Midrasch Tehillim zur Parascha Re’e, Teil 1

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Re'e Tehillim
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ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

Dies sind die Satzungen und die Rechte, welche ihr beobachten sollt, sie zu tun in dem Lande, das der Ewige, der G-tt deiner Väter, dir gegeben hat, es zu besitzen alle die Tage, die ihr auf dem Erdboden lebet“ (Dwarim12,1).

Midrasch Tehillim 57,2
Vers 3. Ich rufe zu G-tt den Höchsten, zu G-tt, der über mich beschließt. R. Simon im Namen des R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: In drei Punkten stimmte der Heilige, gelobt sei Er, mit dem unteren Gerichtshofe überein.1 Unsere Rabbanan haben gesagt: Auch in Jericho stimmte der Heilige, gelobt sei Er, mit Jehoschua überein, wie es heißt: „Und es sprach der Ewige zu Jehoschua: Erhebe dich! Wozu liegst du da auf deinem Angesicht? Gesündigt hat Israel, auch haben sie Meinen Bund übertreten“ (Jehoschua 7,10. 11). Die drei Punkte betreffen die Zehnten, den Friedensgruß mit dem g-ttlichen Namen und das Vorlesen der Estherrolle.

Betreffs der Zehnten, woher lässt sich das beweisen? Weil wir gelernt haben: Die Israeliten sind nur deshalb verbannt worden, weil sie die Zehnten unterließen, denn es heißt: „Dies sind die Satzungen und Rechte, die ihr beobachten sollt zu tun in dem Lande“ (Dwarim 12,1). Als sie in den Tagen Esras wieder zurückkehrten, beobachten sie dieselben wieder von selbst. Woher lässt sich das beweisen? Denn R. Jochanan hat gesagt: „Und den Ersten unserer Zehnten und unserer Heben … und den Zehnten unseres Bodens den Leviten“ (Nechemija 10,38); desgleichen heißt es: „Und bei all dem wollen wir einen festen Bund schließen“ (dort V. 1). Was heißt: „Und bei all dem“? Mögen wir in der Verbannung oder mögen wir nicht in der Verbannung sein, unter allen Umständen werden wir die Vorschrift der Zehnten beobachten. Und woher entnehmen wir, dass der Heilige, gelobt sei Er, mit ihnen übereinstimmte? Weil es heißt: „ועל החתום, und betreffs des Besiegelten“ (dort). על החתומים (plur.) heißt es nicht, sondern: על החתום. Und so heißt es auch durch den Propheten Maleachi: „Beraubt wohl ein Mensch G-tt … und ihr sprecht: womit haben wir Dich beraubt? Um den Zehnten und die Hebe“ (Maleachi 3,8).

R. Schmu’el bar Rab Jizchak hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Weltbrauch ist, dass ein Lehrer über den Schüler beschließt und dieser tut es, beschließt vielleicht auch der Schüler über den Lehrer und dieser hält es? Ihr habt über Mich wegen der Zehnten beschlossen und Ich habe mit euch beschlossen, hernach aber seid ihr rückgängig geworden und habt Mich beraubt und sie unterlassen, wie es heißt: „Beraubt wohl ein Mensch G-tt?“ Was heißt: „היקבע“?

R. Levi hat gesagt: Wer zu seinem Nächsten sagen will: Warum beraubst du mich למה אתה גוזל לי? Spreche zu ihm: Warum bestimmst du mir קבע לי?

Eine andere Auslegung: Was heißt: „היקבע“? R. Berachja im Namen des R. Jochanan hat gesagt: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Israeliten: Ihr haltet mich ab, Meine Hand über Meine Welt auszustrecken und ihr Erholung zu gewähren, wie es heißt: „Hält wohl ein Mensch G-tt ab, dass ihr Mich abhaltet?“

Was die Estherrolle anlangt, woher lässt sich das beweisen? Weil es heißt: „es bestätigten und nahmen die Juden auf sich“ (Esther 9,27), d. i. man bestätigte oben, was sie unten auf sich nahmen.

