Midrasch Tehillim zur Parascha BeChukotaj, Auszüge

06. Mai 2012 geschrieben von   Freigegeben in Bechukotaj Tehillim

ב"ה

Zusammengestellt von Baruch ben Mordechai HaKohen, 5769

3 Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote beobachtet und sie tut, 4 so werde ich eure Regen geben zu ihrer Zeit, und das Land wird seinen Ertrag geben, und die Bäume des Feldes werden ihre Frucht geben“ (Wajikra 26,3-4).

Midrasch Tehillim 72,3
Eine andere Auslegung: Vers 1.Deine Richtersprüche verleihe dem König. Damit sind die Leiden gemeint. David sprach vor dem Heiligen: Ich will die Leiden auf mich nehmen, doch von Schlomo (möge gelten): Und Deine Gerechtigkeit dem Königssöhne.

Eine andere Auslegung: Deine Richtersprüche verleihe dem König. Damit ist der König Maschiach gemeint, wie es heißt: „Und es wird eine Rute aus dem Stamme Ischai ausgehen … und er richtet mit Gerechtigkeit die Armen“ (Jeschajahu 11,1.4.)

R. Elieser hat gesagt: Überall wo kein Gericht ist, da ist Gericht, und überall wo Gericht ist, da ist kein Gericht.[1] Wie so? Zur Zeit, wo der Gerichtshof unten Gericht hält, wird nicht im Himmel Gericht gehalten, und zur Zeit, wo es kein Gericht unten gibt, da gibt es Gericht im Himmel, und der Heilige, gelobt sei Er, sitzt über sie zu Gericht und treibt es von ihnen ein.[2] In der Stunde, wo Gericht auf Erden ist, spricht der Heilige, gelobt sei Er, was habe Ich zu tun, es ist Mein Handwerk, wie es heißt: „Denn ein G-tt des Gerichtes ist der Ewige“ (dort 30,18). Und es heißt: „Wenn ihr nach Meinen Gesetzen wandelt und Meine Gebote beobachtet“ (Wajikra 26,3), d. i. wenn ihr Mein Handwerk übernehmt, so suche Ich ein andres Handwerk, wie es heißt: „Und Ich gebe eure Regen zu ihre Zeit“ (dort V. 4). Darum heißt es: Vers 2. Er richte dein Volk nach Gerechtigkeit und deine Gebeugten nach Recht. Wenn das Recht geübt wird, folgt sofort: [Tehillim 72,3.] Es werden die Berge Frieden tragen dem Volke und die Hügel Gerechtigkeit. Tragen denn die Berge Frieden und die Hügel Gerechtigkeit? Allein zur Zeit, wo die Früchte gering sind, kommt Streit in die Welt. Wie so? Ein Mensch geht in den Weinberg seines Genossen, da spricht dieser zu ihm: Was machst du in meinem Weinberge? So geraten sie mit einander in Streit. Zur Zeit aber, wo die Früchte reichlich sind in der Welt, so ist ein gutes (wohlwollendes) Auge in der Welt, und es ist Frieden in der Welt, wie es heißt: „An demselbigen Tage, ist der Spruch des Ewigen der Heerscharen, werdet ihr einladen einer die andern unter den Weinstock und unter den Feigenbaum“ (Secharja 3,10).

3 Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gebote beobachtet und sie tut, 4 so werde ich eure Regen geben zu ihrer Zeit, und das Land wird seinen Ertrag geben, und die Bäume des Feldes werden ihre Frucht geben“ (Wajikra 26,3-4).

Midrasch Tehillim 18,28
Vers 36. Und Du gibst mir den Schild Deiner Erlösung, d. i. die Stärke גבורה, und Deine Rechte stützet mich, d. i. die Thora, die mit der Rechten gegeben worden ist;und Deine Demut mehret mich, d. i. die Demut. Das lehrt, dass alle drei bei David sich vorfanden.

Eine andere Auslegung:Und Du gibst mir den Schild Deiner Erlösungund Deine Rechte stützet mich und Deine Demut mehret mich. Drei Dinge sind der Welt als Geschenk verlieben worden: Die Thora, der Regen und die Lichter. Die Thora, wie es heißt: „Und Er gab Mosche, als Er mit ihm ausgeredet … die zwei Tafeln des Zeugnisses“ (Schemot 31,18); der Regen, wie es heißt: „Und Ich werde euch Regen geben zur rechten Zeit“ (Wajikra 26,4); die Lichter, wie es heißt: „Und es gab sie G-tt an die Feste des Himmels“ (Bereschit 1,17).[3] R. Seira im Namen des R. Schim’on ben Lakisch zählt noch den Frieden hinzu, wie es heißt: „Und Ich gebe Frieden auf die Erde“ (Wajikra 26,6); die Rabbanan zählen noch die Vergeltung hinzu, wie es heißt: „Und ich vollführe meine Vergeltung in Edom“ (Jecheskel 25,14); R. Jehoschua zählt noch die Erlösung hinzu, wie es heißt: Und Du gibst mir den Schild Deiner Erlösung. In wessen Verdienste kommt die Erlösung? Im Verdienste der Thora, die mit der Rechten gegeben worden ist, wie es heißt: „Aus Seiner Rechten Feuergesetz ihnen“ (Dwarim 33,2). Nach den Rabbanan kommt sie auch in Folge der Demut, wie es heißt: Deine Demut mehret mich.

