Midrasch Tehillim zur Parascha Jitro, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Jitro Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

1 Und Jitro, der Priester von Midian, der Schwiegervater Mosches, hörte alles, was G-tt an Mosche und an Israel, seinem Volke, getan, dass der Ewige Israel aus Ägypten herausgeführt hatte. 2 Und Jitro, der Schwiegervater Mosches, nahm Zippora, die Ehefrau Mosches, nach ihrer Heimsendung, 3 und ihre zwei Söhne, von denen der Name des einen Gerschom war, denn er sprach: Ein Fremdling bin ich geworden in fremdem Lande, 4 und der Name des anderen Elieser: denn der G-tt meines Vaters ist meine Hülfe gewesen und hat mich errettet vom Schwerte des Pharao“ (Schemot 18,1-4).

Midrasch Tehillim 4,3
Eine andere Auslegung: Vers 2. Wenn ich rufe, so antworte mir. Das ist, was die Schrift sagt: „Denn welches Volk ist so groß?“ (Dwarim 4,7). R. Judan sagte im Namen des R. Jizchak viererlei. Ein Mensch hat einen Schutzherrn, spricht man zu ihm: Dein Schützling (eig. dein Haussohn) ist ergriffen worden, so antwortet er: Ich werde für ihn aufkommen; spricht man zu ihm: Siehe, er wird vor Gericht geführt, so antwortet er: Ich trete für ihn ein; spricht man zu ihm: Siehe, er wird zur Hinrichtung hinausgeführt, wo ist er und wo ist sein Schutzherr? Allein der Heilige, gelobt sei Er, rettete Mosche vor dem Schwerte Pharaos, wie es heißt: „Und Eer rettete mich vor dem Schwerte Pharaos (Schemot 18,4).

[R. Janai hat gesagt:] Es heißt: „Und Mosche floh vor Pharao“ (dort 2,15). Ist es denn möglich, dass ein Mensch der Regierung entfliehen kann? Allein zu der Zeit, als Pharao den Mosche ergriff und ihn für schuldig erklärte, um enthauptet zu werden, wurde das Schwert an seinem Halse stumpf und zerbrach, wie es heißt: „Dein Hals ist ein Turm von Elfenbein“ (Schir HaSchirim 7,5). Das geht auf den Hals Mosches. [R. Abjatar hat gesagt: Nicht nur das, sondern das Schwert sprang vom halse Mosches ab und fiel auf den Hals des Schafrichters und tötete ihn. Darum heißt es: „Und er rettete mich von dem Schwerte Pharaos“ (Schemot 18,4), was sagen will: Mich rettete Er, aber den Schafrichters rettete Er nicht. R. Berechja wandte darauf den Vers an: „Eine Sühne des Gerechten wird der Frevler“ (Mischle 21,18). R. Abin dagegen wandte darauf den Vers an: „Der Gerechte wird aus der Not gerettet, aber der Frevler kommt an seine Stelle“ (dort 11, 8).

R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Zu Zeit, als Mosche vor Pharao floh, wurde alles Volk Pharaos teils stumm, teils blind, teils lahm, teils taub; die Blinden sprachen zu den Stummen: Wohin ist Mosche geflohen, allein diese konnten nicht reden, die Lahmen fragten die Tauben, allein diese konnten nicht hören, die Tauben fragten die Blinden, allein diese konnten nicht sehen. Das ist, was der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche sagte: „Wer hat dem Menschen einen Mund gemacht? Oder wer macht stumm, oder taub, oder sehend, oder blind? Nicht Ich, der Ewige?“ (Schemot 4,11).

[R. Hosaja hat gesagt: Als man Mosche ergriff, führte man ihn auf den Richtstuhl, band ihn und legte das Schwert an seinen Hals. Zu dieser Zeit kam ein Engel herab und zeigte sich ihnen in der Gestalt Mosches; sie ergriffen nun den Engel und ließen Mosche los und G-tt machte sie zu lauter Haufen von Stummen, Tauben und Blinden. Man fragte die Stummen: Wo ist Mosche? Aber diese redeten nicht; man fragte die Tauben, aber diese hörten nicht; man fragte die Blinden, aber diese sahen nicht. Das ist, was die Schrift sagt: „Denn der G-tt meines Vaters ist mein Beistand gewesen und hat mich gerettet von Schwerte Pharaos“ (Schemot 18,4). Und es heißt: „Wer hat dem Menschen einen Mund gemacht“ (dort 4,11)?] Dort standest du für dich auf, hier aber standest du nicht für dich auf, denn es heißt: „Wer ist wie der Ewige, unser G-tt, wenn wir zu Ihm Rufen“ (Dwarim 4,7).