Und was den Friedensgruß mit dem g-ttlichen Namen betrifft, woher lässt sich das beweisen? Weil es heißt: „Und siehe, Boas kam aus Bet-Lechem und sprach zu den Schnittern: Der Ewige sei mit euch!“ (Ruth 2,4). Solltest du sagen: Das tat er von sich selbst, aber vom Himmel stimmte man nicht mit ihm überein, siehe, der Engel sprach doch zu Gideon: „Der Ewige mit dir! Tapferer Held!“ (Richter 6,12).

„8 Ihr sollt nicht tun nach allem, was wir heute hier tun, ein jeder, was irgend recht ist in Seinen Augen; 9 denn ihr seid bis jetzt noch nicht zu der Ruhe und zu dem Erbteil gekommen, das der Ewige, dein G-tt, dir gibt“ (Dwarim 12,8-9).

Midrasch Tehillim 5,1
Vers 1.
Dem Sangmeister auf Flöten (הנחילות). Ein Psalm von David
. Das ist, was die Schrift sagt: „Von Mattana nach Nachliel (נחליאל)“ (Bemidbar 21,19). R. Jehuda sagt: Von der Wüste aus waren die Israeliten würdig, dass ihnen die Thora durch Mosche gegeben wurde2, wie es heißt: „Und Er gab Mosche … die zwei Tafeln des Zeugnisses“ (Schemot 31,18). Von Mattana (d. i. vom Geschenke der Thora) nach Nachliel (נחליאל), denn sie nahmen einen Götzen in Besitz (שנחלו)3 und sprachen: „Dies sind deine Götter, Israel!“ (Schemot 32, 8). „Von Nachliel (d. i. von der Besitzergreifung des Götzen) nach Bamot (במות)“ (dort). Nachdem sie den Götzen in Besitz genommen, kam zu ihnen der Todesengel (בא להם מלאך המות)4, wie es heißt: „In dieser Wüste sollen sie umkommen (יתמו) und allda sollen sie sterben“ (Bemidbar 14,35). „Und vom Bamot (d. i. vom Tode) nach dem Tal (בגיא)“ (Bemidbar 21,20), weil sie schuld waren, dass jener Gerechte (Mosche) im Tale (בגיא) begraben wurde. Das ist, was Jirmejahu gesagt hat: „Sieh deinen Weg im Tal, erkenne, was du getan hast“ (Jirmejahu 2,23).

Die Rabbanan erklären den Vers auf diese Weise. „Von Mattana nach Nachliel נחליאל“, d. i. sie (die Israeliten) erwarben (שנחלו) den Heiligen, gelobt sei Er, zum G-tt und Er erwarb (נחל) sie zum Volke. „Von der Wüste nach Mattana“, denn sie waren würdig, die Thora von der Wüste aus zu empfangen. David sprach: Da es sich so verhält, so stimme ich auf beides an: „Dem Sangmeister auf Flöten (הנחילות).“5

Eine andere Auslegung: „Von Mattana nach Nachliel“. Es sollte nicht so heißen, sondern wegen des Geschenkes (ממתנה), das Du uns in Besitz nehmen ließest, o G-tt ((שנחלתנו אל, d. i. wegen des Brunnens, den ihnen der Heilige, gelobt sei Er, gab, stimmten sie ein Lied an und sie hatten Wasser. Gleich einer Frau, welche aus ihrem Vaterhaus in das Haus ihres Gemahls gehen wollte, sie reiste wegen des Wassers in einem Schiffe dahin. So sprach auch David: „Sie gingen inציוה auf dem Strome“ (Tehillim 105,41). Was heißt בציוה? In Schiffen? Es ist so, wie gesagt ist: „Und ein starkes Schiff (וצי אדיר)“ (Jeschajahu 33,21).

[Oder: „Und von der Wüste nach Mattana und von Mattana nach Nachliel.“ R. Janai hat gesagt: Wenn der Mensch sich selbst wie eine Wüste (כמדבר) macht, auf die alle treten, so ist er der Thora würdig, und wenn er der Thora würdig ist, so nimmt er G-tt in Besitz (נחלו אל), und wenn sein Wissen sich mehrt, so kommen Schmerzen über ihn, wie es heißt: „nach dem Tal.“]6

