Midrasch Tehillim zur Parascha BeHar, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Behar Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und der Ewige redete zu Mosche auf dem Berge Sinai und sprach“ (Wajikra 25,1).

Midrasch Tehillim 68,10
Vers 18. Die Wagen G-ttes sind zwei Myriaden Tausende.
[1] R. Abdimi von Chelpha hat gesagt: Ich habe in meiner Mischna gelernt, dass der Heilige, gelobt sei Er, auf den Sinai herabstieg und mit 22.000 Wagen mit Dienstengeln.

R. Berachja hat gesagt: Soviel wie das Levitenlager. Der Heilige, gelobt sei Er, schaute auf das Levitenlager, wie sie feststanden in ihrem Eide (treu blieben ihrem Eide) beim Werke des Kalbes, wie es heißt: „Und es sammelten sich zu ihm alle Kinder Levis“ (Schemot 32,32). Darum stiegen 22.000 Engel im Lager des Heiligen, gelobt sei Er, herab, soviel wie das Lager Levis betrug.

Eine andere Auslegung: Die Wagen G-ttes. Mit dem Heiligen, gelobt sei Er, stiegen 22.000 Wagen herab und jeder einzelne Wagen war wie der Wagen den Ezechiel, der Sohn Busi’s, geschaut hat. Wegen der Schar, die von Babel herauf kam, sagen sie 42.000 Wagen, wie es heißt: Der Ewige ist unter ihnen בם, Sinai in Heiligkeit, entsprechend der Zahl des Wortes ב''ם. So hat Elia, dessen Andenken zum Guten sei, gelernt.

Die Wagen G-ttes sind zwei Myriaden, Tausende der Wiederholung שנאן Tanchum bar Chanilai hat gesagt: Soweit wie ein Sophist berechnen kann: Tausend, tausendmal Tausend und Myriaden der Myriaden.

Eine andere Auslegung: Die Wagen G-ttes sind zwei Myriaden, Tausende der Schärfung. R. Eleasar ben Pedat hat gesagt: Alle stiegen geschärft hinab, um die Welt aufzureiben, wenn die Israeliten nicht die Thora annehmen würden. R. Levi hat gesagt: Nur weil sie das Antlitz des Heiligen, gelobt sei Er, sahen (starben sie nicht), denn jeder, der das Antlitz des Heiligen, gelobt sei Er, sieht, stirbt nicht, wie es heißt: „Im Lichte des Antlitzes des Königs ist Leben“ (Mischle 16,15).

Der Herr ist unter ihnen. R. Schim’on ben Lakisch hat gesagt: Auf dem Herzen jedes Engels ist eine Tafel: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Anael, und der Name des Heiligen, gelobt sei Er, ist unter ihnen, wie es heißt: Der Herr ist unter ihnen.

Sinai in Heiligkeit. Obgleich es schien, als ob der Heilige, gelobt sei Er, auf den Berg Sinai herabstieg, wie es heißt: „Und der Ewige stieg auf den Sinai herab“ (Schemot 19,20), so war doch der Sinai an Ihn gehängt, denn es heißt: Der Herr unter ihnen בם, Sinai an dem Heiligen.

„Und der Ewige redete zu Mosche auf dem Berge Sinai und sprach“ (Wajikra 25,1).

