Midrasch Tehillim zur Parascha Beschalach, Teil 3

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Beschalach Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Meine Macht und mein Gesang ist Jah, denn Er ist mir zur Erlösung geworden; dieser ist mein G-tt, und ich will Ihn verherrlichen, meines Vaters G-tt, und ich will Ihn erheben“ (Schemot 15,2).

Midrasch Tehillim 149,3
Eine andere Auslegung: Vers 1. Singet dem Ewigen ein neues Lied. „Gedenket nicht des Früheren ... siehe, Ich schaffe Neues ... das Volk, das Ich mir gebildet, Meinen Ruhm sollen sie erzählen“ (Jeschajahu 42,18.19.21). So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er, sowie Ich diese neuen Dinge schaffe, so singt Mir ein neues Lied. Darum heißt es: Singet dem Ewigen ein neues Lied. Und was veranlasst sie, ein Lied in Freude zu singen? Weil sie sahen und sich mit Ihm freuten, wie es heißt: „Es freuet sich der Ewige Seiner Werke“ (Tehillim 104,31), ferner: „Rühmet euch Seines heiligen Namens, es freue sich das Herz derer, die Ihn suchen“ (dort 105,3); desgleichen: „Unsere Seele harret des Ewigen... denn in Ihm freuet sich unser Herz“ (dort 33,20.21). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach nämlich: Ihr seht Mich und freuet euch und frohlockt, auch Ich sehe euch und frohlocke und freue Mich, wie es heißt: „Und Ich frohlocke über Jeruschalajim und freue Mich an Meinem Volk“ (Jeschajahu 65,19). Darum heißt es: „Es freuet sich der Ewige Seiner Werke“ (Tehillim 104,31).

„Wer ist Dir gleich unter den Göttern, Ewiger! Wer ist Dir gleich, herrlich in Heiligkeit, furchtbar an Ruhm, Wunder tuend!“ (Schemot 15,11).

Midrasch Tehillim 66,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Ein Psalmlied. Jauchzet G-tt, alle Lande. Vers 2. Saitenspielet Seines Namens Ehre. Das ist, was die Schrift sagt: „Ja, dann wandle Ich den Völkern ihre Lippen zu einer lauteren Sprache um, dass sie alle anrufen den Namen des Ewigen, dass sie Ihm dienen einmütig“ (Zephanija 3,9). R. Jochanan hat gesagt: Welches ist der Dienst des Heiligen, gelobt sei Er? Das Gebet. Und so hat auch Mosche gesagt: „Und es wird geschehen, so ihr höret auf Meine Gebote … den Ewigen euren G-tt zu lieben und Ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele“ (Dwarim 11,13). Und welches ist der Dienst, den der Mensch tut? Das Gebet, wie es heißt: „Dienet dem Ewigen mit Freude, kommet vor ihm mit Jubelgesang“ (Tehillim 100,2); desgleichen: „Wohlan, lasset uns jubeln dem Ewigen, jauchzen dem Fels unserer Hilfe“ (dort 95,1). Und so sprach auch Darjawesch zu Daniel: „Dein G-tt, dem du dienest mit Beständigkeit“ (Daniel 6,17). Welches war der Dienst, den er tat? Das Gebet, wie es heißt: „Und dreimal am Tage fiel er auf seine Kniee“ (dort V. 11).

