Unser Glaubensverständnis

15. März 2008 geschrieben von   Freigegeben in über uns

März 2008

Einführung

 

Wir, die Mitglieder der Gemeinschaft „Freude am Baum des Lebens“ und Beter in unserer Synagoge, Juden und Nichtjuden gleichermaßen, beschreiben nachfolgend unsere gemeinsamen Glaubensüberzeugungen:

א.        Glaube an HaSchem, den G-tt Jisraels (ה׳ יתברך ברוך הוא וברוך שמו)

ב.         Vertrauen in den Maschiach Jisraels (יבוא אלינו במהרה בימינו)

ג.         Treue zur Torah Jisraels (יגדיל תורה ויאדיר)

ד.         Auserwählung des Volkes Jisrael (עם ישראל חי)

ה.      Vorzüglichkeit desLandes Jisrael (ארץ חמדה טובה ורחבה).

Gemäß der Überlieferung Jisraels gehen wir von der unveränderlichen und unauflösbaren Zusammengehörigkeit dieser Glaubensüberzeugungen aus. Wir bekennen uns daher zu den dreizehn Grundlehren des Rambam. 

Die dreizehn Grundlehren (י״ג עקרים)

nach R. Mosche Ben Maimon (רמב״ם)

1. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, alle Geschöpfe erschaffen hat und sie leitet, nur Er allein Seine Werke vollbrachte, vollbringt und vollbringen wird.

2. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, einzig ist, dass es keine Einzigkeit gleich der Seinen in irgendeiner Art gibt, dass nur er allein unser G-tt war, ist und sein wird.

3. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, kein Körper ist, keinen körperlichen Begriffen unterliegt, und nichts mit ihm Ähnlichkeit hat.

4. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, der Erste war und zuletzt noch sein wird.

5. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, allein würdig ist, dass man zu ihm bete, und nichts anderes sonst angebetetwerden darf.

6. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass alle Worte der Propheten Wahrheit sind.

7. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Prophetie von Mosche Rabbenu, Friede sei ihm, wahrhaft war, dass er (im Rang) der Vater aller Propheten vor ihm war und derer, die nach ihm kamen.

8. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die ganze Torah, die sich jetzt in unseren Händen befindet, die ist, die einst Mosche Rabbenu, Friede sei ihm, gegeben wurde.

9. Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Torah niemals ausgewechselt wird, und dass es keine andere Torah vom Schöpfer, gelobt sei Sein Name, geben wird.

10.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, alle Handlungen und Gedanken der Menschen kennt, wie es heißt: Der aller Herzen gebildet hat, Er versteht auch all ihre Handlungen.

11.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gelobt sei Sein Name, Gutes vergilt denen, die Seine Gebote befolgen, und die bestraft, die seine Gesetze übertreten.

12.Ich glaube mit voller Überzeugung an das Kommen des Maschiach; obwohl er säumt, warte ich trotzdem jeden Tag, dass er komme.

13.Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Toten wieder belebt werden zur Zeit, da es der Wille des Schöpfers sein wird, gelobt sei Sein Name und erhoben sei Sein Gedenken für immer und in alle Ewigkeit.

Was verstehen wir unter diese Glaubensüberzeugungen?

Auf die eingangs dargestellten Glaubensüberzeugungen soll nachfolgend im Überblick etwas näher eingegangen werden. Die unveränderliche und unauflösliche Zusammengehörigkeit des G-ttes Jisraels, des Maschiachs Jisraels, der Torah Jisraels, des Volkes Jisraels und des Landes Israels bildet nach unserem Verständnis auch die Grundlage aller Aussprüche Jeschua haMaschiachs sowie seiner Schüler (תלמידים) und Gesandten (שליחים).

Über den Schöpfer von Himmel und Erde (הקדוש ברוך הוא)

Wir glauben, dass der Ewige, gelobt sei er, durch sein machtvolles Wort das Sein aus dem Nichts (יש מאין) geschaffen hat, wie es heißt:

HaSchem, Du hast die Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht.[1]

Durch Glauben erkennen wir, dass Himmel und Erde durch das Wort
G-ttes geschaffen wurden.[2]

Über die Einzigkeit und Unteilbarkeit G-ttes (ה׳ אחד יחיד ומיוחד)

Wir glauben an den einen, einzigen und unteilbaren G-tt, wie geschrieben steht:

Was ist das erste Gebot (ראשית כל־המצות)?Das erste ist: Höre Israel, der Ewige ist unser G-tt, der Ewige ist einzig (אחד). Und du sollst den Ewigen, deinen G-tt, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.[3]

Es steht geschrieben: Dem Ewigen, deinem G-tt, sollst du huldigen und ihm allein dienen.[4]

Es gibt keinen anderen G-tt außer dem Einen (אין אלקים זולתו אחד)[5].

Es ist ein G-tt und Vater aller, der da ist über allem und mit allen und in allen (אל אחד ואבי־כל אשר הוא על־כל ועם־כל ובתוך כלכם)[6]

Über den Maschiach Jisraels (מלך המשיח)

Wir glauben, dass Jeschua Ben Josef aus Nazaret (יהושע בן יוסף מינצרת) in völliger Übereinstimmung mit der Überlieferung der Weisen Jisraels (חז״ל) der Maschiach Jisraels ist und auf dieser Grundlage mit den höchsten Ehrennamen „Sohn des Hochgelobten“ (בן־המברך)[7], “Sohn des Höchsten“ (בן־עליון)[8], „Sohn G-ttes“ (בן־האלקים)[9] oder „Erstgeborener“ (בכור)[10] bezeichnet wird. Von Seinen Schülern (zum Teil auch von Pharisäern und Schriftgelehrten) wird er im Allgemeinen mit „Rabbi“ (רבי)[11], „Lehrer“ (מורה)[12] und „Herr“ (אדון)[13] angesprochen sowie als „streitbarer Prophet G-ttes“ (נביא גבור חיל לפני האלקים)[14] und als „Gerechter“ (צדיק)[15] beschrieben. Nach seiner Heimatstadt wird er auch „der Nazaräer“ (הנצרי)[16] genannt.