Midrasch Tehillim 68,13
Vers 23. Es spricht der Ewige: Von Baschan bringe Ich zurück.
Damit sind diejenigen gemeint, welche das Wild des Feldes verzehrt hatten. Ich bringe zurück aus den Tiefen des Meeres. Das geht auf die, welche zur Heiligung des g-ttlichen Namens ins Wasser versenkt worden sind. Sowie der Heilige, gelobt sei Er, Og, den König von Baschan und Pharao und den Ägypter im Schilfmeere bestrafte, so wird Er auch einst die Starken des frevelhaften Edom bestrafen. Und was heißt: אשיב, Ich erwidere? Wegen Og und wegen Pharao, Ich habe ihnen Antwort zu geben.
Vers 24. Auf dass Dein Fusß im Blute wate,
in den Kriegen mit Gog und Magog. Eine andere Auslegung: Im Kriege mit Edom, sowie es heißt: „Warum ist Rot אדום an Deinen Kleidern und Dein Gewand wie das des Keltertreters? Die Kelter trat Ich allein“(Jeschajahu 63,2.3). Die Zunge Deiner Hunde. Das sind die wilden Tiere des Feldes, die zur Mahlzeit bestimmt sind, wie es heißt: „Gehet, sammelt alle wilden Tiere des Feldes, bringet sie herbei zum Fraß“ (Jirmejahu 12,9); desgleichen: „Alles wilde Getier des Waldes“ (Tehillim 50,10).
Vers 25. Sie sehen Deine Zunge,
nämlich durch das Schilfmeer. Die Züge meines G-ttes, meines Königs im Heiligtum, nämlich auf dem Berge Sinai.
Vers 26. Voran gehen Sänger, hinterher Saitenspieler,
wie es heißt: „Damals sang Mosche und die Kinder Israel“ (Schemot 15,1). In der Mitte Jungfrauen, die die Pauke schlagen, wie es heißt: „Und Mirjam, die Prophetin, nahm die Pauke in ihre Hand und alle Weiber zogen heraus hinter ihr her mit Pauken und Reigen“ (Schemot 15,20).

8 Und du sollst dir sieben Jahrschabbate zählen, siebenmal sieben Jahre, so dass die Tage von sieben Jahrschabbaten dir 49 Jahre ausmachen. 9 Und du sollst im siebten Monat, am Zehnten des Monats, den Posaunenschall ergehen lassen; an dem Versöhnungstage sollt ihr die Posaune ergehen lassen durch euer ganzes Land. 10 Und ihr sollt das Jahr des fünfzigsten Jahres heiligen und sollt im Lande Freiheit דרור ausrufen für alle seine Bewohner. Ein Jubeljahr soll es euch sein, und ihr werdet ein jeder wieder zu seinem Eigentum kommen, und ein jeder zurückkehren zu seinem Geschlecht“ (Wajikra 25,8-10).

Midrasch Tehillim 87,6
Vers 4. Ich nenne Rahab und Babel. R. Jehuda bar Simon hat gesagt: Einst werden die Völker dem König Maschiach Geschenke bringen, wie es heißt: Vers 5.Und von Zion wird gesagt: Ein Mann und noch ein Mann ist geboren darin. Das sind die Gesalbten des Ewigen, Maschiach Sohn Davids und der Maschiach Sohn Ephraims. Unter יולד, geboren, ist nichts anderes als Erhebung des Hauptes zu verstehen, sowie es heißt: „Ehe noch die Berge erhoben wurden יולדו“ (Tehillim 90,2). Und sie selbst[2] sind dem König Maschiach Geschenke, wie es heißt: „Zu mir vom Libanon, Braut, zu mir von Libanon komme, meine תשורה (Geschenk) vom Haupte Amanahs“ (Schir HaSchirim 4,8). Warum heißt ihr Name[3]תשורה? Weil man sie betrachtet und singt, sowie es heißt: „Nicht besingen wird mich לא תשורני[4] des Schauenden Auge“ (Jiob 7,8). Und wenn sie zum König Maschiach kommen, wird er zu ihnen sagen: Gibt es unter euch Israeliten? Bring sie mir, wie es heißt: „Gebt dem Ewigen die Familiengeschlechter, o Völker“ (Tehillim 96,7), d. i. Völker, bringet mir die Familiengeschlechter Israels.

R. Acha hat gesagt: Nicht auf verächtliche, sondern auf rühmliche Weise, wie es heißt: „Gebet dem Ewigen Ehre und Macht, gebet dem Ewigen Seines Namens Ehre“ (dort V. 7 und 8), d. i. gebet dem Ewigen jene, die Seinen Namen in der Welt geehrt haben.