Vers 3. Sprechet zu G-tt: Wie furchtbar ist Dein Werk! Sowie sie zu Ihm am Meere sprachen: „Wer ist Dir gleich unter den Göttern, Ewiger … furchtbar in Lobgesängen“ (Schemot 15,11)? So spreche ich auch jetzt zu Ihm: Wie furchtbar ist Dein Werk! So hat auch Jeschajahu gesagt: „Und es geschieht: Je von Neumond zu Neumond, und je von Schabbat zu Schabbat wird alles Fleisch kommen, sich vor Mir zu verneigen, spricht der Ewige“ (Jeschajahu 66,23); desgleichen heißt es: „Alle Völker, die Du gemacht, werden kommen, um sich vor Dir zu bücken“ (Tehillim 86, 9).. Und nicht nur alle Völker allein, sondern: Vers 4. Die ganze Erde wird sich vor Dir verneigen. Warum? Weil Fleisch und Blut nicht Herrschaft und Macht hat. So sprachen auch die Söhne Korachs: „All ihr Völker, schlaget in die Hände, jauchzet G-tt mit der Stimme des Jubels“ (Tehillim 47,2). Warum? „Denn der Ewige ist erhaben, furchtbar, ein König, groß über die ganze Erde“ (dort V. 3.). In jener Stunde, „da wird der Ewige König über die ganze Erde sein; an demselben Tage wird der Ewige einzig sein und Sein Name einzig“ (Secharja 14,9).

„Du hast durch Deine Güte geleitet das Volk, das Du erlöst, hast es durch Deine Stärke geführt zu Deiner heiligen Wohnung. (Schemot 15,13).

Midrasch Tehillim 119,26
Vers 41. Mögen mir widerfahren Deine Gnadenbezeigungen. Ewiger, Deine Erlösung nach Deiner Verheißung, nämlich jene Gnadenbezeigungen, die Du unsern Vätern verheißen hast. Und so heißt es: „Gib Wahrheit Jakow, Gnade Abraham“ (Micha 7, 20). Und so sprach auch Mosche: „Du führst mit deiner Gnade dieses Volk, so Du erlöset hast“ (Schemot 15,13). So sprach auch David: Mögen mir widerfahren Deine Gnadenbezeigungen, Ewiger. Und was ist das für eine Gnade, die Du uns erwiesest? Dass Du unser Erlöser bist. Wenn Du unser Erlöser bist, so habe ich einen Anlass, denen zu sagen und zu antworten, die mich schmähen, obgleich ich auch jetzt ihnen nicht antworte, wie es heißt: „Ich bin verstummt, nicht öffne ich meinen Mund, denn Du hast es getan“ (Tehillim 39,10). Ist es Dein Wille, dass ich ihnen antworten soll, so „entferne von mir Deine Plage, vor der Strenge Deiner Hand vergehe ich“ (dort V. 11). Darum heißt es: Vers 42. Dass ich antworte meinen Schmähern. Und warum schmähen sie mich? Um Deinetwillen, wie es heißt: „Denn um Deinetwillen ertrage ich Schmach, es deckt Schande mein Angesicht“ (dort 69,8). Und so heißt es: „Der Eifer um Dein Haus verzehrt mich“ (dort V. 10), „und es weint in Fasten meine Seele“ (dort V. 11). Und womit schmähen sie mich ferner? Sie sprechen zu mir: „Wo ist dein G-tt?“ (dort 42,4). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Wenn ihr um Meinetwillen geschmäht werdet, so entferne Ich eure Lästerung. Und so heißt es: „Er verschlingt den Tod für immer, und es wischt der Ewige, G-tt, die Träne von jeglichen Antlitz und Seines Volkes Schmach entfernt Er von der ganzen Erde; denn der Ewige hat geredet“ (Jeschajahu 25,8). Und was folgt darauf? „Und sprechen wird man an jenem Tage: Siehe da, unser G-tt, auf den wir gehofft, dass Er uns erlöse“ (dort V. 9). Und die Frevler, die da sprachen: „Wo ist dein G-tt?“ Werder bekennen und sprechen: „Der Ewige ist es, auf den wir hofften; lasset uns jubeln und fröhlich sein ob Seiner Erlösung“ (dort).

„Du wirst sie bringen und pflanzen auf den Berg Deines Erbteils, die Stätte, die Du, Ewiger, zu Deiner Wohnung gemacht, das Heiligtum, Herr, das Deine Hände bereitet haben“ (Schemot 15,17).

