird. Ferner wollte Schlomo den Lohn der Thora erforschen (auf der Gabe des Lohnes für die Thora stehen)8, sowie es heißt: „Teurer ist sie als Perlen, und all deine Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich“ (Mischle 3,15). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Schreibe Redlichkeit, Worte der Wahrheit“ (Kohelet dort). Bereits habe Ich dir im Buche der Redlichkeit geschrieben: „Nie hat ein Auge gesehen einen G-tt, außer Dir, solches tun dem auf Ihn Harrenden“ (Jeschajahu 64,3).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte den Lohn der Gerechten erforschen9, wie es heißt: „Denn ihr werdet sein ein Land der Lust“ (Maleachi 3,12), und die ganze Auseinandersetzung.10 „Wie groß ist Dein Gut, das Du geborgen hast denen, die Dich ehrfürchten“ (Tehillim 31,20).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte den Lohn der Vorschriften ergründen. So heißt es: „Dass Ich Liebe verlange und kein Opfer“ (Hoschea 6,6), und die ganze Auseinandersetzung. „So erkenne, dass der Ewige, dein G-tt, der G-tt ist, der treue G-tt, der bewahrt den Bund und die Gnade denen, welche Ihn lieben und Seine Gebote halten“ (Dwarim 7,9).

Eine andere Auslegung: Schlomo wollte das Ende erforschen,11 sowie es heißt: „Dass ihr nicht erweckt, noch aufregt die Liebe, bis sie begehrt“ (Schir HaSchirim 2,7) und die ganze Auseinandersetzung. „Denn einen Tag der Vergeltung habe Ich in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösung ist gekommen“ (Jeschajahu 63,4).

Rabbi Schmu'el Matnai im Namen von Rabbi Jehuda sagte: Wenn jemand dir sagen sollte, er wisse, wann das Ende der Verbannung komme, glaube ihm nicht, weil es geschrieben steht: „„Denn einen Tag der Vergeltung habe Ich in Meinem Herzen“. In Seinem Herzen ist es verborgen und dem Menschen nicht enthüllt.

Rabbi Berachja und Rabbi Simon im Namen Rabbi Jehoschua ben Levi sagten: Drei Zeichen weisen Dir auf das Grab von Mosche, wie es heißt: „Und Er begrub ihn im Tal, im Lande Moab, Beth-Peor gegenüber“ (Dwarim 34,6), und zuletzt: „und niemand weiß sein Grab“ (dort), und obwohl Ich in der Sache dir Zeichen zeichnete, kann kein Geschöpf darin bestehen bis ans Ende, wie es heißt: „denn die Worte sollen verschlossen und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes“ (Daniel 12,9).

„Und Er begrub ihn im Tal, im Lande Moab, Beth-Peor gegenüber; und niemand weiß sein Grab bis auf diesen Tag“ (Dwarim 34,6).

Midrasch Tehillim 25,11
Vers 10. Alle Pfade des Ewigen sind Gnade und Wahrheit. Da könnte ich glauben: Allen? Darum heißt es: Denen, die Seinen Bund hüten.

Eine andere Auslegung: Alle Pfade des Ewigen. In der Stunde, da der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche sprach: Gehe, sage den Israeliten: „Dem Ewigen, eurem G-tt, sollt ihr nachgehen!“ (Dwarim 13,5) sprachen sie zu ihm: Unser Lehrer Mosche! Wer kann Ihm nachfolgen? Heißt es nicht: „In Sturm und Wetter ist Sein Weg“ (Nachum 1,3) und „Durchs Meer geht Dein Weg“ (Tehillim 77,20)? Er sprach zu ihnen: Ich sage (lehre) euch die Wege des Heiligen, gelobt sei Er,: Alle Pfade des Ewigen sind Gnade und Wahrheit. Gnade, d. i. Liebeserweise, und Wahrheit, d. i. die Thora. Und wem lässt Er sie zu Teil werden? Denen, die Seinen Bund behüten.

R. Simla hat gesagt: Wir finden, dass der Heilige, gelobt sei Er, die Bräute schmückt und den Bräutigam zugesellt, die Kranken besucht und die Toten begräbt.12 Woher entnehmen wir, dass Er die Bräute schmückt und sie den Bräutigam zugesellt? Weil es heißt: „Und es baute (ויבן) der Ewige G-tt die Rippe“ (Bereschit 2,22). Daraus geht hervor, dass der Heilige, gelobt sei Er, Chava mit einem Geflechte versah und sie zu Adam brachte, denn in Seestädten nennt man das Haargeflecht ein Gebäude (בנייתא). Er besucht die Kranken, denn es heißt: „Und es erschien ihm der Ewige im Haine Mamre…“ (Bereschit 18,1). Und Er begräbt die Toten, denn es heißt: „und Er begrub ihn (Mosche) im Tal“ (Dwarim 24,6).

1 Eig. Sieben Eitelkeiten spricht Kohelet hier an.
2 An dieser Stelle wird zuerst des Schabbats gedacht, und dann erst der Thora.
3 Vergl. Pesikta des Rab Kahana, Piska בחוש תעכיעי; Wajikra Rabba Par. 29, Ende. ערבות Arawot ist der siebente Himmel
4 Melchizedek - Schem
5 Sinn: Abraham dachte: Um wie viel mehr werde ich für Speise, Trank und Begleitung, die ich den drei Menschen erwiesen, vor üblen Begegnissen bewahrt bleiben.
6 S. Bereschit Rabba 12; Menachot 29b.
7 Das ist ein bestimmter Grad der Unreinheit. Vgl. Mischna Para IV, 4; Chullin 29 b.
8 Er wollte den Lohn kennen lernen, den die Thora ihren Pflegern gewährt.
9 Er wollte den Lohn kennen lernen, den die Gerechten dereinst zu erwarten haben.
10 Wie oben: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: „Schreibe Redlichkeit …“ was der Kürze halber vom Abschreiber weggelassen worden ist.
11 Er wollte wissen, wann die endgültige Erlösung seines Volkes anbrechen werde.
12 Vergl. Bereschit Rabba Par. 18. u. Berachoth 61a; Schabbath 95 a; Erubin 18a.

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