R. Jehuda, oder, wie manche sagen, R. Berechja im Namen des R. Jehuda hat gesagt: „In derselben Zeit wird dargebracht ein Geschenk (יובלשי)“ (Jeschajahu 18,7).ש''יgibt ב''ם[sie, die Israeliten] durch die Buchstabenversetzung nach At-Basch (בא''ת ב''ש), das will sagen:ש"יist gleich ב"ם, denn alle Völker werden Israel als Geschenke dem König Maschiach zuführen, denn sie werden Israel bringen, wie es heißt: „Und sie werden bringen all eure Brüder aus allen Völkern, als eine Gabe dem Ewigen, auf Rossen und Wagen עגלות, und in Sänften und auf Maultieren und auf Dromedaren“ (Jeschajahu 66,20).

R. Berechja hat gesagt: Die Jünglinge lässt man reiten auf Rossen, und die Schüler, die kraftlos sind, fahren in Waagen עגלות[5], die Frauen und Kinder in Sänften auf Wagen, wie es heißt: Sechs Wagensänften עגלות צב“ (Bemidbar 7,3); die Alten auf Maultieren, weil sie ruhig gehen, und den Greisen unter den Ältesten, weil sie sich nicht stützen können, macht er eine Art Sessel (Stuhl) und überzieht sie mit Seidenpolstern und sie laden sie auf ihre Schultern und stützen sie auf ihren Händen.

Vers 3. Was heißt: „Ehrenvolles wird in Dir geführt“? Sie bringen sie auf ehrenvolle Weise, und wenn sie sich vom König Maschiach verabschieden, so erzählen die Völker vor dem Maschiach von der Ehre Israels und sprechen: Dieser ist ein Priester כהן, dieser ein Levit לוי, und dieser ein Israelit. Und warum? Weil sie zu Sklaven verkauft worden waren und ihre vornehme Herkunft wegen Unterdrückung in der Verbannung in Vergessenheit geraten war, und sie haben selbst ihre Herkunft vergessen, weil durch die Bedrückung zu Heiden gemacht worden waren.

R. Eleasar hat gesagt: „Und auch von ihnen werde Ich zu Priestern und Leviten nehmen, spricht der Ewige“ (Jeschajahu 66,21), d. i. von den Völkern, die dem König Maschiach die Israeliten bringen, von ihnen bezeichnet Er jeden, der ein Priester, oder ein Levit oder ein Israelit ist. „Und auch von ihnen werde Ich nehmen“, d. i. von den Bringenden und nicht von den Gebrachten. „Und auch von ihnen werde Ich nehmen, spricht der Ewige.“ Und wo sprach es der Ewige? R. Pinchas der Priester bar Chama hat gesagt: „Das Verborgene ist des Ewigen unseres G-ttes“ (Dwarim 29,28).

„Und so tut Meine Satzungen, und beobachtet Meine Rechte und tut sie, so werdet ihr sicher לבטחwohnen in eurem Lande“ (Wajikra 25,18).

Midrasch Tehillim 16,10
Vers 9.
Darum freut sich mein Herz, und es frohlockt meine Seele. R. Abahu hat gesagt: Die Ehre ist dahin, wenn die Geringen sich dieselbe anmaßen (eig. wenn die Geringen meinen, sich ihrer bedienen zu können).

Eine andere Auslegung: Darum freut sich mein Herz, in den Worten der Thora. Und es frohlockt meine Herrlichkeit כבודי, über den König Maschiach, der dereinst von mir erstehen wird. Das ist, was geschrieben steht: „denn über all die Herrlichkeit wird eine Chuppa sein“ (Jeschajahu 4,5). Auch mein Fleisch wohnt (ruht) sicher לבטח, d. i. nach dem Tode. R. Jizchak hat gesagt: Daraus geht hervor, dass Wurm und Moder über sein Fleisch keine Gewalt gehabt hat.[6]

„Und so tut Meine Satzungen, und beobachtet Meine Rechte und tut sie, so werdet ihr sicher לבטחwohnen in eurem Lande“ (Wajikra 25,18).

