ב"ה
פרקי אבות 
Sprüche der Väter
 
פרק א
Erstes Kapitel
 
Die Mischnajot werden nach und nach kommentiert und verlinkt
Bitte auf <Kommentar> achten
 
 
כל ישראל יש להם חלק לעולם הבא,שנאמר: 
ועמך כלם צדיקים, לעולם יירשו ארץ, נצר מטעי, מעשה ידי להתפאר.
Ganz Israel hat Anteil an der kommenden Welt, wie es heißt:
Und Dein Volk, alle sind sie Gerechte, auf ewig werden sie das Land erben, sie sind der Sprössling Meiner Pflanzung, das Werk Meiner Hände Mir zur Verherrlichung.
Jeschajahu 60,21; Sanhedrin 90a
 
 
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I,1
  
  
משֶׁה קִבֵּל תּוֹרָה מִסִּינַי, וּמְסָרָהּ לִיהוֹשֻׁעַ,
וִיהוֹשֻׁעַ לִזְקֵנִים,
וּזְקֵנִים לִנְבִיאִים,
וּנְבִיאִים מְסָרוּהָ לְאַנְשֵׁי כְנֶסֶת הַגְּדוֹלָה.
הֵם אָמְרוּ שְׁלשָׁה דְבָרִים,הֱווּ מְתוּנִים בַּדִּין,
וְהַעֲמִידוּ תַלְמִידִים הַרְבֵּה,
וַעֲשׂוּ סְיָג לַתּוֹרָה.
 
Mosche empfing die Thora am Sinai, und überlieferte sie Jehoschua,
Jehoschua überlieferte sie den Ältesten,
die Ältesten den Propheten
und die Propheten den Männern der großen Versammlung.
Diese sagten drei Dinge: Urteilt besonnen und geduldig.
Stellt viele Schüler auf. Errichtet einen Zaun für die Thora.
 
 
Kommentar
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I,2
 
שִׁמְעוֹן הַצַּדִּיק הָיָה מִשְּׁיָרֵי כְנֶסֶת הַגְּדוֹלָה.הוּא הָיָה אוֹמֵר:
עַל שְׁלשָׁה דְבָרִים הָעוֹלָם עוֹמֵד, עַל הַתּוֹרָה וְעַל הָעֲבוֹדָה וְעַל גְּמִילוּת חֲסָדִים.
Schim’on der Gerechte einer der letzen Vertretern der großen Versammlung. Er sagte:
Auf drei Dingen steht die Welt:
Thora, G-ttesdienst und Liebeswerke.
 
 
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I,3
 
אַנְטִיגְנוֹס אִישׁ סוֹכוֹ קִבֵּל מִשִּׁמְעוֹן הַצַּדִּיק.הוּא הָיָה אוֹמֵר:
אַל תִּהְיוּ כַעֲבָדִים הַמְשַׁמְּשִׁין אֶת הָרַב עַל מְנָת לְקַבֵּל פְּרָס, אֶלָּא הֱווּ כַעֲבָדִים הַמְשַׁמְּשִׁין אֶת הָרַב שֶׁלֹּא עַל מְנָת לְקַבֵּל פְּרָס, וִיהִי מוֹרָא שָׁמַיִם עֲלֵיכֶם.
Antigonos aus Socho empfing die Tradition von Schim’on dem Gerechten. Er sagte:
Seid nicht wie Diener, die ihrem Herrn, um Lohn zu empfangen, sondern wie Diener, die ihrem Herrn dienen, ohne Lohn zu empfangen. Und die Ehrfurcht vor G-tt  sei stets über euch.
 