„Und Ich werde Frieden im Lande geben, dass ihr euch niederleget und niemand sei, der euch aufschreckt; und Ich werde die bösen Tiere aus dem Lande vertilgen, und das Schwert wird nicht durch euer Land gehen“ (Wajikra 26,6).

Midrasch Tehillim 120,6
Vers 6. Lange wohnt meine Seele bei dem Feinde des Friedens. Gibt es denn einen Menschen, der den Frieden hasst? Esau hasst den Frieden, denn so heißt es: „Und Ich werde Frieden in das Land geben“ (Wjikra 26,6). Wann wird das geschehen? „Wenn Ich fortgeschafft böses Getier von der Erde“ (dort). Es gibt kein Getier, das so böse ist wie das Schwein, wie es heißt: „Es benagt ihn das Schwein aus dem Walde“ (Tehillim 80,14). Das ist der ruchlose Esau.

9 Und Ich werde mich zu euch wenden und euch fruchtbar machen und euch mehren und meinen Bund mit euch aufrechthalten; 10 und ihr werdet das altgewordene Alte essen, und das Alte wegräumen vor dem Neuen“ (Wajikra 26,9-10).

Midrasch Tehillim 145
Vers 1. Lobgesang von David. Ich will Dich erheben, mein G-tt, o König, und preisen Deinen Namen auf immer. Jeschajahu hat gesagt: „Ewiger, mein G-tt bist Du, ich erhebe Dich, ich preise Deinen Namen“ (Jeschajahu 25,1). Und ich preise Dich für diese Sache nicht umsonst, sondern deshalb, „weil Du ein Wunder vollbracht hast“ (dort). Und welches Wunder hat Er getan? Wie es oben vor diesem Abschnitte heißt: „Und es geschieht, an demselben Tage ahndet der Ewige an der Schar der Höhe in der Höhe und an den Könige des Erdbodens auf dem Erdboden“ (dort 24,21). „Und sie werden versammelt, haufenweise gefangen in das Gefängnis und in den Kerker eingeschlossen, und erst nach langer Zeit sieht man nach ihnen. Und es errötet der Mond und schämt sich die Sonne; denn es regiert der Ewige der Heerscharen auf dem Berge Zion und in Jeruschalajim, und Angesichts Seiner Ältesten in Herrlichkeit“ (dort V. 22.23). In dieser Stunde: Ewiger, „mein G-tt Du, erhebe ich Dich, ich preise Deinen Namen, denn Du hast Wunder vollbracht“ (dort 25,1), d.i. ich preise Dich für die Wunder, die Du mit uns getan hast. Und so sprach auch David: Ich will Dich erheben, mein G-tt… nicht umsonst, sondern für das, was Du uns oberhalb des Abschnittes verheißen hast, wie es heißt: „Das unsere Söhne wie Pflanzungen emporwachsen in ihrer Jugend“ (Tehillim 144,12); sie stehen da wie Zedern, wie es heißt: „Es sättigen sich die Bäume des Ewigen, Libanons Zedern, die Er gepflanzt“ (dort 104,16). Darum heißt es: Vers 12. Da unsere Söhne wie Pflanzungen emporwachsen. Sie wachsen und schießen empor wie Zedern; unsere Töchter sind wie gehauene Eckwinkel, das Ebenbild des Tempels. Brauchen sie sich denn zu putzen? Sind sie nicht weiß wie Kalk und rot wie Blut, das auf dem Eckwinkel des Altars ist? Darum heißt es: Unsere Töchter sind wie gehauene Eckwinkel. Siehe, das lehrt uns, dass die Höhe (Statur) der Männer gleich Zedern ist, groß. Woher nehmen sie zu essen? Der Heilige, gelobt sei Er, spricht: Von dem Schatze. Denn so heißt es darauf: Vers 13. Unsere Speicher sind gefüllt, sie spenden Nahrung allerlei Art, denn so heißt es: „Und ihr werdet das Vorjährige essen“ (Wajikra 26,10). Unsere Schafe tausendfaltig, sich mehrend auf unseren Fluren; nicht wie jetzt.Und so heißt es: „Und es kam der Löwe und der Bär und trug ein Lamm von der Herde“ (1. Schmu’el 17,34). Jetzt aber ist es nicht so, sondern: „Wolf und Lamm werden zusammen weiden“ (Jeschajahu 65,25). Darum heißt es: Unsere Schafe tausendfältig. Und wer sind die Schafe? Das sind die Israeliten, wie es heißt: „Und ihr seid Seine Schafe, die Schafe Seiner Weide“ (Jecheskel 34,31). Darum heißt es: Sich mehrend