Midrasch Tehillim zur Parascha Schemot, Teil 2

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Schemot Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und er wandte sich dahin und dorthin, und als er keinen Mann sah, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sande“ (Schemot 2,12).

Midrasch Tehillim 24,7
Vers 3. Wer steigt hinauf auf den Berg des Ewigen? D. i. Mosche, wie es heißt: „Und Mosche stieg hinauf zu G-tt“ (Schemot 19,3). Und wer stehet auf seiner heiligen Stätte? D. i. Mosche, wie es heißt: „Und du bleibe hier bei Mir“ (Dwarim 5,28).
Vers 4. Wer rein an Händen ist, d. i. Mosche, wie es heißt: „Nicht einen Esel von einem unter ihnen habe ich genommen“ (Bemidbar 16,15); und reinen Herzens ist, d. i. Mosche, der seine Angelegenheiten klar darlegte (שהיה מברר) in dem Augenblicke, als der Heilige, gelobt sei Er, zu ihm sagte: Gehe in Meiner Sendung zu Pharao, wie es heißt: „Und Mosche sprach zu G-tt; Siehe, ich käme zu den Kindern Israel und spräche zu ihnen: Der G-tt eurer Väter sendet mich zu euch! Und sie sprächen zu mir: Welches ist Sein Name? Was soll ich ihnen sagen“ (Schemot 3,13)? Wer nicht erhebt zum Eitlen die Seele, d. i. Mosche, denn er nahm nicht zum Eitlen die Seele des Ägypters, wie es heißt: „Und er wandte sich dahin und dorthin, und als er keinen Mann sah, erschlug[1] er den Ägypter“ (Schemot 2,12)[2]. Was sah er? Er sah die Engel und beriet sich mit ihnen, dass er ihn rechtens umbringe, denn er erschaute, dass kein Ger Zedek, Gerechter, von ihm erstehen würde, wie es heißt: „Und als er sah, dass kein Mann da war.“ Und der nicht schwört zum Truge, d. i. Mosche, wie es heißt: „Und Mosche schwor, bei dem Manne zu bleiben“ (Schemot 2,21). Daraus geht hervor, dass Mosche dem Jitro schwur, dass er ohne seine Erlaubnis nicht nach Ägypten wider zurückkehre. Unter „ויאל„ ist nichts anderes als ,שבועהSchwur zu verstehen, wie es heißt: „Und Schaul beschwor (ויואל) das Volk“ (1. Schmu’el 14,21). Komm und sieh, als er in der Sendung des Heiligen, gelobt sei Er, nach Ägypten zurückkehren wollte, was steht da geschrieben? „Und Mosche ging und kam zurück zu Jitro, seinem Schwiegervater“ (Schemot 4,18).
Vers 5. Darum erhielt er Segen von dem Ewigen, denn er wurde König und Lehrer für ganz Israel. Und Gerechtigkeit vom G-tte seiner Erlösung, denn er erlangte, dass die Thora den Israeliten durch ihn gegeben wurde.

„Und G-tt hörte ihr Wehklagen, und G-tt gedachte Seines Bundes mit Abraham, mit Jizchak und mit Jakow“ (Schemot 2,24).

Midrasch Tehillim 114,5
Als Israel aus Ägypten Durch welches Verdienst zogen die Kinder Israels aus Ägypten?

R. Jehuda sagt: Durch das Verdienst des Pesachblutes und des Beschneidungsblutes, wie es heißt: „Und Ich sprach zu dir: Und in deinem Blute lebe! Und Ich sprach zu dir: Und in deinem Blute lebe“ (Jecheskel 16,6)[3].

R. Nechemja sagt: Durch das Verdienst der Thora, die sie einst empfangen sollten, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israel“ (Schemot 2,25), und bei der Gesetzgebung heißt es auch: „Und das Volk sah die dieStimmen“ (dort 10,18). Es gibt aber auch noch eine andere Stelle, von der wir das lernen können. „Wenn du dieses Volk aus Ägypten führst, sollt ihr G-tt am diesem Berge dienen“ (dort 3,12).