Die Überlieferung Jisraels spricht von einem zweifachen Maschiach: vom Maschiach Ben Josef (בן יוסף) und vom Maschiach Ben Dawid (בן דוד)[17]. Wir glauben daher, dass Jeschua haMaschiach bei seinem ersten Erscheinen als Maschiach Ben Josef gekommen ist und zu diesem Zeitpunkt den ersten Teil seines g-ttlichen Auftrages erfüllt hat. Wie in der mündlichen Überlieferung Jisraels festgehalten, tritt der Maschiach zuerst in Galiläa (גליל) auf und verkündet dort die Geheimnisse der Torah. So heißt es etwa von dem Wein aus dem oberen Galil (גליל עליון), er sei der beste Wein Jisraels, womit gemeint ist, die Geheimnisse der Torah würden im oberen Galil offenbart.[18] Weiter wird erklärt, der Maschiach gehe sodann nach Jeruschalajim und werde dort als „Knecht HaSchems“ (עבד ה׳)[19] leiden und sterben (עקידת המשיח) und am dritten Tage von den Toten auferweckt werden. Danach werde er in den Himmel erhoben, erhalte dort Macht, Herrschaft und die Königskrone und bleibe im Verborgenen (נסתר), bevor er als Maschiach Ben Dawid und offenbarer Erlöser seines Volkes erneut kommen und das Reich seines Vaters Dawid aufrichten werde. [20]

Dieser erste Teil seines Auftrages ist also deutlich zu unterscheiden von den Aufgaben, die er als Maschiach Ben Dawid erfüllen wird, wenn er zum zweiten Mal erscheinen wird, wie sie zusammengefasst  in der Mischneh Torah[21] des Rambam beschrieben sind. Danach obliegen dem Maschiach, der natürlich aus dem Volk Jisrael[22] stammt  und darüber hinaus dem Stamm Judah angehört [23] und ein direkter männlicher Nachkomme von Dawid haMelech[24] und Schlomo haMelech[25] ist, folgende Aufgaben:

  1. Er sinnt über die Torah beständig nach und hält die Gebote wie sein Vater Dawid gemäß der schriftlichen und mündlichen Torah (הוגה בתורה ועוסק במצות).
  2. Er wird ganz Jisrael dazu anleiten, in den Wegen der Torah und der Geboten zu wandeln, und verstärkt sogar die Torah (ויכוף כל־ישראל לילך בה ולחזק בדקה).
  3. Er stellt die Königsherrschaft seines Vaters Dawid wieder her (והחזיר מלכות דוד לישנה לממשלת הראשונה).
  4. Er sammelt das Volk Jisrael aus dem Exil (der Zerstreuung)  und bringt es wieder ins Land Jisrael zurück (וקבץ נדחי ישראל).[26]
  5. Er baut den heiligen Tempel in Jeruschalajim wieder auf (ובנה מקדש במקומו).[27]
  6. Er führt die Kriege G-ttes (וילחם מלחמות ה׳).
  7. Er richtet die Weltordnung wieder auf und bringt den Frieden für die ganze Welt[28], indem er die ganze Welt dazu anhält, den einen G-tt Jisraels anzuerkennen und ihm allein zu dienen (ויתקן את העולם כלו לעבוד את ה׳ ביחד).[29]

Der Prophet Jecheskel[30] beschreibt den Maschiach Ben Dawid so:

Und mein Knecht Dawid wird über sie König sein, und ein Hirte wird sein für sie alle, und sie werden in meinen Rechtssprüchen wandeln, und meine Satzungen wahren und tun. Sie werden in dem Land leben, das ich Jakob, meinem Diener, gab... Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der ihnen ewig bestehen bleibt, ich will sie halten und mehren, und mein Heiligtum gebe ich in ihre Mitte in Ewigkeit, meine Wohnstätte wird unter ihnen sein, und ich werde ihr G-tt sein und sie werden mein Volk sein. und daran werden die Völker sehen, dass ich es bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte bleibt, auf ewig.

Über die schriftliche Torah (תורה שבכתב)

Wir glauben, dass der Ewige, gelobt sei Er, Mosche Rabbenu die Torah als dauerhaft gültige Offenbarung am Berge Sinai gab, wie es auch von Jeschua haMaschiach und seinen Schüler und Gesandten bekräftigt wurde:

Jeschua haMaschiach sagte: Eher werden Himmel und Erde vergehen, bevor ein Jud (יוד אחת) oder ein Häkchen[31] (קוץ אחד) aus der Torah vergehen wird, denn alles wird Bestand haben (כלם יקומו).[32]

Jeschua haMaschiach antwortete auf die Frage, wie man ewiges Leben (חיי עולם) erlange: Was steht in der Torah geschrieben? Was liest du dort? Jener antwortete: Du sollst den Ewigen, deinen G-tt, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst. Da sprach er (Jeschua) zu ihm: Du hast recht geantwortet: Tue das, und du wirst leben.[33]

Ich diene dem G-tt meiner Väter und … glaube alles, was in der Torah und den Propheten geschrieben ist.[34]

Heben wir etwa die Torah durch unseren Glauben auf (das sei ferne!)? Vielmehr richten wir die Torah durch unseren Glauben auf und geben ihr Bestand (נקים את־התורה).[35]

Die Torah ist heilig (התורה קדשה), und das Gebot ist heilig, gerade und gut (המצוה קדשה ישרה וטובה).[36]

Alle heiligen Schriften[37] sind durch den Geist G-ttes gegeben und festgegründet zur Lehre, zur Ermahnung, zur Erquickung der Seele und um in Geradheit auf den Geleisen der Gerechtigkeit zu wandeln; durch sie wird der Mann G-ttes vollkommen, festgegründet zu jedem guten Werk (כל־כתבי הקדש על־פי רוח אלקים המה ונכנים להורת ולהוכיח להשיב נפש ולישר במעגלי צדק ועל־פיהם שלם יהיה איש האלקים ונכון לכל־מעשה טוב).[38]