Die Gemeinde Israel spricht: Weil der Heilige, gelobt sei Er, mir den Brunnen zum Geschenk gegeben, so habe ich Ihn in Besitz genommen, darum heißt es: „Von Mattana nach Nachliel.“ Desgleichen heißt es: „Der Ewige ist mein Teil, spricht meine Seele“ (Ejcha, 3,24). Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihnen: Ich bin euer Teil und ihr seid Mein Teil, wie es heißt: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow das Los seines Besitzes“ (Dwarim 32,9). David sprach: Ihr seid das Erbteil des Heiligen, gelobt sei Er, und Er ist euer Erbteil, wie es heißt: „Und Mein Erbteil ist Israel“ (Jeschajahu 19,25). Es heißt nicht על הנחלה (sing.), sondern: על הנחילות (plur.), d. i. wegen des Erbteils (על הנחלה), dass ihr es erbtet, und wegen des Erbteils (על הנחלה), dass es euch erbte (aneignete). Woraus schließt du, dass sie erst in Folge des Geschenkes ihn erbten (in Besitz nahmen)? Weil es heißt: „Von Mattana nach Nachliel“. Solange sie nicht aus dem Brunnen getrunken, sprachen sie: „Ist der Ewige in unsrer Mitte“ (Schemot 17,7), siehe, so ist es gut, wenn nicht, so wollen wir uns einen Abgott machen; nachdem sie aber (aus dem Brunnen) getrunken, sprachen sie: „Alles, was der Ewige geredet, wollen wir tun und gehorchen“ (dort 24,27). Durch zwei Erbteile haben wir dich in Besitz genommen, Du hast uns die Thora und das Land Israel zum Erbteil gegeben. Und so sprach auch David: „Ich besitze Deine Zeugnissen ewiglich“ (Tehillim 119,111). Und das anmutige (gepriesen) Land (ארץ צבי) ließ Ich dich besitzen, wie es heißt: „Ich gab dir ein liebliches Land, ein Eigentum, das die Zierde (צבי צבאות) ist unter den Zierden der Völker“ (Jirmejahu 3,19). Was heißt: „Die Zierde der Völker?“ Weil alle es begehren (צובין) und Wohlgefallen daran haben. Gleich einem Könige, welcher an seinem Tische saß und viele Söhne hatte, den jüngsten liebte er aber am meisten und er gab ihm deshalb Geschenke; darunter befand sich auch ein großes Feld, das alle liebten, er sprach aber zu ihnen: Es gehört mir. Ebenso heißt es: „Als der Höchste den Völkern Besitz gab“ (Dwarim 32, 8). Und wem gab er Sein Teil? Seinem jüngsten Söhne, wie es heißt: „Denn des Ewigen Teil ist Sein Volk, Jakow das Los Seines Erbteils“ (dort V. 9). Auch das Heiligtum wird Erbteil (נחלה) genannt, wie es heißt: „Zur Ruhe und zum Erbteile“ (dort 12,9). Es heißt: „Wie schön (טובו) sind deine Zelte, Jakow“ (Bemidbar 24,5), d. i. welches ist die Natur deiner Zelte, Jakow? „Wie die Bäche sich hinstrecken“ (dort V. 6). Wie mit diesem Bache, in den ein Mensch unrein hinabsteigt und rein wieder heraufkommt, so verhielt es sich auch mit dem Heiligtum, ein Mensch geht mit Sünden hinein und kommt ohne Sünden wieder heraus. So sprach auch Mosche: „Denn bisher seid ihr noch nicht bis zu der Ruhe und zu dem Erbteile gelangt“ (Dwarim 12,9). Unter „המנוחה, Ruhe“ ist das (gelobte) Land und unter „הנחלה, Erbteil“ ist das Heiligtum zu verstehen.

David sprach zu dem Heiligen, gelobt sei Er: Alles, was Du uns gegeben hast, ist gut und lieblich, wie es heißt: „Die Lose sind mir aufs lieblichste gefallen, auch das Erbteil ist schön an mir„ (Tehillim 16,6). Und so heißt es: „Frohlocke nicht, meine Feindin! Bin ich auch gefallen, ich stehe wieder auf; sitze ich auch im Finstern, der Ewige wird mir Licht sein“ (Micha 7,8). Hätte ich nicht im Finstern gegessen, so wäre Er mir nicht Licht gewesen. Weil du, spricht Er darauf, das Strafgericht an dir gerecht findest, so nenne sie: „Terebint der Gerechtigkeit, Pflanzung des Ewigen zur Verherrlichung“ (Jeschajahu 61,3).