Midrasch Tehillim 30,1
Vers 1. Psalm. Lied bei der Einweihung des Tempels. Von David. R. Chisda hat gesagt: Nach der ungeteilten Meinung ist der Tempel hier unten gegenüber den Tempel oben (im Himmel) gerichtet[1], wie es heißt: „Die Stätte, die Du nach Deinem Sitze gerichtet“ (Schemot 15,17). Lies nicht מכון, sondern: מכוון.

R. Acha nahm den Beweis aus den Worten: „Wenn ich erhebe meine Hände zu Deiner heiligen Redestätte אל דבור קדשך“ (Tehillim 28,2), d. i. zu dem Orte, wo die (g-ttlichen) Reden zur Welt herausgehen, wie es heißt: „Denn von Zion wird die Thora (Lehre) ausgehen“ (Micha 4,2).

Nach R. Chinnena ist darunter der Ort zu verstehen, von dem das (g-ttliche) Wort zur Welt ausgeht und die Geschöpfe fürchten sich, wie es heißt: „Furchtbar bist Du, Gott, von Deinem Heiligtum aus“ (Tehillim 68,36).

18 Der Ewige wird König sein immer und ewiglich! 19 Denn die Rosse des Pharao mit seinen Wagen und mit seinen Reitern sind ins Meer gekommen, und der Ewige hat die Wasser des Meeres über sie zurückgeführt; und die Kinder Israel gingen auf dem Trockenen mitten durchs Meer“ (Schemot 15,18-19).

Midrasch Tehillim 121,3

Vers 4. Siehe, nicht schlummert, nicht schläft der Hüter Israels. Gibt es denn Schlaf für den Allerhöchsten? Chalila, behüte! Es ist bei Ihm weder von Schlafen, noch von Sitzen die Rede. So sagt auch die Schrift: „Ich schaute in den Gesichten um mein Haupt auf meinem Lager, und siehe da, ein Wachender und Heiliger stieg von Himmel nieder“ (Daniel 4,10), und es heißt: „Durch den Beschluss der Wachenden dieser Ausspruch“ (dort V. 14). Daraus geht hervor, dass es für den Allerhöchsten keinen Schlaf gibt. Allein was heißt dann: Es schlummert nicht dein Hüter? Wenn Drangsale über die Israeliten in dieser Welt kommen, so scheint es, wenn man so sagen darf, als wenn der Heilige, gelobt sei Er, schliefe. Und so hat auch Assaph gesagt: „Wache, warum schläfst Du, Ewiger? Ermuntere Dich!“ (Tehillim 44,24).

