Midrasch Tehillim zur Parascha Schemini, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Schemini Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

„Und es geschah am achten Tage, da rief Mosche Aharon und seine Söhne und die Ältesten Israels“ (Wajikra 9,1).

Midrasch Tehillim 18,22
Vers 26. Mit dem Frommen verfährst Du fromm, mit dem heldenhaft untadeligen Mann untadelig. 27. Mit dem lauteren verfährst Du lauter und mit dem Krummen windest Du dich.

R. Jehuda legte diesen Vers auf unsern Vater Abraham aus. In der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, in Frömmigkeit entgegen kam, kam ihm der Heilige, gelobt sei Er, in Frömmigkeit entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, untadelig entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit untadelig entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegen, und in der Stunde, wo er über seine Angelegenheiten Gewissheit haben wollte, da schaffte ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, über seine Angelegenheiten Gewissheit. Wann kam er Ihm mit Frömmigkeit entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Ewiger, G-tt, was wirst Du mir geben, da ich kinderlos gehe“ (Bereschit 15,2)? Was folgt darauf? „Und siehe, das Wort des Ewigen ward ihm also: Nicht dieser soll dich beerben“ (dort V. 4). Und wann kam er Ihm mit untadelig entgegen? In der Stunde, da er sprach: „Gehe doch nicht an Deinem Knechte vorüber“ (dort 18,3). Was folgt darauf? „Und Abraham stand noch vor dem Ewigen“ (dort V. 22). R. Simon hat angemerkt: Es [das Vorangegangene] ist eine Verbesserung der Schriftgelehrten, die Schechina wartete auf ihn, bis er sich von den Engeln wandte. Und wann kam er Ihm mit Krümmung entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Woran soll ich erkennen, dass ich es in Besitz nehmen werde“ (dort 15,8)? Was folgt darauf? „Wissen sollst du, dass ein Fremdling sein Same sein wird“ (dort V. 13). Und wann erhielt er Gewissheit über seine Angelegenheiten? In der Stunde, wo Er zu ihm sprach: „Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen“ (dort 22, 2). Und was folgt darauf? „Und es machte sich Abraham früh auf“ (dort V. 3).

R. Nechemja legte den Vers auf unsern Mosche Rabbenu aus. In der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, mit Frömmigkeit entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit Frömmigkeit entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, untadelig entgegen kam, kam ihm der Heilige, gelobt sei Er, untadelig entgegen; in der Stunde, wo er dem Heiligen, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegenkam, kam ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, mit Krümmung entgegen, und in der Stunde, wo er über seine Angelegenheiten Gewissheit haben wollte, verschaffte ihm auch der Heilige, gelobt sei Er, Gewissheit. Und wann kam er ihm mit Frömmigkeit entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Warum verbrennt der Dornbusch nicht“ (Schemot 3,3)? Er erhielt zur Antwort: Weil Meine Herrlichkeit sich darin befindet. Was steht dort? „Und Mosche verbarg sein Angesicht“ (dort V. 6). Und wann kam er Ihm untadelig entgegen? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Und wenn sie zu mir sprechen: Wie ist Sein Name“ (dort V. 13)? Da erhielt er die Antwort: Jetzt für diese Stunde: „Ich werde sein, der Ich sein werde“ (dort V. 14). Wann kam er Ihm mit Krümmung entgegen? In der Stunde, wo er sprach: „Sende doch, wen Du senden willst“ (Schemot 4,13). Was folgt darauf? „Und er wird für dich reden zu dem Volke…“ (dort V. 16). Und wann erhielt er Gewissheit über seine Angelegenheiten? In der Stunde, wo er zu Ihm sprach: „Lass mich Deine Herrlichkeit sehen“ (dort 33,18). Was folgt darauf? „Und Er sprach: Ich werde alle Meine Güte an deinem Angesicht vorüberziehen lassen“ (dort V. 19). R. Schmu’el hat gesagt: Daraus geht hervor, dass der Heilige, gelobt sei Er, Mosche während der ganzen sieben Tage am Dornbusche zuredete, er sollte in Seiner Sendung nach Ägypten gehen. Das ist, was geschrieben steht: „und Mosche sprach zum Ewigen: Bitte, Herr! Ich bin kein Mann von Worten, auch גם seit gestern אתמול, auch seit Vorgesternשלשום, auch seitdem מאזDu redest mit Deinem Knechte“ (dort 4,10). Das Wörtchen גםfügt etwas hinzu. Wie so?אתמול , gestern, siehe, das sind zwei Tage, שלשום vorgestern, siehe, das sind zwei Tage, und das dreimalige גם, siehe, das sind drei; siehe, das sind zusammen sechs Tage; מאז seitdem, siehe, das sind sieben. Am siebenten Tage sprach er zu ihm: „Sende doch, wen Du senden willst“ (dort V. 13). Und er weigerte sich und sprach zum Heiligen, gelobt sei Er,: Herr der Welt! Längst habe ich berechnet, was Du unserm Vater Abraham (beim Bunde) zwischen den Stücken gesagt hast: „Und sie werden sie knechten und sie drücken vierhundert Jahr“ (Bereschit 15,13). Noch sind diese nicht voll und sie (die Israeliten) haben dort erst zweihundertundzehn Jahre gearbeitet. Der Heilige, gelobt sei Er, antwortete ihm: Nicht so, wie du es bei dir berechnest, ist es, denn seit dem Tage, wo Jizchak geboren worden, habe Ich ihnen das Ende beschleunigt und es übersprungen, und so heißt es: „Er springt (מדלג) über die Berge“ (Schir HaSchirim 2,8), und so ist es bereits voll. Das ist, was geschrieben steht: „Er hat dem Mosche Seine Wege wissen lassen und die Kinder Israel Seine Vorwände (עלילותיו)“ (Tehillim 103,9), nämlich den Vorwand, den Er in Bezug auf die Kinder Israel gemacht hat. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Bei deinem Leben! Ich wickele es dir in deine Flügel. Und wann bestrafte ihn der Heilige, gelobt sei Er? Nach R. Berachja zur Zeit, da er den Heiligen, gelobt sei Er, während der ganzen sieben Tage des Adar bat, dass er in das Land Israel einziehen möchte, und er vor Ihm wiederholt flehte, wie es heißt: „Und ich flehte zum Ewigen in selbiger Zeit“ (Dwarim 3,23). Was bedeutet: ואתחנןflehte?Daraus geht hervor, dass er wiederholt vor den Dienstengeln in Flehen sich erging (שהרבה תחנונים). Hier heißt es: „ואתחנן, und er flehte“, und dort heißt es: „Und ihre Füße waren grade (ישרה)“ (Jecheskel 1,7). Das Wortואתחנן hat an Zahlenwert 515, gerade soviel wie das Wort ישרה. Am siebenten Tage sprach Er zu ihm: „Du sollst nicht über diesen Jordan gehen“ (Dwarim 31,2). Nach R. Chelbo versah Mosche an allen sieben Weihetagen das Hohepriesteramt. Was steht zum Schlusse? „Am achten Tage rief Mosche den Aharon und seine Söhne“ (Wajikra 9,1).