auf unsern Fluren.Da ist kein Einbrecher, nichts zieht davon, es ist kein Geschrei auf unseren Strassen. Was auf den Strassen Geschrei verursacht und Tränen herabrollen lässt, das ist der Todes- und Würgengel. Aber jetzt gibt es kein Geschrei auf unseren Strassen. „Es werden noch Greise und Greisinnen in den Strassen Jerusalems sitzen, jeglicher seinen Stab in der Hand vor Fülle an Tagen“ (Secharja 8,4). Darum heißt es: Und es ist kein Geschrei auf unseren Strassen, denn „die Strassen der Stadt werden voll sein von Knaben und Mädchen; die in ihren Strassen spielen“ (dort V. 5). Und weil der Heilige, gelobt sei Er, den Israeliten all dieses tun wird, darum: Vers 15.Glückselig das Volke, dem also geschieht. Und wenn Du das alles uns tun wirst, so preisen wir Dich und erheben Dich für all die Wunder, die Du uns tun wirst und die Du uns bereits getan hast. Darum heißt es: Ich will dich erheben, mein Gott, o König. Israel erhebt den Heiligen, gelobt sei Er, wie es heißt: „Erhoben ist, Deine Hand“ (Jeschajahu 26,11), gleich wie sie Ihn am Meere erhoben haben, wie es heißt: „Singet dem Ewigen, denn mit Hoheit hat Er sich erhoben, Ross und Reiter hat Er ins Meer geschleudert“ (Schemot 15,1); „erhebet den Ewigen, unsern G-tt“ (Tehillim 9,5). Darum heißt es: Ich will Dich erheben, mein G-tt, o König. Nicht wie jetzt: Wenn Er ihnen Wunder getan hat, sprechen sie ein Lied, wenn aber nicht, sprechen sie kein Lied, sondern einst in der Zukunft werden sie nicht aufhören, sie singen Lied und Lobpreis immerdar, wie es heißt: Ich will preisen Deinen Namen für immer und ewig, d. i. wir haben keine andere Arbeit, als Dich zu preisen mit (stets) neuen Lobpreisungen. Und so heißt es: „Gepriesen sei der Ewige Tag für Tag…“ (Tehillim 68,20).

„Ich bin der Ewige, euer G-tt, der Ich euch aus dem Lande Ägypten herausgeführt habe, dass ihr nicht ihre Sklaven sein solltet; und Ich habe die Stäbe eures Joches zerbrochen und euch aufrecht wandeln lassen“ (Wajikra 26,13).

Midrasch Tehillim 129,1
Vers 1. Stufenlied.[4] Gar sehr haben sie mich bedrängt seit meiner Jugend, spreche Israel. Vers 3. Auf meinem Rücken haben Pflüger gepflügt, langgezogen ihre Furchen. Vers 4. Der Ewige ist gerecht, er zerschnitt das Seil der Frevler. Womit ist die Sache zu vergleichen? Mit einem Hausherrn, der eine pflügende Kuh hatte und sie einem lieh, um mit ihr zu pflügen. Der Mann aber hatte zehn Kinder, da kam der eine, pflügte mit ihr und setzte sich, bis die Kuh schließlich ganz ermüdet war und sich hinlegte. Alle Kühe gingen (in den Stall) hinein, diese Kuh aber ging nicht hinein. Der Herr der Kuh wartete nicht ab, eine freundliche Zurede von jedem Manne zu empfangen, sondern kam und zerbrach das Joch und zerhieb die Seile (Jochstangen)[5]. Ebenso verhält es sich mit Israel in dieser Welt. Da kommt der eine Herrscher und unterjocht es, und wenn dieser fertig ist, kommt de andere und unterjocht es, und die Furche ist lang, wie es heißt: Auf meinem Rücken pflügten die Pflüger und zogen lange Furchen. Morgen aber, wenn das Ende naht, wird der Heilige, gelobt sei Er, nicht zu der Völkern der Welt sagen: So und so verfuhrt ihr mit Meinen Kindern, sondern Er kommt sofort und zerbricht das Joch und zerhaut die Seile (Jochstangen), wie es heißt: „Und ich werde zerbrechen die Stangen eures Joches“ (Wajikra 26,13). Und so heißt es: Der Ewige ist gerecht, Er zerschnitt das Seil der Frevler.[6]

„Und Ich werde eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten und werde eure Leichname auf die Leichname eurer Götzen werfen, und Meine Seele wird euch verabscheuen“ (Wajikra 26,30).