Und die Propheten weissagen weinend und sprechen: „Sollt ich dich vergessen, Jeruschalajim, so versage mein Rechte“ (dort 137,5). Es hätten nicht alle so sagen sollen, sondern: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Ihr weinet, auch Ich weine. Darum heißt es: „Sollte Ich dich vergessen, Jeruschalajim?“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich kann euch nicht vergessen. Und so ist auch durch Jeschajahu gesagt: „Vergisst eine Frau ihr Säugling, dass sie sich nicht erbarmte des Sohnes ihres Leibes?“ (Jeschajahu 49,15). Darum heißt es: „Sollte ich dich vergessen, Jeruschalajim?“ Nicht über Zion weinten sie, wie es heißt: „Wenn wir gedenken an Zion“ (Tehillim 137,1). Seinetwegen heißt es: „Kleben soll meine Zunge mir am Gaumen, so ich dein nicht gedenke“ (Tehillim 137,6). Wo soll er es erwähnen? Wer in Gebete begriffen ist (steht), ist verpflichtet, Jeruschalajim zu erwähnen, er muss sagen: Nach Jeruschalajim Deiner Stadt, kehre mit Erbarmen zurück! Im Tischgebete sagt er: Tröste Zion und erbaue Jeruschalajim! In den Propheten[2] erwähnt er es. Darum heißt es: „Wenn ich dein nicht gedenke, wenn ich nicht Jeruschalajim erhebe auf das Haupt meiner Freude“ (dort). Was heißt: „Auf das Haupt meiner Freude?“ Das ist die Asche, die man auf das Haupt der Bräutigame und auf das Haupt der Braut, auf dem Höhepunkt ihrer Freude tut[3]. Darum heißt es: „Wenn ich nicht Jeruschalajim erhebe auf das Haupt meiner Freude“. „Gedenke, Ewiger, den Söhnen Edoms den Tag von Jeruschalajim“ (dort V. 7)! Und warum Edoms? Hat denn Edom es zuerst zerstört? Warum also heißt es: „Gedenke, Ewiger, den Söhnen Edoms?“ Er prophezeite damit, dass der Tempel gebaut werden und Edom ihn zerstören würde. Darum heißt es: „Gedenke, Ewiger, den Söhnen Edoms!“ Der Heilige, gelobt sei Er, fragte: An was soll ich gedenken? Antwort: Gedenke, Ewiger, des Tages, an dem der Schwestersohn des Titus in das Heiligtum eindrang und sein Schwert mit seiner Hand zog (entblösste) und es hin- und herführte, bis es voll Blut herauskam[4]. Er trat dann heraus, rühmte sich und sprach: Ihn selbst hat er umgebracht[5], „willst Du ob all dem an Dich halten, Ewiger“ (Jeschajahu 64,11)? Wenn nicht unsertwegen, gedenke Deinetwegen! „Gedenke, Ewiger, den Söhnen Edoms!“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ihr sprecht zu mir: Gedenke! Ich vergesse es nicht, gedenke Du doch, wie es heißt: „Gedenke an das, was dir Amalek getan hat“ (Dwarim 25,17)[6]; denn ein Mensch, der sich selbst vergisst, kann nicht verlangen, dass man seiner denke.

Gleich einem Könige, der eine dauerhafte Regierung führte, als er aber erkrankte, hielt seine Regierung sich nicht. So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: In der Verbannung ist Er wie ein Kranker, und es ist, wenn man so sagen darf, Seine Regierung nicht eine dauernde Regierung. Wann aber bin Ich König? Wenn die Verbannung und ihre Regierung von der Welt verschwunden sein wird, wie es heißt: „Und es ziehen hinauf die Helfer auf den Berg Zion, zu richten den Berg Esaus, und des Ewigen wird sein das Königtum“ (Obadja V. 21).

Eine andere Auslegung: „Gedenke, Ewiger, den Söhnen Edoms…“. G-tt sprach: Für den einen Tag bringe Ich zehn Tage Trübsal über sie. Und so heißt es: „Stoßet in die Posaune in Zion … denn es kommt der Tag des Ewigen, denn er ist nahe“ (Joel 2,1). „Wozu soll euch der Tag des Ewigen? Er ist Finsternis und nicht Licht“ (Amos 5,18). Alle diese Tage bringe Ich über sie Tage der Not anstatt des einen Tages, den sie über euch gebracht haben. Darum heißt es: „Den Tag von Jeruschalajim, die da sprachen: Wühlet, wühlet bis auf den Grund darin“ (Tehillim 136,7). Wehe dir, Tor! So hast du getan! Ein Dieb dringt ein, um zu stehlen, oder ein Heer dringt in eine Stadt ein, durchsuchen sie dieselbe vielleicht bis auf den Grund? Nehmen sie nicht vielmehr, was vor ihnen ist und ziehen ab? Du hast nicht also getan, sondern du sprachst: „Wühlet, wühlet bis auf den Grund darin“ Auch ich werde dir so tun, wie es heißt: „Wie durchsucht ist Esau worden, durchforscht seine Schätze“ (Obadja 1,6)! Und es heißt: „Ich habe Esau durchsucht, seine Schlupfwinkel aufgedeckt“ (Jirmejahu 49,10). Ferner sprach der Heilige, gelobt sei Er: Ihr Toren in der Welt! Ein Mensch geht in einen Weinberg und isst, bis er satt ist und liest auf und geht dann fort. Spricht er vielleicht: Ich will die dürren Beeren des Weinstocks auflesen? Du aber hast genommen bis auf die dürren Beeren. Auch Ich werde dir so vergelten, wie es heißt: „Wie, sind Diebe über dich gekommen, oder nächtliche Räuber? Wie bist du doch ausgeräumt!“ (Obadja 1,5). Darum heißt es: „Wühlet, wühlet bis auf den Grund darin!“ (Tehillim 137,7).

