Midrasch Tehillim zur Parascha Tetzawe, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Tetzawe Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und du, du sollst den Kindern Israel gebieten, dass sie dir reines, zerstoßenes Olivenöl bringen zum Licht, um die Lampen anzuzünden beständig“ (Schemot 27,20).

Midrasch Tehillim 37,1
Vers 1. Von David. Erzürne nicht ob der Bösewichter, dein Herz ereifere sich nicht über die Übeltäter. Das ist, was die Schrift sagt: „Es ereifere dein Herz sich nicht über die Sünder“ (Mischle 23,17). Wofür sollst du dich vielmehr ereifern? „Dass du in der Furcht des Ewigen seiest alle Tage“ (dort). Ereifere dich nicht über die Leuchte der Frevler, denn sie ist nichts. Wie viel Öl ist darin? Ein Achtel oder ein Viertel? Es hat keine Zukunft, hört das Öl auf, so erlischt auch sogleich die Leuchte. So heißt es auch: „Es gibt keine Zukunft für den Bösen, die Leuchte der Frevler erlischt“ (dort 24,20), es vergeht sein Licht. Darum heißt es: Es ereifere sich dein Herz nicht über die Sünder, ereifere dich vielmehr für das Licht, das in Ewigkeit nicht erlischt, und für das Licht, das nicht aufhört. Welches ist das? Dieses: „Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Thora ist das Licht“ (dort 6,23). Darum heißt es: Es ereifere dein Herz sich nicht über die Sünder. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Eifere für Mich, denn wenn nicht Eifer vorhanden wäre, so hätte die Welt keinen Bestand, der Mann würde kein Weib nehmen und er würde kein Haus bauen. Wenn Abraham nicht geeifert hätte, so hätte er nicht Himmel und Erde erworben. Wann erwarb er sie? Als er zu Melchizedek sagte: Wie bist du aus der Arche herausgekommen?[1] Da antwortete ihm dieser: Durch die Wohltätigkeit, die wir daselbst übten. Abraham fragte: Worin bestand denn die Wohltätigkeit צדקה, die ihr in der Arche übtet? Gab es denn Arme daselbst? Es befanden sich doch nur allda Noach und seine Söhne? An wem übtet ihr also Wohltätigkeit? Melchizedek antwortete: An den zahmen und wilden Tieren und an den Vögeln, wir schliefen nicht, sondern legten blad diesem, bald jenem vor die ganze Nacht hindurch. In jener Stunde sprach Abraham: Wenn schon diese, wenn sie nicht Wohltätigkeit an zahmen und an wilden Tieren und an den Vögeln geübt hätten, nicht herausgegangen wären, und nur weil sie Wohltätigkeit übten, herausgegangen sind, um wie viel mehr ich, wenn ich sie an Menschenkindern übe! In jener Stunde pflanzte er die Tamariske (אשל) in Beerscheba. אשלist ein Notarikon und bedeutet: אכילה שתיה לויה, Speise, Trank Begleitung.[2] So hat auch Schlomo gesagt: „Und ich sah alle Mühe“ (Koh. 4, 4). Darum heißt es: „Es ereifere dein herz sich nicht über die Sünder.“

„20 Und du, du sollst den Kindern Israel gebieten, dass sie dir reines, zerstoßenes Olivenöl bringen zum Licht, um die Lampen anzuzünden beständig. 21 Im Zelte der Zusammenkunft, außerhalb des Vorhangs, der vor dem Zeugnis ist, sollen Aharon und seine Söhne sie zurichten vom Abend bis zum Morgen, vor dem Ewigen. Eine ewige Satzung bei ihren Geschlechtern von den Kindern Israels“ (Schemot 27,20-21).