23 Und Mosche und Aharon gingen hinein in das Zelt der Zusammenkunft; und sie kamen heraus und segneten das Volk. Und die Herrlichkeit des Ewigen erschien dem ganzen Volke; 24 und es ging Feuer aus von dem Ewigen und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke; und das ganze Volk sah es, und sie jauchzten und fielen auf ihr Angesicht“ (Wajikra 9,23-24).

Midrasch Tehillim 33,1
Vers 1. Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen, den Redlichen geziemt Lobgesang. Das ist, was die Schrift sagt: „Hönigseim träufeln deine Lippen, o Braut“ (Schir HaSchirim 4, 11). Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Ich höre gern (eig. ich liebe zu hören) deine stimme, sie mag jubeln, oder lobpreisen, halte deine Stimme nicht zurück! Warum? „Denn deine Stimme ist angenehm“ (dort 2,14). Sie (die Israeliten) sprechen: Siehe, Jakow klagt. G-tt spricht: Über wen? Nicht über Mich. Mir ist es Freude, mag er klagen oder loben, wie es heißt: „Klaget Jakow zu, es ist Freude“ (Jirmejahu 31,7), und es heißt: „Honigseim träufeln deine Lippen, o Braut.“ Siehe, mit deinen Lippen, mit deiner Zunge, denn es heißt: „Honig und Milch ist unter deiner Zunge“ (Schir HaSchirim 4,11); mit deinem Gaumen, denn es heißt: „Und dein Gaumen ist wie guter Wein“ (dort 10,7), mit deiner Kehle, denn es heißt: „G-ttes Erhebung ist in ihrer Kehle“ (Tehillim 149,6). Alle jubeln: Die Gerechten jubeln, wie es heißt: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen. Die Frevler jubeln, denn es heißt: „O dass der Jubel der Frevler von kurzer Dauer ist!“ (Jiob 20,5). So findest du es bei Pharao, als Mosche und Aharon zu ihm kamen, so sprach er im Anfange: „Wer ist der Ewige?“ (Schemot 5,2). Als er aber seine Vergeltung empfangen hatte, fing er an zu sagen: „Der Ewige ist gerecht, ich aber und mein Volk sind Frevler“ (dort 9,27). Doch die Frevler jubeln vor Ihm nicht eher, als bis Er Plagen über sie gebracht hat, aber die Gerechten sind nicht so. Jubelt, Gerechte, zum Ewigen, heißt es hier nicht, sondern: „im Ewigen“. Zur Zeit nämlich, wenn sie Ihn sehen, jubeln sie sofort, wie es heißt: „Und Israel sah die große Hand“ (Schemot 14,31), und sogleich fingen sie an zu jubeln: „Damals sang Mosche“ (dort 15,1). Und so heißt es: „Und Mosche und Aharon kamen zum Stiftszelte … und Feuer ging aus von dem Ewigen … und das ganze Volk sah und sie jubelten“ (Wajikra 9,23.24). Und ebenso in den Tagen Schlomos, siehe, was steht das geschrieben? „Und all die Kinder Israels sahen das Feuer herabkommen und die Herrlichkeit des Ewigen über dem Hause … und sie beteten an und dankten dem Ewigen, denn Er ist gütig, denn ewiglich währt Seine Gnade“ (2. Diwre HaJamim 7,3). Darum heißt es: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen.