 
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I,4
 
יוֹסֵי בֶּן יוֹעֶזֶר אִישׁ צְרֵדָה וְיוֹסֵי בֶּן יוֹחָנָן אִישׁ יְרוּשָׁלַיִם קִבְּלוּ מֵהֶם.
יוֹסֵי בֶן יוֹעֶזֶר אִישׁ צְרֵדָה אוֹמֵר:
יְהִי בֵיתְךָ בֵּית וַעַד לַחֲכָמִים, וֶהֱוֵי מִתְאַבֵּק בַּעֲפַר רַגְלֵיהֶם, וֶהֱוֵי שׁוֹתֶה בַצָּמָא אֶת דִּבְרֵיהֶם.
Jose ben Jo’eser aus Zereda und Jose ben Jochanan aus Jeruschalajim empfingen die Tradition von ihnen.
Von Jose ben Jo’eser aus Zereda sagte:
Dein Haus sei ein Versammlungsort der Weisen
und bestäube dich mit dem Staub ihrer Füße
und sei ein durstiger Trinkender ihre Worte.
 
 
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I,5
 
יוֹסֵי בֶּן יוֹחָנָן אִישׁ יְרוּשָׁלַיִם אוֹמֵר:
יְהִי בֵיתְךָ פָּתוּחַ לִרְוָחָה, וְיִהְיוּ עֲנִיִּים בְּנֵי בֵיתֶךָ, וְאַל תַּרְבֶּה שִׂיחָה עִם הָאִשָּׁה. בְּאִשְׁתּוֹ אָמְרוּ, קַל וָחֹמֶר בְּאֵשֶׁת חֲבֵרוֹ.
מִכָּאן אָמְרוּ חֲכָמִים:
כָּל זְמַן שֶׁאָדָם מַרְבֶּה שִׂיחָה עִם הָאִשָּׁה, גּוֹרֵם רָעָה לְעַצְמוֹ, וּבוֹטֵל מִדִּבְרֵי תוֹרָה, וְסוֹפוֹ יוֹרֵשׁ גֵּיהִנָּם.
Jose ben Jochanan, ein Mann aus Jeruschalajim, sagt:
Dein Haus stehe allen offen und die Armen seien deine Hausgenossen
und mehre nicht müßiges Geplauder mit einer Frau. Damit meinte er, mit eigener Ehefrau. Umso mehr gilt das für die Ehefrau eines anderen.
Hiervon lernend sagten die Weisen: Sobald der Mensch müßiges Geplauder mit einer Frau mehrt, fügt er sich selbst Böses zu, denn er wird von den Worten der Thora ablassen und am Ende das Gehinom erben.
 
 
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I,6
 
יְהוֹשֻׁעַ בֶּן פְּרַחְיָה וְנִתַּאי הָאַרְבֵּלִי קִבְּלוּ מֵהֶם.
יְהוֹשֻׁעַ בֶּן פְּרַחְיָה אוֹמֵר:
עֲשֵׂה לְךָ רַב, וּקְנֵה לְךָ חָבֵר, וֶהֱוֵי דָן אֶת כָל הָאָדָם לְכַף זְכוּת.
Jehoschua ben Perachja und Nittai aus Arbel empfingen die Tradition von ihnen.
Von Jehoschua ben Perachja sagte: Mache dir einen Rabbi, erwerbe dir einen Freund. Neige dein Urteil über einen jeden Menschen zu dessen Verdienst.
 
 
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I,7
 
נִתַּאי הָאַרְבֵּלִי אוֹמֵר:
הַרְחֵק מִשָּׁכֵן רָע, וְאַל תִּתְחַבֵּר לָרָשָׁע, וְאַל תִּתְיָאֵשׁ מִן הַפֻּרְעָנוּת.
Nittai aus Arbel sagte:
Halte dich von einem bösen Nachbarn fern. Und befreunde dich nicht mit einem Bösen. Und meine nicht in deiner Verzweiflung, dass Böses ungestraft bleibe.
 