Midrasch Tehillim 18,32
Vers 41. Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zu. Der Vers spricht von Jehuda. R. Jehoschua ben Levi hat gesagt: Nach einer agadischen Überlieferung brachte Jehuda Esau um.[7] Wann? In der Stunde, da unser Vater Jizchak starb, gingen Esau und Jakow und alle Stämme, ihn zu begraben, wie es heißt: „und es begruben ihn Esau und Jakow, seine Söhne“ (Bereschit 35,29), und alle saßen in der Höhle Machpela und weinten, und sie gingen aus der Höhle heraus, damit Jakow nicht weine und sich verächtlich vor ihnen zeige; Esau aber schlich sich herbei und trat in die Höhle ein und dachte: Jetzt töte ich ihn, nachdem sein Vater gestorben ist, wie es heißt: „Es werden herannahen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann will ich Jakow, meinen Bruder, erschlagen“ (dort 27,41). Jehuda merkte und sah, dass Esau nach ihm hineinging und dachte sogleich: Er will meinen Vater vor allen umbringen. Sogleich schlich er sich herbei und beobachtete ihn. Er ging hinein und fand Esau, als er grade den Jakow töten wollte. Sofort erhob sich Jehuda und tötete ihn von hinten. Warum tötete er ihn nicht von vorn? Weil seine [Esaus] Gesichtszüge denen seines Vaters glichen. Darum erwies er ihm die Ehre und tötete ihn von hinten. Darum segnete ihn sein Vater Jakow mit den Worten: „Deine Hand ist am Nacken deiner Feinde“ (Bereschit 49,8). Warum segnete er ihn mit dem Worte: „Am Nacken?“ Wie oft bemühe sich Jehoschua vor dem Heiligen, gelobt sei Er, Er möchte ihm den Nacken (seiner Feinde) geben, und Er gab ihm denselben nicht, denn so heißt es: „Bitte, Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel den Rücken gewandt von seinen Feinden“ (Jehoschua 7,8)? Allein es nützte nichts, weil Er den Nacken dem Stamme Jehuda gegeben, wie es heißt: „Deine hand am Nacken deiner Feinde“ (Bereschit 49,8).

So sprach auch David: Vers 41. Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zu. David sprach nämlich: Das ist mir etwas Natürliches (Ererbtes), wie es heißt: „Dies dem Jehuda“ (Dwarim 33,7). Und von wem hast du das gelernt? Von Goliat, dem Philister, wie es heißt: „Und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Angesicht zu Erde“ (1. Schmue’l 17,49). Es hätte doch nur zu heißen brauchen:„ויפול מאחריו, er fiel rücklings?“ Allein ein Engel kam und stieß ihn auf sein Angesicht. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Der, welcher geschmäht und gelästert hat, dessen Mund soll mit Staub gestopft werden und in der Luft hängen, wie es heißt: „Verbirg sie in den Staub zumal, ihre Gesichter verhülle durch das Verbergen“ (Jiob 40,13).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Damit David nicht Schmerz (Mitleid bei seinem Anblick) empfinden, sondern gehen und ihm sein Haupt abschneiden sollte. Sofort wurde er trunken und fiel zwölf Ellen und zwei Spannen, nämlich seine volle Höhe von vorn über und seine Höhe von hinten über je sechs Ellen und eine Spanne. Darum fiel er auf sein Angesicht zwischen David’s Füße, und der Heilige, gelobt sei Er, macht es öffentlich bekannt und spricht: „Ausspruch des Ewigen an meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel für deine Füße mache“ (Tehillim 110,1).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Weil das Bild Dagons auf sein Herz gezeichnet war, um zu bestätigen, was gesagt ist: „Und Ich werde legen eure Leichname auf die Leichname euer Götzen, und Meine Seele wird euch mit Ekel von sich stoßen“ (Wajikra 26,30).