Alles jubelt vor Ihm, Himmel und Erde, sonne und Mond, Gestirne und Engel, wie es heißt: „Lobet den Ewigen aus dem Himmel, lobet Ihn in den Höhen, lobet Ihn, ihr alle Seine Engel, lobet Ihn, ihr alle Seine Scharen; lobet Ihn, Sonne und Mond, lobet Ihn, all ihr Sterne des Lichts“ (Tehillim 148,2.3). Und obgleich alles vor Ihm jubelt, so ist doch der Jubel der Gerechten und Redlichen und Untadeligen vor Ihm (besonders) angenehm, wie es heißt: Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen, an den Redlichen ist Lobgesang angenehm (נאה).
Vers 3. Danket dem Ewigen mit der Ziter, mit zehnsaitigem Psalter spielet Ihm. Vers 4. Singet Ihm ein neues Lied, dem der Neues geschaffen hat, denn Er verließ den Himmel und ließ Seine Schechina auf der Erde wohnen, wie es heißt: „Macht mir ein Heiligtum, dass Ich wohne in ihrer Mitte“ (Schemot 25,8).

23 Und Mosche und Aharon gingen hinein in das Zelt der Zusammenkunft; und sie kamen heraus und segneten das Volk. Und die Herrlichkeit des Ewigen erschien dem ganzen Volke; 24 und es ging Feuer aus von dem Ewigen und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke; und das ganze Volk sah es, und sie jauchzten und fielen auf ihr Angesicht“ (Wajikra 9,23-24).

Midrasch Tehillim 149,1
Vers 1. Halleluja. Singet dem Ewigen ein neues Lied, Sein Lob in der Versammlung der Frommen.
Jeschajahu hat gesagt: „Gedenket nicht des Früheren und auf das Vergangene richtet nicht euren Sinn. Siehe, Ich bereite Neues, jetzt sprießt es hervor.... Es wird Mich ehren des Feldes Tier, Schakal und Strauße.... Das Volk, das Ich Mir gebildet, Meinen Ruhm sollen sie erzählen“ (Jeschajahu 43,18.19.20.21). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Sowie Ich alle neuen Dinge geschaffen habe, so möget auch ihr Mir ein neues Lied anstimmen, wie es heißt: Singet dem Ewigen ein neues Lied. Und wer sind die Frommen? Das sind die Israeliten. Wie heißt es im vorigen Abschnitte? „Und Er erhöht das Horn Seinem Volke, Ruhm allen Seinen Frommen“ (Tehillim 148,14). So oft die Israeliten den Heiligen, gelobt sei Er, sahen, wurden sie fromm; sie sahen Ihn am Meere und wurden fromm und stimmten Ihm ein Lied an, wie es heißt: „Damals sang Mosche“ (Schemot 15,1); sie sahen Ihn am Sinai und wurden redlich[1], wie es heißt: „Er bewahret den Redlichen Heil“ (Mischle 2,7). Und was sprach Er daselbst? „Er küsse mich mit Küssen Seines Mundes“ (Schir HaSchirim 1,2); sie sahen Ihn im Stiftszelte und wurden gerecht, wie es heißt: „Und Mosche und Aharon gingen hinein in das Stiftszelt und kamen heraus und segneten das Volk und es erschien die Herrlichkeit des Ewigen dem ganzen Volke; und es fuhr eine Feuerflamme aus von dem Ewigen und verzehrte auf dem Altar das Ganzopfer und die Fettstücke; und das ganze Volk sah es und sie jubelten und fielen auf ihr Angesicht“ (Wajikra 9,23.24), und es heißt: „Jubelt, Gerechte, in dem Ewigen, den Redlichen geziemt Lobgesang“ (Tehillim 33,1). Und wenn sie ihn in der künftigen Welt sehen werden, werden sie fromm werden, wie es heißt: „Sein Lob in der Versammlung der Frommen.“ Und alles das warum? Weil sie Ihn sehen und sich freuen und Er freut sich mit ihnen.