„Tochter Babels, die Beraubte, Glückselig ist, der dir bezahlt deinen Lohn!“ (dort V. 8). Warum heißt Edom „Tochter Babels?“ So wohl Babel hat den Tempel zerstört, wie Edom hat den Tempel zerstört. Das, was jenes getan, hat auch dieses getan. Darum heißt es: „Tochter Babels.“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: „Glückselig ist, der dir vergilt deinen Lohn für das, was du uns getan“ (dort). Was heißt „לנו uns?“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Mir und ihnen hast du zusammen es vergolten, nicht den Israeliten allein hast du all das Böse vergolten, sonder Mir und ihnen hast du es vergolten. Darum heißt es: „Glückselig ist, der erfasst und zerschmettert deine Kindlein an den Felsen“[7] (dort V. 9). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Einst werde Ich selbst dein Kindlein an dem Felsen zerschmettern, sowie du in dieser Welt Meine Kindlein zerschmettert hast. Wir haben zwar nicht gehört, dass bei der Zerstörung des Tempels die Kinder Israels zerschmettert worden sind, wir haben aber gehört, dass sie mit Halseisen ausgezogen, und dass sie den Tempel in Brand gesteckt und die Frauen beschlafen haben, dass sie aber die Kindlein zerschmetterten, haben wir nicht vernommen. Allein der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Sowie sie getan haben, tue Ich ihnen. „Put und Lubim waren zu deiner Hilfe; auch sie ging in das Exil, ging in die Gefangenschaft…“ (Nachum 3,9.10). Darum heißt es: „Glückselig ist, der erfasst und zerschmettert deine Kindlein an den Felsen“. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Sowie du Meine Kindlein zerschmettert hast, die Mich zuerst als König über sich erkannt haben und sprachen: „Der Ewige wird König sein immer und ewig“ (Schemot 15,18), wie es heißt: „Aus dem Munde der Säuglinge und Lallenden befestigst Du das Reich“ (Tehillim 8,3). Darum heißt es: „Glückselig ist, der dir bezahlt deinen Lohn für das, was du uns getan“, nicht darunter und nicht darüber.

Gewöhnlich wenn ein Mensch den Sohn eines Eparchen oder den Sohn eines Königs schlägt, so wird er enthauptet, oder man verbrennt ihn, oder man kreuzigt ihn, aber der Heilige, gelobt sei Er, verfährt nicht so, sondern je nach dem Tun bezahlt Er. „Grimm Seinen Widersachern, Vergeltung Seinen Feinden“ (Jeschajahu 59,18). Darum heißt es: „Deinen Lohn für das, was du uns getan.“ Und so heißt es im Buche Jirmejahu: „Vergelte ihnen den Lohn, Ewiger, nach ihrer Hände Werk“ (Ejcha 3,64). Und so heißt es: „Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Werke, nach dem Tun ihrer Hände gib ihnen, erstatte ihnen ihren Lohn“ (Tehillim 28,4); ferner heißt es: „Sie werden ergriffen werden durch die Tücke, die sie ersonnen“ (dort 10,2). Was heißt: „חשכו, die sie ersonnen?“ „Sie sprachen: „Wohlan, lasst uns sie vertilgen aus mit dem Volke…“. (dort 83,5). Tue ihnen ebenso, wie es heißt: „Verfolge sie im Zorn und tilge sie hinweg unter dem Himmel des Ewigen“ (Ejcha 3,66). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Und also werde Ich ihnen tun, wie es heißt: „Und es wird nicht ein Überrest sein dem Hause Esaus“ (Obadja 1,18). Sie sprachen zu ihm: Siehe, Edom bestrafst Du, und Babel willst Du nicht bestrafen? Er antwortete: Jetzt strafe Ich es, wie es heißt: „und Ich vergelte Babel und allen Bewohnern Kasdims all ihr Böses, das sie an Zion verübt“ (Jirmejahu 51,24).

