Midrasch Tehillim zur Parascha Truma, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Trumah Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, dass Ich in ihrer Mitte wohne“ (Schemot 25,8).

Midrasch Tehillim 3,6
Vers 4. Aber Du Ewiger. David sprach: Du hast beschlossen und in Deiner Thora geschrieben: „Der Ehebrecher und die Ehebrecherin soll des Todes sterben“ (Wajikra 20,10). Du bist ein Schild um mich, denn Du schützest mich im Verdienst meiner Väter; meine Ehre, die durch Chuschai den Arki wiederhergestellt worden; und der mein Haupt erhebt, das durch den Propheten Nathan geschehen ist, wie es heißt: „Auch der Ewige hat deine Sünde hinweg genommen, du wirst nicht sterben“ (2. Schmu’el 12,13).

[Vers 3.] Die Rabbanan legen den Vers auf die Völker der Welt aus. "viele" רבים, das geht auf die Völker die Welt, wie es heißt: „Weh, ein Getöse vieler Völker עמים רבים“ (Jeschajahu 17,12). Sie sprechen zu meiner Seele, d. i. die Völker der Welt sprechen zu Israel: Sollte denn einem Volke, das vernahm: „Ich bin der Ewige, dein G-tt, du sollst nicht andere Götter haben neben Mir“ (Schemot 20,2), und nach Verlauf von 40 Tagen sprach: “Dies sind deine Götter, Israel“ (dort 32,8), Erlösung תשועה zu Teil werden? Es gibt ihm keine Erlösung bei G-tt. Sela.

Vers 4. Aber Du, Ewiger. Du hast mit ihnen (den Völkern) übereingestimmt und in Deiner Thora geschrieben: „Wer den Göttern opfert, außer dem Ewigen allein, soll gebannt werden“ (Schemot 22,19). Du bist ein Schild um mich. [Wo wäre ich] Wenn Du mich nicht um der Väter willen gewarnt hättest, denn Du hast uns geschützt durch das Verdienst unsrer Väter Abraham, Jizchak und Jakow. Meine Ehre, denn Du hast unter uns Deine Schechina wohnen lassen, wie es heißt: „Sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich unter euch wohne (Schemot 25,8). Und der mein Haupt erhebt. Anstatt dass wir (des Todes) schuldig waren, hast Du uns das Haupt erhoben, d. i. Du hast uns Erhebung des Hauptes gegeben, wie es heißt: „Denn Du erhebst das Haupt der Kinder Israel“ (Schemot 30,12).

„Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, dass Ich in ihrer Mitte wohne“ (Schemot 25,8).