„Feuer und Hagel, Schnee und Nebel“ (Tehillim 148,8)[2]. Daraus kannst du lernen, dass es im Himmel nichts Böses gibt, nicht Feuer, nicht Hagel, nicht Schnee, nicht Kälte, sondern das dies alles von der Erde ist, wie es heißt: „Lobet den Ewigen von der Erde“, desgleichen: „Nicht weilt bei Dir das Böse“ (dort 5,5). Es gibt nichts Böses bei Ihm, sondern alles ist auf der Erde. Wenn dem so ist, warum heißt es: „Der Ewige ließ regnen auf Sodom Schwefel und Feuer vom Ewigen vom Himmel“ (Bereschit 19, 24)? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Der Beschluss ist vom Himmel und unten wird es Feuer. „Sturmwind, der sein Wort vollstreckt, Berge und alle Hügel“ (Tehillim 148,8.9). David sprach: Die Berge sollen Ihn preisen, denn Er kennt ihr Gewicht, wie es heißt: „Und Er wog in der Waage Berge“ (Jeschajahu 40,12). Und so heißt es: „Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Schafe (Tehillim 144,4). Darum heißt es: „Die Berge und alle Hügel, Fruchtbäume und alle Zedern“ (Tehillim 148,9). David sprach: Alle preisen den Heiligen, gelobt sei Er, und der Mensch sollte Seinen Schöpfer nicht preisen wollen? Gewürm und beschwingter Vogel danken Ihm, und ist es nicht eine Ehre für Ihn? Und so heißt es: „Es wird Mich ehren des Feldes Tier“ (Jeschajahu 43,20). Darum heißt es: „Gewild und alles Vieh“ (Tehillim 148,10), „Könige der Erde und alle Völker, Fürsten und alle Richter der Erde“ (dort V. 11), so hätte es zuerst heißen sollen und hernach erst hätte folgen sollen: “Die Meerungeheuer und alle Tiefen“ (dort V. 7). Warum erwähnt er zuerst das Gewürm und dann erst die Könige der Erde? Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Die Alten sollen zuerst eintreten. Darum heißt es: „Die Meerungeheuer und alle Tiefen“ u.s.w. und darauf erst „die Könige der Erde und alle Völker“ bis zu den Jünglingen und Jungfrauen, Greisen mit den Knaben. Was heißt: „Knaben (נערים)?“ בחור (dort V. 11), Jüngling und נער, Knabe, ist dasselbe. Allein der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Greise, welche jung sind, wie es heißt: „Der erneuet, gleich dem Adler, deine Jugend“ (Tehillim 103,5). „Die auf den Ewigen hoffen, legen neue Kraft an“ (Jeschajahu 40,31). Daher heißt es: „Greise mit Knaben.“ Es ist doch bereits schon gesagt: „Lobet den Ewigen mit Knaben.“ Es ist doch bereits schon gesagt: „Lobet den Ewigen von der Erde?“

Ein König von Fleisch und Blut hat gewöhnlich einen Herzog, einen Statthalter, die ihm die Last der Regierung tragen helfen, und wenn die Fürsten tragen, so werden sie auch durch die Ehre, die man erweist, mit ihm geehrt, aber der Heilige, gelobt sei Er, ist nicht so, Er hat keinen Herzog, keinen Eparch und keinen Statthalter, wie es heißt: „Denn, wo ist ein Gott im Himmel und Erden, der tun könnte wie Deine Werke und wie Deine Machttaten“ (Dwarim 3,24)? Kein anderer verrichtet Sein Werk, nur Er allein, und so heißt es: „Ich der Ewige tue alles; Ich spannte aus die Himmel allein, dehnte aus die Erde, wer mit Mir“ (Jeschajahu 44,24)? Kein anderer trägt mit Ihm die Last, nur Er allein, wie es heißt: „Ich tue es, Ich werde tragen und Ich trage und rette“ (dort 46,4). Darum wird auch Er allein gepriesen, wie es heißt: „Sie sollen loben des Ewigen Namen…“ (Tehillim 148,5).

Gewöhnlich wohnt ein König von Fleisch und Blut in einer Stadt, und die Bewohner einer andern Stadt fürchten ihn nicht so wie die Bewohner seiner Stadt ihn fürchten, in deren Mitte er wohnt. Warum? Weil er von ihr zu entfernt ist. Der Heilige, gelobt sei Er, aber ist nicht so, Er wohnt in den Himmeln und die Erde fürchtet sich vor Ihm, wie es heißt: „Seine Majestät ist auf der Erde und im Himmel“ (Tehillim 148,13). Wann? Wenn Er das Horn Israels erhöht, wie es heißt: „Und er erhöht das Horn seinem Volke…“ (dort V. 14).

1 Und die Söhne Aharons, Nadab und Abihu, nahmen ein jeder seine Rauchpfanne und taten Feuer hinein und legten Rauchwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor dem Ewigen dar, das Er ihnen nicht geboten hatte. 2 Da ging Feuer von dem Ewigen aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem Ewigen. 3 Und Mosche sprach zu Aharon: Dies ist es, was der Ewige geredet hat, indem Er sprach: In denen, die Mir nahen, will Ich geheiligt, und vor dem ganzen Volke will Ich verherrlicht werden. Und Aharon schwieg“ (Wajikra 10,1-3).

Midrasch Tehillim 75,2
Vers 5. Ich spreche zu den Prahlern: Prahlet nicht, und zu den Frevlern: Erhebet nicht das Horn. R. Berachja im Namen des R. Levi hat gesagt: Es heißt: „Die Herrlichkeit des Ewigen sei für die Welt, es wird sich freuen der Ewige Seiner Werke“ (Tehillim 104,31).[3] In der Stunde, da der Heilige, gelobt sei Er, Seine Welt schuf, wie heißt es da? „Und G-tt sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut“ (Bereschit 1,31). Unter וירא, Er sah, ist nichts anderes als שמחה, Freude zu verstehen, wie es heißt: „Und er wird dich sehen und sich in seinem Herzen freuen“ (Schemot 4,14). Als Adam sündigte, zog Ich meine Schechina nach der Höhe zurück. Ich bin der G-tt der Welt (sprach Er) und habe keine Freude an der Welt, wenn man so sagen darf, und die Frevler sollen sich an der Welt freuen? „Es sei die Herrlichkeit des Ewigen für (diese) Welt (לעולם), es wird sich freuen der Ewige Seiner Werke“ in der künftigen Welt. Der Ewige hat sich gefreut (שמח), heißt es hier nicht, sondern: „Er wird sich freuen“ (ישמח) nämlich in der künftigen Welt, in der Zukunft. Das wollen die Worte sagen: Ich sprach zu den Prahlern: Prahlet nicht!