Midrasch Tehillim 50,1
Vers 1. Psalm von Asaph. EL ELOHIM HASCHEM redet und ruft die Erde. Die Sektierer fragten den R. Simlai: Was heißt, was geschrieben steht: EL ELOHIM HASCHEM redet (דבר)? Er antwortete ihnen: דברו, sie reden und ויקראו, sie rufen, heißt es hier nicht, sondern: „, Er redet“ דבר und “und Er ruft“ ויקרא. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Unser Lehrer, diese hast du mit einem zerbrochenen Röhrchen fort gestoßen, was antwortest du uns? Er sprach zu ihnen: Alle drei Namen (G-ttes) sind einer, sowie ein Mensch zu sagen pflegt: ארכיטקטון, בנין, אומנון, Werkmeister, Baumeister, Architekt. Und warum erwähnt der Psalmist den Namen des Heiligen, gelobt sei Er, dreimal? Um zu lehren, dass der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt mit drei Namen erschaffen hat, entsprechend den drei guten Eigenschaften, durch welche die Welt erschaffen worden ist, nämlich durch Weisheit, Einsicht und Verstand, wie es heißt: „Durch Weisheit hat der Ewige die Erde gegründet, die Himmel festgestellt durch Einsicht, durch Seinen Verstand wurden die Tiefen gespalten“ (Mischle 3,19.20.). Ihnen entsprechend wurde auch das Stiftszelt und die Wohnung erbaut, wie es heißt: „Und Ich erfüllte ihn mit dem Geiste G-ttes, mit Weisheit, Einsicht und Verstand“ (Schemot 31,3). Desgleichen heißt es: „Der Ewige, dein G-tt, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifervoller G-tt“ (Dwarim 4,24). Und so sprachen auch die Kinder Gads: „Der Ewige, EL ELOHIM HASCHEM, EL ELOHIM HASCHEM, Er weiß es“ (Jehoschua 22,22). Was beabsichtigen sie, den Gottesnamen zwei Mal zu erwähnen: „EL ELOHIM HASCHEM?“ Gegenüber den drei (Gottesnamen), durch die die Welt erschaffen und mit welchen auch die Thora gegeben worden ist, wie es heißt: „Ich bin der Ewige (ה') dein G-tt (אלהיך), ein eifervoller G-tt (אל)“ (Dwarim 5,9). Darum heißt es: „EL ELOHIM HASCHEM redet und ruft die Erde.“ Da könnte ich glauben, der eine (der Himmel) ist für sich und die andere (die Erde) ist für sich erschaffen worden? Nein, beide sind zugleich erschaffen worden, wie es heißt: „Ja, Meine Hand hat gegründet die Erde und Meine Rechte ausgespannt die Himmel, Ich rufe über sie, sie stehen fest zumal“ (Jeschajahu 48,13). Daher heißt es: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange. Wenn Fleisch und Blut eine Gestalt bildet, so fängt es mit dem Kopfe an und endigt mit dem Fuße derselben, oder es fängt mit ihrem Fuße an und endigt mit ihrem Kopfe, aber der Heilige, gelobt sei Er, verfährt nicht so, sondern wenn Er den Menschen bildet, so bildet Er ihn mit einem Male. Und so heißt es: „Denn Er bildet das Ganze“ (Jirmejahu 10,16). Das wollen die Worte sagen: Vom Aufgang bis zu ihrem Niedergang. Und woher sind sie erschaffen worden? Von Zion, wie es heißt:

Vers 2. Von Zion, der Vollendung der Schönheit, d. i. der Vollendung der Schönheit der Welt. Was heißt: „הופיע, er strahlt?“ Er leuchtet (האיר). Unterהופיע , strahlen, ist nichts anderes als Licht (אורה) zu verstehen, wie es heißt: „Er bestrahlt sie (הופיע) mit dem Licht seiner Wolke“ (Jiob 37,15). Und woher entnehmen wir, dass von dieser (gegenwärtigen) Welt die Rede ist? Hier heißt es: „מכלל, Vollendung“ und dort heißt es auch: „Und es wurden vollendet (ויכולו) Himmel und Erde und ihr ganzes Heer“ (Bereschit 2,1). Aber auch wenn Er sie zerstört, beginnt Er von Zion aus, denn es heißt: „Und Ich mache Jeruschalajim zu Steinhaufen“ (Jirmejahu 9,10), und hernach heißt es: „Eine Öde soll das ganze Land werden“ (dort 4,27), ferner heißt es: „Und das Land wird eine Öde sein für dessen Bewohner“ (Micha 7,13). Und zu der Zeit, wo der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt erneuern wird, da wird er sie von Zion erneuern, wie es heißt: „Aufgerichtet wird sein der Berg des Hauses des Ewigen auf dem Gipfel der Berge“ (Jeschajahu 2,2).