R. Jehoschua ben Levi sagt: Im Verdienste der Wohnung des Stiftszeltes, die sie einst machen würden, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israels“ (dort 2,20), und bei der Wohnung heißt es auch: „Und Mosche sah das ganze Werk“ (dort 39, 43). Es gibt aber noch eine andere Stelle, von der wir das lernen können. „Der Ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte, auf das Ich unter ihnen wohne“ (dort 29,46), d. i. unter der Bedingung, auf dass Ich unter ihnen wohne.

R. Elieser ben Jakow sagt: Im Verdienste Chananja’s, Mischael’s und Asarja’s, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israel“ (dort 2,20), und bei ihnen heißt es auch: „Denn wenn seine Kinder sehen Meiner Hände Werk in seiner Mitte, heiligen sie Meinen Namen und sie heiligen den Heiligen Jakows“ (Jeschajahu 29,23). Was heißt: „Denn wenn seine Kinder sehen?“ „Die Kinder, an denen kein Makel ist“ (Daniel 1,4), „denn sie heiligten Meinen Namen im Glutofen.“

R. Abba bar Kahana sagt: Im Verdienste der Generation von Jeschajahu, wie es heißt: „Das Werk Meiner Hände in seiner Mitte“. Als David also sah, durch wie viele Verdienste die Israeliten auszogen, brach er in das Lob aus wegen des Auszuges aus Ägypten, wie es heißt: Halleluja! Als Israel aus Ägypten zog.

„Und G-tt sah die Kinder Israel, und G-tt erkannte sie und ihre Not“ (Schemot 2,25).

Midrasch Tehillim 103,10
Vers 7. Kund tut Er seine Wege Mosche und den Kindern Israel Sein Tun. R. Berachja hat im Namen des R. Abba bar Kahana gesagt: Mosche saß und rechnete, seitdem die Israeliten nach Ägypten hinabgezogen waren, und der Heilige, gelobt sei Er, rechnet und zählt bis jetzt[4]; die Antwort ist lang und wenn nicht, siehe, so rechnet er von der Stunde ab, da Jizchak geboren, bereits sind wir in Freiheit (wie es heißt): „Und G-tt sah die Kinder Israel und merkte auf sie“ (Schemot 2,25), „und Mosche weidete“ (dort 3,1). Mosche sprach vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! „Tue mir kund deine Wege“ (dort 33,13)! Meine Wege, versetzte der Heilige, gelobt sei Er, willst du wissen? Bei deinem Leben, Ich will sie dir kundtun. Das wollen die Worte sagen: Kund tut Er Seine Wege Mosche.

Und den Kindern Israel Sein Tun. Das ist nicht so, wie es heißt: „Und er bürdet ihr Anschuldigen auf (עלילות דברים)“ (Dwarim 22,14). R. Schmu’el bar Nachmani hat gesagt: O Mensch, wenn deine Taten barmherzig sind, so erbarmt man sich über dich.

„Da erschien ihm der Engel des Ewigen in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch; und er sah: und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt.“ (Schemot 3,2).

