Paraschat “BEHAALOTCHA“ Empfehlung

23. Mai 2021 geschrieben von   Channa Rachel Freigegeben in Beha'alotecha

ב"ה

Paraschat “BEHAALOTCHA“

Belebende Parascha
Thora-Deutungen des Lubawitscher Rebben für die Gegenwart
von Rabbiner Benjamin Sufiev
(Auszug)

KÖNNEN VERPFLICHTET

Die Menora, der allen bekannte siebenarmige Leuchter, ist nicht nur ein religiöses Zeichen
des jüdischen Volkes, sondern entspricht auch dem Volk Israel in seiner Gesamtheit (siehe
Secharja 2:14). Ihre sieben Arme stehen für sieben verschiedene, allgemeine
Menschentypen im Volk. Ihr Zünden symbolisiert das Entzünden des Lichtes der g‘ttlichen
Seele in jedem von uns. An jedem Juden liegt es, sein inneres Licht, aber auch das seines
Nächsten - die Liebe zu G‘tt und seinem Mitmenschen - zu zünden.

Die Menora konnte nur im Hejchal, einem besonderen Ort im Tempel, gezündet
werden. Es gab noch weitere heilige Orte im Tempel, weniger heilige und heiligere als den
Hejchal: das Zünden der Menora aber fand ausschließlich im Hejchal statt, denn ihrer
Heiligkeit war nur dieser Ort angemessen.

Dem Menschen entsprechend

Dies lehrt uns, wie wir das g‘ttliche Licht in uns und unserem Nächsten zu entfachen
haben: Der Mensch hat sein Licht auf jener Stufe zu zünden, die seinen Möglichkeiten
angemessen ist. Er kann sich nicht mit einer Stufe zufrieden geben, welche nicht seinen
Talenten und seinem Können im Dienst G‘ttes entspricht. Womöglich behauptet er, dass
von anderen jener hohe Grad an Mitzwot und guten Taten nicht gefordert wird. Doch jedem
sind andere Möglichkeiten gegeben, und somit ist die Erwartung an jeden unterschiedlich,
aber seiner angemessen.

So wie die Menora nur im Hejchal gezündet werden konnte und nicht an einem
weniger heiligen Ort, soll der Mensch den höchsten Grad an Heiligkeit erreichen, seinen
Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend.

Dies drückt sich durch ein Gebet in größerer Konzentration, ein Thorastudium in
breiterem Rahmen und ein Erfüllen der Mitzwot auf höherem Niveau aus. Allein die
Tatsache, dass man auf eine gewisse Stufe steigen kann, ist der allerbeste Beweis dafür,
dass dieser Aufstieg gefordert wird. G‘tt erwartet von dem Menschen nicht mehr als die ihm
verliehenen Fähigkeiten, aber auch nicht weniger.

Die Lehre der Chassidut

Die Forderung, alle uns gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen, bezieht sich nicht nur
auf den Einzelnen, sondern auch auf jede Generation. Viele sehen keine Notwendigkeit im
Studieren der Lehre der Chassidut (der inneren Dimension der Thora) mit der Begründung,
dass auch in vergangenen Generationen Juden aufrichtig auf den Wegen G‘ttes wandelten,
ohne sich mit der Lehre der Chassidut befasst zu haben.

Darauf argumentiert unser Wochenabschnitt: Du musst deine dir gegebenen
Möglichkeiten ausnutzen! In vergangenen Generationen reichte den Juden der Dienst an
G‘tt auch ohne die Lehre der Chassidut. Aber nachdem sie durch den Baal Schem Tov per
g‘ttlicher Weisung offenbart wurde, ist dies selbst ein Beweis für die Forderung an die
Generationen, nach ihm die Lehre der Chassidut zu studieren, um ihre Möglichkeiten
auszuschöpfen, ein höheres Level der Heiligkeit zu erreichen.

Zwei Lichter

Einen Hinweis darauf finden wir in den Lichtern der Menora. An ihren Flammen sah man
ein stärkeres Feuer, welches näher zum Docht brannte, und ein helleres Licht, das nach
oben stieg. So auch verhält es sich mit der Thora: Das an den Docht gebundene Feuer
symbolisiert die “offenkundige Thoralehre“ (Talmud, Mischna u.s.w.), welche von der
materiellen Welt handelt (wie das Feuer an den Docht gebunden ist); aber dann gibt es
auch die “verborgene Lehre der Thora“, die uns den spirituell-g‘ttlichen Aspekt der Welt
offenbart, so wie die hellere Flamme des Lichtes nach oben (in die geistige Welt) steigt.

Das g‘ttliche Licht in uns kann nur dann “ordentlich“ leuchten, wenn es sowohl aus der
an den Docht gebundenen als auch aus der helleren Flamme besteht. Die Lehre der
Chassidut ist heilendes Mittel für die zahlreichen Verführungen in unserer Generation und
hilft, einen klaren Kopf und ein reines Herz zu bewahren - die Grundelemente für die
Schaffung eines gesunden Verhältnisses mit dem Schöpfer und den Mitmenschen.

Außerdem ist das Studieren der inneren Dimensionen der Thora eine Vorbereitung für
die vollkommene Erlösung, in der die inneren Dimensionen der Schöpfung und selbst die
des Schöpfers offenbart werden!

(Likutej Sichot, Band 2, Seite 318)

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