Es werden Tage kommen, in denen die Menschen die Torah des Lebens (תורת חיים) nicht mehr ertragen wollen.[39]

Jede gute Gabe (כל־מתנה טובה)[40] und jedes vollkommene Geschenk (כל־תשורה שלמה) steigt von oben herab, vom Vater der Lichter (מארת)[41], bei dem es keinen Wechsel oder Austausch (אין חליפות לו) und keinen Schatten gibt, der von Veränderung zeugt (לא צל תמורה).[42]

Wer sein Auge auf die vollkommene Torah (בתורה התמימה)[43] richtet, in der die Freiheit[44] begründet liegt, und über sie beständig nachsinnt … der wird glückselig in dem, was er tut.[45]

Die Torah ist die „Krone des Lebens“ (עטרת חיים)[46], die denen verheißen ist, die in Treue aushalten (מנצח); darum wird sie auch als „Krone der Torah“ (כתר תורה) bezeichnet und „Baum des Lebens“ (עץ חחיים) genanntfür alle, die an ihr festhalten (למחזיקים בה)[47].Wer aber an ihr festhält und sie ergreift, wie es während der Torahvorlesung (קריאת התורה) im G-ttesdienst der Synagoge geschieht, für den gilt:

Ihr aber, die ihr mit dem Ewigen, eurem G-tt, verbunden seid, ihr alle lebt heute.“ (ואתם הדבקים בה׳ אלקיכם חיים כלכם היום).[48]

Über die mündliche Torah (תורה שבעל פה)

Wir glauben, dass der Ewige, gelobt sei Er, Mosche Rabbenu sowohl die schriftlicheTorah als auch die mündliche Torahgegeben hat. Sie gehören untrennbar zusammen und beschreiben die Schönheit (תפארת) der „Tochter Jisraels“ (בת ישראל)[49].

Vom Land Jisrael heißt es, die Kundschafter hätten in ihrem Bericht an Mosche Rabbenu erzählt, dass das Land von Milch und Honig fließe (ארץ זבת חלב ודבש). Diesen Ausdruck  - so wird erzählt – hätten sie deshalb mit Bedacht gewählt, weil sie Dattelpalmen gesehen hätten, von deren Stamm Honig (Dattelsirup) herabfloss und unter denen Ziegen weideten, aus deren Euter Milch troff, so dass Milch und Honig zusammen die Erde befeuchteten[50]. So tränken auch die schriftliche und mündliche Torah zusammen die Durstigen mit Milch und nähren die Hungrigen mit Honig.

Diese Zusammengehörigkeit wird auch im „NT“ bezeugt:

Jeschua haMaschiach sagte: Die Schriftgelehrten und Pharisäer sitzen auf dem (Lehr-)Stuhle Mosches (כסא משה). Alles nun, was sie euch sagen zu halten (לשמור), dass sollt ihr halten und tun (תשמרו ועשיתם).[51]

Und nun, meine Brüder, stehet und haltet fest an der Lehre (והחזיקו בלקח), die euch gegeben wurde mündlich oder in unseren Briefen.[52]

Über die Schriften des „neuen Bundes“ (חברית חחדשה)

Wir denken, dass die gebräuchliche, aber höchst problematische Bezeichnung zur Unterscheidung der (christlichen) Bibel in „Altes Testament“ (AT) und „Neues Testament“ (NT) leider noch allzu oft Anlass dafür bietet, dass der Torah im Besonderen bzw. dem Tanach (תנ״ך)[53] in seiner Gesamtheit eine geringere Autorität zugemessen wird als dem „NT“ und in der Folge bestimmte Aussagen der heiligen Offenbarung des Ewigen, gelobt sei Er, an Mosche und die Propheten als inzwischen aufgehoben oder „veraltet“ gelten (חלילה).

Dabei wird verkannt, dass der Tanach im „NT“ kristallklar als von G-ttes Geist inspiriert und als dauerhaft gültige, autoritative Lehrgrundlage bezeichnet wird und dass der von dem Propheten Jirmejahu angekündigte „neue (oder: erneuerte) Bund„ (ברית חדשה)[54] gerade darauf abzielt, die ursprünglich auf Tafeln von Stein eingravierte Torah nicht aufzuheben, sondern sie umso fester auf die „Tafeln des Herzens aus Fleisch“ zu schreiben, was wiederum zu einem ungetrübten Erkennen und freudevoll-gehorsamen Tun des in der Torah manifestierten Willens G-ttes führen wird, wie der Prophet Jecheskel sagt:

Und meine Geist gebe ich in eure Brust … und mache, dass ihr nach Meinen Satzungen wandelt und Meine Rechte wahret und sie tut.[55]

Erst in völliger Übereinstimmung mit dem Tanach und in seinem gleißenden Lichtstrahl (אור ישר) sowie auf der Grundlage des Tradition Jisraels kann also das „NT“ seinem Wesen nach wirklich verstanden werden und diesen Lichtstrahl ungebrochen reflektieren (אור חוזר). Auf diese Weise strahlt das helle Licht der Botschaft Jeschua haMaschiachs[56] und seiner Schüler und Gesandten wie eine lodernde Flamme auf und lässt den auf den Maschiach bezogenen „neuen Bund“ (חדושי המשיח) und die in ihm neu aufleuchtende Torah (תקון התורה) funkeln wie einen Saphir. So wird die Einheit beider Bündnisse verständlich: Nach der Überlieferung Jisraels entstammten die von Mosche zerbrochenen ersten Tafeln mit den zehn Geboten, die von G-tt selbst eingraviert worden waren, dem himmlischen Thron, von dem es heißt:

Und sie sahen den G-tt Jisraels, und dass unter seinen Füßen war wie ein Werk aus leuchtendem Saphir (כמעשה לבנת הספיר)[57], und wie der reine Himmel an Klarheit.