Midrasch Tehillim 27,2
Eine andere Auslegung: Der Ewige ist mein Licht und meine Erlösung. Das ist, was die Schrift sagt: „Eine Leuchte meinem Fuß ist Dein Wort und ein Licht für meine Bahn“ (Tehillim 119,105). Wem gleichen die Frevler?[5] Einem Menschen, der in Nacht und Finsternis wandelt, gelangt er an einen Steine, so strauchelt er an ihm, naht er einer Grube, so stürzt er hinein. So heißt es: „Der Weg der Frevler ist im Dunkeln, sie wissen nicht, woran sie straucheln“ (Mischle 4, 19). Wem aber gleichen die Gerechten? Einem Wanderer, der in der Hand eine brennende Leuchte hält, naht er einem Steine, so wird er vor ihm bewahrt, dass er nicht strauchelt, naht er einer Grube, so wird er bewahrt, dass er nicht hineinfällt. So sprach auch David: Wollte ich den Schabbat entheiligen, so leuchtete mir die Thora, denn es heißt: „Gedenke des Schabbattages, ihn zu heiligen“ (Schemot 20, 8), wollte ich die Ehe brechen, so leuchte mir die Thora, denn es heißt: „Der Ehebrecher und die Ehebrecherin sollen des Todes sterben“ (Wajikra 20, 10). Das ist, was die Schrift sagt: „Eine Leuchte meinem Fuß ist dein Wort und ein Licht für meine Bahn.“

Eine andere Auslegung: „Eine Leuchte meinem Fuß ist Dein Wort und ein Licht für meine Bahn“ (Tehillim 119,105). Wenn es „Leuchte“ heißt, warum steht noch „Licht“, und wenn es „Licht“ heißt, warum steht noch „Leuchte“? Allein David sprach: Sowie ich nur anfange, mich ein wenig mit den Worten der Thora zu beschäftigen, so strömen sie mir zu, sowie ich nur in sie eintrete, öffnen sich mir viele Thore. Darum sagte David: „Eine Leuchte und ein Licht.“

Eine andere Auslegung:  „Eine Leuchte ist Dein Wort und ein Licht für meine Bahn.“ Wann hat David diesen Vers gesagt? Als er nach dem Tale Rephaim wanderte. Trotzdem zog er nicht in den Krieg, bis er die Urim und Tummim befragt hatte. Und so findest du auch, als Schmu’el ging, David zu salben, klagten ihn die Dienstengel vor dem Heiligen, gelobt sei Er, an und sprachen: Herr der Welt! Warum nimmst Du das Königtum von Schaul und gibst es David? Er antwortete ihnen: Ich will euch den Unterschied zwischen Schaul und David dartun. Schaul ging und befragte die Urim und Thummim; als er aber sah, dass die Philistäer über ihn kamen, sprach er zum Priester: Ziehe zurück deine Hand, und er wartete nicht, bis er das Wort beendet hatte, denn es heißt: „Und es geschah, während Schaul zum Priester redete;….da sprach Schaul zum Priester: „ziehe zurück deine Hand“ (1 Schmuel 14,19), aber als David die Philistäer im Tale Rephaim über sich kommen sah, fing er sofort an die Urim und Thummim zu befragen, wie es heißt: „Und abermals zogen die Philistäer herauf und breiteten sich aus im Tale Rephaim und David befragte den Ewigen und dieser sprach: Ziehe nicht hinauf! Wende dich ihnen in den Rücken“ (2 Schmu’el 5,22.23), d. i. du hast keine Erlaubnis, deine Hand gegen sie auszustrecken, selbst wenn sie dir bereits nahe sind, bis du die Wipfel der Bäume sich schütteln (sich bewegen) sehen wirst, wie es heißt: „Und es geschehe, wenn du Geräusch des Schrittes auf den Spitzen der Maulbeerbäume hörst“ (dort V. 24), und nicht in ihrem Rücken, „dann beeile dich“ (dort). Das ist die Sprache der Entscheidung, wie z.B.: „Wenn eingezeichnet (festgesetzt) sind seine Tage“ (Jiob 14,5).