Midrasch Tehillim 33,1
Vers 1. Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen, den Redlichen geziemt Lobgesang. Das ist, was die Schrift sagt: „Hönigseim träufeln deine Lippen, o Braut“ (Schir HaSchirim 4,11). Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Ich liebe zu hören deine Stimme, ob Jubel[1] oder Lobpreis, halte deine Stimme nicht zurück! Warum? „Denn deine Stimme ist lieblich ערב“ (dort 2,14). Sie (die Israeliten) sprechen: Siehe, Jakow klagt [wie über einen Toten]. G-tt spricht: Über wen? Nicht über Mich. Mir ist es Freude, mag Er klagen oder loben, wie es heißt: „Klaget Jakow zu, es ist Freude“ (Jirmejahu 31,6), und es heißt: „Honigseim träufeln deine Lippen, o Braut.“ Siehe, mit deinen Lippen, mit deiner Zunge, denn es heißt: „Honig und Milch ist unter deiner Zunge“ (Schir HaSchirim 4,11); mit deinem Gaumen, denn es heißt: „Und dein Gaumen ist wie guter Wein“ (dort 10,7), mit deiner Kehle, denn es heißt: „G-ttes Erhebung ist in ihrer Kehle“ (Tehillim 149,6). Alle jubeln: Die Gerechten jubeln, wie es heißt: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen. Die Frevler jubeln, denn es heißt: „O dass der Jubel der Frevler von kurzer Dauer ist“ (Jiob 20,5). So findest du es bei Pharao, als Mosche und Aharon zu ihm kamen, so sprach er am Anfang: „Wer ist der Ewige?“ (Schemot 5,2). Als er aber seine Vergeltung empfangen hatte, fing er an zu sagen: „Der Ewige ist gerecht, ich aber und mein Volk sind Frevler (dort 9,27). Doch die Frevler jubeln vor Ihm nicht eher, als bis Er Plagen über sie gebracht hat, aber die Gerechten sind nicht so. Jubelt, Gerechte, zum Ewigen, heißt es hier nicht, sondern: „im Ewigen“. Zur Zeit nämlich, wenn sie ihn sehen, jubeln sie sofort, wie es heißt: „Und Israel sah die große Hand“ (Schemot 14,31), und sogleich fingen sie an zu jubeln: „Damals sang Mosche“ (dort 15,1). Und so heißt es: „Und Mosche und Aharon kamen zum Stiftszelte … und Feuer ging aus von dem Ewigen … und das ganze Volk sah und sie jubelten“ (Wajikra 9,23. 24). Und ebenso in den Tagen Schlomos, siehe, was steht das geschrieben? „Und all die Kinder Israels sahen das Feuer herabkommen und die Herrlichkeit des Ewigen über dem Hause … und sie beteten an und dankten dem Ewigen, denn Er ist gütig, denn ewiglich währt seine Gnade“ (2. Diwre HaJamim 7,3). Darum heißt es: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen. Alles jubelt vor Ihm, Himmel und Erde, Sonne und Mond, Gestirne und Engel, wie es heißt: „Lobet den Ewigen aus dem Himmel, lobet Ihn in den Höhen, lobet Ihn, ihr alle Seine Engel, lobet ihn, ihr alle Seine Scharen; lobet Ihn, Sonne und Mond, lobet Ihn, all ihr Sterne des Lichts“ (Tehillim 148,2.3). Und obgleich alles vor Ihm jubelt, so ist doch der Jubel der Gerechten und Redlichen und Untadeligen vor Ihm (besonders) angenehm (נאה), wie es heißt: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen, an den Redlichen ist Lobgesang angenehm (נאוה).
Vers 3. Danket dem Ewigen mit der Zither, mit zehnsaitigem Psalter spielet Ihm. Vers 4. Singet Ihm ein neues Lied, dem der Neues geschaffen hat, denn Er verließ den Himmel und ließ seine Schechina auf der Erde wohnen, wie es heißt: „Machet mir ein Heiligtum, dass Ich wohne in ihrer Mitte“ (Schemot 25,8).

„Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, dass Ich in ihrer Mitte wohne“ (Schemot 25,8).

Midrasch Tehillim 91,1
Vers 1. Wer im Schutze des Höchsten sitzt, im Schatten des Allmächtigen ruht er. Das ist, was die Schrift sagt: „Denn mag wohl in Wahrheit G-tt wohnen auf der Erde? Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel können Dich nicht fassen, gar nun dieses Haus, das ich gebaut“ (1. Mlachim 8,27). R. Huna im Namen des R. Idi begann seinen Vortrag mit den Worten: „Und Du erhöhst, wie das Reem, mein Horn (Tehillim 92,11). Als David die Schafe weidete, fand er das Reem schlafend und er setzte sich darauf und fürchtete sich sehr und gelobte dem Heiligen, gelobt sei Er, wenn Er ihn von da in Frieden wieder heruntersteigen ließe, dass er das Heiligtum nach dem Maße der Höhe des Reem von hundert Ellen erbauen wolle, wie es heißt: „Und er baute wie Reemim (רמים) das Heiligtum“ (dort 78,69). Von diesem Psalm ging die Meinung, dass Schlomo ihn verfasst habe, allein es hat ihn Mosche in Bezug auf dass Allerheiligste verfasst, das Schlomo zwanzig Ellen im Geviert baute, wogegen das Allerheiligste, das Mosche baute, nur zehn Ellen im Geviert betrug.