Über die Auslegung der Torah und der übrigen Schriften (מדות  הפרוש)

Wir legen die Torah bzw. den Tanach und das „NT“ gemäß der Überlieferung der Weisen (חז״ל) auf vier Ebenen aus. Die Torah gleicht einem in der Mitte eines prächtigen Obstgartens (פרד״ס)[58] gepflanzten Fruchtbaum, der selbst Frucht ist und ohne Unterlass Früchte bringt (עץ פרי עושה פרי):

Pschat -פשט

einfache Bedeutung; 

(meistens) wörtlicher/buchstäblicher Sinn

Remes - רמז

Andeutungen und Hinweise auf weitergehende, vom einfachen Wortsinn nicht umfasste erkennbare Bedeutungsinhalte und Zusammenhänge

(z.B. גמטריה / אותיות רבתיות זעירות וכפופות / ראשי וסופי תבות)

Drasch – דרש

Erzählende, erbauliche Auslegung (מדרשים)

Sod - סוד

Geheimnis; grundlegende verborgene Zusammenhänge von Himmel und Erde und dem innerenMenschen

(תורת הפנימיות / מעשה בראשית / מעשה מרכבה)

Dazu studieren wir die Torah, die Propheten, die Schriften (Tanach), die Bücher des „NT“, den Talmud, die Midraschim und den Sohar sowie weitere klassische Werke (מוסר / קבלה / חסידות).

Heil dem Manne, der … an der Torah HaSchems seine Lust hat und über seine Torah sinnet Tag und Nacht. Und er wird einem Baume gleichen, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht gibt zur rechten Zeit, und sein Laub welkt nicht, und alles, was er tut, gedeihet.[59]

Über die Mizwot (מצות חקים ומשפטים)

Wir glauben, dass alle Gebote  (תרי״ג המצות) des Ewigen, gelobt sei Er, insbesondere die sog. Zehn Gebote (עשרת הדברות), Ausdruck seiner Liebe zu Seinem Volk Jisrael sind.  Indem wir diese Gebote - soweit sie auf uns zutreffen und wir es verstehen und vermögen – in Treue erfüllen, haben wir die Möglichkeit, unsere Liebe Ihm gegenüber sowie zu unserem Mitmenschen praktisch auszudrücken. Wir anerkennen in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Halachah. Liebe zu Gott (rechte Tafel der Zehn Gebote) und Liebe zum Nächsten (linke Tafel der Zehn Gebote) - das hat Jeschua haMaschiach so ausgedrückt:

Von diesen zwei Geboten hängen die gesamte Torah und alle Propheten ab (ועל שתי המצות תלויים כל־התורה והנביאים).[60]

Du sollst den Ewigen, deinen G-tt, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Das ist das größte und erste Gebot (זו היא המצוה הגדלה והראשונה).[61]

Wer eines dieser kleinsten Gebote (מצות קטנות) bricht (für veraltet erklärt) und die Menschen solches lehrt, sie ebenfalls zu brechen, der wird „verachtet“ (נקלה) genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und andere lehrt, sie zu tun, der wird „geehrt“ (נכבד) genannt werden im Reich der Himmel.[62]

An diesem (זאת)[63] erkennen wir, dass wir Ihn erkannt haben, wenn wir Seine Gebote halten (נשמור את מצותיו). Und wer Seine Gebote hält (השומר את מצותיו), bleibt in G-tt und G-tt in ihm. Denn darin (בזאת) besteht die Liebe zu G-tt, dass wir Seine Gebote halten. [64]

Über den Schabbat und die Festzeiten Jisraels (שבת קדש ומקראי קדש)

Wir glauben, dass der Schabbat und alle Festzeiten Jisraels als Ausdruck der besonderen Liebe des himmlischen Vaters zu Seinem Volk gegeben worden sind (ושבת קדשך באהבה וברצון הנחלתנו) und dass diese heiligen Zeiten von G-tt geschenkte besondere Gelegenheiten darstellen, Seinen Willen tiefer zu ergründen und Ihn in Geist und Wahrheit anzubeten.

Der Schabbat steht am Anfang, in der Mitte und am Ende des Wirkens G-ttes:  Schöpfung, Offenbarung und Erlösung. Bei der Schöpfung – als Zeichen für deren Vollendung[65] (מראש מקדם נסוכה סוף מעשה במחשבה תחלה);bei der Offenbarung der Torah (מתן תורה) - die am Schabbat gegeben wurde,um der Schöpfung Bestand (קיום) zu geben, bis die Zeit erfüllt wird;und bei der Erlösung - da die zukünftige Welt mit der ewigen Schbbatruhe verglichen wird (יום שכלו שבת). Deshalb ist auch jeder Schabbbat ein Vorgeschmack auf die kommende Welt (מעין עולם הבא יום שבת מנוחה).

So heißt es ausdrücklich[66], dass Jeschua haMaschiach sowie seine Schüler und Gesandten nach ihrer Gewohnheit am Schabbat[67] in die Synagoge gingen, die jährlichen Festtage[68] hielten und zu den Hauptfesten – wie es für die Zeit, in der der Tempel noch stand, geboten war - nach Jeruschalajim zogen und zu den regelmäßigen Gebetszeiten den Tempel aufsuchten.[69]

Über den Gottesdienst Jisraels (עבדת הקדש)

Wir glauben, dass der Ewige, gelobt sei Er, den G-ttesdienst (עבדת הקדש) Seinem Volk Jisrael als unveräußerliches Erbe ebenso anvertraut hat wie die Sohnschaft (בני בכרי ישראל), die Herrlichkeit (הכבוד) der göttlichen Gegenwart (השכינה), die Bündnisse mit den Vätern (הבריתות), die Gabe der Torah (מתן התורה) und die Verheißungen der Propheten (דברי ההבטחות).[70]

Der G-ttesdienst Jisraels ist im tiefsten Grunde ein G-ttesdienst des Herzens (עבדה שבלב), in dem die „Opfer derLippen“ (פרים שפתינוttesdienste finden daher nach dieser Ordnung Jisraels und unter Verwendung der Gebetbücher Jisraels (Siddurim und Machsorim) statt. 

