HASCHEM will nicht

17. August 2010 geschrieben von   Freigegeben in über uns

Der Dekalog als Beweis gegen die Trinität

BbM 17.8.2010 / 7. Elul 5770

In der Auseinandersetzung mit der Trinität stehen wir immer wieder neu vor Herausforderungen. Eine der Argumentationen der Befürworter der Trinität stellt die scheinbar rhetorische Frage, ob es G-tt denn unmöglich ist, als Mensch zu erscheinen, was Er ihrer Meinung nach in Person Jesu gemacht haben soll (Chalila). Antwortet man schlicht mit "G-tt kann alles", so entwickelt sich oft eine theologisch-philosophische Diskussion, in der meistens die Trinitarier am längeren Hebel sitzen, wenn nicht schließlich das SCHMA und die Zehn Gebote zitiert werden. Eben dort scheiden sich die Geister, weil es deutlich wird, dass die Trinitarier die mündliche Thora durch die christliche Dogmatik, insbesondere durch das Apostolische Glaubensbekenntnis (bzw. das von Nicäa) und die darauf basierenden Theologie ersetzt haben. Das ist die Ersatztheologie.

Stellt man das im Gespräch fest, dann rate ich jedem Gesprächspartner diesen wichtigen Punkt festzuhalten und das Gespräch möglichst friedlich doch konsequent zu beenden, bzw. das Thema mit dieser Begründung zu wechseln.

Sollten jedoch interessierte Dritte zuhören, so lohnt sich die Auseinandersetzung womöglich trotzdem. Darum versuche ich an dieser Stelle Argumentationshilfen zu formulieren.

Jeschua HaMelech HaMaschiach hat im Gespräch mit dem Schriftgelehrten in Markus 12,28-34 klargestellt, dass für ihn das "Schma", das Gebot G-tt zu lieben und das der Nächstenliebe die wichtigsten Mitzwot sind, wie für jeden Juden.

Das "Schma" akzeptieren die meisten Trinitarier nicht als Beweis für die Einheit und Einzigkeit G-ttes, die jede andere Person neben dem Heiligen, g.s.E., als G-tt und Schöpfer ausschließt. Das Wort 'אחד' ECHAD wird als Einheit der Trinität umgedeutet, wenn der Trinitarier die hebräische Sprache einigermaßen beherrscht (leider war ich oft genug Zeuge davon). Jeder Versuch die traditionelle rabbinische Deutung von ECHAD näher zu bringen, scheitert entweder an der Überzeugung, dass das Rabbinertum die Deutungshoheit der Schrift verlor, als Jeschua als Messias abgelehnt wurde, oder schlicht daran, dass die Sprache verschiedene Übersetzungen zulässt und der Trinitarier sich selbst zutraut, die "richtige" Übersetzung zu haben. Darum konzentriere ich mich im Folgendem auf den Dekalog, der auch für Trinitarier eine zentrale Bedeutung hat.

Obwohl die Einteilung und die Zählung der Gebote sich unterscheiden, bleibt die Aussage in den Versen 2. Mose 20,2-6 (1. und 2. Gebot nach jüd. Tradition und das 1. nach christlicher) im Wortlaut gleich. Der Text lautet:

" 2 Ich bin der Ewige, dein G-tt, der Ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir. 4 Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgend ein Gleichnis dessen, was oben im Himmel und was unten auf der Erde und was in den Wassern unter der Erde ist. 5 Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn Ich 'אנכי', der Ewige, dein G-tt, bin ein eifernder G-tt, der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern, am dritten und am vierten Gliede derer, die Mich hassen; 6 und der Güte erweist, auf Tausende hin, an denen, die Mich lieben und Meine Gebote beobachten."

HASCHEM gibt eindeutige Weisungen zusätzlich zum Hauptgebot und erklärt dadurch auch, was es heißt: "Ich אנכי bin der Ewige dein G-tt ... Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir". Das "Ich" 'אנכי' ANOCHI bezeichnet das "Selbst" der Person G-ttes, wie Mahara"l es in Netzach Israel Kap. 48 erläutert. Der Unterschied zu 'אני' ANI bestehe darin, dass 'אנכי' einzig auf die eigene Person verweist. Beispiele: (Bereschit 15,1) "... Fürchte dich nicht, Abram; Ich אנכי bin dir ein Schild, dein sehr großer Lohn"; (Bereschit 28,15) "Und siehe, Ich אנכי bin mit dir, und Ich will dich behüten überall, wohin du gehst usw."; (Schemot 3,6) "Und Er sprach: Ich אנכי bin der G-tt deines Vaters, der G-tt Abrahams, der G-tt Isaaks und der G-tt Jakobs usw." Das 'אני' bezieht sich hingegen auf ein Gegenüber, wie in (Bereschit 31,44) "Und nun komm, lasse uns einen Bund machen, ich אני und du usw."; (Maleachi 3,6) "Denn Ich אני, der Ewige, Ich verändere Mich nicht; und ihr, Kinder Jakobs, ihr werdet nicht vernichtet werden." In dem also HASCHEM die אנכי-Form im Dekalog benutzt, macht Er deutlich, dass nur Er allein das Erlösungswerk in Ägypten vollbrachte.