Midrasch Tehillim 119,14
Vers 9. Wodurch hält ein Jüngling rein seinen Pfad? Wenn er sich hält nach Deinen Worten. Schlomo sprach: „Auf allen deinen Wegen merke auf Ihn“ (Mischle 3,6), d. i. wenn du bei jeder Sache auf den Heiligen, gelobt sei Er, merkst, „so wird Er deine Pfade ebnen“ (dort). Und so spricht auch David: „Ich setze den Ewigen stets mir gegenüber, denn ist Er zu meiner Rechten, so wanke ich nicht“ (Tehillim 16,8). Und weil ich den Ewigen stets mir gegenüber setze, „so freuet sich mein Herz und frohlockt meine Ehre, auch mein Fleisch wohnt sicher לבטח“ (dort V. 9). Was heißt: „Auch mein Fleisch wohnt sicher?“ David sprach nämlich: „Ich weiß, dass der Wurm keine Gewalt über mein Fleisch haben wird, und ebenso ruhen die Gerechten ohne Wurm. Warum? Weil sie machen und suchen und forschen, wodurch sie zum Leben der künftigen Welt kommen. Darum spricht David: „Du wirst mir kund tun den Pfad des Lebens“ (dort V. 10). Und so sprach auch Mosche zu dem Heiligen, gelobt sei Er, „Und nun, wenn ich Gunst gefunden habe in Deinen Augen, tue mir doch kund Deine Wahrheit und lehre sie mich“ (Tehillim 25,5), desgleichen: „Zeige mir, Ewiger, Deinen Weg und führe mich auf ebenem Pfade“ (dort 27,11); ferner: „So spricht der Ewige: Tretet auf die Wege und schauet und fraget nach den Strassen alter Zeit, welches der gute Weg sei, dass ihr darauf wandelt“ (Jirmejahu 6,16). Sehet,, auf welchem Wege Abraham ging und auf welchem Wege Nimrod, welcher von ihnen führte zum Glück? Auf welchem Wege wandelte Jakow und auf welchem Esau, und welcher von ihnen führte zum Glück? Das wollen die Worte sagen:Wodurch ist ein Jüngling glücklich auf seinem Pfade.

„Wenn dein Bruder verarmt und von seinem Eigentum verkauft, so mag sein Löser, sein nächster Verwandter, kommen und das Verkaufte seines Bruders lösen“ (Wajikra 25,25).

Midrasch Tehillim 9,12
Vers 10. Und der Ewige wird sein eine Zuflucht dem Gedrückten לדך, R. Jochanan hat gesagt: Überall, wo es in der Schriftדל, דך, תככים, אביון, מך, עני,רש, חילך, heißt, ist von Israel die rede. Hinsichtlich דלsteht geschrieben: „Eilends möge uns entgegenkommen Dein Erbarmen, denn wir sind sehr elend (דלונו מאד)“ (Tehillim 79,8); hinsichtlich דך: Und der Ewige wird sein eine Zuflucht dem Gedrückten לדך; hinsichtlich תככים: „Begegnen einander der Arme רשund der Bedrückte איש תככים, erleuchtet der Ewige beider Augen“ (Mischle 29,13): hinsichtlich אביון: „Und die Leidtragenden Adams ואביוני אדםwerden mit dem Heiligen Israels frohlocken“ (Jeschajahu 29,19); hinsichtlich מך: „So dein Bruder verarmt (ימוך) (Wajikra 25, 25); hinsichtlich עני: „und es erkannten also die Elenden der Herde עניי הצאן (Secharja 11,11); hinsichtlich חילך: „Auf Dich verlässt sich der Unglückliche חלכה“ (Tehillim 10,14). Seitdem der Tempel zerstört worden ist, besitzen wir weder Schlachtopfer noch Ganzopfer, sondern nur eine Zuflucht für die Zeiten der Not (Tehillim 9,10).