R. Jehuda bar Simon hat gesagt: Mosche hörte drei Dinge aus dem Munde der Allmacht und er bebte zurück[2]. Als er zu ihm sprach: „Und es gebe ein jeder ein Sühnegeld seiner Seele“ (Schemot 30,12), sprach Mosche: „Das Lösegeld der Seele ist dem Manne sein Reichtum“ (Mischle 13,8), wer kann ein Lösegeld für seine Seele geben? R. Meir hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, zeigte dem Mosche eine Münze von Feuer und sprach zu ihm: „Dieses sollen sie geben זה יתנו“ (Schemot 30,13), d. i. wie dieses sollen sie geben כזה יתנו. Ebenso als der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche sprach: „Gebiete den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Meiner Opfergabe, Meiner Speise zu Meinem Feueropfer … sollt ihr wahren“ (Bemidbar 28,2), da wandte Mosche ein: „Und der Libanon, nicht reicht er hin zum Brennholz, und sein Gewild, nicht reicht es hin zum Ganzopfer“ (Jeschajahu 40,16), wer kann zur Genüge Widder zu den Opfern schaffen? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Bei deinem Leben! Nicht so wie du meinst; Ich verlange von dir nur: „Das eine Schaf sollst du opfern am Morgen und das andere sollst du gegen Abend (in der Dämmerung) opfern“ (Bemidbar 28,4). Endlich als der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche sprach: „Machet mir ein Heiligtum, dass Ich unter euch wohne“ (Schemot 25,8), entgegnete Mosche: Wer vermag einen Ort für das Heiligtum zu finden, dass die Schechina darin wohne, „siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel mögen Dich nicht fassen“ (1. Mlachim 8,27)? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Wenn Ich will, kann die ganze Welt nicht Meine Herrlichkeit fassen und nicht einen von Meinen Dienern, allein Ich will nur von dir zwanzig Ellen nach Mitternacht und zwanzig nach Mittag und acht nach Abend[3]. Das wollen die Worte sagen: Wer im Schutze des Höchsten sitzt, im Schatten des Allmächtigen ruht er, denn er weilt in Seinem Schatten.

Eine andere Auslegung: Wer hat diesen Psalm gesagt? Der, der im Schutze des Höchsten sitzt und im Schatten des Allmächtigen weilt. Wer ist der, der im Schatten dessen weilt, der im Schutze der Welt sitzet? Das ist Mosche, denn er saß im Schutze des Höchsten und weilte im Schatten des Allmächtigen.

Eine andere Auslegung:Wer im Schatten des Allmächtigen sitzt, d. i. im Schatten Bezalels. R. Perusdak bar Nachscha im Namen des R. Jehuda bar R. Simon hat gesagt. Es sitzt im Verborgenen (בסתר) der Höchste,(עליון), alle Taten sieht Er, Er wird aber nicht gesehen, und im Schatten, den Bezalel bereitet, weilt der Allmächtige. Dieser Psalm wirdשיר של פגעים genannt, weil er von üblen Begegnissen handelt und Mosche stimmte ihn an in dem Augenblicke, als er zum Himmel emporstieg[4]. Er sprach: Wer im Schutze des Höchsten sitzt und im Schatten des Allmächtigen weilt.

„Und die Wohnung sollst du aus zehn Teppichen machen; von gezwirntem Byssus und blauem und rotem Purpur und Karmesin, mit Cherubim in Kunstweberarbeit sollst du sie machen“ (Schemot 26,1).

Midrasch Tehillim 22,20
Vers 5. Auf Dich vertrauten unsre Väter,
in Ägypten. Sie vertrauten Dir und Du rettest sie, von der Hand Pharaos. Vers 6. Zu Dir schreien sie, wie es heißt: „Und die Kinder Israel seufzten unter der Arbeit und schrieen“ (Schemot 2,23). Und sie entrannen, denn es heißt: „Und der Ewige half an diesem Tage“ (dort 14,30). Und das alles warum? Weil sie auf dich vertrauten, so wurden sie nicht zu Schanden. Das alles im Verdienste (in Folge) der Verheißung.

Vers 7. Ich aber bin ein Kermeswurm und kein Mann. Wie der Kermeswurm nur einen Mund hat, so haben auch die Israeliten nur das Gebet des Mundes; wie der Kermeswurm den Baum mit seinem Munde entwurzelt, so entwurzeln auch die Israeliten mit ihrem Munde und mit ihrem Gebete die bösen Verhängnisse, welche die Völker der Welt über sie beschließen. Das ist, was geschrieben steht: „Furchte dich nicht, Wurm Jakow“ (Jeschajahu 41,14). Und darauf folgt: „Siehe, ich mache dich zu einem Dreschwagen“ (dort V. 15).