Über den Auftrag des Maschiach an seine Talmidim (שליחות המשיח)

Wir glauben, dass die Torah des Maschiach grundsätzlich in völliger Übereinstimmung mit der Torah von Mosche Rabbenu steht. Der Ewige, gelobt sei Er, sprach nämlich zu Mosche Rabbenu:

Komm herauf zu Mir auf den Berg … und Ich werde dir geben die Tafeln von Stein mit der Lehre und dem Gebote, das Ich geschrieben, sie zu belehren (הלחת האבן והתורה והמצוה אשר כתבתי להורתם).[71]

Einen Propheten werde Ich ihm aufstehen lassen aus der Mitte ihrer Brüder, gleich dir, und ihm meine Worte in den Mund legen, und er soll reden alles, was Ich ihm geboten habe (את כל־אשר אצונו).[72]

Jeschua haMaschiach befahl seinen Schülern in seinen Abschiedsworten auf „dem hohen Berg“ im Galil:

Geht hin zu allen Völkern und unterweist sie und machet sie zu meinen Schülern … und lehret sie halten, alles was ich euch geboten habe (לכו אל־כל־העמים להורתם ולעשתם לי לתלמידים ... ולמדתם אתם לשמור את־כל־אשר צויתי אתכם).[73]

Aus der hebräischen Fassung dieser Worte Jeschua haMaschiachs wird nach unserem Verständnis ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Torah von Mosche Rabbenu deutlich:

1. Sowohl Mosche Rabbenu als auch der Maschiach stiegen auf einen Berg (עליה אל ההר), um die Torah zu empfangen bzw. sie weiterzugeben.

2. Mosche Rabbenu sollte die Menschen unterweisen bzw. belehren; Jeschua haMaschiach gab diesen Auftrag an seine Schüler. In beiden Fällen wird derselbe Ausdruck („lehorotam“ - להורתם) verwendet, dessen sprachliche Verwandtschaft mit dem Wort „Torah“ (תורה) unübersehbar ist.

3. Der dem Mosche verheißene Prophet soll im Auftrag G-ttes „reden alles, was Ich ihm geboten habe“; der Maschiach befiehlt seinen Schülern, „zu lehren alles,  was ich euch befohlen habe“.

Mit dieser Unterweisung durch die Schüler und Gesandten Jeschua haMaschiachs ist daher nach unserem Verständnis vorrangig die Vermittlung der Lehre der Torah von Mosche Rabbenu - unter Einbeziehung der Torah des Maschiach - gemeint. Hierzu sollten sie zu den „Völkern“ gehen. Was sie in Umsetzung dieses Auftrags tatsächlich taten, war, dass sie – wie wiederholt im „NT“ berichtet wird – bei ihren Reisen außerhalb Jisraels stets  zuerst zu den Juden gingen, die unter diesen Völker zerstreut wohnten. Erst im Anschluss daran wandten sie sich auch an die dortigen Nichtjuden, die sie wiederum einluden, in den örtlichen Synagogen am Schabbat aus der Torah von Mosche Rabbenu zu lernen[74].

Die Torah des Maschiach sollte daher jedem Menschen guten Willens – Juden und Nichtjuden – zum Lernern und Tun angeboten werden. Wir sprechen uns aus diesem Grunde gegen „Evangelisation“ oder „Mission“ aus, insbesondere gegen eine „Missionierung“ von Juden (כל ישראל יש להם חלק לעולם הבא). Wir wollen niemanden „überzeugen“ von der Richtigkeit unseres Glaubensbekenntnisses. Dabei sind wir gern dialogbereit mit Menschen aus anderen Glaubensrichtungen.

Jeschuas Auftrag entspricht somit ganz der Haltung von Rabbi Hillel, der ebenfalls dafür eintrat, Menschen (Juden und Nichtjuden gleichermaßen) näher zur Torah zu bringen, wie es von ihm heißt:

Hillel sagte: Sei von den Schülern Aharons, der Frieden liebt und ihm nachjagt, die Menschen liebt und sie der Torah näher bringt.[75]

Hierzu bemerkt der Kommentar von Rabbi Nathan:

Und bringt sie näher zur Torah: Was bedeutet das? Das lehrt, dass man Menschen geneigt machen und sie unter die Flügel der g-ttlichen Gegenwart (תחת כנפי השכינה) führen soll, wie auch Awraham Awinu Menschen geneigt gemacht und sie unter die Flügel der g-ttlichen Gegenwart geführt hat.… Was bedeutet nun der Vers „und die Seelen, die sie geschaffen hatten“ (עשו)? Das lehrt, dass der Heilige, gelobt sei Er, es Awraham und Sarah zurechnete, als hätten sie die Seelen der Menschen (die sie unter die Flügel der g-ttlichen Gegenwart geführt haben) geschaffen.[76]

Über die Umkehr (תשובה)

Wir glauben, dass der Ruf zur Umkehr zu jeder Zeit gilt. Die Weisen Jisraels unterrichten uns darüber, dass Mosche Rabbenu die Kinder Jisraels zuerst zur Umkehr bewegen musste, und erst danach waren sie würdig für die Erlösung[77]. Umkehr heißt Umbesinnung und Rückkehr zu unserem himmlischen Vater, zu seiner Torah und zum Gottesdienst Jisraels (השיבנו אבינו לתורתך וקרבנו מלכנו לעבודתך). Von den Umkehrenden (בעלי תשובה) wird gesagt, dass sie Zutritt zum Baum des Lebens (עץ חחיים) erhalten[78]. Daher wollen wir immer wieder neu umkehren, wie es uns der Maschiach gelehrt hat:

