Midrasch Tehillim zur Parascha Bo, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Bo Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

1 Und der Ewige sprach zu Mosche: Gehe zu dem Pharao hinein, denn Ich habe den Willen seines Herzens gestärkt und das Herz seiner Knechte, um diese Meine Zeichen in seiner Mitte zu tun 2 und damit du vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder erzählest, was Ich in Ägypten ausgerichtet, und Meine Zeichen, die Ich unter ihnen getan habe; und ihr werdet wissen, dass Ich der Ewige bin“ (Schemot 10,1-2).

Midrasch Tehillim 71,4
Vers 9. Verwirf mich nicht im Alter, denn ich bin alt geworden in der Verbannung. Wenn meine Kraft mich verlässt, denn ich besitze keine guten Werke, verlasse mich nicht. Der ganze Psalm handelt von dem Schmerze der Verbannung.
Vers 17. G-tt, du hast mich gelehrt von Jugend an, von den Tagen meiner Väter bin ich durch Wunder belehrt worden. Und bis jetzt will ich deine Wunder verkünden, zu jeder Zeit, zu jeder Frist und zu jedem Augenblicke.
Vers 18. Und auch bis ins Alter und Greisenalter, bis an Ende der Verbannung. Der kommenden Geschlechtern, meinen Kindern und Kindeskindern, wie es heißt: beim Auszuge der Ägypter: „Und damit du erzähltest vor den Ohren deines Sohnes und des Sohnes deines Sohnes“ (Schemot 10,2).
Vers 20. Du wirst wiederum mich beleben. Das geht auf die Wiederbelebung der Toten. Und aus den Tiefen der Erde mich wiederum heraufführen. Das bezieht sich auf das heraufsteigen der Verschlungenen, denn einst wird Korach und sein ganzer Anhang wieder heraufsteigen. Manche da dagegen sagen, dass sich die Worte: Du wirst mich wieder beleben, auf die Verbannung beziehen, die dem Tode und der Tiefe gleicht. Vers 22. Nachher werde auch ich dir danken.

„und damit du vor den Ohren deiner Kinder und deiner Kindeskinder erzählest, was Ich in Ägypten ausgerichtet, und Meine Zeichen, die Ich unter ihnen getan habe; und ihr werdet wissen, dass Ich der Ewige bin“ (Schemot 10,2).

Midrasch Tehillim 44,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Von den Söhnen Korachs. Ein Gedicht. Vers 2. G-tt, mit unseren Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt. Das ist, was die Schrift sagt: „Der Mosche leitete zur Rechten … sich einen ewigen Namen zu machen“ (Jeschajahu 63,12). Von hier kannst du lernen, dass in den Händen der Israeliten, als sie aus Ägypten zogen, nicht Werke waren, durch die sie erlöst wurden, auch nicht wie das Werk der Väter, und dass nicht durch ihre Werke das Meer vor ihnen gespalten wurde, sondern um Ihm einen ewigen Namen zu machen. Und so heißt es: „Wie das Vieh in das Tal hernieder steigt … also führtest Du Dein Volk, um Dir einen herrlichen Namen zu machen“ (dort V. 14).Als die Israeliten aus Ägypten erlöst wurden, sprach Mosche zu ihnen: Ihr seid nicht durch eure Werke erlöst worden, sondern „damit du es erzählest in die Ohren deines Sohnes“ (Schemot 10,2), d. i. um den Heiligen, gelobt sei Er, zu preisen, dass Seine Kinder Sein Lob unter den Völkern erzählen. So heißt es: „Singet dem Ewigen ein neues Lied, erzählet unter den Völkern Seine Herrlichkeit“ (Tehillim 96,1.3). Worin besteht Seine Herrlichkeit? Dass Seine Kinder Seinw Herrlichkeit unter den Völkern erzählen. Darum heißt es: „Erzählet unter den Völkern Seine Herrlichkeit.“ Und so sprachen auch die Söhne Korachs: G-tt, mit unsern Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt. Zogen sie denn nicht selbst mit aus Ägypten, wie es heißt: „Und die Söhne Korachs: Assir und Elkana und Abiassaph“ (Schemot 6,24), warum heißt es: Mit unsern Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt? Allein sie haben über diese Generationen geweissagt. Sie sprachen vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt, unsern Vätern hast Du Wunder getan, uns aber tust Du keine. Und so heißt es: Taten vollführtest Du in ihren Tagen, in den Tagen der Vorzeit, d. i. das Werk, dass Du denen gewirkt, die aus Ägypten zogen und Du ihnen das Meer spaltetest, uns aber tust Du nicht so. Und so heißt es: „Nicht uns, Ewiger, nicht uns“ (Tehillim 115,1), d. i. ihnen hast Du es getan, uns aber tust Du es nicht, welchen Nutzen haben wir davon, dass Du es mit unsern Vätern getan? Wann ist es gut? Wenn Du an uns ein Zeichen zum Guten tust, wie es heißt: „Tue an mir ein Zeichen zum Guten“ (Tehillim 86,17). An den Früheren (Alten) in den Tagen Abrahams hast Du eine große Tat getan, und worin bestand die Tat? „Und er teilte über sie die Nacht“ (Bereschit 14,15), auch an seinen Kindern hast Du eine Tat getan, gegen sie warst Du gnädig, aber gegen uns bist Du nicht gnädig. So heißt es: „Du hast gnädig aufgenommen, Ewiger, Dein Land“ (Tehillim 85,2).