R. Judan nahm [im Namen des R. Jizchak] noch ein anderes Beispiel an. Ein Mensch hat einen Schutzherrn, spricht man zu ihm: Dein Schützling (dein Haussohn) ist ergriffen worden, so antwortet er: Ich kommen für ihn auf; spricht man zu ihm: Er wird vor Gericht geführt, so antwortet er: Ich stehe für ihn ein, spricht man aber zu ihm: Er wird ins Wasser geworfen, wo ist er und wo sein Schutzherr? Der Heilige, gelobt sei Er, ist aber nicht so. Er rettete den Jona aus dem Bauche des Fisches, wie es heißt: „Er spie den Jona auf das Trockene aus“ (Jona 2,11.) R. Judan [im Namen des R. Jizchak] trug noch ein anderes Beispiel vor. Ein Mensch hat einen Schutzherrn, spricht man zu ihm: Dein Schützling (dein Haussohn) ist ergriffen worden, so antwortet er: Ich stehe für ihn ein, spricht man zu ihm: [Er wird vor Gericht geführt, so antwortet er: Ich stehe für ihn ein, spricht man aber zu ihm:] Er wird ins Feuer geworfen, wo ist er und wo sein Schützling? Der Heilige, gelobt sei Er, aber ist nicht so, Er rettete Chananja, Mischael und Asarja aus dem Feuerofen, wie es heißt: „Der Seinen Engel gesandt und Seine Knechte gerettet hat“ (Daniel 3,28).

R. Judan im Namen des R. Jizchak führte noch ein anderes Beispiel an. Ein Mensch hat einen Schutzherrn, spricht man zu ihm: Dein Schützling (Haussohn) ist ergriffen worden, so antwortet er: Ich stehe für ihn ein; spricht man aber zu ihm: Er ist den wilden Tieren vorgeworfen worden, wo ist er und wo sein Schutzherr? Der Heilige, gelobt sei Er, aber rettete den Daniel aus der Löwengrube. [Das ist, was die Schrift sagt: „Mein G-tt sandte Seinen Engel und verschloss den Rachen des Löwen“ (Daniel 6, 23).]

R. Juda trug von sich selbst vor. Ein Mensch hat einen Schutzherrn. Naht ihm die Zeit der Not, so tritt er nicht plötzlich bei ihm ein, sondern er kommt und stellt sich an die Tür seines Schutzherrn und ruft dessen Knecht oder dessen Haussohn und diese sagen dann: N.N. steht an der Tür. Der Heilige, gelobt sei Er, ist aber nicht so, naht einem Menschen die Zeit der Not, so ruft er nicht erst zu Michael oder zu Gabriel, sondern er ruft zu Mir und Ich antworte. Das ist, was die Schrift sagt: „Jeder, der den Namen des Ewigen anrufen wird, wird gerettet werden“ (Joel 3,5).

R. Alexandri erzahlte: Es begab sich einmal mit einem Herrscher, dessen Name Alexander war, dass er einen Räuber richtete. Als er denselben aber nach seinem Namen fragte und erfuhr, dass er Alexander heiße, sprach er ihn frei. Wenn schon derjenige, dessen Name wie der Name von Fleisch und Blut ist, gerettet wird, um wie viel mehr derjenige, dessen Name wie der Name des Heiligen, gelobt sei Er, ישראל ישרי אלIsrael, mein Heil ist G-tt.

„Und Jitro freute sich über all das Gute, das der Ewige an Israel getan, dass Er es errettet hatte aus der Hand der Ägypter“ (Schemot 18,9).