Warum gab er ihm aber das Zeichen mit den Spitzen der Maulbeerbäume הבכאים und nicht mit ihren Rücken? R. Berachja hat gesagt: Es sind Arten von Bäumen, die ganz voll Dornen sind, so dass jeder, der sie berührt, sofort weint בכה, um dich zu lehren, dass so lange die Israeliten in Not sind, es gilt, als ob die Not vor dem Heiligen, gelobt sei Er, wäre, sie es heißt: „Bei all ihrer Not ist Ihm Not“ (Jeschajahu 63,9). So heißt es z.B.: „Und es erschien ihm ein Engel des Ewigen in einer Feuerflamme aus dem Dornbusche“ (Schemot 3,2). Und warum aus dem Dornbusche und nicht aus einem andern Baume? Allein (es soll dadurch angedeutet werden): „Mit ihm bin Ich in der Not“ (Tehillim 91,15). Als die Philistäer kamen und die Israeliten sie sahen, dass sie nicht einmal vier Ellen von ihnen entfernt waren, sprachen sie zu David: Wozu stehen wir still? Er antwortete ihnen: Es ist mir bereits vom Himmel (von G-tt) befohlen worden, dass wir nicht eher die Hand gegen sie ausstrecken sollen, bis wir die Wipfel der Bäume sich schütteln sehen. Strecken wir die Hand gegen sie aus, so sterben wir; strecken wir nicht die Hand gegen sie aus, so bringen sie uns um, es ist besser, wir sterben als Gerechte und nicht als Schuldige; wir allein, ich und ihr, wollen unsere Augen auf den Bäume und sie streckten die Hand gegen sie aus (griffen sie an), wie es heißt: „Und David tat also, wie der Ewige ihm geboten und schlug die Philistäer von Geba bis Geser“ (2. Schmu’el 5,25). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Dienstengel: Sehet, welcher Unterschied zwischen David und Schaul ist? Was war die Ursache, dass David gerettet wurde? Das Wort des Heiligen, gelobt sei Er, das er aufrecht hielt und das ihm leuchtete, wie es heißt: „Eine Leuchte meinem Fuß ist Dein Wort.“

„Und Mosche sprach: Ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt“ (Schemot 3,3)

Midrasch Tehillim 18,22
Vers 26. Mit dem Frommen verfährst Du fromm, mit dem heldenhaft untadeligen Mann untadelig. 27. Mit dem lauteren verfährst Du lauter und mit dem Krummen windest Du Dich.