Unsere Rabbanen haben gesagt: Das geht auf Elischeba, die Tochter Aminadabs. Sie erlebte an einem Tage vier Freuden, sie sah ihren Schwager Mosche als König, ihren Gemahl Aharon als Hohenpriester, ihren Bruder Nachschon als Fürst (Nassi), Eleasar und Ithamar als Stellvertreter des Hohenpriesters, und ihre Söhne gingen hinein (in das Allerheiligste), um zu opfern, und wurden verbrannt, wie es heißt: „und Feuer ging aus vor dem Ewigen“ (Wajikra 10,2), und darauf folgt: „Nach dem Tode der beiden Söhne Aharons“ (dort 16,1), ihre Freude wurde dadurch an demselben Tage in Trübsal umgewandelt. Die Gerechten freuen sich nicht in dieser Welt, aber die Frevler freuen sich. Das wollen die Worte sagen: Ich sprach zu den Prahlern: Prahlet nicht.

„Und Mosche sprach zu Aharon: Dies ist es, was der Ewige geredet hat, indem Er sprach: In denen, die Mir nahen, will Ich geheiligt, und vor dem ganzen Volke will Ich verherrlicht werden. Und Aharon schwieg“ (Wajikra 10,3).

Wajikra 65,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Ein Psalm von David. Ein Lied. Vers 2. Dir ist Schweigen (דומיה) Lob, G-tt in Zion. Das ist, was die Schrift sagt: „Ich habe geschwiegen von je, war still, hielt an mich wie eine Gebärerin“ (Jeschajahu 42,14); ferner: „Willst Du ob all dem an Dich halten, Ewiger?“ (dort 64,11). Er sprach zu ihnen: „Grimm habe Ich nicht“ (Jeschajahu 27,4), d. i. Ich kann nichts tun, das Maß des strengen Rechts fordert, dass Ich schweige. „O dass Ich doch Dornen und Disteln im Kampf wäre!“ (dort). So sprach der Heilige, gelobt sei Er: Ich kann tun, doch das Maß des strengen Rechts gebietet mir Schweigen (דומיה). Darum heißt es: Dir ist Schweigen und alle zollen dir Lob dafür, dass Du von dem schweigst, was sie Dir in Zion getan haben, und von der Stimme, die sie in Deinem Heiligtum erschallen ließen, wie es heißt: „Ihre Stimme ließen sie im Hause des Ewigen erschallen wie am Festtage“ (Ejcha 2,7). Und welches war die Stimme, die sie erschallen ließen? Sie sprachen: „Unsere Hand ist erhoben“ (Dwarim 32,27); ferner: „Und man wird sprechen: Wo ist ihr G-tt? Der Fels, in dem sie sich bergen“ (dort V. 37). Das wollen die Worte sagen: Dir ist Schweigen Lob. Du schweigst und ich schweige, wie es heißt: „Schweige dem Ewigen und harre sein“ (Tehillim 37,7).

3 Alles was gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe hat, und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen. 4 Nur diese sollt ihr nicht essen von den wiederkäuenden und von denen, die gespaltene Hufe haben: das Kamel, denn es wiederkäut, aber es hat keine gespaltenen Hufe: unrein soll es euch sein“ (Wajikra 11,3-4).

Midrasch Tehillim 1,3
Eine andere Auslegung:Vers 1. Glückselig der Mann, welcher nicht wandelt. Das ist, was die Schrift sagt: „In Gradheit sind alle Worte meines Mundes, in Ihnen ist nichts verdreht und krumm“ (Mischle 8,8). In ihnen ist nichts Aufregendes (קפדנות) und nichts Verkehrtes (עקמימות). Wir finden, dass die Schrift (G-tt) zwei bis drei Wörter krümmt (עיקם), um nicht einen hässlichen Ausdruck aus Seinem Munde hervorgehen zu lassen, denn es heißt: „Von dem reinen Vieh und von dem Vieh, das nicht rein ist“ (Bereschit 7,8).

R. Judan bar Menasche hat gesagt: Auch wenn Er kommt, um (die Zeichen des unreinen Tieres) zu eröffnen (kund zu tun), beginnt Er nur mit den Zeichen des Reinen, z.B. (Wajikra 11, 4): „Das Kamel“, da heißt es nicht: Denn hufgespalten ist es nicht, sondern: „denn wiederkäuend ist es,“ ferner (dort V. 7): „Und das Schwein,“ da steht nicht: denn es wiederkäuet nicht, sondern: “denn hufgespalten ist es.“ David sprach: Selbst der Heilige, gelobt sei Er, gab mir das Zeugnis, indem er sprach: „Ausgesucht hat sich der Ewige einen Mann nach Seinem Herzen“ (1. Schmu’el 13,14), und er umschrieb seinen Namen nach seinem Schöpfer. Wie nun sein Schöpfer kein hässliches Wort hervorgehen ließ, so auch David. Er hätte sagen können: Verflucht der Mann, welcher wandelt im Rate der Frevler, oder: Glückselig der Mann, welcher wandelt im Rate der Gerechten, er sagte aber nicht so, sondern: Glückselig der Mann, welcher nicht wandelt im Rate der Frevler.