Eine andere Auslegung: Warum fiel er auf sein Angesicht? Um zu bestätigen, was gesagt ist: Und meiner Feinde Nacken kehrest Du mir zuund meine Hasser, ich vernichte sie (אצמיתם), d. ich vernichte sie endgültig (auf immer) durch eine schwächende Plage, durch eine überwältigende Plage. Und welche ist es? Der Aussatz wie es heißt: „לצמיתות“ (Wajikra 25,23), was der Targumist durch לחלוטין, es verfallen zu lassen, übersetzt, so wie wir gelernt haben: Es ist kein Unterschied zwischen einem einzusperrenden Aussätzigen (מצורע מוסגר) und einem schon als völlig unheilbar erklärten Aussätzigen (מצורע מוחלט).[8] Auch möglich: Das Wort אצמיתםwill sagen: Ich werde sie einem außerordentlichen Tod verfahren lassen.

34 Dann wird das Land seine Schabbate genießen alle die Tage seiner Verwüstung, während ihr im Lande eurer Feinde seid; dann wird das Land ruhen und seine Schabbate genießen; 35 alle die Tage seiner Verwüstung wird es ruhen, was es nicht geruht hat in euren Schabbaten, als ihr darin wohntet“ (Wajikra 26,34-35).

Midrasch Tehillim 85,1
Vers 1. Dem Sangmeister. Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. Vers 2. Du hast Wohlgefallen, Ewiger, an Deinem Lande, hast zurückgeführt die Gefangenschaft Jakows. Das ist, was die Schrift sagt: „Ein Land, nach dem der Ewige, Dein G-tt fragt; beständig sind die Augen des Ewigen Deines G-ttes darauf“ (Dwarim 11,12), d. i. Er wendet und kehrt und betrachtet und lenkt seine Augen so lange darauf, bis es Seine Werke dem Heiligen, gelobt sei Er, und die Vorschriften, die den Israeliten in Bezug darauf gegeben worden sind, wohlgefällig macht; nämlich wenn die Zehnten entrichtet werden, die Erlass- und Jubeljahre gehalten werden und alle Vorschriften, die in Bezug darauf gegeben worden, dann macht es Seine Werke dem Heiligen, gelobt sei Er, wohlgefällig. Und so heißt es: „Dann wird das Land seine Feiertage wohlgefällig machen“ (Wajikra 26,34)[9]. Deshalb heißt es: Du hast Wohlgefallen, Ewiger, an Deinem Lande.

„Und Ich werde Meines Bundes mit Jakow gedenken; und auch Meines Bundes mit Jizchak und auch Meines Bundes mit Abraham werde Ich gedenken, und des Landes werde Ich gedenken“ (Wajikra 26,42).

Midrasch Tehillim 117,2
Eine andere Auslegung: Vers1. Lobet den Ewigen, alle Völker! Preist Ihn, alle Nationen. R. Schim’on, der Sohn unseres heiligen Rabbis[10], fragte seinen Vater: Wer sind alle Völker und wer alle Nationen? Er antwortete ihm: Alle Völker sind diejenigen Völker, welche die Israeliten unterjocht, und alle Nationen sind diejenigen Nationen, welche sie nicht unterjocht haben. Alle Nationen sprechen: Wenn schon jene, die das Volk der Kinder Israel unterjocht haben, den Heiligen, gelobt sei Er, loben, so sollen wir, die wir nicht unterjocht haben, umso mehr. Darum heißt es: Lobet den Ewigen alle Völker, preiset Ihn, alle Nationen. Und die Israeliten sprachen: Um wie viel mehr müssen wir es tun! Sie fingen an zu sprechen:

Vers 2. Denn es übermannte uns Seine Gnade. Die Erde sprach: Und die Wahrheit des Ewigen ist ewiglich. Was heißt: Und die Wahrheit? Die Wahrheit des Bundes, den Du mit unsern Vätern aufrechterhalten, wie es heißt: „Und Ich gedachte meines Bundes mit Jakow“ (Wajikra 26,42).

Eine andere Auslegung: Und die Wahrheit des Ewigen ist ewiglich. Der Heilige, gelobt sei Er, redete Elia zu, dass er gehe und sich Achab zeige, wie es heißt: „Geh’ und zeige dich Achab“ (1. Mlachim 18,1). Elia entgegnete ihm: Wie soll ich zu ihm gehen, da er bis jetzt noch keine Busse getan hat. Als Ich Meine Welt tränkte, versetze der Heilige, gelobt sei Er, da war nur ein Mensch in der Welt und Ich tränkte Meine Welt seinetwegen, wie es heißt: „Und ein Dunst stieg auf von der Erde“ (Bereschit 2,6), um wie viel mehr jetzt, gehe und zeige dich Achab und Ich gebe Regen“ (dort).

43 Denn das Land wird von ihnen verlassen sein, und es wird seine Schabbate genießen, in seiner Verwüstung ohne sie; und sie selbst werden die Strafe ihrer Ungerechtigkeit annehmen, darum, ja darum, dass sie meine Rechte verachtet und ihre Seele meine Satzungen verabscheut hat. 44 Aber selbst auch dann, wenn sie in dem Lande ihrer Feinde sind, werde Ich sie nicht verachten und sie nicht verabscheuen, ihnen den Garaus zu machen, Meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn Ich bin der Ewige, ihr G-tt“ (Wajikra 26,43-44).