… R. Nechemja legte den Vers auf unsern Mosche Rabbenu aus. In der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, mit Frömmigkeit entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit Frömmigkeit entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, untadelig entgegen kam, kam ihm der Heilige, gelobt sei Er, untadelig entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegen, und in der Stunde, wo er über seine Angelegenheiten Gewissheit haben wollte, verschaffte ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, Gewissheit. Und wann kam er ihm mit Frömmigkeit entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Warum verbrennt der Dornbusch nicht“ (Schemot 3,3)? Er erhielt zur Antwort: Weil Meine Herrlichkeit sich darin befindet. Was steht dort? „Und Mosche verbarg sein Angesicht“ (dort V. 6). Und wann kam er Ihm untadelig entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Und wenn sie zu mir sprechen: Wie ist Sein Name“ (dort V. 13)? Da erhielt er die Antwort: Jetzt für diese Stunde: „Ich werde sein, der Ich sein werde“ (dort V. 14). Wann kam er Ihm mit Krümmung entgegen? In der Stunde, wo er sprach: „Sende doch, wen Du senden willst“ (Schemot 4,13). Was folgt darauf? „Und er wird für dich reden zu dem Volke…“ (dort V. 16). Und wann erhielt er Gewissheit über seine Angelegenheiten? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Lass mich Deine Herrlichkeit sehen“ (dort 33,18). Was folgt darauf? „Und Er sprach: Ich werde alle Meine Güte an deinem Angesicht vorüberziehen lassen“ (dort V. 19). R. Schmu’el hat gesagt: Daraus geht hervor, dass der Heilige, gelobt sei Er, Mosche während der ganzen sieben Tage am Dornbusche zuredete, er sollte in Seiner Sendung nach Ägypten gehen. Das ist, was geschrieben steht: „und Mosche sprach zum Ewigen: Bitte, Herr! Ich bin kein Mann von Worten, auch גם seit gestern תמול, auch seit Vorgestern שלשום, auch seitdem מאזDu redest mit Deinem Knechte“ (dort 4,10). Das Wörtchen גםfügt etwas hinzu. Wie so?תמול, gestern, siehe, das sind zwei Tage, שלשום vorgestern, siehe, das sind zwei Tage, und das dreimalige גם, siehe, das sind drei; siehe, das sind zusammen sechs Tage; מאז seitdem, siehe, das sind sieben. Am siebenten Tage sprach er zu ihm: „Sende doch, wen Du senden willst“ (dort V. 13). Und er weigerte sich und sprach zum Heiligen, gelobt sei Er,: Herr der Welt! Längst habe ich berechnet, was Du unserm Vater Abraham (beim Bunde) zwischen den Stücken gesagt hast: „Und sie werden sie knechten und sie drücken vierhundert Jahr“ (Bereschit 15,13). Noch sind diese nicht voll und sie (die Israeliten) haben dort erst zweihundertundzehn Jahre gearbeitet. Der Heilige, gelobt sei Er, antwortete ihm: Nicht so, wie du es bei dir berechnest, ist es, denn seit dem Tage, wo Jizchak geboren worden, habe Ich ihnen das Ende beschleunigt und es übersprungen, und so heißt es: „Er springt (מדלג) über die Berge“ (Schir HaSchirim 2,8), und so ist es bereits voll. Das ist, was geschrieben steht: „Er hat dem Mosche Seine Wege wissen lassen und die Kinder Israel Seine Vorwände (עלילותיו)“ (Tehillim 103,9), nämlich den Vorwand, den Er in Bezug auf die Kinder Israel gemacht hat. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Bei deinem Leben! Ich wickele es dir in deine Flügel. Und wann bestrafte ihn der Heilige, gelobt sei Er? Nach R. Berachja zur Zeit, da er den Heiligen, gelobt sei Er, während der ganzen sieben Tage des Adar bat, dass er in das Land Israel einziehen möchte, und er vor Ihm wiederholt flehte, wie es heißt: „Und ich flehte zum Ewigen in selbiger Zeit“ (Dwarim 3,23). Was bedeutet: ואתחנןflehte?Daraus geht hervor, dass er wiederholt vor den Dienstengeln in Flehen sich erging (שהרבה תחנונים). Hier heißt es: „ואתחנן, und er flehte“, und dort heißt es: „Und ihre Füße waren grade (ישרה)“ (Jecheskel 1,7). Das Wortואתחנן hat an Zahlenwert 515, gerade soviel wie das Wort ישרה. Am siebenten Tage sprach Er zu ihm: „Du sollst nicht über diesen Jordan gehen“ (Dwarim 31,2). Nach R. Chelbo versah Mosche an allen sieben Weihetagen das Hohepriesteramt. Was steht zum Schlusse? „Am achten Tage rief Mosche den Aharon und seine Söhne“ (Wajikra 9,1).

„Und Ich bin herabgekommen, um es aus der Hand der Ägypter zu erretten und es aus diesem Lande hinaufzuführen in ein gutes und geräumiges Land, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter und der Hethiter und der Amoriter und der Perisiter und der Hewiter und der Jebusiter“ (Schemot 3,8).

Midrasch Tehillim 107,4
Eine andere Auslegung:Verse 2. u. 3. Es sollen die vom Ewigen Erlösten sprechen, die Er erlöst hat aus der Hand des Feindes, und aus den Ländern gesammelt. Sowie der Vogel in die Hand des Jägers gegeben ist, wenn er will, so tötet er ihn, und wenn er will, so lässt er ihn am Leben, so waren auch die Israeliten in die Hand des Ägypters versenkt, wie es heißt: „Und Ich bin herabgekommen, sie zu retten aus der Hand de Ägypter“ (Schemot 3,6)[6]. Und so heißt es: „Und der Ewige rettete an diesem Tage Israel aus der Hand der Ägypter“ (dort 14,30).