Kehret um! Denn das Reich der Himmel ist nahe (שובו מדרכיכם כי מלכות השמים קרבה לבוא).[79] Im Himmel wird mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die der Umkehr nicht bedürfen.[80]

Im Talmud heißt es in diesem Sinne auch:

An dem Ort, an dem Umkehrenden stehen (zu dem die Umkehrenden Zutritt haben), können sogar vollkommen Gerechte nicht stehen. (מקום שבעלי תשובה עומדין צדיקים גמורים אינם עומדין).[81]

Über den gemeinsamen Weg jüdischer und nichtjüdischer Menschen

Wir glauben, dass das Wort von der Umkehr für diejenigen, die nichtjüdischer Herkunft sind, noch eine weitere besondere Bedeutung: Die durch den Maschiach bewirkte Umkehr öffnet ihnen die Türen zum Haus des himmlischen Vaters. So durchschreiten wir im Glauben und in Treue die (ansonsten für Nichtjuden verschlossenen) Pforten zum inneren Vorhof des Heiligtums (חצר פנימי / עזרה) und beugen uns vor dem G-tt Israels und seinem König, wie es heißt:

G-tt hat auch den Nichtjuden die Fähigkeit verliehen, umzukehren auf den Weg des Lebens (לשוב לדרך החיים).[82]

G-tt hat auch den Nichtjuden die Türe zum Glauben aufgetan (פתח לגוים את־השער אשר מאמינים יבאו בו).[83]

Das erinnert an den Spruch des Propheten Jeschajahu, der  - über die unmittelbare Geltung dieses Wortes für Jisrael hinaus - offenbar auch nichtjüdische Menschen (גוי) mit einbezieht:

Tut auf die Pforten, dass einziehe das gerechte Volk, dass bewahret die Treue (פתחו שערים ויבא גוי־צדיק שמר אמונים).[84]

Menschen nichtjüdischer Herkunft in unserer Gemeinschaft haben eine bewusste Entscheidung getroffen, sich dem Volk Jisrael mit den Worten Ruths, der Stamm-Mutter von Dawid haMelech, anzuschließen[85]:

Wohin du gehst, gehe ich, und wo du weilest, weile ich; dein Volk ist mein Volk, und dein G-tt ist mein G-tt! Wo du stirbst, sterbe ich und dort will ich begraben werden. Das bewirke der Ewige an mir.[86]

Sie haben im Sinne der Prophezeiung Secharjas mit heiligem Ernst die Ecken des Tallit (צצית) eines jüdischen Mannes ergriffen und unter den Flügeln der g-ttlichen Gegenwart (תחת כנפי השכינה) Zuflucht gesucht:

So spricht HaSchem der Heerscharen: In jenen Tagen werden zehn Männer aus allen Sprachen der Völker die Ecken des Gewandes eines jüdischen Mannes festhalten und sprechen: Lasset uns mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass G-tt mit euch ist.[87]

Im „NT“ wird dieses Anschließen als „Einpropfung“ beschrieben: Nichtjüdische Menschen sind als Zweige von wilden Ölbäumen (זית היער) durch den Maschiach eingepropft worden in den heiligen Ölbaum Jisraels (הזית , עץ הקדש) und dürfen nun an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums Anteil haben.[88] So heißt es auch:

Und er (der Maschiach) ist gekommen, Frieden zu verkünden dem Fernen und dem Nahen (שלום שלום לרחוק ולקרוב). So seid ihr nicht länger Fremde (גרים) und Ansässige (תושבים), sondern Mitbürger (אזרחי העיר) inmitten der Heiligen und Söhne des Hause G-ttes (קדשים ובני בית אלקים).[89]

An ihnen möge das das Wort des Propheten Jeschajahu in Erfüllung gehen:

Und die Söhne der Fremde, die sich HaSchem anschließen, Ihm zu dienen und den Namen HaSchems zu lieben, Ihm Knechte zu sein, jeder, der den Schabbat wahret, dass er ihn nicht entweihe, und die festhalten an Meinem Bund – sie werde Ich bringen zu Meinem heiligen Berge und sie erfreuen in Meinem Bethause; ihre Ganzopfer und ihre Schlachtopfer werden gnädig aufgenommen auf  Meinem Altar; denn Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker.[90]

Wir – Juden und Nichtjuden gemeinsam – wollen daher auf der Grundlage dieser Glaubensüberzeugungen miteinander unser Leben und unseren Glauben in Liebe und gegenseitiger Achtung teilen.

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ולמלך עולם שוכן עד אשר עין לא תשורנה

הוא אלקים אחד וחכם לבדו

לו הגדלה והתפארת מעולם ועד־העולם אמן׃[91]