„Und Mirjam, die Prophetin, Aharons Schwester, nahm das Tamburin in ihre Hand; und alle Frauen zogen aus, hinter ihr her, mit Tamburinen und in Reigen“ (Schemot 15,20).

Midrasch Tehillim 149,4
Vers 3. Sie sollen loben Seinen Namen mit Reigen, mit Pauken und Cither Ihm saitenspielen. „Wie in den Tagen deines Auszuges aus dem Lande Ägypten…“ (Micha 7,15), wie es heißt: „Und es gingen alle Frauen nach ihr heraus mit Pauken und mit Reigen“ (Schemot 15,20).
Vers 4.
Denn es findet Wohlgefallen der Ewige an Seinem Volke, Er schmückt die Gebeugten mit Sieg. David sprach also: Alle preisen vor Ihm, wie es heißt: „Lobet den Ewigen aus den Himmeln, lobet Ihn in den Höhen“ (Tehillim 148,1), lese den ganzen Abschnitt. Sodann heißt es: „Lobet den Ewigen von der Erde…“ (Tehillim 148,7); hernach preisen Ihn alle Völker der Welt, wie es heißt: „Die Könige der Erde und alle Völker…“ (dort V. 11); sie alle preisen den Heiligen, gelobt sei Er. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Obgleich Mich alle preisen, so wünsche Ich doch nur den Lobpreis von Israel. Darum heißt es: Denn der Ewige hat Wohlgefallen an seinem Volke. Warum? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach nämlich: Der Lobpreis der Israeliten, mit dem sie Mich preisen, ist Mir angenehm, wie es heißt: „Lass Mich deine Stimme hören…“ (Schir HaSchirim 2,14), „Honig und Milch ist unter deiner Zunge“ (dort 4,11), desgleichen: „Ich will singen dem Ewigen, so lange ich lebe…“ (Tehillim 104,33); „angenehm möge Ihm sein mein Gespräch“ (dort V. 34). Darum heißt es: Denn der Ewige hat Wohlgefallen an Seinem Volke.

29 Sehet, weil der Ewige euch den Schabbat gegeben hat, darum gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage; bleibet ein jeder an seiner Stelle, niemand gehe am siebten Tage von seinem Orte heraus. 30 Und das Volk ruhte am siebten Tage“ (Schemot 16,29-30).

Midrasch Tehillim 92,1
Vers 1. Ein Psalm. Ein Lied für den Schabbattag. R. Jizchak hat gesagt: „Seht, dass der Ewige euch den Schabbat gegeben hat“ (Schemot 16,29). Was heißt: „ראו, seht?“ R. Jose hat gesagt: Eine Perle, die Ich euch gegeben habe, denn alles, was die Schabbatangelegenheit betrifft, ist doppelt: „Sie sammelten das Doppelte an Brot, zwei Omer für einen“ (dort V. 22); das Opfer war doppelt, wie es heißt: „Und am Schabbattage zwei Lämmer“ (Bemidbar 28,9); die Strafe war doppelt, wie es heißt: „Wer ihn entweihet, soll des Todes sterben“ (Schemot 31,14); die Belohnung war doppelt, wie es heißt: „Wenn du den Schabbat eine Lust nennst, den vom Ewigen geheiligten geehrt“ (Jeschajahu 58,13), die Verwarnungen sind doppelt: „Gedenke, Beobachte (זכור ושמור)“, der Psalm ist doppelt: Ein Psalm, ein Lied für den Schabbattag.