Und als sie aus Ägypten zogen, gelangten sie nicht durch ihre Kraft in das Land und sie nahmen es nicht durch ihre Stärke in Besitz, sondern Du mit Deiner Hand triebst Völker aus (V. 3). Solltest vielleicht du sagen: Durch eure Werke, die gut waren, siehe es heißt: „Und Ich sprach zu ihren Kindern in der Wüste: In den Satzungen eurer Väter wandeltet ihr nicht und ihre Rechte wahrtet ihr nicht…“ (Jecheskel 20,18), desgleichen heißt es: „Und ich sprach: Jeder werfe hinweg, was den Augen ein Gräuel ist“ (dort V. 7).

Solltest du vielleicht sagen: Durch ihr Schwert, siehe, es heißt: Vers 4. Denn nicht mit ihrem Schwerte nahmen sie das Land in Besitz, und ebenso heißt es: Deine Rechte und Dein Arm und das Licht Deines Antlitzes, denn Du warst ihnen gnädig, denn Er ging am Tage vor ihnen her, ihnen wärst Du gnädig, uns aber bist Du nicht gnädig. G-tt sprach: So will auch Ich euch gnädig sein. Und so sprachen auch die Söhne Korach’s: „Du hast gnädig aufgenommen, Ewiger, Dein Land.“

21 Und der Ewige sprach zu Mosche: Strecke deine Hand aus gen Himmel, dass eine Finsternis über das Land Ägypten komme, so dass man die Finsternis greifen möge. 22 Und Mosche streckte seine Hand aus gen Himmel; da entstand im ganzen Lande Ägypten eine dichte Finsternis drei Tage lang. 23 Sie sahen einer den anderen nicht, und keiner stand von seinem Platze auf drei Tage lang; aber alle Kinder Israel hatten Licht in ihren Wohnungen“ (Schemot 10,21-23).

Midrasch Tehillim 22,3
Eine andere Auslegung: „Und es wird sein das Licht Israels“ (Jeschajahu 10,17), das geht auf Esther, die für Israel wie das Licht des Morgens (die Morgenröte) aufging. Aber ist nicht „Licht (אור)“ dasselbe wie „Feuer (אש)“ und ist nicht „Feuer“ dasselbe wie „Licht“? Allein der Heilige,gelobt sei Er, sprach: Ich werde der Sache ein Doppelgesicht verleihen: Licht soll in Israel, aber Finsternis bei den Völkern der Welt sein, wie es heißt: „Wehe denen, die sich sehnen nach den Tagen des Ewigen. Wozu soll auch der Tag des Ewigen? Er ist Finsternis und nicht Licht“ (Amos 5,18). Gewöhnlich, wenn der Mensch eine Leuchte seiner Basilika anzündet, wird er wohl sagen: Mein Freund darf sich des Lichtes des Leuchters bedienen, aber mein Feind dar sich nicht des Lichtes des Leuchters bedienen? Nein, alle bedienen sich vielmehr desselben wie einer. Jedoch der Heilige, gelobt sei Er, verfährt nicht so, sondern alle bedienen sich (des Lichtes) in dieser Welt, und Er gibt allen Finsternis zugleich in dieser Welt, aber einst in der Zukunft, „siehe, da bedecket Finsternis die Erde und Wolkendunkel die Völker, doch über die strahlt der Ewige“ (Jeschajahu 60,2).

R. Chanina hat gesagt: „Gütig ist der Ewige gegen alle“ (Tehillim 145,9), nämlich in dieser Welt, aber in der Künftigen Welt gilt: „Gütig verfährt der Ewige mit den Guten“ (Tehillim125,5). Und so war es auch mit Mardechai und Esther, sie waren Finsternis für die Völker der Welt, aber ein Licht für Israel, wie es heißt: „Bei den Juden war Licht und Freude“ (Esther 8,16). Esther wird Hadassa (הדסה) Myrthe genannt. Esther (אסתר) heißt sie, denn sie erstand in der Verborgenheit (בסדריסתרים); weil sie Israel aber leuchten sollte, trat sie hervor an die Öffentlichkeit. Hadassa heißt sie, wie es heißt: „Und er erzog die Hadassa“ (Esther 2,7), wegen ihrer Frömmigkeit (Gerechtigkeit)“. Mardechai wird auch Hadass (הדס) genannt, im Sinne von: “Und er stand zwischen Hadassim (Myrthen)“ (Secharja 1,8). Wie der Geruch der Myrthe (הדס) angenehm ist, ihr Geschmack aber bitter, so waren auch Mardechai und Esther Licht für Israel und Finsternis für die Völker der Welt. Wundere dich nicht darüber, denn siehe von Ägypten heißt es: „Und es war eine dichte Finsternis“ (Schemot 10,22), „aber bei allen Kindern Israel war Licht“ (dort V. 23). Und sowie Ich es in dieser Welt getan habe, so werde Ich es auch in der künftigen Welt tun, wie es heißt: „Denn seihe, Finsternis wird die Erde bedecken und Wolkendunkel die Völker, über dich aber wird strahlen der Ewige und Seine Herrlichkeit wird über dir scheinen“ (Jeschajahu 60,2).