[1] Apostelgeschichte 4:24, vgl. auch 14:15
[2] Hebräer 11:3
[3] Markus 12:29-30; siehe auch 5. Mose/Dewarim 6:4-5
[4] 5. Mose/Dewarim 6:13; Mattitjahu 4:10; Lukas 4:8
[5] 1. Korinther 8:4
[6] Epheser 4:6
[7] Markus 14:61
[8] Lukas 1:32; siehe auch Psalm/Tehillim 82:6, wo das Volk Jisrael bzw. die obersten Richter Jisraels als „Söhne des Höchsten“ bezeichnet werden.
[9] Mattitjahu 26:63; siehe auch 1. Chronik/Diwrei haJamim Alef 22:10 und Psalm/Tehillim 2:6-7, wo der König Jisraels den Ehrennamen „Sohn G-ttes“ trägt – wie das Volk Jisrael in seiner Gesamtheit auch (בני אל־חי); siehe  Hoschea 2:1; 11:1.
[10] Römer 8:29; siehe auch Psalm/Tehillim 89:27-28, 2. Mose/Schemot 4:22 und Jirmejahu 31:9, wo wiederum der König Jisraels bzw. das Volk Jisrael diese Auszeichnung erhalten.
[11] Siehe z.B. Markus 9:5; Jochanan 1:49.
[12] Siehe z.B. Mattitjahu 12:38; Jochanan 3:2
[13] Siehe z.B. Mattitjahu 7:21; Jochanan 13:13
[14] Mattitjahu 21:11; Lukas 24:19
[15] Mattitjahu 27:19; 1. Petrus 3:18
[16] Mattitjahu 2:23; Jochanan 19:19. Damit wird an die Beschreibung des Maschiach durch den Propheten Jeschajahu als „Sprößling“ (נצר) aus der Wurzel Jischais angeknüpft.
[17] Siehe z.B. b.Sukka 52a (als Auslegung zu Secharja 12:10)
[18] Siehe Sohar Chadasch, Paraschat Bereschit 22b
[19] Siehe Jeschajahu 53; nach Sohar, Paraschat Schemot und Sohar, Paraschat Mischpatim wird der Maschiach in den ‚Palast der Kranken’ treten und rufen: ‚Mögen alle Krankheiten und Schmerzen Jisraels auf mich kommen!’ Und so wird es geschehen. Wenn er nicht Jisraels Schmerzen erleichtern und sie auf sich nehmen würde, könnte niemand für Jisraels Unterdrückung leiden, wie es geschrieben steht: ‚Er trug in Wahrheit unsere Krankheiten’; nach Jalkut Schimoni zur Stelle wird von dem Knecht HaSchems gesagt, er sei „der König Maschiach, der sich erheben und hoch erhaben sein wird, der höher sei als Awraham, größer als Mosche, erhobener als die anbetenden Engel“. Rabbi Mosche Alschich bemerkt zur Stelle: „Unsere Weisen s.l. bewahrten uns das Zeugnis der Überlieferung, dass damit der Maschiach gemeint ist.“
[20] Siehe z.B. Sohar, Paraschat Schemot 7b
[21] Siehe Mischneh Torah, Hilchot Melachim 11-12 (auch Hilchot Melech haMaschiach genannt)
[22] 5. Mose/Dewarim 17:15, 4. Mose/Bamidbar 24:17
[23] 1. Mose/Bereschit 49:10
[24] 1. Chronik/Diwrei haJamim Alef 17:11; Psalm/Tehillim 89,29-38; Jirmejahu 33:17; 2. Samuel/Schmuel Bet  7:12-16
[25] 1. Chronik/Diwrei haJamim Alef 22:10; 2. Chronik/Diwrei haJamim Bet 7:18
[26] Jeschaja 27:12-13; 11:12
[27] Micha 4:1
[28] Jeschaja 2:4; 11:6; Micha 4:3
[29] Jeschaja 11:9; 40:5; Zefanja 3:9
[30] Jecheskel37:24-28
[31] Jud ist der kleinste Buchstabe im hebräischen Alphabeth; zugleich bildet er den ersten Buchstaben des vierbuchstabigen Namens HaSchems und weist so auf seine absolute Gewichtigkeit und Unvergänglichkeit hin. Mit Häkchen sind die Vokalisationspunktierungen (נקודות) des nur aus Buchstaben (אותיות) bestehenden Textes der Torah bzw. des Tanach und die zusätzlich hierzu verwendeten Betonungs- und Gesangszeichen (טעמי המקרא) gemeint. Da diese Zeichen Bestandteil der mündlichen Überlieferung (מסורה) sind, zeigt sich auch hieran die grundsätzlich uneingeschränkte Akzeptanz der mündlichen Torah durch Jeschua haMaschiach.
[32] Mattitjahu 5:18; Lukas 16:17
[33] Lukas 10:25-28; siehe auch 5. Mose/Dewarim 6:5; 3. Mose/Wajikra 19:18; 18:5
[34] Apostelgeschichte 24:14
[35] Römer 3:31
[36] Römer 7:12
[37] Hiermit sind insbesondere die Torah (zur Lehre), die Propheten (zur Ermahnung) und die übrigen Schriften (zur Erquickung der Seele und für einen geraden Lebenswandel) des Tanach gemeint.
[38] 2. Timotheus 3:16
[39] 2. Timotheus 4:3
[40] bBrachot 5a und Midrasch Chupat Elijahu 4: Drei Gaben (מתנות) schenkte der Ewige, gelobt sei Er, doch alle sind mit Leiden verbunden: die Torah, Eretz Jisrael und die künftige Welt. Die verwendete Formulierung erinnert daher besonders an Sprüche/Mischle 4:2: Denn gute Lehre gab Ich euch (כי לקח טוב נתתי לכם). Mit „Lehre“ ist die Torah gemeint. bTa’anit 9a und Schir HaSchirim Rabba 14:4: Drei Gaben in der Wüste wurden durch drei Hirten in der Wüste gegeben: Manna, Wasser und die Wolken der Herrlichkeit. Pirke deRabbi Elieser 3: Durch die Gabe von drei Geschenken wird die Wiederherstellung geschehen: Geist der Weisheit, der Unterscheidung und der Erkenntnis (CHABAD); siehe Jeschajahu  11:2. Der Zusammenhang aller Gaben ist also folgender: 1. Schöpfung (Manna); 2. Bestand (Wasser); 3. Erneuerung (Wolken der Herrlichkeit).
[41] Sonne und Mond werden als „Lichter“ (מארת) bezeichnet (vgl. 1. Mose/Bereschit 1:16). Nach der mündlichen Überlieferung Jisraels stehen diese Lichter für die schriftliche und mündliche Torah, die Jaakow hier als „gute Gabe“ und „vollkommenes Geschenk“ bezeichnet.