Eine andere Auslegung: Ich aber bin ein Kermeswurm (תולעת) und kein Mann. R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Ich bin es, der ich Dich mit Purpur am Meere gekleidet habe, nicht ein anderer Mann in der Welt.

R. Schmu’el bar Nachmani hat gesagt: Ich bin es, der ich Dir eine Wohnung bereitet habe von Karmesin, wie es heißt: „Und die Wohnung sollst du machen … von Karmesin (ותולעת שני)“ (Schemot 26,1) und nicht ein anderer Mann in der Welt.

Schmach den Menschen und vom Volke verachtet. Wie der Kermeswurm unter den Geschöpfen verachtet ist, so sind auch die Israeliten unter den Völkern verachtet. R. Berechja hat vier Dinge gesagt, drei vom Manne und eins von der Frau: Unglücklich ist der Lebende, der des Toten bedarf, unglücklich der Held, der des Schwächlings bedarf, unglücklich der Sehende, der des Blinden bedarf, unglücklich das Zeitalter, dessen Leiterin eine Frau ist, mit Ausnahme von: „Und Debora, die Frau, eine Prophetin“ (Schoftim 4, 4).

„Und du sollst einen Vorhang machen von blauem und rotem Purpur und Karmesin und gezwirntem Byssus; in Kunstweberarbeit soll man ihn machen, mit Cherubim“ (Schemot 26,31).

Midrasch Tehillim 90,18
Vers 16. Sichtbar werde vor Deinen Dienern Dein Werk. R. Berachja im Namen des R. Chija hat gesagt: Das bezieht sich auf Abraham und Sara; und Dein Glanz über ihren Kindern, das bezieht sich auf Jizchak und Riwka, wie es heißt: „Und Jizchak ging hinaus, um zu beten (לשוח) auf dem Felde“ (Bereschit 24,63). Da kam Riwka mit Elieser. Als Riwka ihn sah, sah sie ihn besonders schön, gekleidet und gehüllt in Zitzit und seine Gestalt wie die eines Engels G-ttes. Sie sprach zu Elieser: „Wer ist der Mann dort?“ (dort V. 65). Was bedeutet: „הלזה“? Schön wie der Mandelbaum (הלוז). Und das alles warum? Im Verdienste seines Vaters und im Verdienste seiner selbst, wie es heißt: Sichtbar werde vor Deinen Dienern Dein Werk und Deine Schönheit הדרךüber ihren Kindern. Unter „הדרך, Dein Glanz“, ist nur der schöne Gebetsmantel (טלית הדור) zu verstehen, der Deiner Schönheit gleicht, wie es heißt: „Pracht und Schönheit (הוד והדר) legst Du an“ (Tahillim 104,1), denn R. Chiskia hat gesagt, oder, wie manche wollen, im Namen des R. Meir: Das Purpurblau gleicht dem Meere und das Meer gleicht den Kräutern und die Kräuter gleichen den Bäumen und die Bäume gleichen dem Himmel und der Himmel gleicht dem Strahlenglanze und der Strahlenglanz gleicht dem Bogen und der Bogen gleicht dem (g-ttlichen) Ebenbilde, wie es heißt: „Wie der Bogen anzusehen, der in einer Wolke ist an einem Regentage, so war anzusehen der Strahlenglanz ringsum; das war der Schein von dem Abbild der Herrlichkeit des Ewigen“ (Jecheskel 1,28)[5].

R. Chiskia hat gesagt: Wenn die Israeliten sich mit Schaufäden (Zitzit) bedecken, sollen sie nicht glauben, dass sie nur mit blauem Purpur bekleidet wären, sondern die Israeliten sollen die Schaufäden so betrachten, als wäre die Schönheit der Schechina auf ihnen, wie es heißt: „Wenn ihr Ihn ansehet“ (Bemidbar 15,39). „אותם, sie“ heißt es nicht, sondern: „אותו, ihn“, d. i. den Heiligen, gelobt sei Er, Das wollen die Worte sagen: Und Deine Schönheit über ihren Kindern.