Ebenso heißt es: „Wenn Mosche und Schmu’el vor Mir standen“ (Jirmejahu 15,1). Du findest: Was bei dem einen geschrieben steht, steht auch bei dem andern geschrieben. Dieser war ein Levit und jener war ein Levit, dieser baute einen Altar und jener baute einen Altar, dieser opferte und jener opferte, dieser war König und jener war König, dieser wurde gerufen und jener wurde gerufen. Ebenso heißt es: „Einen Propheten aus deiner Mitte von deinen Brüdern, wie ich bin, wird er aufstellen“ (Dwarim 18,15). Einen ähnlichen Vergleich findest du in der Pesikta des Rab Kahana zu Dibre Jirmijahu: Was von dem einen geschrieben steht, steht auch von dem andern geschrieben.[4] R. Judan sagt: Dieser Psalm ist der vorzüglichste von allen Tehillim.

„und das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe, aber es wiederkäut nicht: unrein soll es euch sein“ (Wajikra 11,7).

Midrasch Tehillim 80,6
Vers 14. Es benagt ihn das Schwein aus dem Walde. Damit ist der Heerführer gemeint. Und was auf dem Felde sich tummelt, weidet ihn ab. Das sind die Feldherren. Eine andere Auslegung: Und was auf dem Felde sich tummelt, weidet ihn ab, d. i. dieser und jener. Eine andere Auslegung: Es benagt ihn das Schwein aus dem Walde. Verdient ihr es, so sind sie aus dem Flusse (מיאור), wenn nicht, so sind sie aus dem Walde (מיער), d. i. von den Waldtieren. Desgleichen heißt es: „Vortrag über die Wüste, das Meer“ (Jeschajahu 21,1). Wenn es „Meer (ים)“ heißt, warum noch „Wüste (מדבר)“, und wenn es „Wüste“ heißt, warum noch „Meer?“ Allein wenn ihr es verdient, so sind sie gleich den Tieren des Meeres, die, wenn sie aufs Trockene heraufkommen, sofort sterben; verdient ihr es aber nicht, siehe, so sind sie gleich den Tieren der Wüste. Das wollen die Worte sagen: „Wüste, Meer.“

Eine andere Auslegung: „Wüste, Meer.“ Damit sind die vier Reiche gemeint, die mit den Tieren des Meeres verglichen werden. Das ist, was geschrieben steht: „Und vier große Tiere stiegen aus dem Meere“ (Daniel 7,3). R. Pinchas und R. Chilkia im Namen des R. Schim’on haben gesagt: Warum hat es der Prophet nicht erklärt wegen des vierten Reiches? Allein Mosche und Assaph haben es getan. Mosche sprach: „Und das Schwein, denn behuft ist es und hufgespalten“ (Wajikra 11,7). Wie das Schwein seine Klauen ausbreitet, als ob es damit sagen wollte: Ich bin rein, ebenso steht dem ruchlosen Esau die Bima (der Richtersitz) öffentlich bei in Bezug auf das, was er vergewaltigt, gestohlen und geraubt hat, und es scheint so, als wären es begründete Rechte (Rechte der Wahrheit). Assaph sprach: Es benagt ihn das Schwein aus dem Walde. R. Pinchas und R. Chilkia im Namen des R. Schim’on haben gesagt: Ein Machthaber richtete an einem Tage Zauberer, Ehebrecher und Mörder und sprach dann zu sein Räten: Alles drei habe ich in einer Nacht getan. Das wollen die Worte sagen: Es benagt ihn das Schwein aus dem Walde.

„Dieses sollt ihr essen von allem, was in den Wassern ist: alles, was Floßfedern und Schuppen hat in den Wassern, in den Meeren und in den Flüssen, das sollt ihr essen“ (Wajikra 11,9).

Midrasch Tehillim 8,2
Vers 2. Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde. Rabbi hat gesagt: Wir finden, dass bei drei Gelegenheiten (an drei Stellen) die Engel mit dem Heiligen, gelobt sei Er, rechteten (Einspruch erhoben), bei dem (ersten) Menschen, bei der Schenkung der Thora und bei der Wohnung (dem Stiftszelle).