R. Abba bar Kahana im Namen unserer Rabbanan hat gesagt: Gleich dem Embryo, der im Leibe des Viehs sich befindet, sowie der Hirt seine Hand hineinsteckt und ihn aus dem Leibe löst, so machte es auch der Heilige, gelobt sei Er, mit den Israeliten, um sie aus Ägypten herauszuführen, wie es heißt: „Zu kommen, um sich zu nehmen ein Volk aus einem Volke heraus“ (Dwarim 4,34).

R. Eibu im Namen des R. Jose ben Simra hat gesagt: Sowie der Goldschmied seine Hand ausstreckt und das Gold aus dem Schmelzofen nimmt, so führte der Heilige, gelobt sei Er, die Israeliten aus der Hand der Ägypter heraus, wie es heißt: „Und Er führte euch heraus aus dem eisernen Schmelzofen, aus Ägypten“ (dort V. 20). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Israeliten: In Ägypten wart ihr zerstreut und ich sammelte euch in eine kleinen Stunde nach Raemses, und jetzt seid ihr auch zerstreut in alle Länder, und wie Ich euch früher gesammelt habe, so werde Ich euch in der Zukunft sammeln. wie es heißt: „Und zum zweiten Male lässt Er Seine Hand walten, sich zu eignen den Rest Seines Volkes … und Er sammelt die Verstoßenen Israels, und die Zerstreuten Jehudas versammelt Er von den vier Enden der Erde“ (Jeschajahu 11,11.12). Darum heißt es: Und aus den Ländern sammelt Er sie.

„Da sprach G-tt zu Mosche: Ich werde sein, der Ich sein werde. Und Er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: "Ich werde sein" hat mich zu euch gesandt“ (Schemot 3,14).

Midrasch Tehillim 72,1
Vers 1. Von Schlomo. G-tt, verleihe Deinen Richterspruch dem Könige und Deine Gerechtigkeit dem Königssöhne. Das ist, was die Schrift sagt: „Saget von dem Gerechten, dass er gut ist, denn die Frucht ihrer Werke werden sie essen“ (Jeschajahu 3,10).

R. Jehuda der Levite im Namen des R. Schallum hat gesagt: Wer ist der, welcher gerecht genannt wird? Das ist der Heilige, gelobt sei Er, wie es heißt: „Denn gerecht ist der Ewige, Gerechtigkeit liebt Er“ (Tehillim 11,7), d. i. wenn wir Verdienste haben und wenn wir gute Werken besitzen, so gibt Er uns von dem Unsrigen, wenn aber nicht, so erweist Er uns Gerechtigkeit und Gnade von dem Seinigen. Gibt es wohl einen größeren Gerechten als diesen? Das wollen die Worte sagen: „Saget von dem Gerechten, dass er gut ist.“

Eine andere Auslegung: „Saget von dem Gerechten, dass er gut ist.“ R. Eibu hat gesagt: Als der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt erschuf, findest du, dass es bei jedem einzelnen Tagewerke heißt: „Und G-tt sah, dass es gut war (כי טוב)“, als Er aber Sein Werk vollendet hatte und ruhte, siehe, was steht da geschrieben? „Und G-tt sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut (טוב מאד)“ (Bereschit 1,31).