„.., aber alle Kinder Israel hatten Licht in ihren Wohnungen“ (Schemot 10,21-23).

Midrasch Tehillim 27,1
Vers 1. Von David. Der Ewige ist Mein Licht und Meine Erlösug, vor wem soll ich fürchten? Das ist, was die Schrift sagt: „Und es wird das Licht Israels zum Feuer und Sein Heiliger zu Flamme“ (Jeschajahu 10,17). Gewöhnlich wenn ein Mensch eine Leuchte in sein Palast bringt, kann er vielleicht sagen: Der und der, weil er mein Freund ist, darf sich ihrer zum Leuchten bedienen, der und der aber, weil er mein Feind ist, darf sich ihrer nicht zum Leuchten bedienen? Alle bedienen sich vielmehr ihrer zum Leuchten, der Heilige, gelobt se Er, jedoch ist nicht so, Er hat das Licht erschaffen und die Frevler sehen es nicht in der künftigen Welt, wie es heißt: „Das Licht der Gerechten brennt fröhlich, aber die Leuchte der Frevler erlischt“ (Mischle 13,9); desgleichen: „Und G-tt sah das Licht, dass es gut war, und G-tt schied zwischen Licht und Tehillim“ (Bereschit 1,4).[1]

R. Jehuda im Namen des R. Simon hat gesagt: Er schied es für sich selbst ab.[2] Gleich einem Könige, der eine schöne Münze (Mine) sah und sprach: Diese ist mein (d. i. diese behalte ich für mich selbst). So auch, als der Heilige, gelobt se Er, Seine Welt erschuf und das große Licht erschuf, sprach er: Kein Geschöpf kann sich desselben bedienen, sondern nur Ich. So heißt es auch: „Und das Licht wohnt bei Ihm“ (Daniel 2,22).

R. Abin der Levit hat gesagt: Der Heilige, gelobt se Er, nahm es und hüllte sich darein wie in einen Mantel (Tallith) und ließ durch dasselbe Seine Welt erstrahlen. Das ist, was geschrieben steht: „E hüllt sich in Licht wie in ein Gewand“ (Tehillim 104,2).

Unsere Rabbanan haben gesagt: Er schied es für die Gerechten in künftigen Welt ab. Gleich einem König, der eine schöne Münze hatte und sprach: Diese soll meinem Sohne gehören. So heißt es: „Licht ist ausgesät dem Gerechten“ (Tehillim 97,11). David sprach vor dem Heiligen gelobt sei Er: Herr der Welt, wann wird jenes Licht kommen? Er antwortete ihm: Sobald das Ende da ist und Jeruschalajim wieder erbaut sein wird, werde Ich es bringen, wie es heißt: „Auf, Mein Licht! Denn Dein Licht kommt“ (Jeschajahu 60,5). Aber den Völkern der Welt wird das Licht zur Tehillim werden, wie es heißt: „Und es wird das Licht Israels zum Feuer und Sein Heiliger zu Flamme und verzehrt und frisst seine Dornen und Disteln“ (Jeschajahu 10,17). Was heißt: „שיתו ושמירו, seine Dornen und Disteln“? Das sind die Verzärtelten unter ihnen. David sprach zu G-tt: Leuchte uns von jenem Lichte, denn es heißt: „G-tt ist der Ewige und Er leuchtet uns“ (Tehillim 118,27). Er antwortete ihm: Bei deinen Leben! Ich werde den Israeliten Licht und den Völkern der Welt Finsternis bringen, wie es heißt: „Denn siehe, Finsternis bedeckte die Erde und Wolkendüster die Völker, doch über dir wird der Ewige strahlen“ (Jeschajahu 60,2). Und solltest du dich darüber wundern, es hat der Heilige, gelobt sei Er, bereits etwas dem Ähnliches in dieser Welt gezeigt, den es heißt: „Und es ward eine dichte Finsternis über das Land Ägypten drei Tage … aber bei allen Kindern Israel war Licht in ihren Wohnsitzen“ (Schemot 10,22.23). Und so findest du auch, als die Ägypter den Israeliten nachsetzen, wie heißt es da? „Und es war Wolke und Finsternis“ (dort 14,20). Wenn es „Wolke (ענן)“ heißt, warum noch „Finsternis (חשך)“, und wenn es „Finsternis“ heißt, warum heißt es noch „Wolke“? R. Hoschaja hat gesagt: Es waren zwei Gesichter, das Gesicht des Lichtes für die Israeliten und das Gesicht der Tehillim für die Ägypter. Daher sprach David:Dieses Licht besinge ich, wie es heißt: Von David. Der Ewige ist Mein Licht und Meine Erlösung.

[1] S. Chagiga 12a.
[2] S. Bereschit Rabba Par. 3.

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