Bei Adam. Als der Heilige, gelobt sei Er, Adam erschaffen wollte, beriet Er sich mit den Engeln. Er sprach zu ihnen: „Wir wollen einen Menschen machen“ (Bereschit 1,26). Da entgegneten sie ihm: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“ (Tehillim 8,5). Morgen, antwortete Er, werdet ihr seine Weisheit sehen. Er ließ alle wilden und zahmen Tiere und alle Vögel vor den Dienstengel zusammenkommen und begann zu fragen: Wie ist der Namen von diesem? Sie wussten es aber nicht. Da sprach Er zu ihnen: Wollt ihr seine Weisheit kennen? Ich werde ihn fragen, und er wird mir ihre Namen sagen und alle mit Namen benennen. Was machte der Heilige, gelobt sei Er? Er ließ jegliche Gattung an dem Menschen vorüberziehen, wie es heißt: „Und der Ewige, G-tt, sammelte (ויצר) vom Erdboden alles Getier des Feldes“ (Bereschit 2,19). R. Acha hat gesagt: Heißt es nicht bereits: „Und G-tt machte (יעש) alles Getier der Erde“ (dort 1,25)? Was bedeutet ויצר? Allein dort steht ויעש und hier steht: ויצר. Es hat den Sinn des Sichversammelns (Zusammenkommens), wie es heißt: „Wenn du gegen eine Stadt dich versammelst (תצור)“ (Dwarim 20,19). „Und Er brachte (sie) zu Adam, um zu sehen, wie er sie nennen würde“ (Bereschit 2,19). Ist nicht alles vor dem Heiligen, gelobt sei Er, erschaut, warum heißt es: לראות, um zu sehen?“ Was bedeutet: לראות? „Um die Dienstengel die Weisheit Adams sehen zu lassen (להראות). „Und wie ist sein Name?“ Denn der Heilige, gelobt sei Er, hatte festgesetzt, dass er einem jeglichen Dinge einen Namen geben sollte. Der Heilige, gelobt sei Er, fragte ihn: Und wie ist dein Name? Adam antwortete: Mir ziemt es, Adam der Erste (אדם ראשון) zu heißen, weil ich vom Erdboden geschaffen worden bin. Dann fragte Er ihn: Und wie ist Mein Name? Er antwortete: Dir ziemt es: Herr (אדני) zu heißen, denn Du bist der Herr (אדני) über alles. Darum heißt es: „Ich, der Herr [Ewiger], ist Mein Namen“ (Jeschajahu 42,8), es ist Mein Name, mit dem Mich der erste Adam benannt hat. Sofort sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Dienstengeln: Sehet, wie (groß) seine Weisheit ist! Und ihr sprecht: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“

Ebenso war es bei der Schenkung der Thora. Als der Heilige, gelobt sei Er, kam, um den Israeliten die Thora auf dem Sinai zu geben, fingen die Dienstengel an mit Ihm zu rechten. Sie sprachen: „Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest?“ Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde!Du, dessen Majestät man über den Himmeln verkündet. Sie sprachen nämlich zu ihm: Herr der Welt! Dir geziemt es, dass Du die Thora in den Himmeln gibst. Warum? Weil wir heilig und rein sind und sie heilig und rein ist, wir leben und Deine Thora ist ein Baum des Lebens. Besser ist, sie bleibt bei uns. Er antwortete ihnen: Es gehört sich nicht, dass sie bei den Oberen bestehet, denn es heißt: „Im Lande der Lebenden wird sie nicht gefunden“ (Jiob 28,13). – Giebt es denn oben ein Land? Wo aber besteht sie? Bei den Unteren, wie es heißt: „Ich habe das Land gemacht und den Menschen auf ihm geschaffen“ (Jeschajahu 45,12).

R. Nechemja im Namen des R. Jehuda sagt: Gleich einem Menschen, der einen Sohn hatte, dem ein Finger fehlte. Sein Vater ging, um ihn die Seidenspinnerei lehren zu lassen und alle Beschäftigung dieses Handwerks. Jenes Handwerk erforderte aber alle Finger. Nach einiger Zeit kam sein Vater zum Meister und sprach zu ihm: Warum lehrst du meinem Sohne dieses Handwerk nicht? Der Meister antwortete ihm: Dieses Handwerk erfordert alle Finger, deinem Sohne aber fehlt ein Finger, und du willst, dass ich ihm die Seidenspinnerei lehre? So sprach auch der Heilige, gelobt sei Er: Die Thora kann nicht bei euch bestehen, denn unter euch gibt es keine Fortpflanzung, keine Unreinheit, kein Sterben und keine Krankheit sondern ihr seid alle heilig, in der Thora heißt es aber: „So ein Mensch im Zelte stirbt…“ (Bemidbar 19,14); „Das sei das Gesetz für den Aussätzigen…“ (Wajikra 12,2); „So eine Frau Samen bringt...“ (dort 12,2); „so eine Frau den Blutfluss hat“ (dort 15,25); „das dürft ihr essen…“ (dort 11,9); „das dürft ihr nicht essen…“ (dort V. 5). Darum heißt es: „Im Lande der Lebenden wird sie nicht gefunden“ (Jiob 28,13). Und der Heilige, gelobt sei Er, übte Gnade und gab Mosche die Thora, als Er geendet hatte, alle diese Worte mit den Engeln zu reden. Als nun Mosche hinaufstieg (auf den Berg Sinai) und nicht wieder herabkam, begingen die Israeliten jene Tat und die Tafeln wurden zerbrochen. Da freuten sich die Dienstengel und sprachen: Nun kehrt die Thora wieder zu uns zurück. Als aber Mosche hinaufstieg, um zum zweiten Male (die Thora) zu empfangen, sprachen die Dienstengel: Herr der Welt! Haben sie dieselbe nicht gestern übertreten, denn Du hast in ihr geschrieben: „Du sollst keine fremden Götter haben neben Mir“ (Schemot 20,3)? An jedem Tage, entgegnete ihnen der Heilige, gelobt sei Er: Seid ihr zwischen Mir und den Israeliten die Ankläger? Als ihr zu Abraham hinab stiegt, aßt ihr nicht Fleisch in der Milch, wie es heißt: „Und er nahm Rahm und Milch und das junge Rind … und sie aßen“? (Bereschit 18, 8). Wenn aber ein Kind von ihnen aus der Schule (eig. aus dem Hause seines Lehrers) kommt, und seine Mutter ihm ein Stück Brot, Fleisch und Käse zu essen reicht, so spricht es zu ihr: Heute hat mich mein Lehrer gelehrt: „Koche nicht ein Böcklein in der Milch seiner Mutter“ (Schemot 34,26). Da fanden sie keine Entgegnung. In dieser Stunde sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu Mosche: „Schreibe dir auf diese Worte“ (dort V. 27), solange sie keine Entgegnung und Antwort haben.