Und das Volk ruhte am siebten Tage“ (Schemot 16,29-30).

Midrasch Tehillim 92,2
Eine andere Auslegung:Ein Psalm, ein Lied für den Schabbattag. Das ist, was die Schrift sagt: „Eitelkeit der Eitelkeiten, spricht Kohelet, Eitelkeit der Eitelkeiten; alles ist eitel“ (Kohelet 1,2). R. Jehuda bar Simon begann seinen Vortrag mit den Worten: „Eitelkeit der Eitelkeiten.“ Siebenmal gebraucht Kohelet das Wort: Eitelkeit (הבל)“[8], nämlich: „Eitelkeit (הבל)“ d. i. eine, „Eitelkeit“ (הבלים)“, das sind zwei, siehe, das sind zusammen drei; „Eitelkeit“ (הבל)“, d. i. eine, „Eitelkeiten (הבלים)“, das sind zwei, siehe, das sind zusammen sechs, „alles ist eitel (הכל הבל)“, siehe das sind sieben. Warum? Gegenüber den sieben Tagen der Schöpfung. Schlomo sprach nämlich: Was wurde am ersten Tage erschaffen? Himmel und Erde. Und was ist ihr Ende? „Denn die Himmel zergehen wie Rauch und die Erde zerfällt wie ein Kleid“ (Jeschajahu 51,6). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Was wurde am zweiten Tage erschaffen? Die Veste. Und was ist ihr Ende? „Und zusammengerollt wie eine Buch werden die Himmel“ (dort 34,4). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am dritten Tage erschaffen? „Es sammeln sich die Wasser“ (Bereschit 1,9). Und was ist ihr Ende? „Und der Ewige lässt vertrocknen die Zunge des Meeres von Ägypten“ (Jeschajahu 11,5). Schlomo sprach: „Eitelkeit“. Und was wurde am vierten Tage geschaffen? Die Lichter, wie es heißt: „Und G-tt gab sie an die Veste der Himmel“ (Bereschit 1,17). Und was ist ihr Ende? „Und es errötet der Mond und es schämt sich die Sonne“ (Jeschajahu 24,23). Schlomo sprach: “Eitelkeit.“ Und was wurde am fünften Tage erschaffen? „Es regen sich die Wasser“ (Bereschit 1,20). Und was ist ihr Ende? „Hinweg, hinweg raffe Ich alles von der Oberfläche der Erde“ (Zeph. 1,2). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am sechsten Tage erschaffen? Der Mensch, wie es heißt: „Und G-tt bildete den Menschen“ (Bereschit 2,7). Und was ist sein Ende? „Denn Staub bist du und zum Staube sollst du zurückkehren“ (dort 3,19). Schlomo sprach: „Eitelkeit.“ Und was wurde am siebenten Tage erschaffen? Der Schabbat. G-tt betrachtete ihn nach dieser und nach jener Seite, um einen Fehler an ihm zu entdecken, aber er fand keinen, sondern er war ganz heilig und Licht und Ruhe.

R. Jizchak hat gesagt: Obgleich es sich so verhält, so sah Er doch, dass der Mensch an ihm sündigen und mit seiner Seele sich verschulden würde, daher sprach Er: Auch dieser ist Eitelkeit. Daher sprach Schlomo: „Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel.“ Siehe das sind sieben.

