Paraschat Nasso Empfehlung

31. Mai 2020 geschrieben von   Channa Rachel Freigegeben in Nasso

ב"ה

Paraschat “NASSO

Belebende Parascha
Thora-Deutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart
von Rabbiner Benjamin Sufiev
(Auszug)

DIE THORA VERLEIHT FLÜGEL

Unser Wochenabschnitt dreht sich in jedem Jahr um das Schawuotfest; öfters danach als
davor. Sein Zusammenhang aber mit dem Fest des Empfangs der Thora bleibt ein und
dasselbe, nämlich die universelle Größe, welche die Thora dem Menschen, der sie studiert,
verleiht - “Nasso“, Aufstieg und Erhebung. Durch das Bekommen der Thora erreichte das
jüdische Volk seinen Höhepunkt, die Erhebung zu G‘tt bis zur vollkommenen Vereinigung
mit Ihm!
G‘tt “erfassen“
Bei der Offenbarung am Sinai erwählte G‘tt die Kinder Israels zu Seinem Priestertum und
heiligen Volk und erhob sie dadurch über jedes andere Volk. Diesen spirituellen Aufstieg
erlangt man durch die Thora. Denn sobald der Jude die Thora studiert und vor allem ihre
inneren Dimensionen, erhebt sie ihn über die irdische Welt und ihre Grenzen. Er wird
befähigt, in seinem Geist die Welt aus einer Perspektive zu entdecken, in der er ihr wahres
Wesen erkennen kann.
Die Besonderheit des Thorastudiums, sogar im Vergleich zum Erfüllen der Gebote,
liegt daran, dass ihr Erlernen eine “Verschmelzung“ zwischen dem Verstand des Menschen
und der Weisheit G‘ttes (der Thoralehre) bewirkt.
Denn sobald der menschliche Verstand die Lehre der Thora begreift, “erfasst“ er den
g‘ttlichen Verstand und ist ein Teil von ihm geworden; und auch der Verstand wird
gleichzeitig von der Thora nicht losgelassen, während man sie studiert. Somit ist die
spirituelle Verschmelzung zwischen G‘tt, Dessen Kern Seine Weisheit ist, und dem
Menschen, dessen Kern sein Verstand ist, vollkommen. Dies erhebt den Menschen auf ein
völlig anderes, höheres Niveau.
Erhebung des Hauptes
Diese Erhebung mittels der Thora wird durch die innere Bindung zwischen G‘tt und dem
Juden möglich. Das Thorastudium des Juden ist nicht bloß das Erlernen einer Weisheit. Es
bewirkt eine Bindung zweier Wesen, die von Grund auf zusammenhängen.
“Die Seele des Juden ist buchstäblich ein Teil G‘ttes von droben“ (Tanja, Kapitel 2),
heißt es im Buch Tanja, und die Thora ist das verbindende Glied zwischen der g‘ttlichen
Seele und ihrem Schöpfer. Deshalb bewirkt die Thora beim Juden “Nasso“, eine “Erhebung
des Hauptes“. Das Haupt, Zentrum des menschlichen Wesens, erhebt sich mittels der
Thora bis zu höchsten Ebenen, zu G‘tt höchstpersönlich.
Der Stamm Levi
Diesen Aufstieg erlebt man durch das Erhalten der Thora; unser Wochenabschnitt aber
hebt einen zusätzlichen Punkt bei dem spirituellen Aufstieg durch das Erhalten der Thora
hervor. Außer der Erhebung jedes Juden als Teil des “Priesterums und heiligen Volkes“
erfahren wir von einer zusätzlichen “Erhebung des Hauptes“ des Stammes Levi. Und wie
Rambam lehrt (Rambam, Hilchot Schmita weJowel, am Ende), kann “jeder, der von hohem
Geist erfüllt ist und seine Bestimmung in dem Dienst an G‘tt sieht, auf der spirituellen Stufe
des Leviten stehen“.
Deshalb, wenn dem Juden seine “Basisheiligkeit“, die ihm seine Zugehörigkeit zum
“Priestertum“ verleiht, nicht ausreicht und er sich entscheidet, das Thorastudium intensiver
anzugehen, besteigt er eine weitere Stufe auf der Leiter der G‘ttlichkeit. Die Lehre G‘ttes
erfüllt seinen Verstand, bis sein Verständnis zum Verstand der Thora und der Weisheit
G‘ttes wird! Somit erreicht der Jude G‘tt, “erfasst Ihn und nimmt Ihn auf“, denn “Er und
Seine Thora sind eins“, wie im Sohar geschrieben steht (Sohar 124a)!
Wir befinden uns erst wenige Tage nach dem Schawuotfest. Noch immer umgibt uns
die Atmosphäre des Feiertags. Jeder von uns kann diese Gelegenheit nützen, sein
Thorawissen zu erweitern, die “Weisheit G‘ttes“ näher kennen zu lernen. Regelmäßiges
Lernen, sei es täglich oder auch nur wöchentlich, auch nur eines der so vielfältigen
Themen der Thora ist ein guter Anfang; und diese Tage sind dafür ein guter Zeitpunkt!
(Torat Menachem Hitwaadujot, Jahrgang 5750, Seite 272)