Midrasch Tehillim 94,2
[Vers 12: Erlösung dem Manne, den Du züchtigst, Jah, und aus Deiner Thora lehrest.] R. Meir sagt: (es heißt:) „Und du sollst erkennen mit deinem Herzen, dass ein Mann seinen Sohn züchtigt, [wie] der Ewige, Dein G-tt, dich züchtigt“ (Dwarim 6,5), d. h. du und dein Herz erkennen (wissen) die Taten, die Ich an dir getan, und die Leiden, die Ich über dich gebracht, dass Ich nicht nach Maßgabe deiner Taten Schmerzen über dich gebracht habe[11].

R. Schim’on ben Jochai sagt: Die Leiden sind kostbar, denn drei kostbare Geschenke (Gaben) sind den Israeliten durch sie verliehen worden; die Völker der Welt sehnen sich nach ihnen, sie wurden ihnen aber nur durch das Verdienst der Leiden verliehen. Dieselben sind: Die Thora, die künftige Welt und das Land Israel. Die Thora, woher entnehmen wir das? Weil es heißt: „Zu erkennen Weisheit[12] und Zucht“ (Mischle 1,2), und es heißt: Vers 12: Erlösung dem Manne, den Du züchtigst, Jah, und aus Deiner Thora lehrest. Das Land Israel, woher entnehmen wir das? Weil es heißt: „Und du sollst erkennen in deinem Herzen, dass, wie ein Mann seinen Sohn züchtigst, der Ewige, dein G-tt, dich züchtigt“ (Dwarim 8,5), d. i. sowie ein Mensch seinem Sohn Hiebe erteilt, so auch der Ewige, dein G-tt dir. Was folgt darauf? „Denn der Ewige bringt dich in ein gutes Land“ (dort V. 7). Die künftige Welt, woher entnehmen wir das? Weil es heißt: „Der Weg zum ewigen Leben חייםist Zurechtweisung und Zucht“ (Mischle 6,23).[13] Du sprichst: Geh hinaus und sieh, welches der Weg ist, der den Mensch zum Leben der künftigen Welt führt? Du wirst einräumen, dass es die Leiden sind.

R. Jose bar Jehuda sagt: Beliebt sind die Leiden vor dem Heiligen, gelobt sei Er, denn der Name des Heiligen, gelobt sei Er, ruht auf dem, über den Leiden kommen, wie es heißt: „Denn, so wie ein Mann seinen Sohn züchtigt (ייסר), so züchtigt dich (מיסרך) der Ewige, dein G-tt“ (Dwarim 8,5). Den Du, Jah, züchtigst. Vorher züchtigt Er dich und nachher lässt Er dich erben die Thora, das Land Israel und das Leben der künftigen Welt.

R. Nathan bar Jose sagt: Beliebt sind die Leiden, denn durch sie ist der Bund mit Israel geschlossen worden, wie es heißt: „Und ich werde euch in die Zucht des Bundes bringen“ (Jecheskel 20,37).

R. Elieser ben Jakow sagt: Siehe es heißt: „Denn, wen der Ewige liebt, den weist Er zurecht, „und wie ein Vater an dem Sohne hat Er Wohlgefallen“ (Mischle 3,12). Lies nicht: וכאב [weke’aw], und wie ein Vater, sondern:וכאב [weke’ew], und wie die Schmerz. Wer zieht euch das Wohlgefallen eures Vaters in den Himmeln zu? Sage: die Leiden.

R. Nathan (R. Nechemja) sagt: Die Leiden sind beliebt, denn sowie die Opfer wohlgefällig machen, so machen auch die Leiden wohlgefällig. Von den Opfern heißt es: „Und er wird wohlgefällig, um ihn zu sühnen„ (Wajikra 1,4), und von den Schmerzen heißt es: „Und der Schmerz macht den Sohn wohlgefällig“ (Mischle 3,12). Und es heißt: „Und sie werden ihre Sünde wohlgefällig machen“ (Wajikra 26,43), und nicht nur das, sondern die Leiden machen sogar mehr wohlgefällig als die Opfer, denn die Opfer betreffen das Geld, die Leiden aber den Körper, wie es heißt: „Und alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben“ (Jiob 2,4). Daher:Erlösung dem Manne, den Du züchtigst, Jah, und aus Deiner Thora belehrest.