„Und du, du sollst zu dir nahen lassen deinen Bruder Aharon und seine Söhne mit ihm, aus der Mitte der Kinder Israel, um Mir den Priesterdienst auszuüben: Aharon, Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Söhne Aharons“ (Schemot 28,1).

Midrasch Tehillim 79,4
Vers 1. Völker sind gekommen in Dein Erbe. Du ließt sie hineingehen, hast Du nicht in Deiner Thora gesagt: „Und der Fremde, der naht, soll des Todes sterben“ (Bemidbar 1,51)? Und nicht der Fremde allein, sondern sogar die beiden Söhne Aharons, die Heiligen, gingen hinein, um zu opfern und wurden verbrannt? Und ebenso Usia, ging er nicht hinein, um Dich zu ehren und was war in seiner Hand? Nicht Räucherwerk, um vor dir zu räuchern, und er kam aussätzig heraus, und nicht nur das, sondern die Erde erbebte, und jene Unbeschnittenen, ließt Du hineingehen? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Jene gingen hinein, ohne Erlaubnis zu haben, darum ahndete Ich es an ihnen, aber diese gingen mit Erlaubnis hinein, Ich habe es ihnen sogar befohlen, wie es heißt: „Denn siehe, Ich rufe allen Geschlechtern der Königreiche gegen Mitternacht zu, ist der Ausspruch des Ewigen“ (Jirmejahu 1,51). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Was haben sie gemacht? Sie haben Jeruschalajim zur Steppe gemacht, Ich erneuere es, wie es heißt: „Statt des Kupfers bringe Ich Gold…“ (Jeschajahu 60,17). Assaph sprach vor Ihm: Herr der Welt! Siehe, diese erneuest Du, was wird aber Deinen Kindern, die umgebracht worden, geschehen, wie es heißt: Vers 3. Sie haben die Leichen Deiner Knechte hingegeben zum Fraße dem Vogel des Himmels, das Fleisch Deiner Frommen dem Getier der Erde? Waren es denn Fromme? Siehe, es heißt doch: „Hengste mit starken Gliedern und Geilen waren sie“ (Jirmejahu 5,8)? Allein nachdem das Gericht an ihnen vollzogen worden, waren sie Fromme. Und so heißt es: „Und es soll geschehen, wenn Schläge verdient der Frevler“ (Dwarim 5,2), darauf heißt es: „Und nachdem er geschlagen worden, ist er dein Bruder in deinen Augen“ (dort V. 3). Zuerst heißt er: Frevler, dann aber „nachdem er geschlagen worden“, siehe, so ist er dein Bruder.

„Und setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephods, als Steine des Gedächtnisses für die Kinder Israel; und Aharon soll ihre Namen auf seinen beiden Schultern tragen vor dem Ewigen zum Gedächtnis. (Schemot 28,12).

Midrasch Tehillim 122,4
Vers 3. Jeruschalajim, du Aufgebaute. R. Jochanan hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich komme nicht eher in das himmlische (obere) Jeruschalajim, bis Ich in das irdische (untere) gekommen bin, wie es heißt: „in deiner Mitte der Heilige, gelobt sei Er, und ich werde nicht in die Stadt kommen“ (Hoschea 11,9). Gibt es denn oben ein Jeruschalajim? Ja, denn es heißt: Jeruschalajim, du Aufgebaute, wie eine Stadt, welche ganz verbunden ist. R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Eine Stadt, die ganz Israel zu Freunden macht, von nun an selbst in den übrigen Tagen des Jahres[3]. R. Seira hat gesagt: Nur in der Stunde, wo dahin die Stämme zogen, die Stämme Jah’s, ein Zeugnis für Israel.