 
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I,8
 
יְהוּדָה בֶן טַבַּאי וְשִׁמְעוֹן בֶּן שָׁטַח קִבְּלוּ מֵהֶם.
יְהוּדָה בֶּן טַבַּאי אוֹמֵר:
אַל תַּעַשׂ עַצְמְךָ כְּעוֹרְכֵי הַדַּיָּנִין. וּכְשֶׁיִּהְיוּ בַּעֲלֵי דִינִין עוֹמְדִים לְפָנֶיךָ, יִהְיוּ בְעֵינֶיךָ כִּרְשָׁעִים. וּכְשֶׁנִּפְטָרִים מִלְּפָנֶיךָ, יִהְיוּ בְעֵינֶךָ כְּזַכָּאִין, כְּשֶׁקִּבְּלוּ עֲלֵיהֶם אֶת הַדִּין.
Jehuda ben Tabbai und Schim’on ben Schetach empfingen die Tradition von ihnen.
 
Jehuda ben Tabbai sagt:
Mache dich als Richter nicht selbst zum Rechtsanwalt. Solange die prozessführenden Parteien vor dir stehen, sollen sie dir als schuldig gelten. Nachdem sie sich aber von dir verabschiedet haben, sollen sie dir als unschuldig erscheinen, sofern sie das Urteil angenommen haben.
 
 
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I,9
 
שִׁמְעוֹן בֶּן שָׁטַח אוֹמֵר:
הֱוֵי מַרְבֶּה לַחֲקוֹר אֶת הָעֵדִים, וֶהֱוֵי זָהִיר בִּדְבָרֶיךָ, שֶׁמָּא מִתּוֹכָם יִלְמְדוּ לְשַׁקֵּר.
Schim’on ben Schetach sagt:
Prüfe mehrfach die Zeugen und sei bedachtsam mit deinen eigenen Worten, damit sie nicht aus ihnen lernen zu lügen.
 
 
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I,10
 
שְׁמַעְיָה וְאַבְטַלְיוֹן קִבְּלוּ מֵהֶם.שְׁמַעְיָה אוֹמֵר:
אֱהוֹב אֶת הַמְּלָאכָה, וּשְׂנָא אֶת הָרַבָּנוּת, וְאַל תִּתְוַדַּע לָרָשׁוּת.
Sch’maja und Awtaljon empfingen die Tradition von ihnen.
Sch’maja sagt:
Liebe die Arbeit.
Hasse die Herrschaft.
Suche nicht die Nähe der Machhabenden.
 
 
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I,11
 
אַבְטַלְיוֹן אוֹמֵר:
חֲכָמִים, הִזָּהֲרוּ בְּדִבְרֵיכֶם, שֶׁמָּא תָחוֹבוּ חוֹבַת גָּלוּת וְתִגְלוּ לִמְקוֹם מַיִם הָרָעִים, וְיִשְׁתּוּ הַתַּלְמִידִים הַבָּאִים אַחֲרֵיכֶם וְיָמוּתוּ, וְנִמְצָא שֵׁם שָׁמַיִם מִתְחַלֵּל.
Awtaljon sagte:
Ihr Weisen, achtet auf eure Worte, damit ihr nicht mit der Verbannung bestraft werdet und an einen Ort mit schlechtem Wasser verbannt werdet und dann würden die Schüler nach euch trinken und daran sterben, und der Name G-ttes wäre entweiht.
 
 
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I,12
 
הִלֵּל וְשַׁמַּאי קִבְּלוּ מֵהֶם. הִלֵּל אוֹמֵר:
הֱוֵי מִתַּלְמִידָיו שֶׁל אַהֲרֹן, אוֹהֵב שָׁלוֹם וְרוֹדֵף שָׁלוֹם, אוֹהֵב אֶת הַבְּרִיּוֹת וּמְקָרְבָן לַתּוֹרָה.
Hillel und Schammai empfingen die Tradition von ihnen.
Von Hillel sagt:
Sei einer von den Schülern Aharons:
Liebe Frieden und jage dem Frieden nach. Liebe die Menschen und nähere sie zur Thora.
 