44 Aber selbst auch dann, wenn sie in dem Lande ihrer Feinde sind, werde Ich sie nicht verachten und sie nicht verabscheuen, ihnen den Garaus zu machen, Meinen Bund mit ihnen zu brechen; denn Ich bin der Ewige, ihr G-tt“ (Wajikra 26,43-44).

Midrasch Tehillim 53,2
Vers 2.כֻּלּוֹ סָג יַחְדָּו נֶאֱלָחוּ אֵין עֹשֵֹה-טוֹב אֵין גַּם אֶחָד Alle sind verzäunt (סג). Dort heißt es: „Alle sind abgewichen (סר)“ (Tehillim 14,3), d. i. jeder, der abgewichen ist (סר), kann wieder in Busse zurückkehren; aber hier heißt es: Alles ist Gestrüpp (סג), d. i. alle sind Gestrüpp (סיגים) geworden. Insgesamt sind sie verderbt d. i. verdorben von außen und voller Frevel von innen.

Eine andere Auslegung: Alle sind Schlacke (סג) und zumal Kohlenpfannen (נאלחו). Das geht auf die Leute von Sodom, die Schlacken (סיגים) geworden waren und sich selbst zu Kohlenpfannen (אחות) machten, sowie es heißt: „Und die Kohlenpfanne (האח) war vor ihm angezündet“ (Jirmejahu 36,22).

Niemand tut Gutes, auch nicht einer, d. i. nicht ist daselbst Abraham mit ihnen gezählt. Unter אחד, einer, ist nur Abraham zu verstehen, wie es heißt: „Einer (אחד) war Abraham“ (Jecheskel 33,24). Und Abraham fing an und sprach: „Ich sitze nicht mit falschen Leuten … ich hasse die Zusammenkunft der Bösewichter“ (Tehillim 26,4.5). „Sogleich brach Abraham von da auf“ (Bereschit 20,1). Das ist, was die Schrift sagt: „Selbst der gefallene Berg verfällt und der Fels wird von seinem Orte gerückt“ (Jiob 14,18). „Der gefallene Berg“, das geht auf Sodom und seine Genossenschaften; „und der Fels wird von seinem Orte gerückt“, d. i. Abraham. Unter „צור, Fels“ ist nur Abraham zu verstehen, wie es heißt: „Blicket auf den Fels, aus dem ihr gehauen seid, blicket auf euren Vater Abraham“ (Jeschajahu 51,1.2). Sogleich „brach Abraham von da auf“. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu ihm: Abraham, du hast mit ihnen (den Leuten) nichts zu schaffen, wie es heißt: Verse 3 und 4: G-tt schaut von Himmel auf die Menschenkinder, zu sehen, ob ein Verständiger da ist, der nach G-tt fragt.Alle sind Schlacken zumal.

Eine andere Auslegung:נאלחו will sagen: Sie sind Brüder (אחים) mit anderen Göttern geworden. Der Heilige, gelobt sei Er, sprach zu den Dienstengel: Gehet hinaus und sehet, was die Menschenkinder auf Erden machen! Sie sprachen: Keiner tut Gutes.

Vers 5. Die Mein Volk essen, essen Brot.Ein Heiligtum ist Israel dem Ewigen“ (Jirmejahu 2,3). Die Frevler sprechen: Auch das Gute, welches kommt, ruft der Heilige, gelobt sei Er, nicht herbei! Das wollen die Worte sagen: Den Ewigen rufen sie nicht an.

Vers 6. Da erhitzen sie in Angst. Die Gerechten zittern, wenn sie Achitophel in der Hölle sehen und sprechen: Wenn Er diesem Gerechten schon so getan hat, wie wird es erst uns ergehen! Der Heilige, gelobt sei Er, richtet ihn und zeigt es den Gerechten und sie freuen sich. Darum heißt es: Es ist keine Furcht. Und was ist der Grund? „Denn G-tt ist im Geschlechte des Gerechten“ (Tehillim 14,5).

Eine andere Auslegung: Der Heilige, gelobt sei Er, sprach: Ich habe gesagt, dass die Israeliten den Reichen steuern geben sollen, sowie sie die Heiden geben, Ich habe gesprochen: Furcht, d. i. dass ihr auf sie die Furcht vor Abgaben legen sollt, aber nicht die Furcht einer Religionsverfolgung. Es war keine Furcht, weil sie sich dem Tode preisgaben und die Übriggebliebenen von ihnen wurden im Verdienste der Märtyrer der Religionsverfolgung gerettet, wie es heißt: „Denn G-tt ist im Geschlechte des Gerechten“ (dort). Dort heißt es: „Des Armen Rat mögt ihr zu Schanden machen, denn der Ewige ist seine Zuflucht“ (Tehillim 14, 6). Was heißt: „Des Armen Rat?“ Nach R. Jehuda sprach der Heilige, gelobt sei Er, zu den Völkern der Welt: Ihr erbaut euch Götzentempel, und wenn Ich zu euch spreche: Baut Jeruschalajim wieder auf, so sagt ihr: „Arme, Verstürmte, Ungetröstete“ (Jeschajahu 54,11). Das wollen die Worte sagen: „Des Armen Rat macht ihr zu Schanden.“ Und hier heißt es: Du machst zu Schanden, denn G-tt hat sie verworfen. Ihr glaubt, dass der Ewige sie verworfen hat, heißt es denn nicht bereits: „Ich habe sie nicht verworfen“ (Wajikra 26,44)?