„8 Ihr sollt nicht tun nach allem, was wir heute hier tun, ein jeder, was irgend recht ist in seinen Augen; 9 denn ihr seid bis jetzt noch nicht zu der Ruhe und zu dem Erbteil gekommen, das der Ewige, dein G-tt, dir gibt“ (Dwarim 12,8-9).

Midrasch Tehillim 95,3
Vers 8. Härtet nicht euer Herz wie zu Meriba, wie am Tage von Massa in der Wüste. Vers 9. Da mich versuchten eure Väter. Du findest: Mit zehn Versuchungen versuchten die Israeliten den Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Und sie versuchten mich schon zehn Mal“ (Bamidbar 14,22). Zweimal am Schilfmeer, wie es heißt: „Und sie waren widerspenstig am Meere, am Schilfmeere“ (Tehillim 106,7); zweimal mit Wachteln; einmal mit dem Manna, einmal mit dem Kalbe, einmal in Paran und einmal durch die Kundschafter, und das ist die schwerste von ihnen. Du sagst: Mit zehn Versuchungen, es sind doch nur sieben? Wo sind noch drei (die übrigen)? „Auch in Tabera und in Massa und zu Kibrot Hata’awa erzürntet ihr den Ewigen“ (Dwarim 9,22). Und warum hat Er nicht diese an jene angelehnt? Weil diese drei letzten schwerer sind als die sieben ersten. Darum heißt es: Da Mich versuchten eure Väter in der Wüste, Mich prüften, obschon sie Mein Werk sahen.
Vers 10.
Vierzig Jahre war Ich überdrüssig
אקוט des Geschlechts, nämlich des Geschlechts der Flut. אקוט bedeutet so viel wie; מאיסת, Abscheu, wie es heißt: „Meine Seele empfindet Ekel נקטה an meinem Leben“ (Jiob 10,1). Nach R. Levi bedeutet das Wort so viel נידוי, gemieden, denn sie waren 48 Jahre gemieden.
Vers 11. Dass Ich geschworen in Meinem Zorne: Nimmer sollen sie zu Meiner Ruhe gelangen. Damit ist das Land Israel gemeint, wie es heißt: „Denn jetzt seid ihr noch nicht zu der Ruhe und dem Besitze gelangt“ (Dwarim 12,9), und es heißt: „Dies ist Meine Ruhe für ewig“ (Tehillim 132,14).

„13 Hüte dich, dass du nicht deine Brandopfer an jedem Orte opferst, den du siehst! 14 sondern an dem Orte, welchen der Ewige in einem deiner Stämme erwählen wird, daselbst sollst du deine Brandopfer opfern und daselbst alles tun, was Ich dir gebiete“ (Dwarim 12,13-14).

Midrasch Tehillim 132,3
Vers 13. Denn der Ewige erwählte Zion. Solange nicht erwählt war Jeruschalajim, war das ganze Land Israel für Opferungen geeignet. Als erwählt wurde Jeruschalajim, wurde das Land Israel herausgenommen, wie es heißt: „Hüte dich, dass du nicht deine Brandopfer aufsteigen lässt … sondern an dem Orte, den erwählt der Ewige“ (Dwarim 12,13-14). Solange nicht erwählt war das Haus der Ewigkeit, war Jeruschalajim für die Schechina ausersehen. Als es erwählt wurde, wurde Jeruschalajim herausgenommen, wie es heißt: Denn der Ewige erwählte Zion, und es heißt: Vers 14. dies ist Meine Ruhe in aller Ewigkeit. Solange nicht erwählt war Aharon, war ganz Israel für das Priestertum ausersehen. Als Aharon erwählt wurde, wurde ganz Israel herausgenommen, wie es heißt: „Es ist ein ewiger Salzbund vor dem Ewigen …“ (Bamidbar 18,19), und es heißt: „und er wird ihm und seinem Samen nach ihm ein Bund ewigen Priestertums sein“ (dort 25,13). Solange nicht erwählt war David, war ganz Israel für das Königtum ausersehen. Als er erwählt wurde, wurde Israel herausgenommen, wie es heißt: „Solltet ihr nicht wissen, dass der Ewige, der G-tt Israels, das Königtum über Israel David gegeben hat ewiglich, ihm und seinen Söhnen durch einen Salzbund?“ (2. Diwre HaJamim 13,5). Solange nicht erwählt war das Land Israel, waren alle Länder für das Reden G-ttes geeignet, als das Land Israel erwählt wurde, wurden alle Länder herausgenommen.