Weil Er den siebenten Tag schuf, damit an ihm keine Arbeit verrichtet werde, so heißt es bei ihm nicht: „Und es ward Abend und es ward Morgen“. Womit ist diese Sache zu vergleichen? Mit einem Könige, der ein kostbares Gefäß hatte, das er nur an seinen Sohn vererben wollte. Ebenso wollte der Heilige, gelobt sei Er, den Schabbattag der Ruhe und Heiligung nur an die Israeliten vererben. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: Als die Israeliten aus Ägypten zogen, gab Er ihnen, bevor Er ihnen noch die Thora gab, den Schabbat, und sie feierten schon zwei Schabbate, bevor Er ihnen die Thora gab, wie es heißt: “Und Deinen heiligen Schabbat hast Du ihnen kund getan, und Gebote und Satzungen und Thora hast Du ihnen befohlen durch Deinen Knecht Mosche“ (Nechemija 9,14)[9]. Und der Heilige, gelobt sei Er, segnete und heiligte den Schabbat und die Israeliten sind verpflichtet, ihn zu heiligen. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: Denn während der ganzen vierzig Jahre, wo die Israeliten in der Wüste waren, gab Er ihnen an den sechs Werkeltagen das Manna, am Schabbat aber fiel es nicht herab, nicht etwa, weil er nicht die Kraft hatte, es zu geben, sondern weil Schabbat vor Ihm war. Als das Volk solches sah, feierte es auch den Schabbat, wie es heißt: „Und das Volk feierte am siebenten Tage“ (Schemot 16,30). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Den Schabbat habe Ich den Israeliten als ein Zeichen zwischen Mir und ihnen gegeben, an den sechs Werkeltagen habe Ich die Welt erschaffen, am Schabbat aber ruhte Ich, deshalb heißt es: „Zwischen Mir und zwischen den Kindern Israel sei er ein Zeichen für ewig“ (dort 31,17). Sieben Himmel erschuf Ich und von allen erwühlte Ich Mir zur Wohnung Meiner Ruhe nur die Arabot (ערבות)[10], wie es heißt: „Machet Bahn dem, er auf den Arabot reitet, in Jah ist sein Name“ (Tehillim 68,5); sieben Aratzot (Erden) erschuf Ich und von allen erwählte Ich mir nur Eretz Israel, wie es heißt: „Beständig sind die Augen des Ewigen, Deines G-ttes, darauf“ (Dwarim 11,12). [Sieben Berge erschuf ferner der Heilige, gelobt sei Er, und von allen erwählte Er sich nur den Berg Sinai, wie es heißt: „Der Berg, den G-tt zu Seiner Ruhe begehrt“ (Tehillim 68,17)]. Sieben Meere erschuf Ich und von allen erwählte Ich Mir nur das Meer Kinneret und Ich vererbte es dem stamme Naphtali, wie es heißt: „Gesättigt von Gnade, und voll der Segnung des Ewigen, das Meer und den Mittag erbe“ (Dwarim 33,23). Sieben Welten erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur die siebente Welt, sechs zum Aus- und zum Einziehen und eine, die ganz der Feier und der Ruhe zum ewigen Leben dient. Sieben Tage erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur den siebenten Tag, wie es heißt: „Und G-tt segnete den siebenten Tag“ (Bereschit 2,2). Sieben Jahre erschuf Ich, und von allen erwählte Ich Mir nur das Schemittajahr (Erlass); wie es heißt: „Am Ende von sieben Jahren mache Schemitta (Erlass); und jeder, der den Schabbat beobachtet, dem vergibt der Heilige, gelobt sei Er, seine Sünden, wie es heißt: „Der den Schabbat beobachtet, מחללו„ (Jeschajahu 66,2) d. i. מחלו לו, vergeben ist ihm.

[1]Vergl. j. Berachot IV, 8c.
[2]d. i. im Segenspruch zur Haphtara.
[3]S. Baba Batra 60b.
[4]S. Gittin 56b.
[5]d. i. er hat G-tt getötet.
[6]Vergl. Pesikta Rabbati Piska מני אפרים .
[7] D. i.: Die Früchte deiner Werke (Anm. BbM)
[8]Eig. Sieben Eitelkeiten spricht Kohelet hier an.
[9]An dieser Stelle wird zuerst des Schabbats gedacht, und dann erst der Thora.
[10]Vergl. Pesikta des Rab Kahana, Piska בחוש תעכיעי; Wajikra Rabba Par. 29, Ende. ערבותArawot ist der siebente Himmel

 
 
 
 
 
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