Nach R. Abin bar Rab Ada hat Rab gesagt: Wer eine Frau heiratet, die für ihn nicht passt, so zeugt der Heilige, gelobt sei Er, wenn Seine Schechina sich herablässt und er für alle Stämme Zeugnis ablegt, nicht für ihn, wie es heißt: Vers 4. Dahin die Stämme zogen, die Stämme Jah’s, ein Zeugnis für Israel.[4] Wann sind sie ein Zeugnis für Israel? Zur Zeit, wenn die Stämme Stämme Jah’s sind.

„Und der Steine sollen nach den Namen der Söhne Israels zwölf sein, nach ihren Namen; in Siegelstecherei sollen sie sein, ein jeder nach seinem Namen, für die zwölf Stämme. (Schemot 28,21).

Midrasch Tehillim 118,20
Vers 22. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein geworden. Von Abraham ist Untaugliches, nämlich Ischma’el und alle Söhne der Ketura hervorgegangen, von Jizchak sind Esau und sein Fürsten hervorgegangen[5], aber Jakow hat zwölf Stämme gestellt, die alle vor dem Heiligen, gelobt sei Er, vollkommen waren, wie es heißt: „Wir alle sind Söhne eines Mannes, wir sind ehrliche Leute“ (Bereschit 42,11), und so heißt es auch: „Ganz schön bist du Meine Freundin, kein Fehler ist an dir“ (Schir HaSchirim 4,7).

„Und Aharon soll die Namen der Söhne Israels an dem Brustschilde des Gerichts auf seinem Herzen tragen, wenn er ins Heiligtum hineingeht, zum Gedächtnis vor dem Ewigen beständig. (Schemot 28,29).

Midrasch Tehillim 122,6
R. Acha hat gesagt: Jeruschalajim ist nur im Verdienste der Stämme erbaut worden, wie es heißt: Vers 3. Jeruschalajim, du Aufgebaute, und daran schließt sich an: Vers 4. Dahin die Stämme zogen, denn da saßen sie auf Thronen zum Gericht, um die Völker zu richten.

„Und nimm das Salböl und gieße es auf sein Haupt und salbe ihn“ (Schemot 29,7)

Midrasch Tehillim 133,1
Vers 1. Stufenlied von David. Siehe, wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder zusammenwohnen. Vers 2. Wie gutes Öl auf das Haupt herabfließt auf den Bart, den Bart Aharons, der herabrollt auf den Saum seiner Gewänder. Unsere Rabbanan haben gelehrt: Wie zwei Perltropfen hingen am Barte Aharons. Rab Papa hat gesagt: Es ist gelehrt worden: Wenn er die Brandopfer zählte, da ließen sie sich auf die Wurzeln seines Bartes nieder, worüber er besorgt war. Er dachte: Vielleicht habe ich, was G-tt behüte, an dem Salböl eine Untreue begangen? Da erschall aber eine Himmelstimme und sprach: Gleich dem Tau Hermons. Sowie am Tau keine Untreue ist, so ist auch am Salböl, das am Barte Aharons ist, keine Untreue. Allein Aharon war immer noch besorgt: Wenn auch Mosche vielleicht keine Untreue begangen hat, so kann ich doch eine Untreue begangen haben. Da erschall wieder eine Himmelstimme und sprach: Siehe, wie schön und wie lieblich ist es, wenn Brüder zusammenwohnen. Wie Mosche keine Untreue begangen hat, so hast auch du keine Untreue begangen.

„Und sie werden wissen, dass ich der Ewige bin, ihr G-tt, der Ich sie aus dem Lande Ägypten herausgeführt habe, um in ihrer Mitte zu wohnen; Ich bin der Ewige, ihr G-tt“ (Schemot 29,46).