Vers 11. Und dir werden vertrauen, die deinen Namen kennen. Warum? Denn Du hast nicht verlassen, die Dich suchen, Ewiger.

Vers 12. Spielet dem Ewigen, der da thront in Zion. R Jochanan erklärt (sagt):Spielet dem Ewigen für das, was Er an Zion getan hat, denn, so sagt man, wenn er zur Zeit Seines Zornes schon auf Sein Haus nicht Rücksicht nahm, wie erst, wenn Er an den Verwüstern Vergeltung üben wird! R. Chanina dagegen sagt: Spielet dem Ewigen, wann? Wenn Er Seine Schechina wieder nach Zion zurückkehren lässt. R. Jochanan hat gesagt: Als Stütze steht dir das Wort zur Seite: „Wenn der Ewige Zion wieder erbaut, werden wir Seine Herrlichkeit schauen“ (Tehillim 102,17).

„Und wenn dein Bruder verarmt und seine Hand bei dir wankend wird, so sollst du ihn unterstützen; wie der Fremdling und der Beisasse soll er bei dir leben“ (Wajikra 25,35).

Midrasch Tehillim 119,19
Vers 19. Ein Fremdling bin ich auf Erden, verbirg nicht vor mir Deine Gebote. War denn David ein Fremdling? Allein G-tt sprach zu ihm: Sowie der, welcher heute zum Judentum übertritt, nichts von der Thora weiß, so sind auch die Augen des Menschen offen und er weiß nicht den Unterschied zwischen seiner Rechten und seiner Linken in der Thora. Und wenn schon David, der all diese Lieder und Gesänge verfasst hat, spricht: Ich bin ein Fremdling auf Erden, und ich weiß nichts, um wie viel mehr wir, die wir nichts wissen in der Thora. Darum heißt es: Ein Fremdling bin ich auf Erden. Und so heißt es: „Denn Fremdlinge sind wir vor Dir und Beisassen gleich all unseren Väter, wie ein Schatten sind unsere Tage auf Erden“ (1. Diwre HaJamim 29,15). Dieser Schatten zieht vorüber, ebenso der Mensch. Und wann sind unsere Tage gleich einem Schatten? Wenn wir nicht lernen und uns mit der Thora beschäftigen. Und so haben unsere Rabbanan gelehrt (Abot 11,20): Der Tag ist kurz, die Arbeit ist groß, die Arbeiter sind träge, der Lohn ist groß und der Hausherr drängt. Darum heißt es: Ein Fremdling bin ich auf Erden, verbirg nicht vor mir Deine Gebote.

„Und wenn dein Bruder verarmt und seine Hand bei dir wankend wird, so sollst du ihn unterstützen; wie der Fremdling und der Beisasse soll er bei dir leben“ (Wajikra 25,35).

Midrasch Tehillim 146,9
Vers 9. Waise und Witwe erhält er. Er verbindet den Fremdling mit der Waisen und Witwe. Warum? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ale drei sind Betrübte und Arme. Und so sprach auch Mosche: „Er schafft Recht der Waise und Witwe und liebt den Fremdling“ (Dwarim 10,18). Darum heißt es: Waise und Witwe erhält Er. Und wer sind die Waisen? Das sind die Israeliten, wie es heißt: „Waisen sind wir, ohne Vater“ (Ejcha 5,3). Und wer sind die Witwen? Das ist Zion und Jeruschalajim, wie es heißt: „Wie sitzt einsam die Stadt, die Volkreiche, ist einer Witwe gleich geworden“ (dort 1,1). Darum heißt es: Waise und Witwe erhält Er. Erhält Er denn alle Waisen und alle Witwen? Nein, nur wenn sie Gerechte sind. Und so heißt es: „Vater der Waisen und Richter der Witwen ist G-tt in Seiner heiligen Wohnung“ (Tehillim 68,6). Wenn sie aber Frevler krümmt Er. Krümmt er denn die Wege? Allein er beschließt über alle Gerechte und Frevler; sie ziehen hinauf nach Jeruschalajim und zum Paradies. Das ist der Weg für beide; die Gerechte und Frevler kommen nach Jeruschalajim. Wenn sie aber daselbst eintreffen, führt der Heilige, gelobt sei Er, die Gerechten in das Paradies, den Weg der Frevler aber krümmt Er und führt sie auf dem Wege nach der Hölle. Darum heißt es: Den Weg der Frevler krümmt Er. Und so heißt es: „Es erhält die Gebeugten der Ewige, Er erniedrigt die Frevler bis zur Erde“ (Tehillim 147,6). Die Gerechten huldigen dem Heiligen, gelobt sei Er, als König, wie es heißt: Vers 10. Der Ewige regiert ewig, dein G-tt, Zion in alle Geschlechter.

