Paraschat „Ki Tawo“ Empfehlung

11. September 2022 geschrieben von   Channa Rachel Freigegeben in Ki Tawo

ב"ה

Paraschat „Ki Tawo“ תבוא כי 

Du hast es heute bewirkt, daß man von Gʻtt sagt (heʻemarta), Er solle dir Gʻtt sein und du 
wollest in Seinen Wegen wandeln, Seine Gesetze, Seine Gebote und seine 
Rechtsordnungen hüten und wollest Seiner Stimme gehorchen. Und Gʻtt hat es heute 
bewirkt, daß man von dir sagt (heʻemircha), du sollst ihm ein nur Ihm angehörendes Volk 
werden, wie Er dir verheissen hat, und sollst alle Seine Gebote hüten“ 
(Dewarim 26: 17-18). 

Diese Übersetzung folgt Rabb. S.R. Hirsch, der auf die hier verwendete, seltene
grammatikalische Form des Verbs “Omer“ eingeht:

““Omer“ (sagen) kommt nur hier und in dem folgenden Vers im Hifil vor
(heʻemir). In dieser Form heißt es nichts anderes als: veranlassen,
machen, daß ein anderer etwas sage. Das heißt: Israels Gelöbnis an
Gʻtt und Gʻttes zusage an Israel ist kein sozusagen privates geblieben; es
ist ein weltkundiges, in das Bewußtsein der Menschheit eingegrabenes
geworden. Man bezeichnet fortan Gʻtt als Israels Gʻtt und Israel als
Gʻttes Volk. Israel hat vor aller Welt vor Gʻtt gelobt, daß es sein Geschick
und seine Tat Gʻttes Lenkung unterstellt. Und Gʻtt hat zum Bewußtsein
aller Menschen die Bestimmung und Erwartung von Israel
ausgesprochen, daß es eine “heilige“, nur dem sittlich Guten und Gʻtt
Wohlgefälligem zugewandte Nation sein solle.“

Rabbiner Dr. David Hoffmann übersetzt nach Ramban und Abarbanel das Verb Omer
hier mit “erheben“:

“Den Ewigen hast du heute erhoben, daß Er dir Gʻtt sei...und der Ewige
hat dich heute erhoben, daß du ihm ein Eigentumgsvolk seiest...
Vers 17 enhält die Bundespflichten, die Israel übernommen hat, während
die Verse 18 und 19 die Auszeichnungen enthalten, mit denen Gʻtt Israel
erhoben hat. Wenn unter diesen Auszeichnungen auch “weʻlischmor kol
Mitzwotaw“ (alle Seine Gebote zu hüten) gerechnet wird, was Vers 17 als
eine Pflicht Israels bezeichnet, so soll damit gesagt werden, daß es ein
besonderer Ruhm für Israel ist, dazu auserkoren zu sein, Gʻttes Befehle
auszuführen.“

Die “Auserwählung Israels“ besteht also darin, mehr Pflichten und mehr Verantwortung
auferlegt zu bekommen als die anderen Völker. Gʻtt hat das jüdische Volk “gewählt“, und
dieses hat Ihn gewählt udn sich bis auf den heutigen Tag Seiner Aufgabe gestellt.
Rabbi Jitzchak Levi von Berditschew, der Keduschat Levi, bezieht die Worte in Vers 18
- “alle Seine Gebote zu hüten“ - nicht auf am Israel, sondern auf Gʻtt. So wie das jüdische
Volk bereit ist, Gʻtt als den einzigen Herrn anzuerkennen, und seine Verpflichtungen, die
Mitzwot, Ihm gegenüber einzuhalten, so hat auch Gʻtt Seine “Mitzwot“, Seine Verpflichtung
gegenüber dem Volk einzuhalten! Ein für diesen chassidischen Gelehrten typischer
Gedanke!

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