Midrasch Tehillim 114,5
Vers 1. Als Israel aus Ägypten zog. Durch welches Verdienst zogen die Kinder Israels aus Ägypten? R. Jehuda sagt: Durch das Verdienst des Pesachblutes und des Beschneidungsblutes, wie es heißt: „Und Ich sprach zu dir: Und in deinem Blute lebe! Und Ich sprach zu dir: Und in deinem Blute lebe“ (Jecheskel 16,6). R. Nechemja sagt: Durch das Verdienst der Thora, die sie einst empfangen sollten, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israel“ (Schemot 2,25), und bei der Schenkung der Thora heißt es auch: „Und das Volk sah die Stimmen“ (dort 10,18). Es gibt aber auch noch eine andere Stelle, von der wir das lernen können. „Wenn du dieses Volk aus Ägypten führest, sollt ihr G-tt am diesem Berge dienen“ (dort 3,12). R. Jehoschua ben Levi sagt: Im Verdienste der Wohnung des Stiftszeltes, die sie einst machen würden, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israels“ (dort 2,20), und bei der Wohnung heißt es auch: „Und Mosche sah das ganze Werk“ (dort 39,43). Es gibt aber noch eine andere Stelle, von der wir das lernen können. „Der Ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte, auf das Ich unter ihnen wohne“ (dort 29,46), d. i. unter der Bedingung, auf dass Ich unter ihnen wohne. R. Elieser ben Jakow sagt: Im Verdienste Chananjas, Mischaels und Asarjas, wie es heißt: „Und G-tt sah die Kinder Israel“ (dort 2,20), und bei ihnen heißt es auch: „Denn wenn seine Kinder sehen Meiner Hände Werk in seiner Mitte, heiligen sie Meinen Namen und sie heiligen den Heiligen Jakows“ (Jeschajahu 29,23). Was heißt: „Denn wenn seine Kinder sehen“? „Die Kinder, an denen kein Makel ist“ (Daniel 1,4), „denn sie heiligten meinen Namen im Glutofen.“ R. Abba bar Kahana sagt: Im Verdienste des Zeitalters Jeschajahus, wie es heißt: „Das Werk Meiner Hände in seiner Mitte“. Als David also sah, durch wie viele Verdienste die Israeliten auszogen, brach er in das Lob aus wegen des Auszuges aus Ägypten, wie es heißt: Halleluja! Als Israel aus Ägypten zog.

„7 Und Aharon soll wohlriechendes Räucherwerk auf ihm räuchern; Morgen für Morgen, wenn er die Lampen zurichtet, soll er es räuchern; 8 und wenn Aharon die Lampen anzündet zwischen den zwei Abenden, soll er es räuchern: ein beständiges Räucherwerk vor dem Ewigen bei euren Geschlechtern“ (Schemot 30,7-8).

Midrasch Tehillim 108,2
Eine andere Auslegung: Vers 2. Zugerichtet ist mein Herz, o G-tt. David sprach: Ich richte mein Herz zu gleich Räucherwerk. Daher heißt es: „Zugerichtet sei mein Gebet, ein Räucherwerk vor Dir“ (Tehillim 14,2). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Weil dein Gebet so zugerichtet ist, so richte Ich auch deinen Thron zu, wie es heißt: „Und dauernd ist dein Haus und deine Herrschaft in Ewigkeit vor dir, dein sei zugerichtet bis in Ewigkeit“ (2. Schmu’el 7,16). Ich will singen und saitenspielen, auch meine Ehre, d. i. wegen der Ehre, die Du mir verliehen, wie es heißt: „Wer bin ich, Ewiger G-tt, und was ist mein Haus, dass Du mich bis hierher gebracht hast“ (dort V. 18)? Das bezieht sich auf die Königwürde. Das wollen die Worte sagen: Auch (אף) meine Ehre, d. i. ich schlief sogar (אף) nicht, sondern weckte den Morgen mit Harfe und Zither, wie es heißt: Vers 3. Erwache Harfe und Zither, ich will erwecken das Morgenrot.[6] David sprach: Nie kam der Morgen über mich und fand mich schlafend, sondern ich weckte den Morgen. Das wollen die Worte sagen: Ich erwecke das Morgenrot, und so heißt es: „Um Mitternacht stehe ich auf, Dir zu danken“ (dort 119,62), ferner heißt es: „Ich trete vor Dich hin beim Morgengrauen und flehe“ (dort V. 147).