Das אנכי geht dem Namen von HASCHEM voran. Er allein hat den Heiligen Namen, keiner sonst.

Jede Möglichkeit dem einen G-tt eine Form zu geben, ob durch Hände Werke oder durch mentale Vorstellungen, soll unterlassen werden. Ebenfalls soll jede Form der Anbetung gegenüber den Götzen nicht vollzogen, bzw. verweigert werden. Das einzige Geschöpf, das HASCHEM selbst Sein "Ebenbild und Gleichnis" nennt, ist der Mensch, allerdings gebietet HASCHEM, dass wir uns keine Vorstellung von Ihm machen dürfen, Er hätte irgendeine Form (Schemot 20,4).

Jeder Versuch, dieses Gebot zu relativieren, ist eine Umdeutung des klaren Wortsinns, die schließlich dazu führt, das man sich doch ein Bild von G-tt macht (Chalila). Das gesamte NT muss daher in diesem Licht ausgelegt werden, um nicht in die Irre zu gehen. Das Gebot ist unmissverständlich: Mache dir kein Bild von HASCHEM. Wenn aber das so ist, dann ist Jeschua ein Mensch. Das steht in keinem Widerspruch zu seiner Hoheit als König Messias und ewiger Hohepriester oder seiner Beziehung zum Himmlischen Vater als Sohn G-ttes, wenn man diese Begriffe in der jüdischen Tradition belässt. Erst deren Verwerfung zeitigte das Glaubensbekenntnis von Nicäa 325 n. Chr. (abschließende Form 381 in Konstantinopel), wo es heißt: "Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott". Das so genannte Nicaenum  wird heute an hohen Feiertagen wie Ostern und Pfingsten gesprochen.[1] Üblich ist das Apostolische Glaubensbekenntnis, das aber im genannten Sinn verstanden werden soll.

Wenn man das Gebot, sich kein Bild von HASCHEM zu machen, übertritt, dann hat es furchtbare Folgen, denn dass ewige Heil ist davon unmittelbar abhängig, wie bei allen 10 Geboten. Das zeigt das unauflösbare Dilemma. Folgt man dem Wortsinn des Dekalogs, dann muss man in der Person Jeschua logischerweise einen Menschen sehen, um im Einklang mit dem Willen G-ttes zu stehen. Dann ist man allerdings außerhalb des trinitarischen Glaubensbekenntnisses und hat nach dieser Lehre keinen Anteil am ewigen Leben. Folgt man dem Dogma der Trinitarier und nimmt Jeschua als Gott an (Chalila), so ist man wiederum bestraft, denn man übertritt damit das 2. Gebot.

Doch dieses Dogma ist nichts anderes, als ein Werk der Machtpolitik, nicht der g-ttlichen Offenbarung! Eben das sollte im Gespräch mit Interessierten betont werden.

Die Antwort auf die Frage, ob es HASCHEM nicht möglich ist, als Mensch zu erscheinen, ist nun im Grunde einfach: Er kann aber will nicht. Denn würde HASCHEM das tun (Chalila), dann würde Er gegen das eigene Gebot verstoßen, ein Bildnis von Ihm zu machen, was ausgeschlossen ist, wie es heißt: (Bamidbar 23,19)

"Nicht ein Mensch ist G-tt, dass Er lüge, noch ein Menschensohn, dass Er bereue. Sollte Er gesprochen haben und es nicht tun, und geredet haben und es nicht aufrecht halten?"

Ergo: Jeschua ist ein Mensch, Sohn G-ttes und Königs Messias. Wer an Seine Sendung durch unseren Vater im Himmel glaubt und Buße tut, dem werden die Sünden vergeben. Möge er bald und zu unserer Zeit wiederkommen! Amen. Sela.

[1]Siehe http://www.ekd.de/glauben/abc/nicaenum.html

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