Als endlich der Heilige, gelobt sei Er, Seine Schechina auf der Wohnung ruhen lassen wollte, sprachen die Dienstengel vor ihm: Herr der Welt! „Was ist der Mensch, dass Du sein gedenkest?“ R. Jehuda im Namen des R. Aibu und R. Jehuda bar Rabbi Simon legen beide einen Vers aus: „Die Könige der Scharen (ידודון ידודון)“ (Tehillim 68,13). Sie (die Dienstengel) warfen Zettel hin, wie es heißt: “Und über Mein Volk warfen sie(ידו) das Los“ (Joel 4,3). der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Bei eurem Leben! Ich werde auch so tun. „Es deckt die Himmel Sein Glanz und Seines Lobes voll war die Erde“ (Habak.uk 3,3). Er sprach nämlich zu ihnen: Bei eurem Leben! Die Schechina ist bei Mir, wie es heißt: „Und Seines Lobes voll ist die Erde.“ Die Dienstengel erwiderten: Die ist doch auch auf der Erde? Darauf sprach Er zu ihnen: Gleichwohl will Ich dir beweisen, dass es so ist, denn es heißt: „Lobet den Ewigen aus dem Himmel“ (Tehillim 148,1). „Seine Majestät ist auf der Erde und in den Himmeln (dort V. 13). Zuerst steht: „Auf der Erde“ und dann folgt erst: „In den Himmeln.“ Darum heißt es: Ewiger, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde, Du, dessen Majestät man über den Himmeln verkündet. 

אלה Diese sollen euch unrein sein unter allem Gewimmel; jeder, der sie anrührt, wenn sie tot sind, wird unrein sein bis an den Abend“ (Wajikra 11,31).

Midrasch Tehillim 15,6
Vers 5. Wer solches tut, wankt ewig nicht. Wenn Rabban Gamliel diesen Vers las, pflegte er zu weinen und sprach: Wer vermag das alles zu tun?[5] Wen R. Akiba aber diesen Vers las und ebenso die Verse des Jechsekel: „Wer auf den bergen nicht isst“ (Jecheskel 18,6), pflegte er nicht zu weinen, sondern zu lachen. Da fragte ihn Rabban Gamliel: Warum lachst du, wenn ich weine? Er antwortete ihm: Siehe, was geschrieben steht: „אלה, diese sind die euch Unreinen unter allem Kriechenden, (wer sie berührt, wenn sie tot sind, ist unrein bis an den Abend)“ (Wajikra 11,31). Da könnte ich glauben: Wenn er nicht alle berührt, wird er auch nicht unrein bei einem einzigen von ihnen? Ein Fleck (eine Art Ausschlag) verunreinigt die Kleider, das Kriechende aber ist beim Beginn seiner Schöpfung so groß wie eine Linse. Am Schlusse der Verunreinigungen, heißt es schließlich: „Verunreinigt euch nicht durch all dieses“ (dort 18,24). Da könnte ich glauben, dass er sich nur durch alle verunreinige, und siehe, wenn er nur soviel wie eine Linse berührt, verunreinigt er sich ja schon, welches Maß hat denn nun das Übergewicht, das Maß der Güte oder das Strafmaß? Sage: Das Maß der Güte überwiegt das Strafmaß fünfhundert Mal in der Verdoppelung. Wenn schon einer, der nur eins von den Kriechenden berührt, selbst wenn es nur soviel wie eine Linse ist, so unrein wird, als hätte er alle berührt, um wie viel mehr in Beziehung auf das Maß der Güte, dass, wenn er eins von diesen Dingen (Geboten) befolgt, es so gilt, als hätte er sie alle befolgt. Siehe da: Sowie bei den Kriechenden und Verunreinigungen „אלה, diese“ geschrieben steht, und dennoch, wenn er nur eins von ihnen berührt, es so gilt, als hätte er alle berührt, so auch in Beziehung auf die Erfüllung der Gebote, von denen es heißt: Wer „אלה, diese“ befolgt, wankt ewig nicht, denn wenn er nur eins von ihnen befolgt, so ist das so , als hätte er alle befolgt. Da sprach Rabban Gamliel zu ihm: Du hast mich getröstet (Beruhigt), Akiba, du hast mich getröstet!

[1]Vergl. Midrasch zu Tehillim 69,1
[2]S. Bereschit Rabba Par. 51.
[3] Vergl. Wajikra Rabba Par. 20; Pesikta des Rab Kahana S. 171a ed. Buber.
[4] Der ganze Passus bildet den Schluss zu dem oben angeführten. Vergleiche zwischen Mosche und David.
[5] Vergl. Sanhedrin 81a; Makot 24a.

 
 
 
 
 
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