Midrasch Tehillim 120,1
Vers 1. Stufenlied. Zum Ewigen in meiner Bedrängnis rufe ich und Er erhört mich. Jirmejahu sprach: „Singet dem Ewigen, lobet den Ewigen“ (Jirmejahu 20,13). Warum und wofür? „Denn Er hat das Leben des Leidtragenden gerettet aus der Hand der Bösewichter“ (dort). Und wenn der Heilige, gelobt sei Er, die Israeliten erlöst, so preisen sie Ihn nicht allein, sondern alle preisen Ihn. Zuerst erlöste Er sie aus Ägypten und es preisen Ihn alle, wie es heißt: „Und Jitro freute sich über all das Gute…. Und Jitro sprach: Gepriesen sei der Ewige, der euch gerettet hat von der Hand Ägyptens… Nun weiß ich, dass der Ewige groß ist vor allen Göttern“ (Schemot 18,9.10.11). Als Eer Chananja, Mischael und Asarja aus dem Glutofen herausführte, priesen sie Ihn, wie es heißt: „Und Nebukadnezar antworte und sprach: Gepriesen sei der G-tt Schadrachs, Meschachs und Abednegos, der Seinen Engel gesandt hat und gerettet Seine Knechte“ (Daniel 3,28). So war es in vergangener Zeit, und einst in der Zukunft, wenn Er sie aus den Drangsalen und aus den Verbannungen herausführt, werden sie Ihn loben, wie es heißt: Stufenlied.שיר מעלת heißt es hier nicht, sondern: שיר המעלות. Wenn nämlich die Israeliten steigen, so steigen sie nicht nur eine Stufe (מעלה אחת), sondern sie steigen viele Stufen (למעלות הרבה). Und so heißt es: „Du wirst steigen eine Stufe nach der anderen (מעלה מעלה)“ (Dwarim 24,42), und es heißt: „Wer ist, die da heraufsteigt von der Wüste?“ (Schir HaSchirim 3,6); d. i. wer ist, die da sich von der Wüste erhebt? Und wer ist, die da sich von der Wüste erhebt? Und wenn die Israeliten fallen, so fallen sie nicht ein Fallen, sonder: „Und du wirst sinken immer tiefer und tiefer“ (Dwarim 28,43). Und so heißt es: „Er warf vom Himmel herab zur Erde Israels Herrlichkeit“ (Ejcha 2,1), und wenn sie steigen, so steigen sie von Stufe zu Stufe. Darum heißt es Stufenlied (שור מעלות).

„Und Jitro sprach: Gepriesen sei der Ewige, der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand des Pharao, der das Volk errettet hat unter der Hand der Ägypter hinweg!“ (Schemot 18,10).

Midrasch Tehillim 118,22
Vers 24. Diesen Tag hat der Ewige gemacht. Nach allen Erlösungen, welche an den Israeliten vorübergegangen, folgte immer wieder eine Unterjochung, aber von jetzt ab und weiter wird keine Unterjochung mehr folgen, wie es heißt: „Saitenspielet dem Ewigen, denn Herrliches hat Er getan … denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels“ (Jeschajahu 12,5.6).
Vers 25. Bitte, Ewiger, erlöse doch!
Die Männer Jeruschalajims sprechen von innen: Bitte, Ewiger, erlöse doch! Und die Männer Jehudas sprechen von außen: Bitte, Ewiger, lasse es gelingen.
Die Männer Jeruschalajims sprechen von innen: Vers 26. Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Ewigen! Und die Männer Jehudas sprechen von außen: Wir segnen euch vom Hause des Ewigen!
Die Männer Jeruschalajims sprechen von innen: Vers 27. Der Allmächtige ist der Ewige und Er leuchtet uns! Und die Männer Jehudas sprechen von außen: Bindet das Festopfer mit Seilen bis zu den Hörnern des Altars.
Und die Männer Jeruschalajims sprechen von innen: Vers 28. Mein G-tt bist Du , Dich preise ich, und die Männer Jehudas sprechen von außen: Mein G-tt, ich erhebe Ddich.
Endlich taten die Männer Jeruschalajims und die Männer Jehudas ihren Mund auf und priesen den Ewigen mit den Worten: Vers 29. Danket dem Ewigen, denn Er ist gütig, ewig währet Seine Gnade.

„Nun weiß ich, dass der Ewige größer ist als alle Götter; denn worin sie ihre Bosheit taten, übermannte Er sie“ (Schemot 18,11).

Midrasch Tehillim 86,4
Vers 9. Alle Völker, die Du gemacht, werden kommen und Dich anbeten, Ewiger, sie mögen wollen oder nicht, mit zerbrochenen Nacken. Und ehren Deinen Namen. Warum? Vers 10. Denn groß bist Du und tust Wunder.

R. Tanchum hat gesagt: Einem Könige von Fleisch und Blut zollt man Lobeserhebungen in Angesicht, man zollt aber auch den Eparchen mit Lobeserhebungen. Warum? Weil man, wenn man sie lobt, auch ihn lobt, und sie tragen seine Last mit ihm. Aber der Heilige, gelobt sei Er, ist nicht so, kein Mensch trägt mit ihm Seine Last. Du kannst es auch daraus erkennen, dass es sich so verhält: R. Chanina und R. Jochanan haben gesagt: Die Engel wurden am zweiten Tage erschaffen, damit nicht die Völker der Welt sagen sollten: Michael stand im Norden und Gabriel im Süden und spannten ihm die Himmel aus[1].