„Denn Mir sind die Kinder Israel Diener; Meine Diener sind sie, die Ich aus dem Lande Ägypten herausgeführt habe. Ich bin der Ewige, euer G-tt“ (Wajikra 25,55).

Midrasch Tehillim 113,2
Eine andere Auslegung: Vers 1. Halleluja! Lobet, Diener des Ewigen[7]. Das ist, was die Schrift sagt: „Ihren Mund tut sie auf mit Weisheit und milde Lehre ist auf ihrer Zunge“ (Mischle 31,26). Du findest 26 Geschlechter von da, wo der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt erschuf, bis dahin, wo die Israeliten aus Ägypten zogen und es erschal kein Lobgesang, erst als sie aus der Knechtschaft Ägyptens herauszogen, wo sie mit Lehm und Ziegeln beschäftigt waren, stimmten sie einen Lobgesang an. Wann stimmten sie ihn an? In der Stunde, wo die Erstgeborenen erschlagen wurden. Da stand Pharao auf und ging zu Mosche und Aharon in der Nacht, wie es heißt: „Und er rief Mosche und Aharon nachts“ (Schemot 12,31). Pharao pochte an die Türen von Mosche und Aharon in der Nacht und sprach zu ihnen: „Macht euch auf und ziehet fort aus meinem Volke (dort). Sie sprachen zu ihm: Du Tor! Stehen wir denn in der Nacht auf? Sind wir denn Diebe, dass wir in der Nacht gehen? Wir werden am Morgen ausziehen, denn also hat uns der Heilige, gelobt sei Er, gesagt: „Ihr aber geht keiner aus der Türe seines Hauses bis am Morgen“ (dort V. 22). Pharao sprach zu ihnen: Siehe, alle Ägypter sind bereits tot, wie es heißt: „Denn sie sprachen: Wir alle sterben“ (dort V. 33). Sie sprachen zu ihm: Willst du diese Plage abwenden, so sprich: „Siehe, ihr seid frei; siehe, ihr seid jetzt in euer Gewalt und nicht mehr meine Knechte, sondern Knechte des Ewigen. Da fing Pharao an zu schreien und sprach: Bisher wart ihr meine Knechte, von jetzt ab aber seid ihr frei, siehe, ihr seid in eurer Gewalt, siehe, ihr seid Knechte des Ewigen, und ihr seid verpflichtet, als seine Knechte ihn zu loben, wie es heißt: Halleluja! Lobet, Diener des Ewigen[8]. Und es heißt es: „Denn mir sind die Kinder Israel Diener“ (Wajikra 25,55); und so heißt es: „Einen Gesang werdet ihr dann haben, wie in der Nacht der Festesfeier“ (Jeschajahu 30,29).

[1] Myriaden – רבבות zwei Zehntausende. Tausende – wird als geringste Mehrzahl verstanden, als zwei Tausende.
[2] Nämlich die Völker der Welt.
[3] Nämlich der Name der Braut.
[4]תשורני wird von שיר abgeleitet.
[5] S. Bereschit Rabba 96,3
[6]Vergl. Berachot 4a.
[7] Vergl. Schemot Rabba Par. 23.
[8] Vergl. j. Pessachim V. 3 .

 
 
 
 
 
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