Vers 4. Ich will dich preisen unter Völkern. Wofür? Vers 5. Denn groß über den Himmel hinaus ist Deine Gnade, d. i. die Gnade, die Du mir erwiesen, geht bis über den Himmel, denn ich fürchtete mich vor Dir, aber Du tröstetest mich und erzeigtest mir Gnade. Denn so heißt es: „Und David tröstete seine Ehefrau Batscheba … und Er sandte durch Nathan, den Propheten, und nannte seinen Namen Jedidja“ (2. Schmu’el 12, 24.25)[7].

„7 Und Aharon soll wohlriechendes Räucherwerk auf ihm räuchern; Morgen für Morgen, wenn er die Lampen zurichtet, soll er es räuchern; 8 und wenn Aharon die Lampen anzündet zwischen den zwei Abenden, soll er es räuchern: ein beständiges Räucherwerk vor dem Ewigen bei euren Geschlechtern“ (Schemot 30,7-8).

Midrasch Tehillim 141,2
Vers 2. Richte zu mein Gebet, ein Rauchopfer vor Dir; das Aufheben meiner Hände ein Abendopfer. Was heißt: Richte zu mein Gebet? David sprach also: Mein Herr! Als der Tempel stand, brachten wir dir Räucherwerk dar, jetzt aber, wo wir weder Altar noch Hohenpriester haben, nimm mein Gebet an, und die Veste werde zerrissen, dass mein Gebet Eingang finde. Darum heißt es: Richte zu mein Gebet, ein Rauchopfer vor Dir; das Aufheben meiner Hände ein Abendopfer. Und so heißt es auch: „Und zu mir sammelten sich alle, die zitterten vor den Worten des G-ttes Israels, wegen der Untreue der Weggeführten, ich aber saß betrübt bis zum Abendopfer. Und bei dem Abendopfer stand ich auf von meinem Fasten, und mit meinem zerrissenen Kleide und Obergewande beugte ich meine Knie und breitete meine Hände zu dem Ewigen, mein G-tte“ (Esra 9,4.5). Und warum beim Abendopfer?[8] Allein bis jetzt war den ganzen Tag meiner Seele wohl in der Welt, denn sie grämte sich nicht, aber zur Zeit des Abendopfers erstirbt sie in mir, und meine Eingeweide kehren sich um. Darum soll der Mensch seine Sünde bekennen und im Abendgebet um Gnade bitten. Darum heißt es: …das Aufheben meiner Hände ein Abendopfer. Und so sagt auch Daniel: „Und noch redete ich im Gebete, und der Mann Gabriel, den ich zu Anfang in dem Gesichte geschaut, gehüllt in Glanz, schwebte her zu mir um die Zeit des Abendopfers“ (Daniel 9,21). Wann war das? Zur Zeit des Abendopfers.

[1] Melchizedek - Schem
[2] Sinn: Abraham dachte: Um wie viel mehr werde ich für Speise, Trank und Begleitung, die ich den drei Menschen erwiesen, vor üblen Begegnissen bewahrt bleiben.
[3] S. j. Chagiga III, 79d vergl. Chagiga 26a.
[4] S. Kidduschin 70b vergl. Schemot Rabba. Par. 1; Wajikra Rabba Par. 32; Bemidbar Rabba Par. 3.
[5]S. Bereschit Rabba Par. 68.
[6] S. Midrasch Tehillim 22,8.
[7] S. Midrasch Tehillim 86.
[8]S. Berachot 6b.

 
 
 
 
 
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