R. Jose im Namen des R. Chanina hat gesagt: In der Stunde, da der Heilige, gelobt sei Er, den Mosche nach Ägypten senden wollte, was sprach Mosche da? „Und sie werden zu mir sprechen: Welches ist Sein Name“ (Schemot 3,13)? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Du weißt meinen Namen nicht, komm, Ich werde ihn dir sagen: „Ich werde sein, der Ich sein werde (אהיה אשר אהיה), „Ehejeh (אהיה) sendet mich zu euch“ (dort V. 14). Du findest, dass dreimal das Wort אהיה steht. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach nämlich: Mit Barmherzigkeit habe Ich Meine Welt geschaffen, mit Barmherzigkeit werde Ich sie einst leiten, und mit Harmherzigkeit werde Ich einst nach Jeruschalajim zurückkehren, wie es heißt: „Ich kehre zurück nach Jeruschalajim in Barmherzigkeit“ (Sacharja 1,16). Als Mosche ging und das ihnen sagte, sprachen sie zu ihm: Was liegt uns ob über den Gerechten der Welt anderes zu sagen, als dass Er gut ist. Das wollen die Worte sagen: „Sprechet zu dem Gerechten, dass Er gut ist.“ Und auch David sagt: „Preiset den Ewigen, denn Er ist gut, denn ewiglich währt Seine Gnade“ (Tehillim 106, 1).

„Gehe hin und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: Der Ewige, G-tt eurer Väter, ist mir erschienen, G-tt Abrahams, Jizchaks und Jakows, und hat gesagt: Angesehen habe Ich euch, und was euch in Ägypten geschehen ist“ (Schemot 3,16).

Midrasch Tehillim 116,2
Eine andere Auslegung: Vers 2. Ich spreche zum Ewigen. David sprach vor dem Heiligen, gelobt sei Er: Herr der Welt! Obgleich ich König bin, so habe ich Dich doch als König über mich anerkannt. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Dafür bin Ich dir nicht zum Dank verpflichtet, Mein Gutes ist nicht bei dir. Und wem gehört Mein Gutes? Den Heiligen, die in der Erde sind, denn der Heilige, gelobt sei Er, nennt einen Gerechten nicht eher einen Heiligen, bis er in die Erde gegeben ist. Warum? Weil der böse Trieb ihn quält, und er ihm in dieser Welt nicht trauen darf, bis zu seinem Sterbetag. Und so hat auch Schlomo gesagt: „Ja, da ist kein Mensch gerecht auf Erden, der das Gute tue und nimmer fehle“ (Kohelet 7,20). Deshalb nennt Er ihn nicht eher heilig, als bis er in die Erde gegeben ist. Darum heißt es: Dem Heiligen, die in der Erde sind. Und selbst die Väter der Welt wurden nicht eher Heilige genannt, bis sie der Erde übergeben wurden, wie es heißt: „Siehe, Seinen Heiligen traut Er nicht“ (Jiob 16,16). Und wann traute Er ihnen? In der Stunde, da Er zu Mosche sprach: „Geh’ und versammle die Ältesten Israels“ (Schemot 3,16). Da stützte sich Mosche (auf das Verdienst der Väter) und sprach: „Gedenke an Abraham, Jizchak und Israel, Deine Knechte“ (dort 32,13).

R. Pinchas hat gesagt: Wenn die Väter der Welt gebeten hätten, ihre Wohnung möchte in der Höhe sein, sie hätten es vermocht, und obschon sie nicht eher Heilige hießen, bis sie gestorben waren und Grabstein vor ihnen geschlossen wurde.

R. Acha bar Papa hat gesagt: Was will der Vers sagen: „Auch die Starken (אבירים) zieht Er fort mit Seiner Kraft“ (Jiob 24,22)? Das ist der böse Trieb, der die Starken mit seiner Kraft fortzieht. Wer sind sie? Das Geschlecht des Enosch, das Geschlecht der Flut, das Geschlecht der Teilung[7] und die Sodomiter. Darum heißt es: „Erhebt sich auch ein Gerechter, so ist ihm im Leben nicht zu trauen“ (dort), d. i. so lange (die ganze Zeit, die) er lebt.