Vers 7. Wer bringt von Zion Israels Erlösung? Wenn G-tt zurückführt die Gefangen Seines Volkes, da jubelt Jakow, da freut sich Israel und Esau und Ischma’el seufzen.[14]

„Und aller Zehnte des Landes, vom Samen des Landes, von der Frucht der Bäume, gehört dem Ewigen; er ist dem Ewigen heilig“ (Wajikra 27,30).

Midrasch Tehillim 25,13
Vers 14. Das Geheimnis des Ewigen ist für die, so Ihn ehrfürchteten. Im Anfange ist es für die, so Ihn ehrfürchten, nachher teilt Er es den Redlichen mit, wie es heißt: „Und mit den Redlichen ist Sein Geheimnis“ (Mischle 3,32), später teilt Er es den Propheten mit, wie es heißt: „Denn der Ewige, G-tt, wird nichts tun, Er hätte denn Sein Geheimnis offenbart Seinen Dienern, den Propheten“ (Amos 3,7).[15] R. Schim’on hat gesagt: Es gibt kein Geheimnis für die Oberen, aber es gibt ein Geheimnis für die Unteren.

R. Jose, Sohn des Damaszeners, besuchte einmal den R. Elieser in Lydda. Dieser fragte ihn: Was gab es heute Neues im Lehrhause? Er antwortete: Es ist festgestellt und beschlossen worden, dass die Ammoniter und Moabiter von ihren Früchten den Armenzehnten im siebenten Jahre entrichten sollen.[16] Jose sprach: Mache deine Hände auf und empfange deine Augen. Er machte seine Hände auf und empfing seine Augen. R. Elieser weinte und sprach: Das Geheimnis des Ewigen ist für die, so ihn fürchten. Er sprach zu ihnen: Geh hinaus und sage ihnen: Achtet nicht auf eure Zahl! So habe ich von Rabban Jochanan ben Saccai empfangen, dass er (diese Entscheidung) schon von seinem Lehrer uns sein Lehrer wieder von seinem Lehrer als Halacha Mosches von Sinai gehört habe; Ammoniter und Moabiter entrichten den Armenzehnten im siebenten Jahre. Als sich sein Sinn beruhigt hatte, sprach er: Möge wohlgefällig sein vor unserm Vater in den Himmeln, dass Josephs Augen wieder an ihre stelle zurückkehren! Sie kehrten wieder zurück.

[1] Vergl. Bereschit Rabba Par. 26; Dwarim Rabba Par. 5.
[2] d. i. Er ahndet es an ihnen.
[3] S. Bereschit Rabba Par. 6; Wajikra Rabba Par. 35.;vergl. Schemot Rabba Par. 41.
[4]S. Sota 11b.
[5]S. Sifra האזינו , Piska 318.
[6]Vergl. Sifra, Par. 3 Anf.
[7] Vergl. Sota 13a; Gittin V. 47a; j. Ketubim I. 25a.
[8]S. Megilla 6b.
[9]Der Midrasch liest תרצה für תרצה.
[10] Rabbi Jehuda HaNassi
[11] Sinn: Du und dein Herz mögen doch dein Verhalten gegen Mich und Mein Verhalten gegen dich und die Leiden erkennen, die Ich über dich gebracht, die nicht so waren, wie du eigentlich verdient hättest.
[12]Weisheit ist die Thora
[13]Da חיים mit zwei יgeschrieben ist, ist das Leben in dieser und in der künftigen Welt gemeint. Siehe Bereschit Rabba 14,5, Midrasch Tanchuma (Sammlung Warschau), Parascha Tasria 1.
[14]Der Heilige spricht zu den Israeliten: Wenn die Kinder geschlagen werden, so werden die Väter mit ihnen geschlagen, und wenn sie getröstet werden, so werden ihre Väter mit ihnen getröstet. Jalkut z..d Stelle.
[15] Vergl. Bereschit R. Par. 49
[16] S. Jadaim IV, 3 u. Chagiga 3b.

 
 
 
 
 
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