Paraschat “KORACH“ Empfehlung

06. Juni 2021 geschrieben von   Channa Rachel Freigegeben in Korach

ב"ה

Paraschat “KORACH“

Belebende Parascha
Thora-Deutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart
von Rabbiner Benjamin Sufiev
(Auszug)

TAT UND ANDACHT

Man könnte glauben, dass nach der Sünde der Kundschafter und ihren fatalen Folgen das
jüdische Volk nun endlich begriff, dass es sich auszahlt, auf den Propheten Mosche zu
hören. Dennoch aber gab es welche, die sich für klüger hielten, angeführt von Korach, dem
Leviten.

Und allem Anschein nach löste gerade die Geschichte der Kundschafter den Konflikt
zwischen Korach und Mosche aus. Denn die Übergabe des Priestertums an Aharon und
seine Söhne, auf das Korach Anspruch erhob, lag bereits über ein Jahr zurück. Und wenn
die Ernennung von Elizafan zum Haupt über die Söhne Kehats (einen Unterstamm der
Leviten) Korachs Aufstand gegen Mosche verursachte (da nicht er dazu ernannt wurde), so
ereignete sich auch dies Monate davor. Die Ansammlung dieser Ereignisse erweckte zwar
seinen Zorn, aber die Sünde der Kundschafter führte zur endgültigen Entscheidung, gegen
Mosche zu rebellieren.

Was ist die Hauptsache?

Wie die Lehre der Chassidut offen legt (Likutej Thora, Schlach 37), wollten die
Kundschafter nicht das Heilige Land einnehmen, da sie behaupteten, dass wahre
Verbundenheit zu G‘tt nur in der Wüste möglich sei. Dort sorgte G‘tt für all ihre Bedürfnisse
- spendete ihnen das himmlische Brot, gewährte ihnen Schutz durch Seine Wolken u.s.w. -
und somit könnten sie sich weiterhin vollkommen der G‘ttesarbeit widmen. Die Eroberung
und Besiedlung des Heiligen Landes aber, welche die Beschäftigung mit dem Materiellen
mit sich bringt, würde diese Verbundenheit unterbrechen.
Darauf erwiderte ihnen Mosche, dass nicht die spirituelle Bindung zu G‘tt die
Hauptsache ist, sondern im Mittelpunkt stehen die Taten - das Wichtigste ist das Erfüllen
der Gebote in unserer Welt, welches nur im Heiligen Land auf vollkommene Weise
verwirklicht werden kann (ein Großteil der Mitzwot kann nur im Heiligen Land erfüllt
werden).
Diese Antwort Mosches brachte Korach zum Toben. Er war sich darüber im Klaren,
dass auf spiritueller Ebene Mosche und Aharon weit über ihm und jedem anderen standen.
Von Angesicht zu Angesicht übergab G‘tt dem großen Propheten die Thora, und der
Priester Aharon war der erste, dem sie überliefert wurde. Korach verleugnete dies nicht.

Die gleichen Gebetskapseln

Aber auf einmal hörte er Mosche predigen, dass geistige Höhe und spirituelle G‘ttesarbeit
nur an zweiter Stelle stehen; im Mittelpunkt sind die Taten. Und wenn das der Fall ist,
behauptete Korach, warum erhebt ihr euch? Wenn sich alles nur um die Mitzwot dreht, seid
ihr und ich und jeder Jude gleichberechtigt. Wir alle legen die gleichen Tefillin, tragen die
gleichen Zizit. Worin liegt euer Vorteil uns gegenüber in Bezug auf das Erfüllen der
Gebote?

Dies waren die Behauptungen Korachs, doch er befand sich im Irrtum wie die
Kundschafter. Der Fehler beider lag in der Betrachtung der Dinge, ohne ihren
harmonischen Zusammenhang zu begreifen. Die Kundschafter machten die spirituelle
Bindung zu G‘tt ohne ihre praktische Umsetzung zur Hauptsache, und Korach stellte die
Tat ohne jeglichen spirituellen Aspekt in den Mittelpunkt. Während die einen die Mitzwot für
unwichtig hielten, sahen die anderen die spirituelle Bindung an G‘tt als überflüssig an.

Harmonisieren

G‘tt aber will die Verbindung beider Weltsichten. “Ein Jude im Herzen zu sein“ ist überaus
wichtig, aber solange diese Bindung mit G‘tt nicht praktisch zum Ausdruck kommt, ist sie
nicht ehrlich, sondern fehlerhaft, wie die der Kundschafter. Die Mitzwot wiederum aus
Gewohnheitssache zu erfüllen ohne jegliche Kawana (Andacht), gleicht einem Körper ohne
Seele.

Denn so, wie Seele und Körper ineinander verschmelzen und eins werden, sollen die
Taten des Juden von der Geistlichkeit, dem Gefühl der Liebe und G‘ttesfurcht,
durchdrungen sein. Die Kundschafter suchten nur die spirituelle Hingabe an G‘tt. Korach
strebte die Trennung des geistigen Aspekts von der praktischen G‘ttesarbeit (Mitzwot) an.
G‘tt aber will die Umsetzung des Spirituellen in unserer Welt - das Erfüllen der Mitzwot,
durchdrungen vom jüdischen Herzen!

(Likutej Sichot, Band 4, Seite 1048)

 

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