Midrasch Tehillim 96,2
Vers 4. Denn groß ist der Ewige und sehr gepriesen, denn Er rollt das Licht vor der Finsternis und die Finsternis vor dem Licht. Und wer tut also? Der Heilige, gelobt sei Er.
Vers 5. Aber all die Götter der Völker sind Nichtiges.
Warum heißen sie „ אלילים?„ Nach R. Jose: Weil sie ihren Anbetern Jammer (אללילמו) bereiten. Was bedeutet גילולים, Gräuel? Weil sie wie Exkremente (כגלל) unrein sind. Was bedeutet פסילים? Weil sie untauglich sind und untauglich machen (פסולים ונפסלים). Was bedeutet תועבה, Abscheu? Weil der Mensch durch ihn irrt (תועה בה). Was bedeutet עצבים? Weil sich ihre Verehrer durch sie Schmerzen bereiten (שמתעצבים). Aber der Ewige hat die Himmel gemacht.
Vers 6. Glanz und Majestät ist vor Ihm.
Damit sind die Dienstengel gemeint. Darum: Vers 7. Spendet dem Ewigen, Geschlechter der Völker; spendet dem Ewigen Ehre und Macht für die Zukunft.
Vers 8. Bringet Geschenke, wie es heißt: Könige bringen dir Geschenke (Tehillim 68,30).
Vers 9. Bücket euch vor dem Ewigen, wie es heißt: „Alles Fleisch wird kommen, um sich vor Mmir zu bücken, spricht der Ewige“ (Jeschajahu 66,23). An jenem Tage:
Vers 10. Sprechet unter den Völkern: Der Ewige ist König,
wie es heißt: „Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde“ (Secharja 14,9). Und fest ist das Erdenrund in Gerechtigkeit; wankt es nicht, denn die Frevler werden nicht oft in der Welt gefunden. Er richtet Völker mit Gradheit, denn die Völker werden vor ihm nur mit Gradheit gerichtet. Und wenn in ihnen nichts ist, worauf sie sich stützen können so gehen sie zu Grunde.
Vers 11. Dann werden sich freuen die Himmel und die Erde wird frohlocken, ob der Hilfe Israels.
Vers 12. Es frohlockt das Gefilde, das ist das Paradies, ob der Freude der Gerechten.

19 Höre nun auf meine Stimme, ich will dir raten, und G-tt wird mit dir sein: Sei du für das Volk vor G-tt, und bringe du die Sachen zu G-tt; 20 und erläutere ihnen die Satzungen und die Gesetze, und tue ihnen kund den Weg, auf dem sie wandeln, und das Werk, das sie tun sollen“ (Schemot 18,19-20).

Midrasch Tehillim 119,4
Vers 4. Du hast Deine Befehle erlassen, sie zu beobachten gar sehr. Überall wo der Heilige, gelobt sei Er, betreffs der Thora gebietet, gebietet Er es ihnen in der Thora, gebietet er es ihnen in den Propheten und gebietet er es ihnen in den Hagiographen. Und so heißt es: „Habe Ich dir nicht dreifach mit Rat und Kenntnis geschrieben?“ (Mischle 20,20). Und es heißt: „So höre Israel, und beobachte zu tun“ (Dwarim 6,3), und es heißt: „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr“ (dort 4,9). Was heißt: „Hüte dich?“ Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Wenn du die Thora hütest, so hüte Ich deine Seele. Darum heißt es: „Hüte dich und hüte deine Seele sehr … alle Tage deines Lebens“ (dort). Was heißt: „Alle Tage deines Lebens?“ Wenn du die Thora alle Tage deines Lebens befolgst, so wirst du so glücklich sein, dass du Kinder und Kindes Kinder siehst. Darum heißt es: „Und du sollst sie kundtun deinen Kindern und den Kindern deiner Kinder“ (dort). Und wenn du Kinder und Kindeskinder siehst, siehe, so ist Frieden, wie es heißt: „Und siehe Kinder von deinen Kindern, dann Frieden über Israel!“ (Tehillim 128,6)!

[1]Vergl. Bereschit Rabba Par. 1 und 3.

 
 
 
 
 
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