[42] Jaakow 1:17
[43] So wird die Torah in Tehillim/Psalm 19:8 bezeichnet.
[44] Über die in Steintafeln „eingravierte“ (חרות) Torah sagt die Überlieferung Jisraels unter Hinweis auf die Gleichheit der Buchstaben, man lese dieses Wort als „Freiheit“ (חרות). Deswegen wird die Torah vom Sinai auch als Torah der Freiheit bezeichnet (siehe Sohar II, Paraschat Mischpatim 114a, Paraschat Tezawe 183a).
[45] Jaakow 1:25. Das Wort für „beglückt“ lautet יאשר und weist durch die Gemeinsamkeit mit dem Nachsinnen über die Torah und das Gelingen aller Werke deutlich auf Psalm/Tehillim 1 hin, dessen Eingangswort derselben Wortwurzel entstammt und mit den gleichen Buchstaben geschrieben wird: אשרי (Glücklich ist der Mann …). Und in Sprüche/Mischle 3:18 wird derjenige, der an der Torah als Baum des Lebens festhält, als „beglückt“ (מאשר) bezeichnet.
[46] Offenbarung/Chisajon 2:10; siehe auch Sohar III 164a,b. Das ist die goldene Krone (עטרת פז), von der Psalm/Tehillim 21:4 spricht. NachSchemot Rabba 8:1 wird HaSchem Seine Krone dem König Maschiach geben. Hierauf wird wohl in Offenbarung/Chisajon 2:10 Bezug genommen. Dabei dürfte mit חיים die Torah selbst gemeint sein und mit עטרתdie Vollmacht und Fähigkeit, die Torah vollkommen zu verstehen.
[47] Sprüche/Mischle 3:18
[48] 5. Mose/Dewarim 4:4
[49] Hohelied/Schir haSchirim 4:5; 7:4
[50] b.Sotah 35a
[51] Mattitjahu 23:2-3
[52] 2. Thessalonicher 2:15. Auch hier weist die Wahl der Worte „Lehre, die euch gegeben wurde“ (לקח הנתון לכם) auf die Formulierung in Sprüche/Mischle 4:2 hin: Denn gute Lehre gab Ich euch (כי לקח טוב נתתי לכם). Damit aber ist wiederum die Torah gemeint. Insofern kann der zitierte Vers auch im Sinne des Festhaltens an der schriftlichen und mündlichen Lehre interpretiert werden.
[53] „Tanach“ ist die Bezeichnung für die hebräische Bibel und besteht als Akronym aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Worte für Torah (תורה), Propheten (נביאים) und Schriften (כתובים). Die Zitate aus dem Tanach sind der Übersetzung von Leopold Zunz entnommen.
[54] Jirmejahu 31:31-34
[55] Jecheskel 36:26-27
[56] Siehe auch Pesikta Rabbati 36:2
[57] 2. Mose/Schemot 24:10; siehe auch Offfenbarung/Chisajon 4:3.
[58] Das hebräische Wort für „Obstgarten“ ( Pardes“ - פרדס) wird auch mitParadies“ übersetzt und bezeichnet einen prächtig angelegten und liebevoll gepflegten Obstgarten, in dem die köstlichsten Früchte (פרי מגדים) wachsen; er wird in der Sprache von Torat haSod auch „Feld der Apfelbäume“ (חקל תפוחין) genannt (siehe auch 1. Mose/Bereschit 2:9; Hohelied/Schir haSchirim 2:3, 5; 4:13). Im vorliegenden Zusammenhang wird das Wort „Pardes“ aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Worte gebildet, die die vier genannten Auslegungsebenen bezeichnen.
[59] Psalm/Tehillim 1:1-3
[60] Mattitjahu 22:40, siehe auch b.Makkot 23b-24a
[61] Mattitjahu 22:38; siehe auch 5. Mose/Dewarim 6:4-5
[62] Mattitjahu 5:19
[63] Nach der Überlieferung Jisraels steht das Wort זאת besonders für die Torah, wie es auch nach Torahvorlesung gesagt wird: וזאת התורה אשר שם משה לפני בני ישראל (5. Mose/Dewarim 4:44).
[64] 1. Jochanan 2:3, 3:24 und 5:3
[65] 1. Mose/Dewarim 2:1-3
[66] An vielen anderen Stellen wird das Halten des Schabbat und der Festzeiten vorausgesetzt bzw. angedeutet.
[67] Siehe z.B. Markus 1:21, Lukas 23, 56, Apostelgeschichte 13:14; 13:44, 17:2
[68] Zu Pessach siehe Mattitjahu 26:17-19, Jochanan 2:23,  Apostelgeschichte 20:6, 1. Korinther 5:7-8; zu Schawuot siehe Apostelgeschichte 2:1 und 20:16, zu Jom Kippur siehe Apostelgeschichte 27:9 (mit „Fasten“ ist das pflichtgemäße Fasten zu Jom Kipppur gemeint); zu Sukkot siehe Jochanan 7:2,10, zu Chanukka siehe Jochanan 10:22-23.
[69] Apostelgeschichte 3:1, 22:17, 24:11
[70] Römer 9:4
[71] 2. Mose/Schemot 24:12
[72] 5. Mose/Dewarim 18:18; siehe auch 5.Mose/Dewarim 13:1-5
[73] Mattitjahu 28:19-20
[74] Apostelgeschichte 15:21
[75] Pirkei Awot 1:12
[76] Awot de Rabbi Nathan; siehe auch 1. Mose/Bereschit 12:5
[77] Siehe Schir haSchirim Rabbah zu 2:15
[78] Sohar Mischpatim 106b
[79] Mattitjahu 4:17
[80] Lukas 15:7
[81] b.Berachot 34b
[82] Apostelgeschichte 11:18
[83] Apostelgeschichte 14:27
[84] Jeschajahu 26:2
[85] Dieser Schritt ersetzt nicht einen formellen Übertritt (גיור), soweit Einzelne diesen Weg wählen.
[86] Ruth 1:16-17
[87] Secharja 8:23
[88] Römer 11:16ff
[89] Epheser 2:17, 19
[90] Jeschajahu 56:6-7
[91] Dem König der Welt, der da thront in Ewigkeit, den kein Auge gesehen hat:  Er ist der einzig-eine G-tt und der allein Weise –  Ihm sei die Größe und die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

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