 
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I,13
 
הוּא הָיָה אוֹמֵר:
נְגַד שְׁמָא, אֲבַד שְׁמֵהּ.
וּדְלָא מוֹסִיף, יָסֵיף.
ּדְלָא יָלֵיף, קְטָלָא חַיָּב.
וּדְאִשְׁתַּמֵּשׁ בְּתַגָּא, חֳלָף.
Er pflegte zu sagen:
Wer seinen Namen berühmt machen will, verliert ihn.
Wer versäumt zu seinem Wissen hinzuzufügen, dessen Wissen wird aufhören.
Wer nicht lernt, macht sich des Lebens schuldig.
Wer sich der Thorakrone eigennützig bedient, wird vergehen.
 
 
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I,14
 
הוּא הָיָה אוֹמֵר:
אִם אֵין אֲנִי לִי, מִי לִי. וּכְשֶׁאֲנִי לְעַצְמִי, מָה אֲנִי. וְאִם לֹא עַכְשָׁיו, אֵימָתָי.
Er pflegte auch zu sagen:
Wenn ich nicht selbst für mich sorge, wer sorgt für mich?
Wenn ich nur für mich selbst sorge, was bin ich?
Wenn nicht jetzt, wann?
 
 
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I,15
 
שַׁמַּאי אוֹמֵר:
עֲשֵׂה תוֹרָתְךָ קֶבַע. אֱמוֹר מְעַט וַעֲשֵׂה הַרְבֵּה, וֶהֱוֵי מְקַבֵּל אֶת כָּל הָאָדָם בְּסֵבֶר פָּנִים יָפוֹת.
 
Schammai sagt:
Mache dein Thorastudium zur Hauptsache.
Rede wenig, tue viel.
Empfange jeden mit Menschen mit freundlichem Gesicht.
 
 
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I,16
 
רַבָּן גַּמְלִיאֵל הָיָה אוֹמֵר:
עֲשֵׂה לְךָ רַב, וְהִסְתַּלֵּק מִן הַסָּפֵק, וְאַל תַּרְבֶּה לְעַשֵּׂר אֳמָדוֹת.
Rabban Gamliël pflegte zu sagen:
Mache dir einen Rabbi.
Und entferne dich jeder zweifelhaften Entscheidung.
Und gewöhne dich nicht daran, ungenau zu verzehnten.
 
 
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I,17
 
שִׁמְעוֹן בְּנוֹ אוֹמֵר:
כָּל יָמַי גָּדַלְתִּי בֵין הַחֲכָמִים, וְלֹא מָצָאתִי לַגּוּף טוֹב אֶלָּא שְׁתִיקָה.
וְלֹא הַמִּדְרָשׁ הוּא הָעִקָּר, אֶלָּא הַמַּעֲשֶׂה.
וְכָל הַמַּרְבֶּה דְבָרִים, מֵבִיא חֵטְא.
Sein Sohn Schim’on sagt:
Alles meine Tage wuchs ich unter den Weisen, und ich habe für den Körper nichts Besseres gefunden, als das Schweigen.
Und nicht die Forschung, ist die Hauptsache, sonder die Tat.
Und wer viele Worte macht, bewirkt Sünde.
 
 
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I,18
 
רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר:
עַל שְׁלשָׁה דְבָרִים הָעוֹלָם עוֹמֵד, עַל הַדִּין וְעַל הָאֱמֶת וְעַל הַשָּׁלוֹם, שֶׁנֶּאֱמַר (זכריה ח,) אֱמֶת וּמִשְׁפַּט שָׁלוֹם שִׁפְטוּ בְּשַׁעֲרֵיכֶם.
 
Rabban Schim’on ben Gamliël sagt:
Auf drei Dingen besteht die Welt:
Auf Wahrheit,
Auf dem Recht und
Auf dem Frieden,
Wie es heißt: „Wahrheit und Recht zum Frieden sollt ihr Recht sprechen in euren Toren“ (Secharja 8,16).
 
 
Rabbi Chananja, Sohn des Akaschja, sagt:
Der Heilige, gelobt sei Er, wollte Israel verdienstvoll machen, daher mehrte Er ihm Thora und Gebote. Wie es heißt:  Für Israels Gerechtigkeit machte der Ewige die Thora groß und verherrlichte sie (Jeshajahu 42,21; Makot 23b).

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