„Und du sollst den Altar von Akazienholz machen: fünf Ellen die Länge, und fünf Ellen die Breite - quadratförmig soll der Altar sein - und drei Ellen seine Höhe“(Schemot 27,1).

Midrasch Tehillim 26,5
Vers 6. Ich wasche meine Hände in Reinheit und umringe Deinen Altar, o Ewiger. So ist auch gelehrt worden[6]: An jedem Tage umringten sie den Altar, sprechend: אנא ה' הושיעה נא, o Ewiger, hilf doch! Womit umringten sie ihn? Mit dem Lulab, der Myrthe, der Bachweide in der Rechten und dem Etrog in der Linken, wie es heißt: „Und ihr sollt euch nehmen“ (Wajikra 23,40). Der Lulab muss durch Kauf und nicht durch Raub erworben sein, denn es ist gelehrt worden: Ein geraubter und vertrockneter Lulab ist untauglich, denn er muss rein (נקי) sein von Gewalttat und Raub, damit nicht der Fürsprecher (Anwalt) zum Ankläger werde.

R. Levi hat gesagt[7]: Wer einen geraubten Lulab nimmt, womit ist dieser zu vergleichen? Mit einem Räuber, der am Scheidewege sitzt und die Wanderer (eig. die Vorüberziehenden und Kommenden) beraubt. Einmal zog der Feldherr (einer Legion) vorüber, um die Steuern von der Stadt einzuziehen, da erhob sich der Räuber wider ihn, trat ihm entgegen, beraubte ihn und nahm ihm alles, was er bei sich hatte. Nach einigen Tagen wurde der Räuber gefangen genommen und in das Gefängnis geworfen. Das hörte jener Feldherr des Königs und ging zu ihm und sprach zu ihm: Auf! Gib mir alles, was du geraubt und mir abgenommen hast und ich werde zu deinen Gunsten reden. Der Räuber sprach: Alles, was ich geraubt und dir abgenommen habe, habe ich nicht mehr, ausgenommen diesen Teppich, er stammt von dir. Der Feldherr sprach: Gib mir ihn und ich werde zu deinen Gunsten reden. Der Räuber gab ihm denselben. Der Feldherr sprach: Wenn du morgen vor Gericht geladen wirst und der König dich ruft und zu dir spricht: Hast du einen Menschen, der zu deinen Gunsten etwas zu sagen hat, so will ich zu deinen Gunsten reden. Am nächsten Morgen wurde er vor Gericht gerufen und der König sprach zu ihm: Hast du einen Menschen, der zu deinen Gunsten etwas zu sagen hat? Der Räuber sprach: Der und der Feldherr. Der König sandte nach ihm, rief ihn und sprach zu ihm: Weißt du etwas zu Gunsten dieses Mannes zu sagen? Der Feldherr antwortete: Ich weiß etwas. Als du mich sandtest, die Steuern von der und der Stadt einzuziehen, erhob er (der Mann) sich wider mich, trat mir entgegen und beraubte mich und nahm mir alles, was ich eingezogen hatte; dieser Teppich gibt Zeugnis wider ihn. Da fingen alle an zu sprechen: Wehe diesem, denn sein Fürsprecher ist zu seinem Ankläger geworden! So auch, wenn der Mensch seinen geraubten Lulab nimmt, da schreit er vor dem Heiligen, gelobt sei Er, und spricht: Ich bin geraubt, ich bin mit Gewalt genommen worden! Und die Dienstengel schreien: Wehe über diesen Mann, denn sein Fürsprecher ist für ihn zu seinem Ankläger geworden! Darum hat David gesagt: Ich wasche meine Hände in Reinheit, nämlich durch Kauf und nicht durch Raub.

[1]מרננה kann auch „klagend“ bedeuten
[2] Vergl. Pesikta des Rab Kahana, Piska Schekalim S. 20a und Piska Korbani S. 61b; Pesikta Rabba Piska 16.
[3] Vergl. Schemot Rabba Par. 34.
[4] S. j. Schabbat VI, 8b; j. Erubin X, 26c; Schebuot 15b.
[5]Vergl. Bemidbar Rabba Par. 14, vergl. j. Berechot I, 3a; Menachot 43b.
[6] Sukka 45a Mischna.
[7]S. Pesikta des Rab Kahana P. 28.

 
 
 
 
 
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