19 Aber Ich weiß wohl, dass der König von Ägypten euch nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch die starke Hand. 20 Und Ich werde Meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen Meinen Wundern, die Ich in seiner Mitte tun werde; und danach wird er euch ziehen lassen. 21 Und Ich werde diesem Volke Gnade geben in den Augen der Ägypter, und es wird geschehen, wenn ihr ausziehet, sollt ihr nicht leer ausziehen: 22 und es soll jede Frau von ihrer Nachbarin und von ihrer Hausgenossin silberne Geräte und goldene Geräte und Kleider fordern; und ihr sollt sie auf eure Söhne und auf eure Töchter legen und die Ägypter entleeren.“ (Schemot 3,19-22).[8]

Midrasch Tehillim 114,4
Vers 1. Als Israel aus Ägypten zog. R. Eleasar Hakappar hat gesagt: Im Verdienste von vier Dingen wurden die Israeliten aus Ägypten erlöst: 1) Weil sie ihren Namen nicht veränderten; 2) weil sie ihre Sprache nicht veränderten; 3) weil sie ihr Geheimnis nicht offenbarten und 4) nicht ausschweifend waren[9].

Sie veränderten ihren Namen nicht, wie es heißt: „Und dies sind die Geschlechter Reubens“ (Bemidbar 26,7); „dies sind die Geschlechter Schim’ons“ (dort V. 14), als Reuben und Schim’on zogen sie hinab und als Reuben und Schim’on zogen sie wieder herauf.

Sie veränderten Ihre Sprache nicht, denn sie sprachen die heilige Sprache, wie es heißt: Verse 1 u. 2: Das Haus Jakows vor dem Volke fremder Zunge, ward Jehuda zu Seinem Heiligtume, d. i. zu Seiner heiligen Sprache.

Sie offenbarten ihr Geheimnis nicht. Du findest, dass das Wort bei ihnen zwölf Monate aufbewahrt blieb, denn G-tt sprach zu ihnen: „Und jegliche Frau soll von ihrer Nachbarin entgegennehmen“ (Schemot 3,22), und es war unter ihnen kein Mann, der das Wort offenbarte.

Und sie waren nicht ausschweifend. Eine (eine Frau) war unter ihnen, aber der Heilige, gelobt sei Er, machte sie öffentlich bekannt, wie es heißt: „Als ausging der Sohn einer israelitischen Frau, derselbe war aber der Sohn eines ägyptischen Mannes … und der Name seiner Mutter war Schelomit, Tochter Dibris, vom Stamme Dan“ (Wajikra 24,10.11). Der da sprach und die Welt ward, bezeugt, dass in Israel nur er es war[10].

[1] S. Schemot Rabba 1,29. Die Rabbanan lehren, Mosche Rabbenu erschlug den Ägypter durch die Nennung des heiligen Namens, wie es heißt: „sagst du [den Namem], um mich zu töten?“ (Schemot ,14).
[2] S. bSanhedrin 58b. Wenn ein Fremder einen Israeliten tötet, so ist er des Todes schuldig. Mosche Rabbenu forschte nach, ob aus dem Verbrecher in der Zukunft ein Gerechter hervorkommt, um ihn zu verschonen. Die Väter haften zwar nicht für die Sünden der Söhne, doch deren Verdienste werden den Vätern angerechnet.
[3]S. Pesikta des Rab Kahana, Piska 7,4 ויהי בחצי הלילה
[4]Der Ewige, gelobt sei Er, berechnet die endgültige Erlösung; Mosche Rabbenu berechnete die Erlösung aus Ägypten.
[5]S. Schemot Rabba Par. 36.
[6]S. Mechilta  בשלחAbschn. 2, Par 6 sv. ויושע הי ביום החוא.
[7] Teilung der Völker durch die Sprachverwirrung.
[8] S. Schemot Rabba 3,11 ונצלתם ist verwandt mit מצולה Meerestiefe. Die Israeliten entleerten Ägypten, als hätten sie alle Fische aus einem Meer gefischt.
[9] S. Pesikta des Rab. Kahana, Piska S. 83b; vergl. Wajikra Rabba Par. 32; Schemot Rabba Par. 1 ; Bamidbar Rabba Par. 20.
[10]Nur er war der Sohn einer Unzüchtigen.

 
 
 
 
 
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