„13 Hüte dich, dass du nicht deine Brandopfer an jedem Orte opferst, den du siehst! 14 sondern an dem Orte, welchen der Ewige in einem deiner Stämme erwählen wird, daselbst sollst du deine Brandopfer opfern und daselbst alles tun, was Ich dir gebiete“ (Dwarim 12,13-14).

Midrasch Tehillim 27,6
Vers 5. Denn Er birgt mich in Seine Hütte am bösen Tage, d. i. an dem bösen Tage betreffs der Bat Scheba.
Vers 6. Und jetzt erhebt sich mein Haupt über meine Feinde rings um mich und opfern will ich in Seinem Zelte Opfer des Jubels. R. Jakob legte den Vers auf Jehoschua aus. „Damals erbaute Jehoschua einen Altar dem Ewigen, dem G-tt Israels, auf dem Berge Ebal“ (Jehoschua 8,30).

R. Jose im Namen des R. Chanina hat gesagt: Die Höhe war nur durch einen Propheten gestattet. Warum? „Hüte dich, dass du nicht darbringest deine Opfer auf jeglichen Orte, den du siehst“ (Dwarim 12,13). Elia opferte aber doch an jedem Tage auf dem Berge Kamel zu einer Zeit, wo die Höhen verboten waren? R. Schmu’el (Simlai) hat gesagt: G-tt hat es ihm gesagt, wie es heißt: „Und auf Dein Wort hin habe ich [Elia] alle diese Dinge getan“ (1. Mlachim 18,36), d. i. auf Dein Geheiß (Dein Ausspruch) hin habe ich es getan. R. Jochanan erbrachte den Beweis von diesem Verse: „Und es sprach der Ewige zu ihm: Nimm den jungen Farren“ (Schoftim 6,25).

R. Acha bar (Abba bar Kahana hat gesagt: Sieben Übertretungen geschahen bei den Farren Gideons: Durch das Holz von Aschera; die Steine waren untauglich (weil behauen); der Stier war für den Götzen bestimmt; der Stier war angebetet worden; da Opfer geschah in der Nacht; Gideon war ein Fremder (Nichtpriester) und das Verbot der Höhe (Bama) wurde übertreten; dennoch wurde es aus Notwendigkeit de Stunde (לצורך שעה für das Bedürfnis der Stunde) angenommen. Das war aber doch nur bei Gideon, dem Sohn des Joasch, der Fall, woher lässt sich beweisen, dass es auch bei Schmu’el der Fall war? Weil es heißt: „Und Schmu’el nahm ein Milchlamm und brachte es dar als Ganzopfer, ganz verbrannt, dem Ewigen“ (1. Schmu’el 7,).

R. Abba bar Kahana hat gesagt: Beim Opfer Schmu’els geschahen drei Übertretungen. Es heißt: „Und man ziehe das Ganzopfer ab“ (Wajikra 1,6), und das Lamm Schmu’els befand sich in seiner Haut, es war mangelhaft an Zeit7 und die Thora hat gesagt: „Es bleibe sieben Tage unter seiner Mutter und vom achten Tage an und weiter wird es gnädig angenommen“ (Wajikra 22,27) und sein Lamm war noch nicht acht Tage alt. Endlich war Schmu’el ein Levit (nicht ein Priester).

1 Vergl. j. Berachot IX 14c; Ruth Rabba 4; Makkot 23b.
2 Die Thora wird als Geschenk (מתנה) betrachtet.
3 נחליאל wird als Notarikon נחלו אל erklärt.
4 במות wird als Notarikon בא במול erklärt.
5 Der Plural wird gedeutet.
6 Vergl. Erubin 54a.
7 D. i. es war jünger als acht Tage, vor welcher Zeit es nicht opferfähig ist.

 
 
 
 
 
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